Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Sie sind es sich (endlich) wert

Der größte Beauty-Konzern der Welt hat sich ehrgeizige Ziele gesteckt. L'Oreal möchte bis 2020 aus all seinen Produkten nicht nachhaltige angebautes Palmöl verbannen.

Bis zum Jahr 2015 will der Konzern in einem ersten Schritt für mehr Transparenz seiner Lieferkette sorgen. Die Herkunft des verwendeten Palmöls soll zu hundert Prozent nachvollziehbar sein. Palmöl wird in der Kosmetikindustrie hauptsächlich als Weichmacher genutzt. Vorrangig in Haar- Hautpflegeprodukten.

Es ist ein nobles Ansinnen, keine Frage aber warum wartet man so lange? Wir wissen mittlerweile, dass in Indonesien jährlich ca. 620.000 Hektar Regenwald abgeholzt werden. Dieser erste Schritt von L'Oreal ist zweifelsohne ein Schritt in die richtige Richtung aber es müsse oder sollte deutlich schneller gehen.

Bisher verwies der Kosmetik-Riese bei unangenehmen Fragen immer auf RSPO-zertifiziertes Palmöl. RSPO ist die Abkürzung für Roundtable on Sustainable Palm Oil, auf deutsch: Runder Tisch für Nachhaltiges Palmöl. Kritiker sehen die Einstufungskriterien als viel zu schwach an. In Zukunft möchte L'Oreal seinen Lieferanten strengere Bedingungen stellen und alle Lieferungen sollen bis zur jeweiligen Plantage nachvollziehbar sein.

Ob und wie sich dieses Vorhaben auswirken wird bleibt abzuwarten.



In diesem Sinne...

Eine LP aus Holz und für den guten Zweck

Quelle: www.dertypvonnebenan.de
Pro Minute wird am Amazonas eine Fläche Regenwald mit einer Fläche von vier Fußballfeldern unwiederbringlich verloren. Die Gründe dafür sind allgemein bekannt: Viehzucht und der Anbau von Soja und anderen Rohstoffen die von der Agrarindustrie dringend benötigt werden. Um auf diese Fläche aufmerksam zu machen, hat der WWF  eine Schallplatte aus einem Baumstamm produziert.

Darauf ist ein Urwaldriese zu hören, wie er eine flammende Rede für den Schutz des Waldes hält.
In Millimeterarbeit wurden, getreu den Jahresringen, Tonspuren mit einer Diamantnadel in die Oberfläche graviert. Das dafür verwendete Holz stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Um das Ganze zu untermalen wurden zudem Stimmen des Regenwaldes aufgenommen, unter der Leitung des Bio-Akustiker Bernie Krause. Als besonderen Gast konnte der Genesis-Gründer Peter Gabriel gewonnen werden und bereichert die limitierte Platte mit seinem Wirken.

In den nächsten Wochen wird der WWF auf weitere nationale bzw. internationale Musiker und Radiostationen zugehen sowie mittels Blogs, Social-Media-Kanälen und Presse das Projekt bekannt machen. Mit den Spenden erhofft der WWF einen Beitrag für die Sicherung des (verbleibenden) Regenwaldes leisten zu können.

Mir gefällt das Projekt, ist mal was anderes. Was denkt ihr?

 
 
 
 
 
 
 
In diesem Sinne...

Erstaunliche Erkenntnis

Wie jetzt anhand eines Zahns bekannt wurde  ist die Geschichte des mitteleuropäischen Menschen anders als bisher angenommen.  Bislang ging man davon aus, dass sich die für Europa typische helle Hautfarbe schon sehr zeitig entwickelte. Nämlich irgendwann zwischen 40.000 und 10.000 v.u.Z. . Dem ist aber nicht so. Sagt die Wissenschaft.
 
Lalueza-Fox und sein Team vom Consejo Superior de Investigaciones Cientificas haben den Zahn eines Skelettes untersucht, welches man 2006 in der Höhle La Brana-Arintero im nordwestlichen Teil Spaniens gefunden hatte. Die komplette Erbgutanalyse stellen sie in einem aufschlussreichen Artikel im "Nature"-Magazin vor.
 
Sie zeigt, dass der einstige Jäger und Sammler dunkle Hautpigmente ausbilden konnte. Er war also recht dunkelhäutig.
 
Da das Skelett "erst" 7000 Jahre alt ist, geht man davon aus, dass zu dieser Zeit noch dunkelhäutige Menschen in Spanien lebten und datiert die Entwicklung der hellen Hautfarbe in eine andere Epoche. In die vor 5000 Jahren begonnene Jungsteinzeit.
 
Ich wundere mich schon wieder was alles durch die Genetik möglich geworden ist und möglich werden wird.
 
  
 
 
In diesem Sinne...

 

Aus der Luft gegriffen

In den Seen und größeren Flüssen Afrikas ist der Tigerfisch, oder Tigerfish, eine weit verbreitete Fischart. Dieser Geselle ist hinsichtlich seines Speiseplanes nicht gerade wählerisch. Verzehrt wird alles was ihm vor die Nase kommt bzw. über selbige hinweg fliegt.




Mit seinen stark ausgeprägten Zähnen hat er beste Voraussetzungen um sich in seiner Beute zu verbeißen. Jetzt haben Forscher aber im Länderdreieck zwischen Botswana, Südafrika und Zimbabwe eine erstaunliche Beobachtung gemacht. Der Tigerfish schnellt aus dem Wasser hervor und schnappt sich vorbeifliegende Wasservögel. Vorzugsweise die kleinen und handlichen Rauchschwalben. Der ganze Vorgang geht innerhalb von wenigen Sekunden über die Bühne und ist auf folgendem Video zu sehen.





In diesem Sinne...

Tagebau Borna "Vereinigtes Schlehenhain"

In der Nähe von Leipzig wird seit einer ganzen Weile schon Braunkohle abgebaut. In dem riesigen Komplex von Gruben rumpeln die Schaufelradbagger tagein tagaus umher und tragen mit einer Geschwindigkeit von 6 Metern pro Stunde Erdreich und Vegetation ab und vernichten sie damit unwiederbringlich.

Auf den folgenden Bildern habe ich mal einen solchen Stahlkoloss bei der Arbeit festgehalten.





Was auf dem ersten Blick wie eine Mondlandschaft aussieht ist leider traurige Realität. Diese Tagebaue, bspw. Nochten, werden getrieben von der menschlichen Gier nach Energie. Mit jedem neuen technischen Gadget welches auf den Markt kommt, egal ob Smart Watch, Smart-Kühlschrank oder Smart-Zahnbürste werden weitere Meter Erdoberfläche abgetragen. Bei aller Liebe zu den technischen Errungenschaften der letzten Jahre aber macht sich darüber keiner Gedanken oder sehe ich das falsch? Ist es das wirklich wert, dass Smartphones in einem jährlichen Zyklus auf den Markt geschmissen werden oder dass wir unser ganzes Leben "digitalisieren" müssen? Was ist verkehrt daran einfach mal einen (oder zwei) Gänge zurück zuschalten?

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Auch Vögel halten sich an das Tempolimit

Vögel entwickeln ein überraschend gutes Verständnis für das auf den Straßen herrschende Tempo. Zu diesem Schluss kommt jetzt eine kanadische Studie. Sie haben beobachtet, dass Vögel, abhängig von der Geschwindigkeit auf einem Straßenabschnitt, unterschiedlich früh aufsteigen wenn sich ein Fahrzeug nähert. Die absolute Geschwindigkeit des Fahrzeuges spielt für die Fluchtdistanz jedoch keine tragende Rolle. Vielmehr bringen Vögel die Geschwindigkeit mit den Streckenabschnitt in Verbindung und schätzen so das Kollisionsrisiko ab. Tier, speziell Vögel, haben sich auf erstaunliche Weise an das Leben im menschlichen Umfeld angepasst. So kompensieren einige den Stadtlärm durch lauteres oder hochfrequentes Singen. Andere leben in Nistkästen oder stören sich nicht daran, wenn Menschen dicht vorüber gehen. Der Forscher Pierre Legagneux, von der University of Québec, fasste jeden Tag auf seinem Weg zur Arbeit immer wieder einen Vogel ins Auge. Jedes Mal wenn der Vogel aufstieg, drückte Legagneux auf den Knopf seiner Stoppuhr und nahm die Zeit die sein Wagen bis zu der Stelle brauchte an der der Vogel aufgeflogen ist.  Aus Zeit und Geschwindigkeit konnte er auf diesem Weg für 134 Vögel  die Fluchtdistanz berechnen.

