Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Wieder einen Meilenstein erreicht

Was mussten meine müden Augen heute Abend sehen als ich in der Naturschutz-Community auf Google Plus herumtrieb?
Mittlerweile sind wir mehr als 500 (!) Gleichgesinnte. Wenn man bedenkt, dass es am 28.April 2014 noch 400 Mitglieder waren ist diese Entwicklung doch recht erstaunlich. 100 neue Naturfreunde in weniger als 8 Wochen ist doch etwas oder? Wobei mir Qualität auch hier über Quantität geht.


Dank dieser Community und ihren tollen Mitgliedern habe ich eine Menge Neues erfahren und so manch neuen Blickwinkel auf den Naturschutz erhalten. Seien es private Engagement oder interessante Gruppen und Vereine. Ihr alle habt meinen Naturschutz-Horizont ordentlich erweitert. Dafür sage ich Danke.

Mich freut es jedenfalls, wenn der Naturschutz doch zu begeistern weiß. Auf die nächsten 500!

Chemnitz spart am falschen Ende (mal wieder)

Dass es der Stadtbibliothek an die finanziellen Mittel gehen soll ist hinreichend bekannt. Dieses Thema machte schon vor einiger Zeit Schlagzeilen. Passend dazu hat der Verein Förderer der Stadtbibliothek e.V. eine Petition gestartet, die genau das verhindern soll. Schnell kamen mehr als 14000 Unterschriften zusammen, welche am 21. Mai 2014 vor der Stadtratssitzung öffentlich an die amtierende Oberbürgermeisterin übergeben werden sollten. Diese verweigerte jedoch die Übergabe und schickte stattdessen den Bürgermeister Philipp Rocholdt in Vertretung. Dieses Verhalten ist ein starkes Zeichen von Ignoranz. Sogar die, meist auf Seiten der Stadt stehende, Tageszeitung Freie Presse schrieb einen Artikel darüber.

Um mit dem neu gewählten Stadtrat ins Gespräch zu kommen und einen (hoffentlich fairen) Meinungsaustausch aller beteiligten Fraktionen zu erfahren, findet am 30. Juni 2014 eine Podiumsdiskussion im Veranstaltungssaal der Bücherei im TIETZ statt. Los geht es 19:00 Uhr und es ist jeder eingeladen der Interesse hat. Gerne dürfen auch Freunde und Bekannte mitgebracht werden.

Über den einen oder anderen Chemnitzer aus meinen Kreisen würde ich mich freuen.



Keine Chlorhühner laut deutscher Landwirtschaft

Der Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hat in einem Interview mit dem Handelsblatt die Öffnung des europäischen Marktes für US-Chlorhühner kategorisch ausgeschlossen. Die deutschen Standards sind  nicht verhandelbar. Er ist dafür, einige sensible Themen aus den Verhandlungen zu streichen. Darunter fallen laut Schmidt die Chlor- oder Hormonbehandlung von Tieren sowie der Anbau gentechnisch veränderter Organismen in Deutschland.

Zeitgleich verteidigt er aber den Handelspakt mit dem Namen TTIP. Laut Schmidt herrsche noch zuviel Hysterie und Angst im Land was das Thema angeht. Dem wolle er mit größter Transparenz entgegen gehen. Er führt auch den Punkt "Zölle" an. Deutschen Nahrungsmittelherstellern könne der Wegfall der teils sehr hohen Zölle neue Möglichkeiten auf dem US-Markt eröffnen.
Ein Schelm wer böses dabei denkt und meint, dass das die Lobby dem Herrn Schmidt eingeflüstert hat.

Um seinen Worten Taten folgen zu lassen, kündigt der Nachfolger Friedrichs an, in Kürze neue Eckpunkte für ein neues Gentechnik-Gesetz vorlegen zu wollen.

Ich bin mal gespannt wie lange die guten Absichten anhalten. Wäre ja nicht das erste Mal.



Erstaunliche Leistung der Bäume

Auf einem meiner letzten Streifzüge durch Sachsen konnte ich wieder einmal sehen, zu welchen Leistungen die Natur im Stande ist, wenn man ihr Zeit gibt. Sie kommt mit nahezu jeder Widrigkeit klar, manchmal dauert es nur etwas länger.


