Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Ambrosia-Pollen erreichen Mittelsachsen- Achtung Allergiker

Ambrosiapollen sind jetzt auch in Sachsen nachgewiesen wurden. Speziell im Raum Chemnitz. An zwei Tagen der vergangenen Woche konnten Pollen in den entsprechenden Fallen nachgewiesen werden. Vor nicht allzu langer Zeit gab es ein solches Szenario in Bayern, wo regelrechte Anti-Ambrosia-Trupps durch die Landschaft stapften und sich des Problemes annahmen. Aber was ist das eigentlich für eine Pflanze?


Diese Pflanzenfamilie kommt ursprünglich aus Nordamerika und wurde durch den Warenverkehr des Menschen in alle Teile der Welt "exportiert". Ihre extrem kleinen Samen heften sich unbemerkt an Kleidung oder gelangen durch Ritze uns Spalte in Innenräume wie Wohnungen, Kindergärten oder Schulen. Daher ist besonders auf allergische Reaktionen zu achten. Das Ambrosia-Eiweiß ist um ein vielfaches aggressiver als das gewöhnlicher Gräser. Man geht davon aus, dass 5 Pollen / m³ Luft ausreichen um eine allergische Reaktion auszulösen. Gräser hingegen brauchen mindestens 30 Pollen /m³ Luft.

In Deutschland ist Ambrosia noch relativ selten und konnte bisher nur in geringen Populationen nachgewiesen werden, aber es steht außer Frage, dass diese Pflanze ein enormes Verbreitungspotential hat und dieses auch nutzen wird. Dennoch macht es die Vegetation Deutschlands, mit ihren schnell wachsenden, dominierenden Gräsern und den regenarmen Sommern, dieser Pflanze schwer sich zu etablieren. Hätte der Mensch nicht eingegriffen. Über die Landwirtschaft und Tierfutter ist sie längst in unsere Breiten gelangt, allerdings ohne ihr Potential zu entfalten. Das könnte sich demnächst ändern. Sie steht auf Platz 5 der internationalen Hitliste für Allergene. 

Es ist aber kein Grund in Panik zu verfallen. Die gängigen Medikamente und Behandlungsmethoden sind ausgereift und haben auch dieses Problem im Griff. Man sollte dennoch vorsichtig sein, wenn man plötzlich Anzeichen einer Allergie zeigt, auch wenn man bisher noch keine hatte.



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Vergiftungsunfälle bei Kindern (Android App des BfR)

Im Google Play Store gibt es bekanntlich eine Menge Apps über deren Nutzen man sich streiten kann. Eine die über jeden Zweifel erhaben ist ist diese hier:

Vergiftungsunfälle bei Kindern, nennt sie sich und wird vom Bundesamt für Risikobewertung zur Verfügung gestellt.

Diese Applikation für Android besteht hauptsächlich aus 4 Kategorien. Dies sind auf dem unteren Screenshot zu sehen.


©Thomas Engst


Alle Kategorien sind selbsterklärend und übersichtlich aufgebaut. Ihr könnt auf jedem Bildschirm heraus den Giftnotruf wählen. Ich hoffe aber mal, dass ihr ihn nie brauchen werdet.
Diese App ist kostenlos aber nicht umsonst. Vielleicht braucht der eine oder andere sie dennoch einmal. Auf jeden Fall dient sie als Nachschlagewerk und beinhaltet viele wichtige Informationen, lohnt also auch um einfach mal zu stöbern.


Berechtigungen:


  • Genauer Standort (für Notrufe)
  • Voller Netzwerkzugriff
Das sind alles, finde ich, vertretbare und gerechtfertigte Berechtigungen. 

In diesem Sinne...

Abschied heißt doch auch weitergehen

Heute war ich zum (plänmäßigen) letzten Mal in diesem Sommer auf der Oranienbaumer Heide. Das nächste Mal wird, wenn überhaupt, erst im Herbst werden. Da zeigt sich die Heide dann schon in ihrem Winterkleid. Zurückblickend war es ein schöner Sommer, standen doch solche Aufgaben wie Kartierung der Sand-Silberscharte, Kartierung der Offenstellen, Bruthabitatskontrolle der Ziegenmelker, Entbuschungsmaßnahmen oder die Fahrradexkursion auf dem Plan.



Wie dem auch sei, ich hoffe euch hat dieser kleine Exkurs in meinen Arbeitsalltag gefallen und möchte mich mit den nachfolgenden Bildern bei euch bedanken.


In diesem Sinne...


Oheide am Morgen




Auch der Nachwuchs ist gesichert


Konikpferde
Birken Pionierwald


On the run

Eine Grünbrücke!?

Auf dem neuen Abschnitt der Bundesautobahn 72 von Chemnitz nach Leipzig rollt der Verkehr. Seit gut 14 Tagen ist dieser Bauabschnitt freigegeben. In den letzten Jahren hat man sich schwer getan, ihn überhaupt zu eröffnen und nun ist es endlich soweit. Dieses neue Stück der A72 soll die beiden Städte Chemnitz und Leipzig näher zusammenbringen und ich kann dies bestätigen. Man spart ca. 45 Minuten Fahrtzeit.
Aber warum schreibe ich über eine Autobahn? Nun, das ist ganz leicht zu erklären. Im Vorfeld hieß es, es wird eine Grünbrücke, zur Vermeidung von Wildunfällen auf dieser Strecke, geben. 

Diese habe ich mir einmal angeschaut.

©Thomas Engst

So sieht sie also aus die vermeintliche Grünbrücke. Wieso schreibe ich "vermeintlich"? Naja, es gibt da ein paar Ungereimtheiten. Eine solche Brücke ist dafür gedacht, dass Wildtiere leichter die Straße "überqueren" können. Man baut solche Brücken im Falle einer Biotop- oder Waldzerschneidung. Sprich, wird eine Straße durch ein Waldstück gebaut, so raubt man den Tieren die Möglichkeit sich frei zu bewegen und schneidet sie mitunter von ihren angestammten Plätzen ab. Grünbrücken müssen besonders stabil gebaut sein, da sie später mit Substrat oder Erde gefüllt werden auf der sich eine Vegetationsschicht etablieren soll.

Bei diesem Bauwerk allerdings ist die Vegetationsschicht noch nicht einmal ansatzweise aufgebracht, geschweige denn fertig.