Auf Straßenabschnitten mit einem Limit von 110 km/h  (30 Meter pro Sekunde) flogen die Vögel bei einer mittleren Entfernung von 78 Metern auf. Bei einem Tempolimit von 90 km/h  waren es nur noch 36 Meter und bei 50 km/h bzw. 20 km/h waren es noch 14 bzw. 7 Meter. Dabei spielte es erstaunlicherweise keine Rolle, ob der Forscher bewusst langsamer oder schneller fuhr als erlaubt.


Diese Studie ist sicherlich alles andere als konventionell aber sie zeigt doch auf simple Art und Weise zu welchen Leistungen die Tiere in der Lage sind.
Davon könnte sich der Mensch noch eine Scheibe abschneiden. Wenn es die Tiere schaffen sich an ein Leben mit dem Menschen anzupassen, sollte es uns doch auch gelingen (Stichwort Wolf).




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Fischratgeber 2014

Greenpeace hat heute seinen aktuellen Einkaufsführer zum Thema "Fisch" veröffentlicht. In Zeiten von Überfischung sind viele Arten, die früher selbstverständlich und in Massen vorhanden waren vom Aussterben bedroht.
In seiner aktuellen Publikation geht Green Peace auch auf diesen Umstand ein. Schon seit langem wird Meer Fisch aus dem Meer entnommen als auf natürlichem Wege nachwachsen kann. Der Fischliebhaber sollte daher auf Makrelen, Aal und Rotbarsch verzichten. Von allen Fischbeständen in den Ozeanen sind aktuell 57% bis auf Anschlag ausgenutzt und 30% sind sogar überfischt.



Hier habe ich den Fischratgeber 2014 als PDF.  Einfach bis zur Rubrik "Downloads" scrollen.


In diesem Sinne...



Task Force zum Schutz vor Wilderei

Es ist allgemein bekannt, dass viele Tierarten durch Wilderei an den rand des Aussterbens gedrängt werden. Besonders bedroht sind Tiger, Elefanten und Nashörner. Dazu fand gestern eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion in der britischen Botschaft in Berlin statt. Angeführt wurde dieses Treffen von dem britischen Botschafter, dem WWF und des Ecologic Institut.

Schon im vergangenen Dezember sagte die britische Regierung umgerechnet 12 Millionen Euro zur Bekämpfung von Wilderei und illegalem Handel zu. Am 13. Februar lädt der britische Premier Cameron zusammen mit Seiner Königlichen Hoheit, dem Prinzen of Wales, zu einer internationalen Konferenz in London ein um eine internationale Task Force ins Leben zu rufen um dieses Problem in den Griff zu bekommen.

Laut aktuellen Zahlen beläuft sich der Umsatz aus illegalen Wildartenhandel auf 19 Milliarden US-Dollar und ist somit der viertgrößte kriminelle Wirtschaftszweig. Der britische Außenminister Hague erklärt dazu in einer Rede: "Der illegale Handel mit diesen Tieren ist nicht nur eine Umwelttragödie, er trifft auch die örtliche Bevölkerung, da er Korruption nährt und die Stabilität in ohnehin fragilen Staaten gefährdet."

Man muss sehen welche Erfolge dieses entschiedene Vorgehen aufweisen kann aber aus heutiger Sicht klingt es nach einem Schritt in die richtige Richtung.


In diesem Sinne...



Riesen mögen es raumtemperiert

Die größten Bäume unsere Herde haben sich in den für sie passenden Nischen eingenistet. Laut einem Forscherteam aus Finnland haben diese Baumriesen eine Vorliebe für gleichmäßige Temperaturen, wie sie für lediglich 2 % der Landoberfläche typisch sind.

Anhand dieser Tatsache wird klar, dass wir erstaunlich wenig über die Ursachen verschiedener Baumhöhen wissen. Vieles nehmen wir einfach als gegeben hin. Anscheinend kommt der Temperatur eine bedeutende Rolle. Wie bedeutend wird sich in Zukunft anhand des Klimawandels zeigen. Im Rahmen einer groß angelegten Studie zeigte sich, dass Vertreter von Douglasie, Küstenmammutbaum und Riesen-Eukalyptus in Gebieten mit ganz ähnlichen Temperaturen gedeihen. Im Jahresmittel liegen die Temperaturen zwischen 7,0 und 16 Grad Celsius und unterscheiden sich um höchstens 20 Grad Celsius. Die höchsten Bäume stehen übrigens in Australien und im Westen Nordamerikas. Obwohl auch Regionen in Mitteleuropa beste Voraussetzungen für Baumriesen bieten, bleiben sie hier noch weitgehend aus.


In diesem Sinne...

Das Gedächtnis der Algen

Die Entwicklung bzw. die Entstehung des Meereises lässt sich bin ins Mittelalter zurück verfolgen. Forscher können diese Entwicklung anhand von Rotalgen ableiten. Diese Lebewesen wachsen und leben auf dem flachen Meeresgrund der Arktis und bilden, ähnlich wie Bäume, Jahresringe aus.

Die entsprechenden Algen entdeckte ein Team aus deutschen, amerikanischen und kanadischen Wissenschaftlern bei Tauchgängen in der Arktis. Das Algenwachstum werde stark von der vorhandenen Lichtmenge beeinflusst und diese wiederum wird durch die Dicke und Dauer der jährlichen Eisdecke beeinflusst. Mittels einer Elektronenstrahl-Mikrosonde untersuchte man den Stoffwechsel der Algen. Die mikrometergenaue Auflösung der Sonde gibt Rückschlüsse auf den Zusammenhang zwischen Stoffwechsel, Licht und Wassertemperarturschwankungen.
Die so gewonnenen Daten erlauben es den Wissenschaftlern um Jochen Halfar von der University of Toronto, nun erstmals genaue Aussagen über Veränderungen des arktischen Meereises bis ins späte Mittelalter  zurück zu treffen. Bisher wurden  die Daten zur Eisdecke mittels Satellitenaufnahmen gewonnen und reichten nur bis in die 1970er Jahre zurück.


In diesem Sinne...

Neues aus dem (versteinerten) Wald

Heute mal etwas aus meiner Heimatstadt Chemnitz. Was viele nämlich nicht wissen, Chemnitz hat eine richtige Sensation zu bieten. Einen 300 Millionen Jahre alten Wald. Und über den gibt es jetzt Neues.

Wissenschaftler der hiesigen Technischen Universität haben neue Erkenntnisse über den Versteinerten Wals erlangt. Bei einer 100 000-fachen Vergrößerung, mittels Rasterelektronenmikroskop, sei zu sehen, wie Kieselsäure in  die Pflanzenzellen eingedrungen sei und an der Zellulose der Zellwände Kristallite gebildet habe. Die Zellwände sind komplett durch Kristallite ersetzt wurden.
 Die Untersuchung der Mikrostruktur von Proben der Kieselhölzer sowie ergänzende Untersuchungen zur chemischen Zusammensetzung und der kristallinen Struktur helfen den Prozess der Versteinerung der organischen Bestandteile besser zu verstehen.





In diesem Sinne...

CO2 Schlucker Wald

Jahrhundertelang hatte der Wald für den Menschen nicht nur dazu gedient, Brenn- und Bauholz zu gewinnen. Sie nutzen das Laub beispielsweise als Einstreu für die Ställe,  grünes Busch- und Blattwerk als Viehfutter und auf dem Boden liegende Zweige zum Heizen. Hinweise auf diese Waldnutzung gibt es rund um den ganzen Globus. In manchen Ländern findet man sie sogar noch heute. In China werden heute noch Tiere in den Wald getrieben und in den USA wird immer mehr Laub für Beete anstatt Torf gekauft. Aber die wichtigste Eigenschaft des Waldes ist wohl die des Klima-Regulators.

Aber wie verhält er sich tatsächlich? Diese Frage ist von einigem Interesse. Es ist zwar hinreichend viel bekannt über den Einfluss des Menschen auf den CO2-Kreislauf, doch in der Bilanz klafft ein großes Loch. Jährlich verschwinden rund 2,5 Mrd. Tonnen Kohlenstoff (rund 9,25 Mrd. Tonnen CO2), die zwar ausgestoßen wurden , aber schlicht und ergreifen nicht mehr auffindbar sind. Forscher sagen, das ist zuviel. Derzeit sind das rund 25 Prozent der Emissionen aus fossilen Brennstoffen. In der Fachwelt hat dieses Phänomen auch einen Namen. Man nennt es "Missing Sink"- die fehlende Kohlenstoff-Senke. Bis heute gibt es lediglich Annahmen, warum und vor allem wohin das Treibhausgas verschwindet. Eine der geläufigsten Theorien ist eine Art Feedback zwischen Vegetation und Atmosphäre, genannt wird es "CO2-Düngeeffekt".

