Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Atomstrom verliert Boden

Der weltweite Anteil an Atomkraft an der globalen Stromerzeugung sinkt kontinuierlich. So geht es aus dem World Nuclear Industry Status Report 2014 hervor. Dieses knapp 160 Seiten starke Druckwerk wurde gestern in Washington D.C. der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Bericht kürt auch das älteste AKW der Welt. Dieses befindet sich in der Gemeinde Döttingen im Kanton Aargau in der Schweiz. Anders als in der EU gibt es keine Abschaltefrist für laufende Atomkraftwerke, so ist auch das hohe Durchschnittsalter für Schweizer AKW zu erklären. Der Durchschnitt liegt bei 28,5 Jahren, in der Schweiz sind es stolze 39 Jahre im Schnitt. Das erwähnte AKW Beznau ist mit 45 Jahren der absolute Methusalem in der Szene.

Desweiteren zeigt der Bericht auch, dass die Kosten für Atomstrom in Frankreich in den letzten drei Jahren um 16 Prozent gestiegen sind. Anders sieht es in den US of A aus, dort wurden mehrer Anlagen abgeschaltet, da Nutzen und Kosten in keiner Relation standen. Ähnliche Anzeichen gibt es ebenfalls in Belgien, Schweden und Deutschland. Liest man den Bericht weiter, so erfährt man, dass im Jahre 2013 weltweit 32 Gigawatt Windenergie und 27 Gigawatt Solarstrom  an die Netze angeschlossen wurden. Ebenfalls wird der globale Rückgang der Atomstromproduktion bestätigt.

Aber mal unter uns. Welche ernsthafte Alternative haben wir denn, wenn wir den aktuellen (Lebens-9 Standard behalten wollen? Solange wie immer mehr Geräte "smart" werden und Strom verbrauchen sehe ich zumindest keine Lösung. Windräder beispielsweise mögen "sauberen" Strom liefern aber sie schaden der Natur auf andere Weise.




Mehr zum Thema Naturschutz



Deutschlands Konsumverhalten

Jeder von euch kennt sicherlich die dynamischen Anzeigen über Geburtenrate, Schuldensumme oder Stromverbrauch eines Bundeslandes oder Staates.
Heute habend lief mir eine solche Visualisierung über das Konsumverhalten der Deutschen über den Weg.
Aufbereitest und zur Verfügung gestellt wird diese Anzeige von kaufda.de.
Schaut mal vorbei und lasst die Zahlen auf euch wirken, immer den Gedanken im Hinterkopf, dass diese Sachen auch produziert bzw. entsorgt werden müssen. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob es verlässliche Zahlen sind oder nur Hochrechnungen. Spannend anzusehen sind sie allemal.



Neues Themenheft erschienen

Heute komme ich seit Ewigkeiten wieder mit einem Literaturtipp um die Ecke. Okay, Literaturtipp ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen aber spannender Lesestoff ist es auf jeden Fall.
Der Naturschutzbund e.V. (NABU) hat ein neues Themenheft über "Naturschutz" veröffentlicht. Auf knapp fünfzig Seiten geht es querbeet durch allerhand Themen die in der "Szene" aktuell sind. Gegliedert ist das Heft dabei in die Themen "NABU-Wald", "Wald-Natur" und "Wald Nutzen". Das Heft ist werbefinanziert und steht somit kostenlos zum Download zur Verfügung.

Wer sich das Heft für unterwegs herunterladen will, der findet hier den Link.

Viel Spaß beim Schmökern.


Back to the roots für den Klimawandel

Quelle: klimastiftung.ch
Wie ihr ja mitbekommen habt war ich letzte Woche in der Schweiz unterwegs. Neben der Erholung führten mich auch dienstliche Gründe in das Land der Helvetier. So konnte ich auf einer Tagung mehr über den Schweizer Naturschutz erfahren.Besonders im Gedächtnis ist mir dabei David Michel geblieben. David ist ein ganz normaler Landwirt mit einer ganz normalen Landwirtschaft. Also fast. Er bewirtschaftet seinen Hof vorwiegend mit Pferden. Um das bewerkstelligen zu können, entwickelt er moderne Geräte  und Ausrüstung für seine Pferde. Bisher konnte er zwei weitere Biobauern davon überzeugen. Tendenz steigend.