©Thomas Engst

Dieses Bild zeigt den bisherigen Oberboden. Man kann am linken und rechten Rand die Wälle erkennen, welche wiederum für eine Grünbrücke sprechen, obwohl sie etwas arg klein geraten sind. Eine Grünbrücke ist, logischerweise, spätestens fertigzustellen, wenn der entsprechende Streckenabschnitt für den Verkehr freigegeben wird. Dieses hier sieht jedoch nicht so aus.

©Thomas Engst

Was mich ebenfalls befremdet ist das Nichtvorhandensein von Leitzäunen oder Führungstrassen. Die Tiere finden ja den Weg über die Brücke nicht von alleine, sie werden üblicherweise mittels Zäunen geführt. Das obige Bild zeigt außerdem Lücken zwischen Böschung und Brücke. Desweiteren gibt es dort nichts als landwirtschaftliche Nutzfläche. Diese Brücke verbindet keine zwei Wälder, sondern zwei Felder. Vor dem Bau der Autobahn war die ganze Gegend Feld. Eine weitere Vermutung ist es, dass es sich um eine Landwirtschaftsbrücke handelt, die den Bauern, Verzeihung, den Agraringenieuren, ein Wechseln zwischen den Teilfeldern ermöglichen soll. Die Breite der Brücke könnte daher rühren, dass Mähdrescher eine entsprechende Breite haben. Aber so richtig will mir diese Theorie nicht gefallen.

Im Folgenden fasse ich noch einmal zusammen was, aus meiner Sicht, dafür und dagegen spricht, dass es sich bei dem Bauwerk um eine Grünbrücke handelt.

Pro:
  • allgemeine Form und (wannenförmige) Bauweise
  • Breite der Brücke
  • Art der Fahrbahngestaltung (noch kein Asphalt)
  • wurde erwähnt
Contra:
  • fehlende Führung der Tiere
  • mangelnde Begrünung des Oberbodens
  • Standort ist zwischen zwei Feldern
  • lückenhafter Zaunbau auf der Brücke

Wie dem auch sei, ich werde das alles mal im Auge behalten und sobald es etwas Neues gibt, an dieser Stelle darüber berichten.



In diesem Sinne...  

Einweihung der Waldschlößchen Brücke

Am 24. August 2013 wurde in der sächsischen Landeshauptstadt die viel umstrittene Waldschlößchen Brücke eröffnet. Im Vorfeld gab es einige Streitereien um dieses Bauprojekt. Man behauptete an eben dieser Stelle eine Hufeisennasenfledermaus gesehen zu haben. Leider gab es für eine Sichtung keine eindeutigen Beweise. Weder mit Fledermausscanner noch durch Sichtungen konnte man sie erneut nachweisen. Meine Meinung dazu ist eine ganz eigene. Wegen der Zerstörung des Landschaftsbildes wollten einige "Naturschützer" und "Brückengegner" mittels Naturschutz den Bau dieser Brücke verhindern. So nutzte man den Naturschutz als Sündenbock und populistisches Mittel. Auch wenn das Sprichwort von Winston Churchill: "Mir ist egal was Sie über mich schreiben, Hauptsache Sie schreiben meinen Namen richtig", durchaus richtig ist, finde ich diese Negativwerbung nicht wünschenswert.

©Thomas Engst
©Thomas Engst

Wie dem auch sei, durch diese neue Brücke wird das Blaue Wunder hoffentlich deutlich entlastet und kann sich in den nächsten Jahren etwas "erholen". Es wurden ca. 250 000 Besucher und Touristen erwartet und ich muss sagen, es stimmte. So viele Leute sieht man in Dresden nur selten an einem Platz.

Leider wurde die Eröffnung negativ überschattet, das Dresdner Elbtal musste seinen Status als UNESCO Weltkulturerbe abgeben. Die Dresdner streiten über die Sinnhaftigkeit und Folgen dieser Aktion. Ist es das wirklich wert gewesen? Man befürchtet in den nächsten Jahren Millionenverluste an Geldern aus der Tourismusbranche. Wie dem auch sei, wir werden sehen. Mir persönlich ist die Brücke kein allzugroßer Dorn im Auge, man wird sich daran gewöhnen (müssen).

Fakten zur Waldschlößchen Brücke (WSB):


  • Länge der Fahrbahn: 636 Meter;
    die Länge der zu lackierenden Geländer beträgt damit knapp 1.300 Meter
  • Anzahl der LED-Leuchten an den Brückengeländern: 1.332;
    die Löbauer Herstellerfirma Hess Lichttechnik hat bereits Insolvenz angemeldet;
    Anzahl pro Tag montierter LED-Leuchten: ca. 40-50
  • Länge der Betonröhren auf der Neustädter Seite: 800 Meter
  • Breite der Fuß- und Radwege (beidseitig): je ca. 2,50 Meter
  • Breite der Fahrbahn: 11,50 Meter
  • Anzahl Fahrspuren: 4
  • erlaubte Geschwindigkeit nachts: 30 km/h;
    gibt es Blitzer? ja
    Preis der Blitztechnik: 160.000 Euro
  • Länge des Fledermausleitsystems: 755 Meter
  • Anzahl Kameras im Tunnel: 33
  • Anzahl Treppen: 4; sie führen direkt zu den Elbwegen
  • Anzahl Aufzüge: 1 (Neustädter Seite, Ostseite)
  • vom Rathaus erwartete Anzahl Fahrzeuge pro Tag: 45.000
    zum Vergleich das Verkehrsaufkommen der Nachbarbrücken:
    Blaues Wunder und Albertbrücke: jeweils ca. 32.000 Fahrzeuge / Tag
  • Anzahl geplanter Parkplätze unter der Brücke auf der Altstädter Seite: 120;
    davon auf der Ostseite: 40; Westseite:80;
    Ziel: Ausgleich für weggefallene Parkplätze an der Fetscherstraße;
    allerdings gingen dort 160 Stellplätze verloren;
    nach Abschluss aller Gerichtsverfahren soll geprüft werden, ob noch mehr Parkplätze entstehen können
  • erster geplanter Lauf über die Brücke: Dresden-Marathon (20. Oktober 2013);
    der Nachtlauf (16. August) findet vor der Eröffnung statt und darf daher nicht über die Waldschlösschenbrücke führen
  • Baukosten: ca. 182 Millionen Euro


In diesem Sinne...