Auf dem oberen Bild sieht man sehr schön wie eine Erle (Alnus glutinosa) ein im Weg stehendes Geländer überwindet in dem sie es einfach überwallt. Dieser Vorgang scheint schon seit mehreren Jahrzehnten  anzudauern und augenscheinlich schadet der Erle kein Eisen im "Blut".


Das zweite Bild zeigt die natürliche Fähigkeit des Lebens. Der Natur ist es möglich aus den komischsten Situationen heraus Leben entstehen zu lassen. Hier hat ein Samen von einer Eibe (Taxus baccata) einen Platz zum Keimen in einer Weide (Salix fragilis) gefunden und wie man sieht, entwickelt er sich prächtig. Wie es aussieht, wenn der eine Baum größer und der andere Baum älter wird bleibt abzuwarten.

Wer mit offenen Augen durch die Natur und durch das Leben geht, entdeckt so manches was einen staunen lässt. Solche Beispiele geben mir Hoffnung, dass die Natur auch uns Menschen erfolgreich überlebt.



Bienen und die USA

Wie Spiegel Online berichtet haben die USA jetzt mit den ersten Folgen ihres selbstverschuldeten Bienensterben zu kämpfen. Demzufolge hat die US-Regierung unter Obama eine landesweite Strategie zur Aufklärung und Umkehrung angekündigt. Das Bienensterben hat in vergangenen Jahren eine wirtschaftlich dramatische Dimension erreicht. Die Honigbienen bestäuben fast ein Viertel der Früchte, die in den USA konsumiert werden.

Kaliforniens wichtiges Agrarerzeugnis sind Mandeln, durch die Bestäuberleistung von Bienen schaffte man Erzeugnisse von rund 15 Milliarden Dollar pro Jahr. Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Die aktuelle jährliche Leistung von Bienen und Hummeln wird auf ca. 9 Milliarden Dollar geschätzt.

Im vergangenen Winter (2013/2014) beklagten US-Imker einen Verlust von rund 25% der Bienenvölker. Also jedes vierte Bienenvolk stirbt. Natürlich kennt man in den USA die genauen Folgen dafür nicht und will diesen jetzt auf den Grund gehen. Obama hat dazu eine Taskforce ins Leben gerufen. Diese soll nun untersuchen ob und welche Folgen Pestizide, Verlust von genetischer Vielfalt , falsche Fütterung etc. haben. So ein Käse, das Geld kann man sich sparen. Einfach mal nachdenken oder eine Frage an diesen Blog hier schreiben. Bis die Taskforce zu etwas brauchbaren kommt vergehen Jahre. Jahre die die Bienen nicht haben.
Das Präsidialamt spricht von "Milliardenumsätzen" die auf dem Spiel stehen. Genau das ist wieder mal typisch. Wenn es um die Biene an sich geht, macht niemand etwas aber wenn der Mammon in Gefahr ist, dann werden alle hektisch. Kommerz oder Natur? Ihr habt die Wahl.

In den USA fordern Umweltverbände, bspw. Friends of the Earth, seit Jahren ein Verbot bestimmter Giftstoffe in der Landwirtschaft. Ohne Erfolg.



Sommersonnenwende

Heute ist es mal wieder soweit. Die Sonne erreicht auf der Nordhalbkugel die höchste Mittagshöhe bzw. ihren höchsten Stand über dem Horizont. Dadurch haben wir heute den längsten Tag und die kürzeste Nacht im Jahr.
Die Menschheit verbindet seit jeher etwas mystisches mit diesem Tag. Besonders in Nordeuropa hat dieser Tag eine besondere Bedeutung, leitet er doch das Ende der "Weißen Nächte" ein.

Seit der Christianisierung Europas stehen Mitsommerfeste oft mit Johannes dem Täufer in Verbindung, daher auch der Brauch der Johannisfeuer. Aber wie so vieles wurde auch das von den Christen "gemopst", die eigentlichen Rituale sind sehr viel älter.

Die Sonne hatte und hat eine wichtige Bedeutung für das Überleben auf der Erde. Sie beeinflusste die Handlungen der Menschen so sehr, dass Bauwerke wie Stonehenge oder Kunstobjekte wie die Himmelsscheibe von Nebra  entstanden sind.

Wie dem auch sei, für mich markiert sie einen Wendepunkt im Jahr der eine unschöne Zeit einläutet. Als Juni-Geborener gefällt es mir nicht wenn "der Winter naht". Aber jetzt freue ich mich eben auf die Wintersonnenwende.