Finanzielle Hilfe bekommt er dabei von der Klimastiftung Schweiz.
Durch seinen Wechsel zur Muskelkraft von vier Pferden spart David um die 2000 Liter Diesel pro Jahr. Aber auch andere Vorteile machen sich bemerkbar. Der Boden wird dadurch weniger beansprucht, Flora und Fauna profitieren und Lärm wird auch vermindert. Zusammen mit Christoph Schmitz (Maschinenbauer) und Fritz Hadorn (Schmied) entwickelt David Michel zeitgemäße Ausrüstung die Mensch und Tier den bestmöglichen Komfort und Sicherheit bieten. Bisher haben sich zwei Biobauern aus dem Raum Bern und Graubünden für die Umstellung auf Pferde entschieden und sind von dem Erfolg begeistert. Ebenfalls positiv beeindruckt ist die Klimastiftung, welche kleine und mittlere Unternehmen, die mit gezielten Maßnahmen etwas zur Verminderung des CO2-Ausstoßes beitragen, unterstützt. Besonders für kleine alpine Bauernbetriebe kann der Einsatz von Pferdezugtechnik eine sinnvolle Alternative sein, spart man dadurch fossile Brennstoffe und belastet die Umwelt in einem geringeren Maße.



Deutschland raucht zu viel

Laut einer neu erschienenen Studie (WWF) zu den 30 CO2-intensivsten Kraftwerken Europas belegt Deutschland den vordersten Platz.
Kraftwerke mit Standort in Deutschland belegen unter den Top 30 gleich neun Plätze, davon sind vier Braunkohlekraftwerke auch unter den Top 5. Die Anlagen "Neurath" und "Niederaußen" vom Energieriesen RWE belegen die Plätze 2 und 3. Vattenfall verfehlt mit "Jänchwalde" (Platz 4) und "Boxberg" (Platz 5) den Sprung aufs Treppchen nur ganz knapp. Ich bin mir allerdings sicher, dass die Köpfer dainter fleißig daran arbeiten.
Unangefochtene Nummer 1 in Sachen Negativrekord ist das Kraftwerk "Belchatlow" in Polen. Aber auch unsere Nachbarn aus dem Empire haben Dreck am Stecken. So sind ebenfalls neun Kraftwerke in der Liste zu finden, allesamt mit veralteter Technik die teilweise noch aus den 1960er bzw, 1970er Jahren stammt.

Deutschland verbraucht für seine Stromerzeugung weitaus mehr Kohle als jedes andere Land er EU. 2013 kletterten die Emissionswerte sogar auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung vor 24 Jahren. Einer der Hauptschuldigen der steigenden Kohleverstromung ist der lächerliche CO2-Zertifikatepreis. Somit werden KKW in die Vollauslastung gedrückt und verdrängt weniger schädliche Kraftwerkstypen, bspw. Erdgas.
Sollte Deutschland den bisherigen Kurs beibehalten, so gefährdet es seine eigens gesteckten Emissionsminderungsziele für das Jahr 2020. Ich glaube persönlich schon lange nicht mehr an eine Einhaltung, lasse mich aber dennoch überraschen.

Bleifreie Munition geht auch

Wissenschaftler der Abteilung Universitätsklinik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) in Kooperation mit dem Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) untersuchten das Verhalten von Projektilen beim Auftreffen, Eindringen und Durchschlagen des Ziels.

Diese Studie zeigt, dass sich bleifreie Munition in ihrem zielballistischen Verhalten deutlich von herkömmlicher Munition unterscheidet. Eine der bleifreien Geschosskonstruktion wies allerdings ein ähnliches Verhalten wie konventionelle Mumpeln auf. Ferner beobachteten die Wissenschaftler, dass sich bei bleihaltiger Munition hunderte kleinster Splitter beim Aufprall lösen. Bleifreie Munition zersplitter da deutlich geringer.

Im Rahmen des Experiments wurden zielballistische Daten von vier handelsüblichen Jagdgeschossen verglichen. 3 Geschosse enthielten einen Kern aus homogenen Kupferlegierungen und eines besaß einen Bleikern.
Alle Geschossen wurden mit repräsentativer Geschwindigkeit in einen Block aus ballistischer Seife geschossen und hinterher mittels Software auf die Parameter Schusskanal, Schadenstife, Volumen und Geschossabweichungswinkel untersucht. Zusätzlich wurden Geshossabsplitterungen digital erfasst und gezählt.

Die Ergebnisse beider Munitionstypen wiesen eine hohe Gemeinsamkeit auf. Es ist also wiedereinmal in einem neuen Schritt bewiesen wurden, dass bleifreie Munition zur Jagd geeignet ist. Die giftige Wirkung von Blei ist seit der Antike bekannt, man denke nur an die Seuche der Subura von Rom. Heute zählt es zu den bekanntesten Umweltschadstoffen  und wirkt sich stark auf Umwelt, Mensch und Tier aus. Schätzungsweise werden mehrere Tonnen Blei pro Jahr in die Umwelt eingetragen. Besonders für Aasfresser (Bartgeier in der Schweiz), die am Ende der Nahrungskette stehen genügen oft nur wenige Splitter im Organismus um toxisch zu wirken. Schon in geringen Mengen führt Blei zu einem Defekt des Nervensystems und zu Entwicklungsstörungen.