Wundreaktionen von Bäumen

In einem vorherigen Beitrag, nämlich hier, ist das Wort Verwallung gefallen. Dazu möchte ich mich noch einmal näher äußern.
Pflanzen im Allgemeinen und Bäume im Besonderen haben verschiedene Möglichkeiten mit Verletzungen umzugehen. Man kann dies sehr gut bei Straßenbäumen beobachten. Manche von ihnen haben eine komische Färbung oder weisen "Dellen" und "Beulen" auf.
Zu erst müssen wir uns dazu den Aufbau eines Baumstammes näher anschauen. Was im Volksmund Rinde genannt wird, ist nur die halbe Wahrheit.

In Wirklichkeit sind es mehrere Schichten. Das untere Bild veranschaulicht dies.



Diese Schichten bilden unterschiedliche Schutzmechanismen und unterschiedliche Reaktionen aus. Ich habe sie mal wie folgt eingeteilt:

Wundreaktionen der Rinde:
  • Beschränkung des Schadens auf die Rinde (Borke und Bast), keine Schädigung des Kambriums
  • Abschottung im Bastgewebe:
    • Absterben der lebenden Zellen
    • Einlagerung von Suberin in eine Grenzschicht
    • Bildung von Wundperiderm
Wundreaktion des Kambriums:
  • Bei Schädigung des Kambriums werden neue Gewebe am Wundrand und in Wundnähe gebildet
    • Wundrand: Entwicklung eines Kallus und später eines Überwallungswulstes - kann zur Einkapselung des Schadens führen.
    • Wundnähe: Das unverletzte Kambrium bildet eine Barrierezone, die bei Ausbreitung von Mikroorganismen sehr effektiv reagieren kann.
Wundreaktionen des Holzes:
  • Reaktion auf Lufteintritt / Abreißen des Wasserstromes in den Leitungsbahnen
    • Schutzholz: verfärbter Bereich in unmittelbarer Nähe der Wunde
      • Verfärbung wird durch Oxidation von phenolischen Substanzen verursacht
    • Grenzschicht: randlicher Bereich des Schutzholzes - Abschottung des Wundbereiches durch Einlagerung von Lignin, Salzen, Harzen (bei Nadelbäumen)
  • Eine wichtige Voraussetzung dafür sind lebende Zellen.


So, dies soll als kleiner Exkurs gedacht sein, vielleicht habt ihr schon einmal etwas in der Art beobachten können. 


In diesem Sinne...


Entbuschung

Ich habe ja bereits an anderer Stelle erwähnt, wie wichtig der Erhalt von Offenland für unsere Flora und Fauna ist. Diese Woche ist es meine Aufgabe die Arbeiten für so eine "Offenhaltung" der Fläche anzukurbeln. Demnächst steht eine großflächige Entbuschung auf dem Plan.

Was auf dem ersten Blick wie Kahlschlag aussieht ist ein wichtiger Bestandteil der Landschaftspflege.  Viele Tier- und Pflanzenarten sind auf offene Bereiche in der Natur angewiesen. Sei es die Sand-Silberscharte bei den Pflanzen oder der Ziegenmelker bei den Tieren. Nun ist mit Entbuschung keinefalls Tablua Rasa gemeint, es ist eher ein zurückdrängen der Gehölze auf einen bestimmten Prozentsatz.

Meine Aufgabe besteht nun darin, die entsprechenden Bereiche mit der jeweiligen Entbuschungsrate zu markieren, damit später nicht zu viel des Guten geschieht. Diese Aufgabe ist relativ einfach aber dennoch langwierig. Rund 300 ha müssen zu Fuß abgeschritten werden und alle paar Meter muss eine Markierung gesetzt werden.  Im Optimalfall so, dass der nachfolgende Kollege alle Markierungen sofort erkennen kann und nicht lange suchen muss.

Nun könnte  ich euch lang und breit erklären, wie ich die Markierung setze aber ich glaube das würde in pure Langeweile ausarten, deshalb habe ich mir gedacht, ich zeige euch ein paar schöne Aufnahmen  der Natur.

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©Thomas Engst

Nach der Entbuschung steht ein Großteil dieser Kiefern nicht mehr. Wer jetzt empört aufschreit, der sei beruhigt. Es gibt noch mehr als genug von ihnen. Was mir heute bei meinem Rundgang noch so aufgefallen ist, ist diese Leistung der Natur:

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©Thomas Engst

Es ist schon erstaunlich, welche Wunder die Natur vollbringen kann. Diese Birke hat offensichtlich eine Verletzung erlitten und diese wieder zu nahezu 100% verwallt. Bei einer Verwallung schiebt der Baum neues Gewebe um die Wunde und versucht diese zu verschließen. Dabei ist es äußerst wichtig, dass die Wunde feucht gehalten wird. Es ist wie beim Menschen, trockene Wunden reißen immer wieder ein und heilen nie aus. Das letzte Bild zeigt einen Wurzelteller einer umgestürzten Birke. Auch hier kann man wieder die Leistung der Natur erkennen und Bewundern. So ein Wurzelsystem ist mit  unsrigem Geflecht an Adern zu vergleichen. Der Baum bzw. die Pflanze verdankt ihm seine Existenz. Es versorgt ihn mit Wasser, Nährsalzen und gibt ihm einen festen Stand. Aber auch Wurzelpilze, sogenannte Mykorrhiza, sind auf Wurzeln angewiesen.

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© Thomas Engst

So, dass war mal wieder ein kleiner Einblick in meine Arbeit. Lasst es euch gutgehen und bis zum nächsten Mal.

In diesem Sinne...

NaturLotse Exkursionsführer (App für Android)

Ich möchte heute mal die Rubrik "Apps für Android" wiederbeleben. Mein Arbeitsalltag ist dank Smartphone und Tablet um einiges angenehmer und komfortabler. Deswegen habe ich mich heute mal im Google Play Store nach einer neuen App für den Naturfreund umgeschaut.

Ins Auge gefallen ist mir dabei die App NaturLotse Exkursionsführer. Mit Hilfe dieses kleinen Programms könnt ihr rudimentäre Bestimmungen durchführen. Nach dem Start der App habt ihr die Wahl welche Kategorien  ihr auf euer Gerät laden möchtet.

Ist der Bestimmunggang erst einmal gestartet geht er spielend von der Hand. Zu jeder Frage gehören zwei Antworten aus denen ihr die passende wählen könnt.  Auf diesem Wege solltet ihr zum richtigen Ergebnis kommen.