WM 2014- 7 Ökofakten


Die momentan laufende WM lässt mich eher kalt, mein Lieblingsteam hat gegen Italien verloren und auch im Vorfeld des Ereignisses haben mit verschiedene Umstände einen faden Beigeschmack bereitet.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen diesen Blog hier weitestgehend fußballfrei zu halten. Eigentlich.

Aber beim Stöbern auf diversen Websites habe ich eine schöne Aufzählung von 7 Ökofacts gefunden. Alles in allem sind diese nicht wirklich neu aber vielleicht kennt der eine oder andere sie ja noch nicht.



Zusammengestellt wurden die Fakten von den Kollegen von naturschutz.ch. Schaut doch mal rein.




Naturschutz.ch im neuen Gewand

Seit ein paar Tagen hat der Schweizer Naturschutz ein neues Gesicht. Die Homepage Naturschutz.ch hat ein umfangreiches Redesign erhalten. Nach dem sie zuletzt 2009 angepasst wurde, hat man jetzt wieder zugeschlagen und das zur Zeit beliebte "Flat-Design" gewählt. Zusätzlich dazu kommen allerhand neue Funktionen. So ist die Einbindung der sozialen Netzwerke wie Facebook oder Twitter präsenter. Wer Google Plus nutzen möchte, der sucht bisher leider noch vergeblich. Das Netzwerk auf Mountain View fehlt auf der Seite.


Die wohl größte Neuerung ist die Anpassung an mobile Endgeräte mit kleineren Bildschirmen. Im Gegensatz zum alten Design lässt es sich jetzt auf Handy und Tablet komfortabler lesen. Ebenfalls eine schöne Neuerung ist die sogenannte Eco-Map. Darauf finden  sich nützliche Informationen zu Naturzentren, Museen und anderen Ausflugszielen. Für die Geselligen und Wissbegierigen gibt es jetzt ein Forum.

Wie man es von Designumstellungen kennt, wird bestimmt noch nicht alles rund laufen aber ich bin mir sicher, dass die Leute hinter den Kulissen fleißig daran arbeiten.



Im Untergrund der Stadt Chemnitz

Eine Stadt übertage ist normalerweise nichts besonderes. Man kennt so ziemlich jeden Winkel der Heimatstadt oder man entdeckt im Urlaub unbekannte Flecken. Aber habt ihr euch auch schon einmal gefragt, wie es unter euren Füßen aussieht?
Vergangenen Samstag besuchte ich die Keller- bzw. Gewölbegänge meiner Heimatstadt Chemnitz. Wer regelmäßig hier im Blog vorbeischaut, der wird wissen, dass ich mich sehr für "Chems" interessiere und immer auf der Suche nach Neuem bin. Die Kellergänge befinden sich unter dem heutigen Stadtteil "Kassberg" und werden von den Jungs und Mädels des Chemnitzer Gewölbegänge e.V. in Schuss gehalten. Und das nun schon seit ca. 10 Jahren.


Los ging die Geschichte der Gänge 16. Jahrhundert. Als die Bayer das (vermeintlich) erste Reinheitsgebot eingeführt hatten, startete in Chemnitz so ziemlich jeder Haushalt mit dem Bierbrauen.  Als man dann dunkles untergäriges Lagerbier dem hellen obergärigen Gerstensaft den Vorzug gab, musste man das edle Getränk irgendwo lagern. Dazu schaute man sich in der Umgebung um und fand den Kassberg. Das weiche Gestein erlaubte den Bergleuten aus Freiberg und dem Erzgebirge, die gerade eine Flaute hatten, immerhin 2-8 cm Vorstoß pro Tag.


Die Gänge blicken damit also auf eine rund 500 jährige Geschichte zurück und hätten eine unglaubliche Menge zu erzählen. Es gibt sogar Gerüchte, dass sie vor dem Bier Salz gelagert hätten und damit knapp 100 Jahre älter sind als bisher angenommen.


Während der Nazi-Zeit wurden die Gänge zweckentfremdet und dienten als Luftschutzkeller. Für knapp 2500 Bewohner der Stadt konzipiert, fanden in der Bombennacht von Chemnitz 10000 Menschen Zuflucht. Jeder Kriegstreiber in der Welt, egal ob beyond the pond oder anderswo würde seine Aktionen überdenken, wenn er eine Nacht unter ähnlichen Umständen erlebt hätte. Eine Zeitzeugin beschrieb die Zeit im Luftschutzkeller als grauenhaft und prägend, viel schlimmer aber noch fand sie den Moment, als man die Keller verließ und die ganze Stadt brennen sah.