Noch steckt die Wissenschaft zu in den Kinderschuhen und ist noch am Anfang aber wer weiß auf welche Art und Weise wir uns in Zukunft den Klimawandel schön rechnen werden. Man darf nicht die ölfressenden Bakterien im Golf von Mexico vergessen.


In diesem Sinne...

Wie im Sandkasten

Quelle: www.feldlerche-sylt.de
Auf Sylt werden abgetragene Dünen wieder aufgefüllt. Dazu sind Schiffe und Bagger auf einer Küstenlänge von 24 km im Einsatz. Das Zauberwort heißt "Sandvorspülung".

Sturm und Meer nagen seit ewigen Zeiten an Sylt, genauer an den Stränden. Bis zu einer Million Kubikmeter werden pro Jahr von der Nordseeinsel durch unaufhörlichen Wellenschlag abgetragen. Besonders schlimm trifft es die Insel, wenn Sturmfluten auf das Land treffen. Damit Deutschlands schönste Insel nicht verschwindet, spült man in einem aufwendigen Verfahren Nordseesand an die Strände. Und das seit mehr als 40 Jahren. Die jüngste Kartierung der Sturmflutschäden durch den Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein ist deutlich: Auf einer Küstenlänge von 24 km gab es Dünenabbrüche, davon fast zehn Kilometer Schäden im Vordünenbereich und mehr als zwei Kilometer Schäden im Randbereich und Kliffs.

Doch die Nordmänner lassen sich den Landraub nicht so einfach gefallen. Wenn im Frühjahr die Sturmfluten abflauen, rücken auf Sylt Baggerschiffe und Bulldozer an, um wieder frischen Sand an die Westküste der Insel zu schaffen. "Sandvorspülung" nennt sich das Verfahren. Es hat sich auch nach der Sturmflut im letzten Jahr bezahlt gemacht.

Die Vorspültechnik bedient sich der selben Technik, mit der das Meer zuvor das Material bereits abgetragen hat: Die Mineralpartikel werden durch strömendes Wasser über längere Strecken transportiert. Statt natürlicher Meeresdünung verwenden die Saniere allerdings riesige, auf Schiffen befestigte Saugbaggeranlagen. Diese Schiffe pumpen weit vor der Küste ein Gemisch aus dem teilweise zuvor mechanisch vom Boden gelösten Sand und Salzwasser in ihre Tanks. Dabei setzt sich der Sand im Schiffsbauch ab, das Wasser läuft zurück ins Meer. Wenn das Baggerschiff mit rund 1800 Tonnen Sand vollbeladen ist, fährt es zurück zur Küste.

Für die klassische Sandvorspülung direkt auf den Strand, wird der Sand wieder mit Wasser gemischt und durch einen Düker bis zu zwei Kilometer weit an Land gepumpt. Dort verteilt ein Rohrleitungssystem den Sand-Wasser-Brei an die Punkte, an denen sie auf den Strand gespült wird. Die flächige Verteilung an Land übernehmen dann die Baumaschinen.

So, das war mal ein kleiner Exkurs. Das Thema interessiert mich zur Zeit besonders, nicht nur berufsbedingt und so dachte ich, es ist vielleicht auch etwas für euch.



In diesem Sinne...



Bio auch in Polen angesagt

Dass Bioprodukte in Deutschland immer beliebter werden ist kein Geheimnis mehr. Das zeigt auch das Verhalten von immer mehr Landwirten. Immer mehr steigen auf den ökologischen Anbau um. Aber auch in unserem Nachbarland Polen ist der Bio-Trend angekommen. zwar steckt er noch, im Vergleich mit Deutschland, in den Kinderschuhen, aber er ist auf dem Weg.

Erste Schätzungen von Wachstumszahlen liegen bei ca. 10 %, doch verschiedene Analysen bestätigen den aufsteigenden Trend. Laut einer Studie der polnischen Supermarktkette Organic, die Bio-Produkte vertreibt, wächst die Nachfrage an ökologisch angebauten Produkten quartalsweise. Das halte ich allerdings für ein Gerücht oder das Wachstum ist äußerst gering.

Die Bio-Branche nimmt etwa 0,2 % Marktanteil im polnischen Lebensmittelhandel ein, auch hier ist es vergleichsweise mit Deutschland ein eher geringer Anteil aber auch hier gilt: wir haben ja etwas Vorsprung.
Der Bio-Boom wird aber erst dann einsetzen, wenn sich mehr Menschen in Polen Bio leisten können. Das Brutto-Einkommen liegt durchschnittlich noch unter 950 €. Ebenfalls scheinen die Bio-Etiketten den polnischen Verbraucher zu verwirren. Unter den Aufklebern von "Naturland", "Demeter" und "Bioland" zählt unterm Strich nur das Bio-Siegel nach EG-Öko Verordnung und das ist noch ganz schön rar.

Um den aufstrebenden Markt zu bedienen werden auch Bio-Lebensmittel aus Deutschland importiert. Vebraucherschützer beschweren sich über dieses verhalten anhand der Tatsache, dass Bio auf dem Etikett stehe aber die Ware hunderte Kilometer transportiert wurde. Aber wer in Polen Bio konsumieren will, hat meist keine andere Wahl als den Import. Vielen Erzeugern fehlt die Erfahrung und vor allem der Mut um in das Geschäft mit dem Bio-Siegel einzusteigen.

Ich begrüße auf jeden Fall den langsamen aber stetigen Wandel. Bei uns klappt es ja auch (noch) nicht reibungsfrei



In diesem Sinne...


Wir haben es satt

30000 Menschen forderten gestern in Berlin ein Umdenken in der Agrarbranche.  Die "Wir haben es satt"- Bewegung demonstrierte in der Hauptstadt für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft und somit für besseres Essen.

Angeführt von hunderten Bäuerinnen und Bauern und mehr als 50 Traktoren, zogen gestern über 30000 Menschen durch die Straßen Berlins vorbei am Kanzleramt. Die Demonstrantinnen und Demonstranten forderten von Bundeskanzlerin Merkel und Vize-Kanzler Gabriel einen Kurswechsel in der Agrarpolitik.

Statt weiterhin den Schwanz vor der Wirtschaft einzuklemmen solle sich die Bundesregierung für eine sozialere, ökologischere und vor allem tierfreundlichere Agarwende einsetzen.

Jochen Fritz vom "Wir haben es satt"-Bündnis hat dazu ganz klare Worte: " Die GroKo fährt die Agrarpolitik an die Wand. Wer Megaställe genehmigt und subventioniert, wer auf Export und Freihandel setzt  und dann auch noch darüber nachdenkt, Gentech-Pflanzen auf Europas Äckern zuzulassen, der lässt die Bäuerinnen und Bauern im Stich und handelt gegen die Interessen von Verbrauchern, Tieren und Umwelt. Das Bündnis verlangt von der neuen Regierung eine Landwirtschaftspolitik, die das Arten- und Höfesterben stoppt und den Hunger in der Welt bekämpft.

Es wäre wünschenswert, wenn die Demonstranten etwas bewirken könnten. Leider kommt die Demo zu spät, nämlich nach der Bundeswahl. An den Erfolg zu glauben fällt mir schwer aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.



Es gibt aber auch andere Stimmen, die dem Thema mit anderer Meinung gegenüber stehen. Hier mal der Link dazu.

Wie seht ihr das? fakt ist, die aktuelle Situation ist alles andere als schön aber nur wenn der Bürger bereit ist, für Qualität zu zahlen und seine Prioritäten weg von überteuertem Luxus hin zu den wesentlichen Sachen lenkt, kann wirklich etwas bewegt werden.


In diesem Sinne...

Vogelflug mal anders

Hier habe ich mal ein Video von Spiegel Online für euch. Dieser 1:46 Minuten lange Film zeigt den Flug und das Jagdverhalten eines Falken aus der Ego-Perspektive.

Forscher haben ihm dazu eine Kamera auf den Buckel geschnallt und erhoffen auf diesem Weg Daten für die militärische Nutzung gewinnen zu können. Das ist auch der haken an diesem Video. Ist halt für das US Militär gemacht.