Für Profis ist die App sicherlich nicht geeignet, da viele wichtige Erkennungsmerkmale an Pflanze und Tier zu speziell sind. Wer aber beim Spazierengehen seine Entdeckung bestimmen will, für den ist die App genau richtig.

Berechtigungen:

Genauer GPS Standort
USB Speicherinhalte ändern oder löschen
Voller Netzwerkzugriff
Zugriff auf geschützten Speicher testen.

Preis: kostenlos

Hier geht es zur App  und

hier zur Website

Viel Spaß beim Ausprobieren.

100 Äcker für die Vielfalt

Es ist kein Geheimnis, den Wildkräutern geht es nicht gut. Jeder der mit offenen Augen durch unsere Kulturlandschaft geht oder fährt kann es sehen. Die heutigen Felder der Landwirte gehen meist bis an den Rand der Straße oder des Weges. Lässt man den Blick über die Äcker streifen, so sieht man...ja was eigentlich? Eine Ansammlung von einheitlicher Monokultur. Alles was den Ertrag bringt wird gespritzt und gedopt. Alles was den Ertrag mindert wird gespritzt und gedopt.  Wer jetzt an Radsport denkt ist leider falsch, hier geht es um knallharte Marktwirtschaft. Trotz Subventionen geht die Landwirtschaft am Stock.

Man setzt auf leistungssteigernde Mittel und chemische Waffen um alle "Unkräuter" zu bekämpfen. Dabei bringen gerade diese WIldkräuter Leben und Nahrung auf das Feld. Niemand kann die Schönheit blühender Mohnblumen im Weizenfeld bestreiten. Ackerwildkräuter  bieten Nahrung und Vielfalt.

Der neueste "Clou" der Bauern, oder Agraringenieure, ist ein Besprühen mit Round-Up kurz vor der Ernte. Man macht es zum Beispiel bei Kartoffeln um das Kartoffelkraut abzutöten, damit es sich nicht in der Erntemaschine verfängt. Bei der Getreideernte soll es ein gleichzeitiges "Reifen" erzielen, damit der Landwirt nur einmal über die Fläche rollen muss. Kurt vor der Ernte mit Round-Up besprüht, und der Verbraucher weiß es nicht und verzehrt das Ganze.

Es gibt Maßnahmen zur Förderung von artenreichen Äckern, Ackerrand- und Blühstreifen sind nur zwei davon.  All das wird auf der Website des Programms "100 Äcker für die Vielfalt" schön zusammengefasst und erklärt.

Ein schottischer Landwirt erklärte mir mal auf meine Frage hin, warum sein Feld so bunt aussieht, er wird auch mit chemischen "Waffen" von der Landwirtschaft nicht reich, daher kann er auch "öklogisch" anbauen. Dieser Geist fehlt mir etwas in Deutschland. Nun kann man meinen, Schottland ist ein kleineres Land mit weniger Einwohnern aber im Grunde hat er recht.

In diesem Sinne...

P.S.: Mir ist bewusst, dass nicht alle Landwirte solche Übeltäter sind.

Biodiversity News & Nature News

Ich möchte heute noch einmal die Gelegenheit ergreifen und über Naturschutz in anderen Ländern schreiben. Land meiner Wahl:  Great Britain.

Der Naturschutz hat im Empire eine lange Tradition und wird dementsprechend auch so behandelt, will heißen, nicht so stiefmütterlich wie bei uns. Getreu dem alten Sprichwort: "Es gibt nur zwei Sorten von Engländern. Vogelkundler und Jäger"   wird der Natur- bzw. Umweltschutz mit entsprechend großem Herzblut betrieben.

Natürlich ist auch  diesbezüglich nicht alles in Butter im Lande der Queen aber die Bemühungen seitens der Aktiven werden ernst genommen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit bringt das Joint Nature Conservation Comitee quartalsweise zwei Zeitungen (im PDF-Format) über den britischen Naturschutz heraus. In beiden Blättern kann man sich über interessante Neuigkeiten aus der Wissenschaft, spannende Projekte oder zu bestimmten Themen bilden. Es wird umfassend über die Erfolge und Niederlagen , Unterstützung  und Probleme des Naturschutzes berichtet.

Um das Kind beim Namen zu nennen sind es die Formate Biodoversity News  und  Nature News.

Beide Zeitschriften lese ich seit der Erstausgabe mit Begeisterung, muss aber sagen, dass die Biodiversity News mein Favorit ist.  Logischerweise sind alle Publikationen in Englisch verfasst aber keine Sorge, da sich die beiden Blätter an eine große Zielgruppe richten, ist es leicht verständliches Englisch.

Ich hoffe euer Interesse geweckt zu haben und würde mich über euer Feedback freuen.

In diesem Sinne...

Freizeittipp für Naturliebhaber: Die Goitzsche

Als Sonntagsausflug nahm ich mir heute die Goitzsche vor.  Dieses ehemalige Tagebaugebiet an der wird seit 2002 renaturiert und steht der Bevölkerung als Naherholungs- und Freizeitgebiet zur Verfügung. Bestimmte Bereiche sind aber gesperrt.

Mit Renaturierung meint man eine Nutzbarmachung im naturschutzfachlichen Sinne. Nicht verwechseln mit Rekultivierung. Bei dieser steht die wirtschaftliche Nutzung nach Abschluss der entsprechenden Maßnahmen im Vordergrund. Ehemalige Tagebaugebiete werden häufig mit Wasser geflutet um eine natürliche Stütze der Böschungen zu erreichen und um dem Grundwasser nachzugeben. Da der Wasserspiegel von alleine steigen würde, ist es sinnlos so ein Areal trocken halten zu wollen.

Zentrales Element der Goitzsche ist der Große Goitzschsee, welcher mit einer Fläche von ca. 14 km² der größte See in dem Gebiet ist. Auf Flächen des BUND entsteht eine Oase der Natur. In diesen Bereichen wird keine Wirtschaft betrieben, hier hat die Natur alle Zeit und Ruhe die sie braucht.

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©Thomas Engst

Die Gesamte Goitzsche wird nach und nach zu einem Freizeitgebiet ausgebaut. Bereits jetzt gibt es Möglichkeiten sein Talent im Wasserski, Surfen, Segeln etc. zu erproben. Mein Anliegen heute war es allerdings, den Radweg um den Goitzschesee zu probieren. Nach der Flut im Juni 2013, so hörte ich, sei der Weg stellenweise vom Hochwasser weggespült wurden. Genau das wollte ich mir einmal anschauen.