Aber ich möchte hier auch mal die Meinung von euch da draußen hören. Sind eventuell Jäger unter meinen Lesern? Eure Meinung interessiert mich.


Schwimmen für den guten Zweck-Tag 5 im Lande der Helvetier

Quelle: naturschutz.ch
Bei einem Stadtbummel entlang des Zürisee stach mir eine feine Aktion ins Auge. In diesem Jahr findet wieder die Durchquerung des Zürisee von Männedorf nach Wädenswil statt. Veranstalter ist die Schweizer Lebensretter Gesellschaft (SLRG).
Ocean Care nimmt das zum Anlass um auf den starken Schwund der Delphine im Mittelmeer aufmerksam zu machen.
Immer weniger Delphine leben im Mittelmeer, Grund dafür ist die anhaltende Übernutzung und die steigenden Belastung mit Schadstoffen. Wer dagegen ein Zeichen setzen möchte, der schwimmt am 17. August 2014 mit durch den Zürichsee. Alles was man dazu braucht ist eine entsprechende Kondition und einen Sponsor.  Es ist dabei egal ob dieser privater oder beruflicher Natur ist, dieser spendet dann einen Betrag nach Wahl und ab geht es. Natürlich kann man sich auch selber unterstützen.

Wie immer werden auch dieses Jahr wieder viele Starter erwartet. Aus diesem Grund ist der See auch für den Tag auch für die zivile Schifffahrt gesperrt.

Mehr dazu findet ihr hier und hier.


James Bond und Sherlock Holmes-Tag 4 im Lande der Helvetier

Der gestrige Tag stand ganz im Zeichen von theoretischem Naturschutz und abendlichem Schwimmen im Zürisee und bot nicht genügend Stoff für einen Beitrag. Mit dem heutigen Tag verhät es sich zum Glück anders. Heute wandelte ich auf den Spuren von zwei fantastischen Persönlichkeiten.

Hauptziel war die Stadt Meiringen in  der Zentralschweiz. Leseratten können jetzt schon den Grund erahnen. Aber auf dem Weg dahin ging es über den Furkapass. Dort fand vor genau 50 Jahren die Jagd auf Goldfinger statt. James Bond jagte mit deinem Aston Martin DB5 die Passstraße herunter und sorgte für manch stockendem Atem. Die Zeiten haben sich geändert aber die Ausicht ist geblieben.


Auch heute gilt mein Respekt all den Radfahrern die sich den Pass hinauf gequält haben. Es heißt ja immer, der Weg sei das Ziel aber ich kann mir vorstellen, dass dieser Spruch auch keine große Hilfe ist. 

Nach einer kleinen Rast und einem Staunen mit offenem Munde ging es dann auf der Südseite hinab in Richtung Ziel.
Das kleine Dörfchen Meiringen in der Zentral Schweiz diente Sir Arthur Conan Doyle als Schauplatz für seinen Helden Sherlock Holmes. 

Nach einem Kampf mit seinem Erzfeind Dr. Moriaty stürzten beide den Reichenbach Wasserfall hinab und kamen ums Leben.

Durch den hiesigen Tourismusverband wurde der Wasserfall eindrucksvoll in Szene gesetzt. Man läuft oder fährt ein paar Kurven entlang bis man ihn dann hinter der letzten Biegung langsam empor schauen sieht. Er mag nicht der größte seiner Art sein aber er ist dennoch eindrucksvoll. Man beachte den zweiten Arm der sich durch Gestein gespült hat.

Für ich waren beide Ausflugsziele etwas besonderes. Wann hat man den schon Gelegenheit auf den Spuren zweier Jugendhelden zu wandeln? Ich bin mir fast sicher, wenn es mit dem Naturschutz nichts geworden wäre, hätte ich eine Laufbahn wie die beiden eingeschlagen. Damals waren Agenten ja noch cool.

Alle bisherigen Bilder finet ihr hier und hier.



Zürich gegen Abholzung

Erfreuliche Neuigkeiten aus der Schweiz.
Als erster Kanton setzt Zürich ein Zeichen gegen die Abholzung von Urwäldern. Trotz des digitalen Zeitalters nimmt der Holz- und Papierkonsum stetig zu. Als erster Kanton tritt Zürich der Aktion urwaldfreundlich.ch bei und verpflichtet sich damit zur Einhaltung gewisser Mindestkriterien in Sachen Druckaufträgen und Kopierpapier. Ebenfalls gilt dies für die Beschaffung von Kleinwaren, bspw.  Holzwaren oder Möbel. Aber auch Bauufträge fallen darunter. Um den fortschreitenden Holzschlag zu stoppen, soll die kantonale Verwaltung in Sachen Recycling und Papiernutzung komplett umgestellt werden. Wer die Schweizer kennt weiß, wie schwer es ihnen fällt etwas Neues zu akzeptieren.