In diesem Sinne...

Wilderei auf Rekordhoch

In Südafrika war letztes Jahr ein trauriger Rekord zu verzeichnen. Insgesamt wurden 1004 Nashörner wegen ihres Horns von Wilderern getötet. Umgerechnet sind das fast 3 tote Tiere pro Tag und ein drastischer Anstieg von den 670 getöteten Tieren Im Vorjahr.

Die meisten Nashörner wurden im bekannten Krüger Nationalpark gewildert, genau 606 Tiere. Dadurch gefährdet die Wilderei nicht nur die Tiere selbst, sondern auch eine der wichtigsten Einkommensquellen des Landes. Die hohe zahl an gewilderten Nashörnern gelangt nach Asien, besonders Vietnam, wo das Horn als Statussymbol unter Medizinern hoch gehandelt wird.

Im Jahr 2012 hatten Südafrika und Vietnam eine Absichtserklärung unterzeichnet, die dem illegalen Handel vorbeugen sollte. Etwa später wurde sogar ein Aktionsplan entwickelt. Noch in diesem Monat wird Vietnam die Zahlen offen legen müssen, welche Fortschritte es in Sachen Beschlagnahmung, Strafverfolgung und Verhaftungen gemacht hat. Aber auch Südafrika steht in der Pflicht. Es würde sich gut machen, einmal ein paar der "Bosse" zu verhaften anstatt immer nur die ganz kleinen Fische. Aber das größte Problem dürfte wohl die Korruption sein.

Ich bin gespannt auf das Ergebnis.


In diesem Sinne...

Meister Bockert in der Schweiz

Schweiz- Am Neujahrstag wurden auf dem Gemeindegebiet von Benken Nagerspuren entdeckt. Zweifelsfrei. Das ist insofern besonder, da es der erste Nachweis auf eine Biberpopulation im Linthgebiet seit 200 Jahren ist.

Erstmals seit seiner Ausrottung vor  mehr als 200 Jahren hat sich der Biber im Linthgebiet blicken lassen. Und zwar nicht alleine. Auf dem Gemeindegebiet von Benken wurden an Neujahr eindeutige Spuren festgestellt.Damit hat der Biber im Sankt-Gallischen nach dem Thur-Einzugsgebiet mit der Glatt, der Sitter und dem Rheintal das dritte Gewässersystem wieder besiedelt.

Aus welcher "Origin-Population" der Biber in das Gebiet eingewandert ist, bleibt noch unklar aber wir müssen jan icht alles wissen. Hauptsache der Biber ist wieder da. Ich freue mich für meinen Schweizer Kollegen.


In diesem Sinne...

Die guten Zeiten sind vorbei

Jetzt mal ein komplett anderes Thema. Völlig losgelöst vom Naturschutz.
Seit heute (oder so) gibt es die Google Music Timeline, mittels dieser Skala kann man die Entwicklung vieler Musikgenres einsehen. Die Daten beziehen sich auf den Musikverkehr von Googles Musikdienst "Play Music".

Ich habe mal nach meinen drei Lieblingskünstlern gesucht und was soll man sagen, die guten Zeiten sind vorbei.









In diesem Sinne...


Ein angemessener Lohn

Wie jetzt bekannt wurde, hatte der britisch-niederländische Ölkonzern Shell mit heftigen Gewinneinbußen zu kämpfen. Wie das Unternehmen mitteilte, habe man 40% weniger Gewinn als im Jahre 2012 gemacht.

Besonders heftig waren die Einbußen im vierten Quartal 2013. Der Gewinn ging um 73 % auf 1,8 Milliarden Dollar zurück. Als Gründe führt das Unternehmen die steigenden Förderkosten im Öl- und Gasgeschäft  an.
Ziemlich dreist finde ich das Statement zu den Nigeria-Ereignissen. Shell behauptet, begründet die steigenden Förderkosten durch immer wieder stattfindende Unterbrechungen der Förderung. Schuld seien Öllecks, nach Angaben wegen Diebstahl. Mit keiner Silbe erwähnt der Konzern aber die verrottete Infrastruktur.

Ebenfalls sind die hohen Investitionen des Konzerns mitverantwortlich. Shell habe in Felder investiert, die nicht gerade besonders gut liefen.

Wie dem auch sei, ein bisschen Schadenfreude entwickel ich doch bei dieser Meldung. Auch wenn Shell trotzdem nicht so schnell von der Bildfläche verschwinden wird.


In diesem Sinne...

Illegaler Wildtierhandel in der EU

Die EU ist weltweit einer der wichtigsten Absatzmärkte für den illegalen Tierhandel.  Gehandelt wird mit allem was Geld bringt und auch nur ein bisschen exotisch ist. Schlangen, Schildkröten und natürlich Elfenbein stehen ganz oben auf der Liste. Die EU ist sich dessen aber durchaus bewusst und forderte auf ihrer letzten Plenumsabstimmung eine Resolution zur Eindämmung des illegalen Handels. Gerichtet ist diese Aufforderung an die Mitgliedsstaaten. Sie sollen sich dafür stark machen, den unerlaubten Handel mit Wildprodukten zu stoppen. In der EU sowie weltweit.


Blick in eine Asservatenkammer des Zolls ©Andreas Meinhardt/WWF


Die Initiative unter MEP Gerben-Jan Gerbrandy will in der EU-Resolution dazu aufrufen, bestehende EU-Gesetzgebungen noch stärker auszuschöpfen und gegebenenfalls anzupassen. Dem illegalen Handel soll mit stärkeren Grenzkontrollen, verschärften Sanktionen und Strafmaße für Übeltäter.

Der Kampf gegen Wilderei ist ein Kampf gegen Windmühlen, wenn ihr mich fragt aber das sind wir aus dem Natur- und Artenschutz ja ohnehin gewohnt. Das ein weltweites Vorgehen aber unabdingbar ist, zeigen die Zahlen aus Afrika. So schlachteten Wilderer, laut UN Angaben im Jahre 2012, mindestens 22.000 Elefanten ab, um an die Stoßzähne zu gelangen. 2011 waren es mindestens 25.000 Tiere. Die Wilderei liegt damit deutlich über der jährlichen Reproduktionsrate. 



In diesem Sinne...

Und aus der (Fracking-)Traum

Heute geisterte eine Meldung durch meinen Stream bei Google Plus sowie durch die Medien dieser Welt. Das erhoffte Fracking-Wunder in den USA blieb aus. Man hatte sich allerhand davon erhofft, die Energiepreise sollten einbrechen und was weiß ich nicht alles. Und nun? Puff. Aus der Traum. Zumindest vorerst.

Ich habe mal den lesenswerten Artikel hier verlinkt.



In diesem Sinne...

Unter der Oberfläche steppt der Bär

Wie so oft zeigt sich die Schönheit erst bei genauer Betrachtung. In einem einzelnen Gramm Boden wuseln bis zu 100 000 Arten von Mikroorganismen. Viele davon sind uns noch vollkommen unbekannt.

Mit etwas mehr Respekt dem Boden gegenüber ließe er sich optimal zur Förderung des Pflanzenwachstums einsetzen und würde uns helfen Dünger und Pestizide zu sparen.

Forscher auf der ganzen Welt versuchen bereits seit einigen Jahren, die Geheimnisse der Mikroorganismen zu entschlüsseln. Besonderen Wert haben sie auf Gene , die für den Stickstoffumsatz oder Kohlenstoffspeicherung verantwortlich sind, gelegt.

Die Mikrolebewesen im Boden sind maßgeblich daran beteiligt, wie gut eine Pflanze gedeiht. Mit einem besseren Verständnis ließen sich Bakterienmischungen entwickeln, die das Pflanzenwachstum fördern. Mittels solchen Bakterien ließe sich eventuell auch die Produktion von klimaschädlichem Methan oder Lachgas in nassen oder gedüngten Feldern verhindern. Eine weitere potentielle Nutzung wäre der Zweig der Antibiotikaherstellung. Mit hoher Wahrscheinlichkeit könnten Bakterien auch hier Anwendung finden, so sieht es zumindest das Thünen-Institut in Braunschweig.

Der Weg dahin ist allerdings noch weit und steinig. Bis jetzt steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen. Klar ist aber, die Mikroorganismen konkurrieren mit der modernen Landwirtschaft um die Nährstoffe im Boden. Größere Düngermengen bringen deshalb nicht den gewünschten Erfolg. Die MO können das erhöhte Nährstoffvorkommen schneller nutzen vermehren sich dadurch stärker.