Eine sehr gute Beschreibung der Strecke gibt es hier. Die gesamte Runde ist asphaltiert und hat auch so gut wie keine Steigungen. Es eignet sich daher für die ganze Familie.

Ich halte ja nichts von Katastrophentourismus, aber die drei Stellen, an denen das Wasser die Straße weggespült hat, sollte man aber mal gesehen haben.

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©Thomas Engst

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©Thomas Engst

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©Thomas Engst

Auf diesen Bildern kann man die Gewalt und die Kraft des Wassers zwar sehen, aber dennoch begreift man es nicht. Ganze Wege, Straßen und Landstriche wurden einfach weggespült. Bäume geknickt wie Streichhölzer. Wer diese Hindernisse überwindet, kann den Rundweg aber problemlos fortsetzen und beenden. Die Bilder und die Gedanken haben  mich aber noch eine ganze Weile begleitet.

Als weiteres Highlight gelten die Wächter der Goitzsche. Diese Metallfiguren stehen in einem Kreis und schützen die Goitzsche vor allem Übel. Ein jeder von ihnen hat einen Felsblock zu seinen Füßen, auf dem in Bildern das Ansinnen des Projektes eingemeißelt ist.  ErholungWandern  und Natur sind nur drei davon.

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©Thomas Engst

Der letzte Punkt auf meiner Tour war der Pendelturm. Mit seinem Aussehen erinnert der begehbare Aussichtsturm an einen Bohrer aus vergangenen Tagen. Nach einem kurzen Aufstieg hat man ein herrlichen Blick über die Seenlandschaft.

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©Thomas Engst

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©Thomas Engst

Ich kann jedem der mal in der Nähe ist, diese Gegend empfehlen. Wenn man sich Zeit nimmt und aufmerksam durch die Wälder fährt, stehen die Chancen nicht schlecht ein paar schöne Tierbeobachtungen zu machen. Es soll Fisch- und Seeadler sowie mannigfaltige Libellen geben. Für alle Kulturbegeisterten unter uns bzw. unter euch, ist die Halbinsel Pouch bestimmt etwas. Wer möchte kann sich dort Museen bzw. Ausstellungen anschauen.


Für all diejenigen, die sich für das Thema interessieren habe ich hier noch eine passende Website.


In diesem Sinne...

Fahrradexkursion durch die Oranienbaumer Heide

Achtung: Sollte sich ein Leser/Leserin auf den Bildern wiederfinden und gegen eine Veröffentlichung in diesem Blog sein, aus welchen Gründen auch immer, bitte ich um eine kurze Mail . Ich werde das Bild dann entsprechend anpassen oder ggf. entfernen/ austauschen. Vielen Dank.

Heute stand ein wahres Highlight auf dem Programm. In der Oranienbaumerheide fand heute die beliebte "Fahrradexkursion" statt. Ich bedanke mich an erster Stelle bei den zahlreichen Besuchern und Teilnehmern. Vielen Dank für euer zahlreiches Erscheinen. Mit so einer Resonanz hätte ich nicht gerechnet. Mein weiterer Dank gilt dem Team, welches all das auf die Beine gestellt hat und natürlich den externen Experten, die dafür ihren freien Samstag "geopfert" haben. Vielen Dank.









©Thomas Engst

Treffpunkt war der alte Bahnhof von Oranienbaum. Pünktlich um zehn Uhr ging es dann mit den Drahteseln in das Gelände. Aus organisatorischen Gründen wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen geteilt. Die Oranienbaumerheide war bis zur politischen Wende ein Panzerübungsgelände der Sowjetarmee. Dieser starken Nutzung haben wir es zu verdanken, dass dieser große Teil der Landschaft nicht überformt wurde. Ebenfalls ist kein Eintrag von Nährstoffen erfolgt. Das Gebiet hat also nie eine landwirtschaftliche Prägung erfahren und ist somit über die letzten 40 Jahre konserviert wurden.

Wie jede Heide setzt sich auch die "Oheide" aus einer Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume zusammen. Man nennt so etwas Lebensraummosaik. Durch die Offenhaltung der Landschaft gelang es einigen Arten sich in dem Gebiet zu behaupten. Das sieht 300 m weiter schon ganz anders aus. Arten die dieses Offenland brauchen, haben in der heutigen Kulturlandschaft schlechte Karten.









©Thomas Engst

Seit 2005 wird dieses Gebiet mit Heckrindern und Konikpferden  beweidet (näheres dazu, weiter "hinten" im Blog). Im Jahre 2012 wurde die gesamte Heidefläche, riesige 800 Hektar, als komplette Weide erschlossen. Damit ist die Oranienbaumerheide die größte ganzjährig extensiv genutzte Standweite in Sachsen-Anhalt sowie Ostdeutschland. Auch ist es mit ca. 800 vorkommenden Arten das artenreichste Gebiet in Sachsen-Anhalt.

Charakteristisch für eine Heide ist das sogenannte Heidekraut (Caluna vulgaris) und ist auf dem folgenden Bild abgebildet.



©Thomas Engst

Ein sehr wichtiger Bestandteil in der Landschaftspflege  bei Heiden ist die Verjüngung des Heidekrautes. Die Weidetiere fressen (wer kann es ihnen verdenken) nur die jungen, grünen Triebe. Die alten Bestände müssen von Hand und mit Manpower entfernt werden. Das geerntete Heidekraut wird im Norden Deutschlands für den Bau von Reetdächern verwendet.

Die größte Landschaftspflege Leistung bringen die Tiere im Winter. Da wird (fast) alles gefressen was ihnen vor die Mäuler kommt.


Ein weiteres Problem stellt die aufkommende Population der spätblühenden Traubenkirsche (Prunus serotina)  dar. Dieser aus Nordamerika stammende Baum ist gegen nahezu alle Krankheiten in Mitteleuropa resistent, nur Verbiss und Beschattung können ihm etwas anhaben. Ist diese Art erst einmal etabliert, so neigt sie zu 100%-iger Beschattung und dominiert die Fläche.


Auf dem folgenden Bild ist das Tausendgüldenkraut (Centaurium). Der Name kommt, wie bei vielen Pflanzen, aus dem Volksmund und stammt der Legende nach aus dem Orient.