Ihren eigentlichen Sinn haben die Keller heute weitestgehend verloren. Moderne Kühlhäuser und Klimaanlagen machen mineralische Kühltruhen weitestgehend überflüssig. Da aber auch der Verein auf auf finanzielle Mittel angewiesen ist, hat man sich praktisch neu erfunden. Jetzt finden in regelmäßigen Abständen Konzerte und Kabarett-Aufführungen statt. Ebenfalls eignen sich die Räume für Festlichkeiten jeglicher Art.






Für mich als Botaniker stach eine Sache besonders heraus. Dadurch, dass das gesamte Kellersystem unter der Erde liegt, wachsen an manchen Stellen Wurzeln aus dem Mauerwerk und wirken wie dünne Finger. Auch einen auf dem Kopf stehenden Pilz soll es gegeben haben. Manche Gänge sehen wie der direkte Eingang in die Bathöhle aus.


Ich hoffe euch mit den Bildern einen kleinen Einblick gegeben zu haben und vielleicht schaut der eine oder andere Nicht-Chemnitzer mal vorbei. Für Ansässige ist es sowieso Pflicht :) .

Im besten Falle bietet euch eure Stadt auch so eine Möglichkeit Geschichte hautnah zu erleben.



Was kreucht und fleucht denn da?

Am vergangenen Freitag machte ich mich wieder auf die Socken und schaute  mir mal die Trockenrasen im Raum Bernburg an. Einmal im Jahr ist die Kontrolle dieses Lebensraumes an der Reihe.
Ziel waren die ehemaligen Kalkteiche. Hier hatte die Firma Solvay ihr Nutzwasser abgelagert und somit (unfreiwillig und unbewusst) Lebensraum für kalk liebende Tiere geschaffen.

Blick auf das Zementwerk (BBG)

Ähnlich wie Pflanzen geben auch Tiere wichtige Auskünfte über die Qualität des Gebietes bzw. des Lebensraumes. Die relevantesten Gruppen bilden Laufkäfer, Tagfalter, Mollusken (Weichtiere), Heuschrecken, Libellen und Vögel. Aber auch Reptilien sind immer wieder gern gesehene Gäste.

Lacerta agillis

Einen besonderen Schatz hatte ich mit dieser männlichen Zauneidechse gemacht.  Durch die recht kühle Witterung war es recht einfach sie zu fangen. Auch an dieser Stelle der Hinweis: Die Tiere wurden nicht geschädigt. Nach dem jeweiligen Bestimmungsgang wurden sie wieder freigelassen.

gehäuteter Grashüpfer

 Auf dem Bild seht ihr eine Besonderheit. Hier hat sich ein Gemeiner Heidegrashüpfer während er im Röhrchen war, gehäutet und seinen zu klein gewordenen Körper abgestreift. So etwas hatte ich bisher in meiner Laufbahn noch nicht. Heuschrecken machen diesen Vorgang sieben mal, bis sie dann ihre ausgewachsenen Größe erreicht haben.

Schachbrettfalter
Hier haben wir noch einen Häufigen Wiesenbewohner. Mit seiner markanten Flügelzeichnung erinnert er an ein beliebtes Denkspiel und heißt daher auch Schachbrettfalter. Vertreter der Avifauna gab es natürlich auch wieder reichlich. Baumpieper, Stieglitz, Gelbspötter oder Neuntöter sind nur ausgewählte Arten.

Im Großen und Ganzen bin ich mit der Entwicklung des Gebietes sehr zufrieden. Sowohl was Artenvielfalt und Abundanz angeht. Ich bin schon gespannt wie es nächstes Jahr aussieht.


Vorsicht Waldbrandgefahr!

Quelle: DieSchilder.de
Bei meiner heutigen Runde durch die Wälder Sachsen-Anhalts wurde mir bewusst, wie trocken und damit entzündbar der Waldboden in diesen Tagen ist. Sicherlich werdet ihr es bei euch vor der Tür ähnlich warm haben wie wir hier im Salzlandkreis und sicherlich wisst ihr um die Gefahr des Waldbrandes.