Mikroben können auch eine große Rolle spielen, ausgelaugte Flächen wieder zu beleben.  Wie dem auch sei, der Boden hat es verdient, dass wir ihn angemessen behandeln.


In diesem Sinne...

Warmes Wetter beflügelt die Igel


Wie wahrscheinlich in ganz Deutschland, ist auch in Sachsen-Anhalt der Winter momentan noch sehr mild. Das wirkt sich auf die Pflanzen- und Tierwelt aus. Besonders aktiv sind zur Zeit die heimischen Igel.

Das derzeit vorherrschende milde Winterwetter lässt Igel nach Angaben der Igelfreunde Sachsen-Anhalt aktiv werden.
Man sollte auf die vermehrte Aktivität reagieren und im Garten etwas essbares platzieren. Sehr gut geeignet sei Trockenfutter, wobei dann den Tieren auch Wasser dazugestellt werden sollte. Bei einem plötzlichen Kälteeinbruch sollten die Igel beobachtet werden. Die meisten Igel ziehen sich wieder in ihr Winterquartier zurück und setzen den Winterschlaf fort. Nur kranke oder geschwächte Tiere können eingefangen werden und im heimischen Keller zur Überwinterung untergebracht werden. Also, Augen auf im Garten und Umgebung.


In diesem Sinne...


Bild "Wald-Igel" von bilder.n3po.com

Jagdlizenz zu ersteigern

Der Dallas Safari Club aus dem US-Bundesstaat Texas hat eine Lizenz zur Tötung eines Spitzmaulnashorns in Namibia versteigert. Ein anonymer Bieter erwarb diese Lizenz für 350 000 Dollar. Die Versteigerung fand unter großer Geheimhaltung statt und strotzte vor Sicherheitsvorkehrungen. Laut FBI gab es auch Morddrohungen gegen einzelne Mitglieder des Safari Club.

Clubchef Ben Carter hatte aber eine Erklärung für diese Versteigerung parat: Sein Verein machte dies in Kooperation mit der namibischen Regierung. Der gesamte Erlös komme der Pflege und dem Schutz dieser gefährdeten Nashornart zugute. Die klamme Regierung Namibias ist auf diese "Finanzspritze" in Zeiten knapper Kassen angewiesen. Pro Jahr werden insgesamt fünf dieser Lizenzen versteigert, allerdings war die Versteigerung in Texas die erste, die außerhalb Afrikas getätigt wurde.

Mittels dieser Jagdlizenz darf der Käufer in Begleitung eines  namibischen Wildhüters ein altes, männliches Spitzmaulnashorn zu erlegen. Laut den Verantwortlichen ist dieses Nashorn nicht mehr fortpflanzungsfähig. Das Tier stünde sowieso im Ziel der Wildhüter, da es aufgrund seines Alters und aggressiven Verhaltens eine Gefahr für andere Tiere darstellt.

Tierschützer ließen sich aber davon nicht beeindrucken. Dies machten sie in einer Petition mit mehr als 75000 Stimmen deutlich.

Geld für solche Projekte zu sammeln ist ja schön und gut aber muss das mit solchen Mitteln sein? Wer will den nachprüfen, ob es sich wirklich um ein altes Tier handelt und wo ist da die Grenze?


In diesem Sinne...


Ohne Raubtiere kein Ökosystem

Auf der ganzen Welt kämpfen Raubtiere ums nackte Überleben. Wenn sie diesen Kampf verlieren hat das weitreichende Folgen für das Ökosystem.

Rund 61 % der 31 größten Raubtiere sind mittlerweile in der Roten Liste der bedrohten Tierarten als gefährdet eingestuft, so ein Forscherteam von der Oregon State University. Die Populationen von 75 % dieser Arten schrumpfen unaufhörlich, ebenso wie deren Lebensräume. Diese Entwicklung wirkt sich vor allem auf die Ökosysteme aus. Besonders betroffen ist der Artenreichtum von Vögeln, Säugetieren und Wirbellosen, aber auch die Vegetation und die Landwirtschaft sind davor nicht sicher.

Um die Situation zu erfassen, konzentrierten sich die Forscher auf sieben ausgewählte Grossräuber: Löwe, Puma. Dingo, Seeotter, Luchs, Leopard  und Wolf. Aus verfügbaren Daten ermittelten sie, wie sich ein Verschwinden der Tiere auf die jeweiligen Ökosysteme auswirkt.

In Westafrika sind die Bestände der Anubispaviane sehr stark gewachsen. Ursache: Fehlende Löwen. Daraufhin schrumpften die Populationen von kleinen Paarhufern und Primaten, die Nahrung von Pavianen. Desweiteren bedrohen Pavian-Horden Farmtiere und fressen Feldfrüchte, was zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führt.

In Europa sieht es analog dazu aus. Weil in vielen Regionen die Wölfe schwinden, steigt die Zahl von Elchen und anderen Hirschen, die wiederum Pflanzen fressen. Ein Rückgang von Vegetation wirkt sich nachteilig auf Vögel oder kleinere Säugetiere aus.

Die Forscher geben aber auch Grund zur Hoffnung, in manchen Fällen ist dieser Prozess Umkehrbar. Im Yellowstone-Nationalpark hätten sich einige Bereiche nach der Wiedereinführung der Wölfe rasch erholt.

Neben dem Klimawandel sei das Verschwinden großer Raubtiere einer der bedeutendsten Einflüsse des Menschen auf die Natur, allerdings ohne Vergleichbare Beachtung in der Öffentlichkeit zu finden.

Wenn man den Bogen weiterspinnt,hat auch der Klimawandel etwas von einem funktionierenden Ökosystem mit Grossräubern. So werden die Pflanzenfresser in Schach gehalten, die Vegetation vermehrt sich und kann mehr CO2 einlagern.




In diesem Sinne...

Europa braucht mehr Bienen-für Biosprit

In vielen Ländern Europas gibt es aufgrund des steigenden Anbaus von Biokraftstoff-Pflanzen zu wenig Bienen. Simon Potts, von der Universität Reading, spricht gegenüber der BBC von einer sich anbahnenden Katastrophe.

Demnach fehlen in Europa rund 13,4 Millionen Kolonien oder ca. 7 Milliarden Einzeltiere So heißt es zumindest in einer Studie die im Online Magazin PLOS ONE  erschienen ist.

Durch den vermehrten Anbau von Raps oder Sonnenblumen für die Gewinnung von Biosprit benötigt Europa mehr Bienen als früher. Zwar lässt sich ein Wachstum der Bienenpopulationen in Europa um ca. 7 Prozent verzeichnen, der Bedarf an Honigbienen und die damit verbundene Bestäuberleistung, sei aber ebenfalls stark gestiegen.

Ich frage mich allerdings, ob der Grund, Bienen wegen dem Biosprit etablieren zu wollen, der richtige Ansatz ist. Mir fallen hundert andere Gründe ein, warum sich Bienen wieder vermehrt hier blicken lassen können.

Wie seht ihr das?



In diesem Sinne...

Kulturgut Fleisch?

Der weltweite Bedarf an Fleisch steigt mittlerweile sehr rasant, das ist kein Geheimnis mehr.Noch einen Tacken rasanter wird es, seit sich der Fleischkonsum im asiatischen Raum  langsam durchsetzt. Neulich hörte ich von einem Kollegen aus Fernost, dass es als "coole" westliche Lebensweise gilt, wenn man regelmäßig Fleisch ist.

Aus diesem Grund schlagen Kritiker jetzt Alarm und haben auch Deutschland im Visier. In Deutschland geht der Fleischkonsum leicht zurück. Im Jahr 2012 sank er, verglichen mit 2011, um 2,5 kg pro Kopf und Jahr auf stolze 66(!) kg. In China liegt der Verbrauch bei 38 kg und in Afrika bei 20 kg pro Jahr und Kopf. In beiden Regionen zeichnet sich aber ein kräftiger Anstieg ab.

Die Agrarexpertin Reinild Benning hat in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll Stifftung und der Tageszeitung "Le Monde Diplomatique" dazu Untersuchungen durchgeführt und in dem aktuellen Fleischatlas 2014 veröffentlicht.









Ich habe da mal was vorbereitet und ein paar Links für euch zusammengestellt.







In diesem Sinne...

Wintersport ohne Schnee? Ist problematisch.

Dank der Coca-Cola Werbung wissen wir, wie ein typischer mitteleuropäischer Winter auszusehen hat. Meterhoher Schnee so weit das Auge reicht. Aber was wenn sich das Wetter nicht daran hält?