©Thomas Engst

Die sehr guten Heilkräfte dieser Pflanze kamen einst einem Sultan zu Ohren der an einer schweren Krankheit litt. Er wollte diese Pflanze unbedingt haben, musste aber feststellen, dass sie in fernen Ländern wächst. So bot er demjenigen, der ihm einen Strauß davon bringen würde, eine Belohnung von Tausend Gulden. Ob die Geschichte so stimmt kann nur die Zeit beurteilen. Mir gefällt sie aber.



Die bereits erwähnten Lebensräume unterscheiden sich zum Teil sehr stark voneinander. Sei es in Pflanzenart und -vielzahl. Das Gleiche gilt natürlich für die Fauna. Ich habe im Folgenden mal zwei Bilder, welche die Gegensätzlichkeit verdeutlichen. Auf dem oberen Foto kann man die "klassische" Heide sehen, trocken und nährstoffarm, wobei das zweite Bild eine sumpfige, feuchte Umgebung zeigt.




©Thomas Engst



©Thomas Engst

Zum Abschluss gab es auch noch eine Begegnung mit den Konikpferden. Nachdem sich die Massen langsam wieder verzogen hatten wurden sie auch wieder recht zutraulich.


©Thomas Engst

Insgesamt waren heute ca. 120 Interessierte dabei. Von ganz jungen bis hin zu Senioren. Für mich persönlich (heute war ich nur Gast) ein toller Erfolg, bedenkt man die Tatsache, dass letztes Jahr 40 Mann an der Exkursion teilgenommen haben. Ich finde so eine Gelegenheit super um Naturschutz bekannt zu machen und den Bürgern "unsere" Sicht der Dinge zu zeigen, Wenn dann noch so eine positive Resonanz besteht, umso besser. Ich freue mich bereits auf das nächste Jahr wenn es dann heißt "Fahrradexkursion Oranienbaumerheide 2014".

Bis dahin und


In diesem Sinne...

Biosphärenreservat Mittelelbe


Auf der Tagesordnung stand heute eine kleine Radtour. In das Biosphärenreservat Mittelelbe. Das Biosphärenreservat erstreckt sich über eine riesige Fläche und befindet sich in Sachsen-Anhalt. Das Ziel oder der Zweck eines Biosphärenreservats ist es, den Naturschutz und eine extensive, nachhaltige Bewirtschaftung unter einen Hut zu bringen. Im Klartext heißt dies, es ist in bestimmten Teilen für Touristen oder Besucher passierbar. Die zentrale Kernzone jedoch darf von niemandem betreten werden, da hat die Natur Ruhe und Platz um sich so zu entfalten, wie sie es gerne möchte.



©Thomas Engst


Um vom schönen Salzlandkreis nach Steckby zu kommen, denn dort befindet sich das Biosphärenreservat, muss man zuerst einmal die Elbe überqueren. Dies macht man am besten mit der Elbfähre bei Aken. Dieses Fährschiff braucht nur die Strömung um über den Fluss zu kommen. Alles ohne Strom. Für Notfälle ist noch ein Dieselmotor an Bord aber wohl eher nur aus Vorschrift.


In Steckby angekommen lädt die Umgebung zum Verweilen ein. Gleich am Ortseingang kann man diese alte Eiche sehen.

©Thomas Engst

Was auf den ersten Blick "nur" wie ein Stück Holz aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ein wahrer Schatz der Natur. Diese alte Eiche ist Lebensraum für eine seltene und besonders geschützten Käferart. Dem Großen Eichenheldbock (Cerambyx cerdo). Dieser xylobionte Käfer ist in der FFH- Richtlinie (Infos dazu im Blog) aufgeführt und ist somit eine äußerst relevante Art für den Naturschutz.

©Thomas Engst

Auf dem oberen Bild kann man die Eingangslöcher der Käfer sehen.  Die Käferlarven wachsen im Holz des Baumes auf und verbringen die erste Zeit ihres Lebens in unmittelbarer Nähe. Sie benutzen ausschließlich Eichen als Wohnstätte. Ich frage mich, wieso gerade Eichen? Sie haben hartes Holz und sind durchsetzt von Gerbstoffen. Eventuell nutzen sie diese Tatsachen als Schutz gegen Fressfeinde. Ich weiß es nicht.

©Thomas Engst

Am Eingang des Biosphärenreservates gibt eine Karte Auskunft über die möglichen Radtouren. Wer möchte kann ein Stück den Elberadweg entlang sausen. Die Strecke verläuft inmitten eines schönen Kiefernwaldes. Der Duft von frischem Holz und Harz ist schon etwas wunderschönes.

©Thomas Engst

Ein weiteres Highlight sind die Schöneberger Wiesen, auf diesen landwirtschaftlich genutzten Flächen stehen weitere alte Eichen, auch alle mit den Großen Heldböcken bewohnt. Es ist ein schöner Anblick den man bekommt,wenn man den Blick einmal rundum schweifen lässt.

©Thomas Engst


Als absoluten Geheimtipp für jeden durstigen und ermatteten Radfahrer ist die Domäne Badetz, in der gleichnamigen Stadt, zu empfehlen. In einem sehr geräumigen Biergarten erfährt man eine herzliche Gastfreundschaft und genießt ein wunderbares Ambiente.

©Thomas Engst

Auf dem Rückweg führt die Strecke an dem ehemaligen Heutrockenplatz  der Städte Steckby und Badetz vorbei. Ich denke zumindest, dass er heute nicht mehr genutzt wird. Jedenfalls ist es eine schöne artenreiche Wiese auf der sich das Leben geradezu tummelt.

©Thomas Engst

Die Tour war mit ihren ca. 30 km nicht besonders lang aber man bekommt einen herrlichen Einblick in die Natur geboten. Ich kann jedem einen Besuch in dieser Gegend empfehlen. Ebenfalls gibt es in Steckby eine Vogelschutzwarte welche sich immer über wissensdurstige Besucher freut und für Fragen zum Thema jederzeit zur Verfügung steht.



Wenn ihr diesen Beitrag bis zum Ende gelesen habt, gebührt euch mein Dank und ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

In diesem Sinne...








Fahhradtour Biospherenreservat Mittelelbe

Zum Freitag stand heute eine kleine Tour mit dem Rad

Sand-Silberscharte - Ein (vorläufiger) Abschluss

Als erstes bedanke ich mich für die vielen Rückmeldungen und Fragen zu der Sand-Silberscharte oder auch Jurinea cyanoidesIch danke auch jenen Lesern, denen die Beitragsflut zu einer einzelnen "schnöden" Pflanze zu viel war.