Aber der Vollständigkeit halber noch einmal der Hinweis: Passt bitte auf. Vermeidet offenes Feuer und verkneift euch sonstige Spielchen mit Lupen und Sonnenstrahlen etc.

Wie es um eure Region steht, seht ihr auf dieser Seite. Der Deutsche Wetterdienst stellt für den aktuellen Tag und die vier Folgetage immer 14 Uhr eine Waldbrandgefahrenprognose auf und stellt diese online.
Eingeteilt wird ie Brandgefahr in die Bereiche 1 = sehr gering; 2 = gering; 3 = mittel; 4 = hoch und 5 = sehr hoch.
Die aktuelle Situation seht ihr auf dem unteren Bild. Diese dürfte sich aber in den folgenden Tagen nur geringfügig ändern.

Quelle: DWD

Mehr Informationen zum Thema "Waldbrand" findet ihr hier.




Region Steigerwald für Nationalpark

Der BUND Naturschutz in Bayern (BN) und der WWF Deutschland haben eine repräsentative Umfrage zum geplanten Nationalpark Steigerwald in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Zwei Drittel der Befragten sind laut der Umfrage für einen Nationalpark. Sie befürworten das Ganze mit einem besseren Schutz für Flora und Fauna als es im derzeitigen Forst der Fall ist. Jetzt liegt es am Bayernkönig Horst Seehofer den Mehrheitswillen der Bevölkerung anzuerkennen. In der Vergangenheit hat er das auch mehrfach bekräftigt.

Vor einem Jahr hatte die Staatsregierung verlauten lassen, dass man keinen Nationalpark installieren will, wenn dies gegen den Willen der Bevölkerung sei. Mehr als 60% Befürworter setzen aber ein deutliches Zeichen und fordert die Politik zu entsprechendem Handeln auf.

Die Studie zeigt aber auch, dass es ein Gefälle in der Akzeptanz eines Nationalparks in den kreisfreien Städten Bamberg und Schweinfurt sowie den Landkreisen Bamberg, Hassberge und Schweinfurt gibt. In den Städten beträgt die Zustimmung rund 77%, wobei in den Landkreisen lediglich 38% für einen Nationalpark vor der Haustür gestimmt haben.

Viele Kritiker würden einem NP positiver eingestellt sein, wenn die Brennholzversorgung der örtlichen Bevölkerung gesichert wäre.

Wie dem auch sei, der erste Schritt ist getan. Jetzt hängt es an den Naturschutzverbänden durch Aufklärung und Informationen den Nationalpark positiv zu bewerben um den ein oder anderen Gegner vielleicht doch noch zu überzeugen.

Mehr zum Thema:
Umfrage Steigerwald [PDF]
WWF-Positionspapier zum Steigerwald [PDF]



Faunistische Kontrolle im Auwald

Heute ging es mal wieder in die faunistische Abteilung. Blogleser wissen, ich bin eigentlich mehr der Pflanzen-Freund.
Im hiesigen Auwald schaute ich heute mal wieder nach den faunistischen Bewohnern.
Genau wie im letzten Jahr fand dieser Kontrollgang Anfang Juni statt und genau wie im letzten Jahr war es wieder sehr sehr heiß. Also das perfekte Wetter für diese Arbeit. Arten und deren Anzahl geben uns wertvolle Auskunft darüber, wie sich der Wald in dem letzten Jahr entwickelt hat und dient auch dazu etwaige Trends zu erkennen.

Altarm der Saale (Bernburg)
So sah heute also  mein Arbeitsplatz aus. Schön geräumig mit großen Fenstern. Dankenswerter Weise musste man sich zum "Tiere sammeln" nicht besonders anstrengen, es kreucht allerhand am Wegesrand bzw. sitzt auf dem Blattwerk. Wie auch diese Bernsteinschnecke.

Bernsteinschnecke (Succineidae)
Bernsteinschnecken sind einer der häufigsten Arten in Deutschland und zeichnen sich durch ihr linksgewundenes Gehäuse sowie ihr glänzendes Haus aus. fast alle anderen Schneckenarten haben ein rechtsgewundenes Gehäuse. Man findet sie meistens auf Hochstauden sitzend. Leider haben sie aber auch negative Aspekte. Sie sind der Hauptwirt für den Leberegel. Besonders pflanzenfressende Tiere sind davon betroffen. Ob eine Bernsteinschnecke von dem Parasiten befallen ist erkennt man ganz einfach. Dieser kleine Fiesling sitzt auf den Fühlern. Wie jede Landschnecke hat auch diese ihre Augen auf den Fühlern sitzend. Wenn da ein ca. 3mm dicker Auswuchs ist, der sich bewegt, dann ist die Sache eindeutig: Parasit.

Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris)
Ein weiterer Gast ist die Spanische Wegschnecke. Bitte verwechselt sie nicht mit der heimischen Großen Wegschnecke (Arion rufus)
Die spanische Art gehört mit zu den invasivsten Arten in Deutschland und ist mittels Erdtransporte eingeschleppt wurden. Jeder anständige Gärtner braucht ja einen Olivenbaum im Garten und das ist das Resultat.
Ihre Farbe reicht von hellbraun über orange bis hin zu  dunkelbraun. Auffallend ist der fehlende Saum, der sie von der heimischen Art unterscheidet.

Erdkröte (Bufo bufo)
Eine heimische und recht häufige Art ist die Erdkröte. Sie gilt auch als Märtyrer unter den Amphibien, da sie jedes Jahr zu ihrem angestammten Laichquartier hopst und dabei auch auf Straßen keine Rücksicht nimmt. Sie ist es auch, die dabei in großen Zahlen den Tod finden.
Aber auch an dieser Stelle noch einmal der Hinweis: Alle Tiere wurden nur temporär gefangen und nach nicht einmal 2 Minuten wieder freigelassen. Desweiteren wurde ihnen kein Leid zugefügt.

 Schaut doch auch mal bei eurem nächsten Spaziergang abseits des Weges. Vielleicht findet ihr ja auch etwas feines.






Tierversuche der Tabakindustrie

Am 31. Mai war wiedereinmal Weltnichtrauchertag. Das "Nichtrauchen" gut und "Rauchen" böse ist, ist ja hinlänglich bekannt. Kaum eine andere legale Droge wird so heiß diskutiert wie der Glimmstängel. Zumindest in meiner Wahrnehmung. Was viele aber nicht wissen, sind die Auswirkungen auf die Tierwelt.
Nach wie vor werden im Auftrag der Tabakkonzerne hunderte Tierversuche durchgeführt. Dabei werden Tiere gezwungen, durch spezielle Masken, mehrere Stunden am Tag Tabakrauch zu inhalieren. Mitunter werden sie dafür in winzige Behälter gesteckt, wo ihnen der Tabakrauch direkt in die Nase gepumpt wird.

Quelle: http://www.hannover-zeitung.net
Man erhofft sich dadurch Erkenntnisse über die Auswirkungen von Zusätzen wie Honig, Zucker, Melasse und Kaffee. Ratten sind bei solchen Experimenten besonders begehrt. Ihnen wird täglich für etwa sechs Stunden  Zigarettenrauch direkt in die Nase gepumpt. Danach werden die Tiere getötet, seziert und untersucht.

Man sagt ja, dass sich am ehesten mit dem Rauchen aufhören lässt, wenn man einen bestimmten Grund hat der von Herzen kommt. Vielleicht diese Thematik dem einen oder anderen als solchen Grund. Zu wünschen wäre es.

Deutlich weniger Gartenvögel gezählt

Der NABU Schleswig-Holstein rief wieder zum Vogelmonitoring. Dabei wurden allerhand Sing- bzw. Gartenvögel gezählt und mit den Vorjahren verglichen. Dabei stellte sich ein unschöner Trend heraus. Bei den fünf meistbeobachteten Arten wie Amsel, Haussperling, Blau- und Kohlmeise sowie dem Grünfink ist ein deutlicher Einbruch der Abundanz zu verzeichnen.

Insgesamt haben 1300 Teilnehmer mehr als 30000 Vögel in 900 Gärten erfasst und kartiert. Wie oben erwähnt, ist ein erheblicher Rückgang erkannt worden. Als mögliche Hauptursache für den starken Artenschwund wird die Viruserkrankung Usutu angenommen, ob und in welchen Ausmaßen das überhaupt der Fall ist, wird zur Zeit noch untersucht. Überraschend hoch ist der Rückgang beim Buchfink. Dieser erreicht nun den niedrigsten Zählwert in Schleswig-Holstein.

Wer sich ein genaues Bild über die Situation machen will, der findet hier alle Ergebnisse der Zählaktion. 


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