Vor ein paar Tagen bemerkte ich es beim Wintersport im TV. Die Langläufer und Biathleten liefen mitten  durch grünen Tann auf einer eigens für sie präparierten Piste. Ein drastischeres Bild bietet die neue Skipiste am Keilberg in der Tscheschei.

In Erwartung von unzähligen Skitouristen wurden in den letzen Jahren riesige Schneisen in den Wald geschnitten und was passierte? Der Schnee fehlt bislang, somit auch die Touristen. Ebenfalls schmerzfrei betreiben die Tscheschen eine Langlaufloipe auf einem Moorkörper. Sprich, im Sommer blüht das Moor in voller Pracht und im Winter läuft dort der Skibetrieb auf vollen Touren. Was das für Folgen hat muss ich keinem erklären.

Passend zu der Thematik hat der WWF einen interessanten Artikel  veröffentlicht. Schaut doch mal rein.




In diesem Sinne...

Kalter Kaffee?

Im Schnitt leert Deutschland pro Jahr rund zwei Milliarden Kaffeekapseln. Umgerechnet sind das ca. 4000 Tonnen Abfall.  In vielen unseren Nachbarländern gibt es bereits eine Art Pfandsystem.

Nach einer aktuellen Meldung der Zeitung "Die Welt" wiegt eine Kapsel von Nespresso rund ein Gramm, das von Tschibo bringt zwei bis drei Gramm auf die Waage. Anders sieht es jedoch bei der Umweltbelastung durch diese Kaffeportionen aus. Die wiegt nämlich deutlich mehr.

In Deutschland werden in diesem Jahr rund vier Millionen Kilogramm Müll, bestehend aus Aluminium und Plastik, anfallen. Alleine durch die Reste von zwei Milliarden Kaffeekapseln.
Zweistellige Wachstumsraten machen das Geschäft mit der Kapsel zum Liebling der Konzerne. Die steigende Müllbelastung ruft jetzt Umweltschützer des Freiburger Öko-Instituts auf den Plan.

Die Konzerne geben keine genauen Zahlen zum Müll. Schätzungsweise hat Nespresso im Jahr 2013 rund 8 Milliarden Kapseln verkauft. Das macht einen Alu-Berg von 8  Millionen Kilogramm. Das Freiburger Öko-Institut bemängelt dabei in erster Linie den enormen Ressourcenverbrauch.




Für die Herstellung von Aluminium wird besonders viel Energie gebraucht, zusätzlich wird schon lange die Angaben des Herstellers zu den Recyclingqouten angezweifelt. Die Kapseln von Tschibo seien aber noch schlimmer für die Umwelt, so das Freiburger Institut, neben einem Plastik-Körper haben diese noch einen Deckel aus Aluminium.

Ich für meinen teil werde wohl nie verstehen, warum man den Kaffee nicht mehr aufbrüht, so wie früher. Mag daran liegen, dass ich Teetrinker bin.

Wie steht ihr dazu?


In diesem Sinne... 

Paperblog

Keine A14-vorerst

Der Streit um die Nordverlängerung der Bundesautobahn 14, nördlich von Magdeburg, geht ja bekanntlich schon eine Weile. Naturschützer vom BUND e.V. sehen bei der Planung den Natur- und Artenschutz nur unzureichend berücksichtigt. Heute sprach das Bundesverwaltungsgericht Leipzig ein Urteil, welches den Weiterbau des Abschnittes zwischen Colbitz und Dolle, untersagt. Damit ist wieder einmal etwas Zeit gewonnen. Das Land Sachsen-Anhalt hat aber die Möglichkeit, die beanstandeten Mängel zu beseitigen.
Aber was war ausschlaggebend für ein Nein des Gerichtes? Nun ja, bei so einem Vorhaben sind etliche Vorbereitungen zu treffen, unter anderem eine UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung), die hat sich das Land Sachsen-Anhalt aber geschenkt und sich damit ins eigene Fleisch geschnitten. Machen wir uns aber nichts vor, die A14 wird kommen, aber dann soll vorher ordentlich geplant werden.

Meiner Meinung nach ist die A14 nördlich von Magdeburg auch nicht notwendig, Industrie gibt es dort oben  nur sehr wenig, auch wenn es immer behauptet wird und Einwohner werden es von Woche zu Woche auch weniger. Böse Zungen behaupten, das Land sei in der Region faktisch tot. Aber wie seht ihr das? Kommt ihr aus Sachsen-Anhalt und habe eine Meinung dazu, dann bitte in die Kommentare.




In diesem Sinne...


eSchrott

Ich habe gerade mal den Google Play Store durchstöbert und bin auf folgende feine App gestoßen:
eSchrott der Firma Hellmann Process Management GmbH & CO KG. Diese Applikation für Android, iOS und Windowsphone dient dem richtigen Trennen von Elektronikmüll. Sie zeigt euch anhand GPS auch an WO ihr euren Müll richtig entsorgen könnt. Mit wenigen Fingertipps wählt man sich durch ein klares und aufgeräumtes Menü und verliert zu keiner Zeit den Überblick.

Im Folgenden habe ich mal ein Beispiel für euch vorbereitet.

Schritt 1:





Auswählen ob private oder gewerbliche Entsorgung. Für das Beispiel habe ich "privat" gewählt.

Schritt 2:



Auf diesem Bildschirm könnt ihr wählen, was ihr entsorgen wollt. Ich habe mal passenderweise Computerzubehör etc. ausgewählt.



Habt ihr euch für eine Kategorie entschieden, tippt ihr auf das Feld "Suche" in der oberen rechten Ecke des Bildschirms.

Schritt 3:  




Habt ihr die GPS-Funktion eures Smartphones aktiviert, so bekommt ihr jetzt, abhängig von eurem Standort, die passenden Ergebnisse geliefert. Zusätzlich könnt ihr euch die Punkte auf einer Karte anzeigen lassen, oder das Programm berechnet euch gleich eine Route zum gewünschten Wertstoffhof.

Als Letztes bleibt nur die Sache mit den Berechtigungen und die kommt hier.


Für mich sehen die Berechtigungen ganz schlüssig aus, einzig Videos und Bilder leuchten mir nicht ein.
Ich hoffe diese App hat für den einen oder anderen da draußen einen Nutzen. Ich werde sie jedenfalls mal auf dem Smartphone behalten.






In diesem Sinne...


Kohlebedarf auf Rekordwert geklettert

Wie die Onlineausgabe der Welt mitteilte ist der Verbrauch bzw. der Bedarf von Kohle zur Energiegewinnung im Jahre 2013 so hoch wie noch nie. Trotz der milliardenschweren Förderung erneuerbare Energien ist die klimaschädliche Braunkohle nach wie vor auf Platz 1.

Laut Angaben wurden 2013 mehr als 162 Milliarden Kilowattstunden Strom in Braunkohlekraftwerken erzeugt. 1990, als noch eine Menge DDR-Meiler am Netz waren es knapp 171 Milliarden Kilowattstunden.

Dadurch wird mit einem erneuten Anstieg des CO2-Ausstoßes gerechnet. Die mittlerweile 25 Prozent Ökostromanteil  scheinen dagegen verschwinden gering.

Die Grünen fordern nun von SPD und Union, dem Trend Einhalt zu gebieten und entsprechend zu reagieren. Mal sehen was die beiden bewirken.

Gerade im Rahmen der aktuell laufenden CES in Las Vegas, stellt sich mir die Frage: Wo soll das alles enden? Brauchen wir die ganze Technik wirklich? Ist es nötig die Waschmaschine mit dem Smartphone zu steuern oder der Kaffeemaschine von unterwegs zu sagen, dass sie loslegen soll?

Solange wie wir diesem unsinnigen Wahn nach Technik verfallen sind steigt auch der Strombedarf. Und wieso wird immer an neuen Displays geforscht und nicht an größeren Akkus oder an vernünftigen Solarplatten, die unsere Gadgets unterwegs laden? Vor Jahren hatte ich einmal eine Armbanduhr, die sich durch Bewegung selber aufzog, So etwas müsste es doch auch für Handys geben oder?


Wie seht ihr das?


In diesem Sinne...