Wie gestern schon erwähnt, war heute der (vorerst) letzte Tag an dem ich mich "im Gelände" mit der Sand-Silberscharte befasst habe. Die Daten sind gesammelt, jetzt geht es ans Auswerten. Keine Angst, ich werde nicht in den nächsten Tagen von meiner Schreibtischarbeit berichten, das mache ich mal im Winterhalbjahr. Auch wenn die Akte "Jurinea" zunächst geschlossen ist, bleibe ich dennoch der Oranienbaumerheide erhalten und bereits nächste Woche geht es wieder ins Gelände. Schwerpunktmäßig wird die Landschaftspflege die kommende Woche bestimmen. 

Heute schreibe ich mal nicht über Kartierungsmethoden oder irgendwelche Pflanzen. Zum Wochenausklang habe ich ein paar Bilder für euch, welche ich heute mal "zwischendurch" mit dem Handy geknipst habe.


©Thomas Engst


So sieht er also aus, mein Arbeitsplatz von dieser Woche. Schön sonnig und "Fenster" nach allen Seiten. Ach ja, geräumig ist er auch.

Heute hat der Sommer noch einmal seine Muskeln spielen lassen. Ab ca. 10 Uhr war es wieder richtig heiß auf der Fläche. Zum Glück ging aber diesmal ein laues Lüftchen, sonst wäre ich wieder zerflossen, so wie letzte Woche.

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©Thomas Engst


Diese Exemplare der Heuschrecken ließen es sich heute in der Sonne gut gehen und tankten Kraft für die kälteren Tage. Es handelt sich dabei um eine Rotflügelige Ödlandschrecke, Oedipoda germanicaebenfalls vertreten war die Blauflügelige ÖdlandschreckeOedipoda caerulescens,  diese war aber zu schnell für mich, oder ich zu langsam.

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©Thomas Engst


Ganz besonders habe ich mich über diesen Besuch gefreut. Wisst ihr welcher Baum das ist  bzw. mal wird? Ich freute mich deshalb, weil er für diese Fläche relativ untypisch ist und auch keine Artgenossen in der unmittelbaren Nähe hat. Vermutlich hat ein Vogel für seine Verbreitung gesorgt.

So, soviel erst einmal zum heutigen Tag. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend und

In diesem Sinne...

Und täglich grüßt die Sand-Silberscharte

Gleich zu Beginn habe ich eine gute Nachricht für alle die immer innerlich Aufstöhnen, wenn sie auf meinen Blog surfen und schon wieder ein Beitrag über die Jurinea cyanoides auf sie lauert. Morgen ist der der (vorerst) letzte Tag an dem ich mich mit ihr befasse.

©Thomas Engst

Heute jedoch stand sie noch einmal im Mittelpunkt. Ich war wieder einmal ab den frühen Morgenstunden im Gelände und habe diesmal die Versuchsflächen von Kiefern, Pinus sylvestris, befreit. Dies ist dahingehend notwendig, da diese Bäume, wie jede ordentliche Pionierpflanze, Erstbesiedler sind und sehr schnell wachsen. Dazu kommt die Aussamfähigkeit der Kiefer. In Windeseile hat sie ganze Flächen besiedelt. Da die Kiefer sehr gerne auf sandigen Bereichen vorkommt, teilt sie sich den Lebensraum mit der Sand-Silberscharte.

In diesem Falle ist es schlecht für die Kiefer. Um die Zielart nicht zu beschädigen, säge ich die jungen Bäume meistens knapp über dem Boden ab. Bis zu einem gewissen Alter kann (oder könnte) man eine Pinus sylvestris auch aus dem Boden ziehen. Die Pfahlwurzeln reichen zwar bis in die tiefste Tiefe aber bieten praktisch gar keine Standfestigkeit. Ich habe das mal auf dem nachfolgenden Bild geknipst.

©Thomas Engst



Die Flächen von solchen "unerwünschten" Gesellen zu befreien dauerte logischerweise nicht den ganzen Tag, anschließend stand auch eine weitere Zählung der Sand-Silberscharte an. Damit möchte ich euch aber nicht noch einmal "quälen", ich denke dazu steht schon genug im Blog.  

Lieber verabschiede ich mich für heute mit einem Bild der Konik-Pferde.


In diesem Sinne...






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Wieso eigentlich Offenlandpflege?


©Thomas Engst



Mit diesem Blick startete heute mein Arbeitstag. Sieben Uhr morgens sah es heute so in der Oranienbaumerheide aus. Auf dem Plan stand heute eine erneute Zählung von Keimlingen der Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides). Diese Zählung hat aber nichts mit den bisherigen zu tun.

Ich werde recht häufig gefragt, was denn die Erhaltung von Offenland mit Naturschutz zu tun hat. Nun ja, das möchte ich gerne im Folgenden erklären. Am Besipiel der Sand-Silberscharte. Wie bereits in einem der letzten Beiträge erwähnt, ist Jurinea cyanoides eine Anhangsart der FFH-Richtlinie. Als solche genießt sie besonderen Schutz und aktive Handlungen die zur Zerstörung/Beeinträchtigungen der Bestände führen sind verboten.

Nun ist sie aber sehr anspruchsvoll in ihrer Standortwahl. Sie benötigt einen offenen, sandigen Boden mit wenig Trittbelastung in den Anfangsjahren. Wenn sie sich ersteinmal etabliert hat, ist sie dagegen weitestgehend unempfindlich. Solche Bedingungen sind in der Landschaft nur noch sehr selten zu finden. In der Oranienbaumerheide, bei Dessau, haben wir das Glück, durch die Beweidung mit Großherbivoren, genau diese Bedingungen geschaffen zu haben. Es ist uns gelungen, eine kleine Population aufzubauen.
Der dringend benötigte Offenboden, im großräumigen Verhältnis auch Offenland, wird durch den Fraß und Tritt der Weidetiere ermöglicht.


 In der freien Landschaft hätte diese Art durchaus eine Chance, wenn die wenigen geeigneten Böden die es gibt, ebenfalls durch Beweidung oder gelegentliche Mahd gepflegt, sprich offengehalten würden. Leider ist das ein sehr unrentables Unterfangen. Die Folge sind eintretende Nährstoffe, meist durch den Regen von angrenzenden Flächen eingespült. Fehlende Entnahme der Nährstoffe führt zu einer Veränderung des Bodens und der Pflanzengesellschaft. Sicherlich trägt die natürliche Sukzession auch ihren Teil dazu bei.