Chinesen verbrennen sechs Tonnen Elfenbein

Wie die österreichische Website "derStandard.at" mitteilte, haben die chinesischen Behörden am Montag mehr als sechs Tonnen Elfenbein geschreddert. In der Stadt Dongguan haben maskierte Arbeiter die gesamte Menge an Elfenbeinen in riesige Häcksler geschmissen. Die daraufhin aufsteigende Rauchwolke soll mehrere Kilometer sichtbar gewesen sein.

Mit der ersten öffentlichen Vernichtungsaktion dieser Art, sie wurde auch live im TV übertragen, möchte Peking seinen Ruf als internationaler Umschlagplatz für Elfenbein loswerden.

Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, die Aktion sei "die jüngste Anstrengung des Landes, um vom illegalen Elfenbeinhandel abzuschrecken, die Tierwelt zu schützen und das öffentliche Bewusstsein zu schärfen".

Leider sind die Bemühungen bisher vergebens, die steigende Nachfrage aus Asien führt dazu, dass immer mehr asiatische Elefanten von Wilderern getötet werden.

Manche Experten vermuten, dass in China bis zu 70 % des Elfenbeins landen. In dem Land wurden Produkte aus Elfenbein lange als Statussymbole angesehen und wird auch heute noch in der traditionellen chinesischen Medizin genutzt.


In diesem Sinne...

Die Feldgrille-ein Musikant in Gefahr

Die Feldgrille mag es eher musikalisch. Diesen kleinen Kameraden sieht man nicht, man hört ihn aber umso lauter. Pro Natura hat dieses Insekt jetzt zum Tier des Jahres 2014 gewählt. Durch die Wahl soll auf den bedrohten Lebensraum der Feldgrille aufmerksam gemacht werden. Besonders wohl fühlt sich die Grille auf südexponierten Trockenwiesen und -weiden. Solche Standorte sind aber in unserer heutigen Kulturlandschaft im Schwinden begriffen.  Viel zu oft werden sie landwirtschaftlich genutzt oder fallen der Verbuschung zum Opfer. Im Naturschutz gilt diese Grillenart als Flagshipspecies, als Repräsentantin für die Vielfalt an Insekten, die trockene Standorte lieben.


Feldgrille (Gryllus campestris)


Im Gegensatz zu anderen Heuschrecken ist diese keine gute Springerin, sie durchwandert die Welt eher auf Schusters Rappen. Dies macht sie aber durchaus flink und ziemlich gewand. Auch mit dem Fliegen klappt es nicht so, ihre Flügel sind verkümmert. Ihre Höhle gräbt sie in Form einer bis zu 40 cm langen unverzweigten Röhre in die Erde und verteidigt sie bis zum Tode. Bei drohender Gefahr sucht sie sofort Zuflucht in ihrer Behausung und ist daher selten zu sehen.

Der Eingang der Höhle wird stets sauber gehalten und von den Männchen als Bühne zum Paarungs- und Balztanz genutzt. Dabei macht das Männchen den bekannten "gri-gri-gri"-Laut. Erzeugt wird er durch das Aneinanderreiben der  Vorderflügel und ertönt im Frühling und ist bis zu 100 Meter weit zu vernehmen.

Relativ häufig ist die Feldgrille auf den extensiv genutzten Weiden der Alpen und Voralpen bis zu einer Höhe von 1800 Meter anzutreffen. In den Städten kann man sie auch hören, wenn auch weitaus seltener. Es müssen eben geeignete Standorte vorhanden sein.


In diesem Sinne...

Aus für Ostsachsens Elche

In den vergangenen Tagen habe ich von einem Naturschutzprojekt erfahren, genauer von dessen Einstellung, was vollkommen an mir vorbei gegangen ist. Nun habe ich berufsbedingt einige Kenntnis von dem, was in der Szene so los ist. Daher hat mich diese Nachricht auch kalt erwischt. Mein erster Gedanke war, wird wohl einen Grund haben, warum ich davon noch nichts gehört habe. So ist es auch.

Im Daubaner Wald bei Niesky, im Landkreis Görlitz, startete im Jahre 2001 auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz ein ähnliches Beweidungsprojekt wie in der Oranienbaumer Heide. Nur mit Elchen. Acht der stolzen Tiere sollten dieses Areal offenhalten und ähnliche Ziele erreichen wie wir in der Oheide.

Jetzt, knapp 12 Jahre später, sollen nur noch drei Elche auf dem Gebiet verbleiben. Die ist mit einem Eigentümerwechsel zu erklären. Neuer Besitzer der Flächen ist die DBU Naturerbe GmbH (Oranienbaumer Heide) und diese setzt mehr auf Schafe und Ziegen als Weidetiere.
Ich glaube aber eher, dass die Elche nicht den gewünschten Effekt hatten. Man darf nicht vergessen, dass Elche nichts anderes als große Hirsche sind, daher ist ihre Verbissleistung alles andere als ausgeprägt.
Wie es um den Kostenfaktor bestellt ist, weiß ich nicht, der kann aber nicht so gering gewesen sein.  Mal sehen wie sich das neue Projekt so entwickelt.


In diesem Sinne...

Herbstwanderung durch den Südharz - II

Dieser Beitrag ist der Zweite aus einer Reihe von unbekannter Länge. Wer den ersten Artikel noch nicht gelesen hat, ist zum besseren Verständnis empfohlen, der klickt bitte hier.

Wie gestern bereits geschrieben, möchte ich heute den Beitrag, oder die nächsten zwei Beiträge, dazu nutzen um euch etwas über die Wanderung / Exkursion an sich zu erzählen.
Ausgangspunkt war das kleine Städtchen Uftrungen. Wenn es irgendwo die sieben Zwerge gibt, dann dort. So ein niedliches, verschlafenes Dörfchen findet man selten.

Bei schönstem Sonnenschein startete unsere Gruppe, bestehend aus 20 Wanderlustigen den Rundweg. Es war eine klasse Mischung. Botaniker, Geologen und Vogelkundler mischten sich mit Interessierten und Laien und schon bald zeugte ein munteres Geplapper davon, dass man sich bestens verstand. Ein Biosphärenreservat besteht aus drei Zonen oder Gebieten. Ganz im Zentrum ist die sogenannte Kernzone, in dieser hat der Mensch nichts verloren und die Natur ihre Ruhe und kann quasi machen was sie will. Diese Form des Naturschutzes nennt man Prozessschutz. Eine solche Zone mit mindestens 3% der Gesamtflächengröße ist vorgeschrieben und damit Pflicht.

Vorbei ging es an schönen sanft geschwungenen Hügeln und saftig grünen Wiesen. Der Regen der letzten Tage hatte den Pflanzen noch einmal einen kleinen Kräfteschub verpasst.
Aber mit Gummistiefeln und einem Pulli ausgerüstet spürte man die Kälte kaum. Waren es während der Fahrt noch 6°C so zeigte das Quecksilber jetzt nur noch 4° über Null.

Dieses Bild zeigt unseren “Wanderweg”. Eine ehemalige Schaftrift. Eine Schaftrift ist ein Weg oder eine Passage, die früher von Wanderschäfern und ihren Herden genutzt wurden. Auf diese Weise hat man das Gras der Wiesen kurz gehalten und durch die im Fell der Tiere hängenden Pflanzensamen einen optimalen und weitreichenden Pflanzentransport erzielt. Mit dem Verschwinden der Schäfer fällt auch diese Pflege weg und die Fläche muss wieder maschinell gemäht werden.


Wenn man den Wald betreten hat, kommt man sich vor wie in einem Märchenwald. Alte, hochgewachsene Buchen und Eichen ragen majestätisch in den Himmel. Ihre Stämme sind mit Flechten und Pilzen bewachsen, was ihnen etwas verwunschenes verleiht.
Bei diesem Wald handelt es sich um einen bodensauren Orchideen-Buchenwald mit ein paar besonderen Vertretern. Zum Einen wäre da die Elsbeere zu nennen, leider auf keinem Foto vertreten. Dieser Baum hat das härteste Holz was es in unseren Gefilden gibt. Um einiges stabiler als Ulme oder Eiche. In Süddeutschland kommt sie häufiger vor, sodass man dort von aus ihren Früchten einen sehr leckeren, sehr teuren Schnaps machen kann.  Die Elsbeere vermehrt sich auf besondere Weise. Nämlich durch Wurzelbrut. Das bedeutet, das ihre Wurzeln neue Bäume hervorbringen. Meines Wissens nach gibt es nicht sehr viele Bäume die sich diese Ausbreitungsstrategie zu Nutzen machen.

In vielen dieser Bäume findet man Höhlen von Waldlebewesen. Spechte und Fledermäuse aber auch ein Waschbär geben sich hier die Klinke in die Hand.

Als zweiten besonderen Waldbewohner ist der Dornige Schildfarn (Polystichum aculeatum) zu nennen. Auf geeignetem Boden werden die Wedel ca. 40 cm lang, auf dem hiesigen Gipsboden, der auch noch sauer ist, muss man sich mit weniger begnügen.

Im gestrigen Beitrag ist die Rede von Karstrillen gewesen. Diese entstehen, wie schon gesagt, durch Eintiefungen und Lösungen von Gipsgestein durch Wasser. Das nachfolgende Bild zeigt eine solche Rille. Wandere und Radfahrer sollten diese bei nassem Wetter unbedingt meiden.

Das war es erst einmal mit dem zweiten Beitrag. Ich hoffe es hat euch gefallen und ihr habt etwas Neues erfahren. Für Fragen stehe ich natürlich zur Verfügung.



In diesem Sinne…

Wenn Bio für den Biobauern zu teuer ist

Alle lieben Bio und legen großen Wert auf Tierschutz. Aber leider hört diese Liebe und Moral bei vielen Verbrauchern beim Geld auf. Dies ist ein Grund, warum etliche Bio-Bauern wieder zu konventionelle Methoden zurück kehren.

Johannes Remmel, Landwirtschaftsminister aus Nordrhein-Westfalen, hat sich dementsprechend hohe Ziele gesteckt. Er möchte, dass Schweine, Hühner und Rinder eines Tages ohne Zugabe von Antibiotika leben und ein Großteil der Landwirte nach ökologischen Standards wirtschaftet und dass für die Erzeugung von Eiern nicht mehr Millionen männlicher Kücken getötet werden müssen. Johannes Remmel hat die Tötung von Kücken, die nicht wirtschaftlich verwendbar sind, als erster Minister eines deutschen Bundeslandes zum 1. Januar 2014 verboten. Dafür gibt es von mir ein "+1".

Obwohl viele Verbraucher die Wünsche Remmels teilen, sind sie noch sehr weit von der aktuellen landwirtschaftlichen Realität entfernt. Weiter als den meisten bewusst sein dürfte. Außerhalb von agrarischen Fachkreisen ist das Töten von "nutzlosen" Küken kaum vermittelbar, also lässt man es bleiben. Aber was bezweckt man damit? Nun, der Grund dafür ist folgender: Die Legehennen werden darauf getrimmt, möglichst wenig Muskelfleisch anzusetzen und dafür mehr Eier zu legen. Die männlichen Hühner dieser Zucht eigen sich, da auch sie kaum Fleisch ansetzen, nicht einmal als Suppenhuhn, sie sind also "ineffizient".

Trotz des Verbotes, in NRW, frisch geschlupfte Tiere zu schreddern, ist das Problem noch nicht gelöst. Manche Unternehmen, bspw. die niedersächsische EW-Gruppe, arbeiten noch am "Zweinutzungshuhn". Dieses soll sich sowohl zur Ei-, sowie zur Fleischgewinnung eignen. Desweiteren wird an Scannern getüftelt, die das Geschlecht des Huhns erkennen bevor es zur Welt kommt.  Als größtes Druckmittel aber haben die Konzerne den Standortwechsel in petto. Sollten dem Betrieb zu große Kosten entstehen, so verlagern sie einfach den Sitz ins Ausland.

So wird durch ökologische Auflagen dafür gesorgt, dass Konzerne mit viel Geld überleben, der kleine Bauer aber um seine Existenz bangen muss.

Ein Beispiel dafür ist Werner Deitert aus Westfalen. Der Eierzeuger betrieb bis zum Jahreswechsel einen kleinen Familienhof im Münsterland, mit 17 000 Biohennen. Jetzt hat er den Hof schließen müssen. Als Grund gibt er das Vorgehen von Johannes Remmel an. Rückblickend bezeichnet er seine Zeit als Bio-Bauer als "finanzielles Desaster".

Zuletzt kam eine Gebühr hinzu, die Bio-Bauern zahlen mussten, wenn sie konventionell erzeugte Küken einstallen. Mit 5 Cent pro Küken ist das schon eine beträchtliche Summe.

Dieses Beispiel zeigt auf klare Weise die zwei Seiten der Bio-Landwirtschaft. Meiner Meinung nach kann es nur dann eine Zukunft für beide Parteien geben, wenn endlich mal das Umdenken beim Verbraucher einsetzt. Das Argument des hohen Preises kann ich nicht gelten lassen. Viel zu oft wird Geld für Luxusgüter ausgegeben ohne mit der Wimper zu zucken, aber wenn es um existenzielles wie Nahrung geht, spart man. Da sollten manche mal darüber nachdenken.

Wie steht ihr dazu?


In diesem Sinne...

Zuschüsse für Kommunen

Wie das Umweltministerium mitteilte, können Städte und Gemeinden ab sofort wieder Zuschüsse für Klimaschutzprojekte im Rahmen der Nationalen  Klimaschutzinitiative beantragen. Entsprechende Anträge können bis 30. April 2014 abgegeben werden.

Durch die "Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen" fördert das Bundesumweltministerium sowohl die Entwicklung von Klimaschutzprojekten als auch die konkrete Umsetzung dieser.

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert das Bundesumweltministerium seit dem Jahr 2008 zahlreiche Projekte, mit denen Energie effizienter genutzt und Emissionen gemindert werden können. Von der Entwicklung  langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und Hinweisen sowie investiven Fördermaßnahmen, decken die Programme und Projekte der Nationalen Klimaschutzinitiative ein breit gefächertes Spektrum.


In diesem Sinne...

Umdenken im Naturschutz

Die Vision von einer unberührten Wildnis oder Natur prägt bis heute das Verständnis des Naturschutzes. Doch wenn man es mal ernsthaft und objektiv betrachtet ist das alles Quatsch. Eine Natur, befreit von jeglichen anthropogenen Einflüssen ist reine Phantasie, dafür sind 8 Mrd. Menschen einfach zu viele.

Laut der "Nature"-Journalistin Emma Marris gibt es unberührte Natur nicht mehr. Ohne es zu wollen ist der Mensch zu einem Gärtner geworden. Sein Wirken dabei ist global. Was bedeutet es aber, die Vision der unberührten Natur gegen die eines Weltgarten einzutauschen? Jedenfalls nicht weniger als die Idee von etwas Übermächtigem, was uns vor Ehrfurcht staunen lässt, gegen einen Managementauftrag zu tauschen. Der Mensch mit seinem Zwang zur Kontrolle hat auch hier wieder einen kleinen Sieg errungen.

Das führt uns zwangsläufig zu der Frage, was wir mit dem Naturschutz eigentlich schützen wollen. Käseglocken-Naturschutz, wie in den Nationalparks von Yellowstone oder Yosemite, beruhen laut Marris allein auf unserem schlechtem Gewissen. Solchen Nationalparks liegt nicht häufig der Gedanke zugrunde, dass der Mensch durch sein Auftreten ein bestehendes Gleichgewicht stört und deshalb die Taktik "Mensch raus. Zaun drum" ausreicht um die Natur vor Schaden zu bewahren. Nur leider lässt sich das Ökosystem, in dem der Nationalpark errichtet wurde, nicht durch einen Zaun abtrennen und obendrein befindet sich kein Ökosystem, auch ohne menschliche Einflüsse, in einem Idealzustand.

Tatsächlich ist die Weltgärtnerei schon längst auf voller Fahrt. Das Wort der Stunde heißt hier "Assisted Migration". Dabei werden bspw. hitzeempfindliche Arten in andere Ökosysteme versetzt um den Klimawandel besser zu verkraften. Um die ökologischen Folgen macht man sich keine Gedanken. Als Berufsnaturschützer habe ich immer mal wieder mit diesem Thema zu tun und muss sagen, in der Naturschutz-Szene ist es äußerst umstritten. Früher einmal haben wir uns intensiv mit Ökosystemen befasst und versuchten die sensiblen Funktionen zu verstehen aber jetzt scheint alles erlaubt zu sein.

Meiner Meinung wäre der Mensch besser beraten, neue Ökosysteme anzuerkennen, anstatt mit allen Mitteln und auf Krampf fiktive Idealzustände zu rekonstruieren. Das bedeutet jetzt nicht, den Kampf gegen Neophyten und invasive Arten aufzugeben.
Man müsse aber die veränderten Bedingungen für den Naturschutz in einer immer mehr anthropogenen Welt erkennen und anpassen.
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