Der heutige Naturschutz hat nichts mehr mit dem klischeehaften Denken mancher Menschen zu tun, wir würden teures Steuergeld nur für Krötentunnel oder Protestdemos verschwenden. In den meisten Fällen ist es eher ein Hand-in- Hand mit den unterschiedlichsten Behörden oder Branchen.

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In diesem Sinne...

Kontrollgang der Erstansiedler




 Heute startete ich den ersten Kontrollgang im Rahmen meines Kartierungsprojektes für die Erstansiedler (Pflanzen) nach dem Hochwasser in Sachsen-Anhalt. In den letzten zwei Wochen war das Wetter ja größtenteils sommerlich, geradezu heiß mit wenig Regen. Von daher waren meine Erwartungen nicht allzuhoch gesteckt. Ich sollte Recht behalten.

©Thomas Engst

Wenn ihr dieses Bild mit dem aus dem ersten Beitrag vergleicht, stellt ihr eine oberflächliche "Begrünung" fest. Leider ist diese nur aus der Ferne zu sehen. Meines Erachtens wachsen nur die wenig vorhanden Pflanzen. Augenscheinlich kommen keine neuen Arten hinzu. Eventuell brauchen sie noch etwas Zeit oder aber das Keimungspotential der Streuschicht ist erschöpft. 
Wir werden es sehen, in sieben Tagen gehe ich nocheinmal zur Kontrolle auf die Fläche.


In diesem Sinne...




Straßenbauprojekt im Raum Chemnitz

Als heutigen Sonntagsspaziergang habe ich mir mal die künftige Verbindungsstraße Chemnitz-Zschopau B174 angeschaut. Diese Straße soll die jetzige Zschopauer Straße entlasten. Jeden Tag quälen sich hunderte Lastzüge und dutzende PKW die Straße entlang. Die Folge sind Straßenschäden und kilometerlange Staus.

Es ist sicherlich verständlich, dass man eine ordentlich ausgebaute Straße braucht, zumal ebenfalls ein Aufgebot an Kraftfahrern aus der Tscheschei einen großen Anteil am täglichen Verkehrsaufkommen stellen.



Aus Sicht des Naturschutzes schmerzt es mir aber dennoch in der Seele, zu sehen, wie solche Schneisen in die Natur gebaut werden. Es ist nur zu hoffen, dass die erwartete Verbesserung auch eintritt sich nicht als erneute Fehlplanung oder Prestigeprojekt entpuppt.


Ein kleiner Lichtblick ist die Tatsache, dass für diese Straße nur Ackerflächen und Felder daran glauben mussten, meines Wissens ist kein Waldbestand der Säge zum Opfer gefallen.



Es mag für "Nicht-Chemnitzer" von wenig Bedeutung sein aber für mich ist es ein Verlust von Natur. Ich kenne die Gegend noch als sie noch "unbefleckt" und intakt war. Ich fand es auch nie als Problem, dass man von Chemnitz nach Zschopau, Stau eingerechnet 60 Minuten brauchte. Aber es muss ja immer schneller werden.
Wie dem auch sei, ich bleibe mal am Ball und schaue mir den Baufortschritt in nächster Zeit nocheinmal an.

In diesem Sinne...


Warum Offenlandpflege?-am Beispiel der Sandsilberscharte



Mit diesem Blick startete heute mein Arbeitstag. Sieben Uhr morgens sah es heute so in der Oranienbaumerheide aus. Auf dem Plan stand heute eine erneute Zählung von Keimlingen der Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides). Diese Zählung hat aber nichts mit den bisherigen zu tun.


Ich werde recht häufig gefragt, was denn die Erhaltung von Offenland mit Naturschutz zu tun hat. Nun ja, das möchte ich gerne im Folgenden erklären. Am Besipiel der Sand-Silberscharte. Wie bereits in einem der letzten Beiträge erwähnt, ist Jurinea cyanoides eine Anhangsart der FFH-Richtlinie. Als solche genießt sie besonderen Schutz und aktive Handlungen die zur Zerstörung/Beeinträchtigungen der Bestände führen sind verboten.


Nun ist sie aber sehr anspruchsvoll in ihrer Standortwahl. Sie benötigt einen offenen, sandigen Boden mit wenig Trittbelastung in den Anfangsjahren. Wenn sie sich ersteinmal etabliert hat, ist sie dagegen weitestgehend unempfindlich. Solche Bedingungen sind in der Landschaft nur noch sehr selten zu finden. In der Oranienbaumerheide, bei Dessau, haben wir das Glück, durch die Beweidung mit Großherbivoren, genau diese Bedingungen geschaffen zu haben. Es ist uns gelungen, eine kleine Population aufzubauen.

Der dringend benötigte Offenboden, im großräumigen Verhältnis auch Offenland, wird durch den Fraß und Tritt der Weidetiere ermöglicht.




Auf dem obigen Bild seht ihr ein blühendes Exemplar der Sand-Silberscharte. Ein besonders schönes Detail sind die vier Blüten, leider sind nur drei zu sehen. In der freien Landschaft hätte diese Art durchaus eine Chance, wenn die wenigen geeigneten Böden die es gobt, ebenfalls durch Beweidung oder gelegentliche Mahd gepflegt, sprich offengehalten würden. Leider ist das ein sehr unrentables Unterfangen. Die Folge sind eintretende Nährstoffe, meist durch den Regen von angrenzenden Flächen eingespült. Fehlende Entnahme der Nährstoffe führt zu einer Veränderung des Bodens und der Pflanzengesellschaft. Sicherlich trägt die natürliche Sukzession auch ihren Teil dazu bei.


Der heutige Naturschutz hat nichts mehr mit dem klischeehaften Denken mancher Menschen zu tun, wir würden teures Steuergeld nur für Krötentunnel oder Protestdemos verschwenden. In den meisten Fällen ist es eher ein Hand-in- Hand mit den unterschiedlichsten Behörden oder Branchen.


Ein netter Nebeneffekt, an der Arbeit am Freien, ist die Gelegenheit zum Beobachten. Zwei besonders schöne Gesellen habe ich mal auf den folgenden zwei Bildern für euch festgehalten.




Irgendwo auf dem Bild ist ein Warzenbeißer versteckt.




 Das ist einer der markantesten Käfer unserer Fauna- der Mistkäfer.






Vielen Dank, wenn ihr bis hierhin durchgehalten habt.



In diesem Sinne...
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