Urwaldfreundlich.ch wird vom Förderverein für umweltveträgliche Papiere und Büroökologie Schweiz (FUPS) getragen und betreut. Damit leistet man einen wichtigen Beitrag zum Umgang mit natürlichen Ressourcen. Was sich für den einen oder anderen vielleicht banal anhört halte ich für einen Schritt in die richtige Richtung. Es bleibt abzuwarten, ob sich andere Kantone anschließen.


Große Hufeisennase verzeichnet Wachstum

Bundesweit haben es Fledermäuse nicht gerade leicht. Zu oft werden Nist- und Wohnquartiere abgerissen oder saniert. Was dem Menschen von Nutzen ist, schadet den kleinen Flattermännern auf erhebliche Art und Weise. Umso schöner ist es, dass die letzte große Kolonie der Großen Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum) wieder Zuwachs verzeichnen kann. Die einzig bekannte Wochenstube befindet sich in Hohenburg in der Oberpfalz.
Bei der letzten Zählung der dortigen NABU-Kollegen wurden 111 erwachsene Tiere erfasst, das sind 17 Tiere mehr als im Vorjahr. Auch bei den Jungtieren lässt sich eine positive Bilanz ziehen. Mit 50 Jungtieren stieg die Zahl an Nachkommen um 13 Individuen. Begünstigt durch den ausfallenden Winter 2013 erblickten die ersten Jungtiere bereits Anfang Juni das Licht der Welt. Somit steigt auch die Überlebenschance für den kommenden Winter. Jeder Tag, an dem die Jungen die Insektenjagd und das Fliegen lernen, hilft ihnen sich in der heutigen Welt zu behaupten.

Wer sich für das Thema interessiert, der findet hier eine interaktive Karte mit Pflege- und Auffangstationen für Vögel und Säugetiere in Deutschland.



Fototour in der Schweiz -Tag 2 im Lande der Helvetier

Heute machte ich mich mal auf die Socken und erkundete die Umgebung. Eine Sache die mir im Urlaub immer besonders Freude macht. Ohne Karten und Handy geht es einfach mal los. Irgendwo wird man schon herauskommen.

Wenn man mit halbwegs offenen Augen durch die Welt geht, findet man immer etwas Schönes, mal ist es ein bestimmtes Motiv oder eine interessante Begegnung. Motive gibt es hier in der Schweiz im Dutzend. Zum Beispiel dieses kleine Bootshaus am Zürisee.


Aber auch in der urbanen Umgebung findet sich immer etwas zum "knipsen".  Beispielsweise in Gabionen. Bekanntermaßen ist die Schweiz ein hügeliges, ja sogar bergiges Land. Daher sind viele Straßenränder mittels Gabionen gegen Geröll geschützt. Aber auch in diesen Steinkästen hat Mutter Natur etwas Leben gepflanzt.
 

Am Nachmittag ging es dann ins Gebirge. genauer gesagt auf den rund 1950 m hohen Klausenpass. Der Weg dorthin war schon eine Reise wert. Meine Hochachtung gehört den zahlreichen Radfahrern die sich die steilen Kurven emporkämpften. Hut ab.
Wenn der Weg zum Gipfel schon schön war, dann ist die Aussicht phänomenal. Deswegen bin ich jetzt ruhig und lasse Bilder sprechen.









Im Lande der Helvetier-Tag 1

Heute früh oder besser gesagt heute Nacht ging es erst einmal nach Leipzig zum Flughafen. Dort wartete der Flieger in die Schweiz. Bevor jetzt der große Aufschrei kommt, ja ich habe den Flieger genommen. Da ich nur ein paar Tage Urlaub habe, wollte ich nicht 6 Stunden im Zug bzw. Auto sitzen.


Also nach Leipzig. Jeder der den Airport Leipzig kennt ist froh, dass er noch in Betrieb ist wenn man das nächste Mal kommt. So leer wie der in Dresden ist er noch nicht aber mir kommt immer die Frage in den Sinn, ob Sachsen zwei Flughäfen braucht.

Wie dem auch sei, kurz nach 6 Uhr ging es dann los in Richtung Süden. Der Flug war wie erwartet recht ruhig. Wir müssen wohl kurzzeitig durch ein Tunnel geflogen sein, wie sonst ist die Schwarzblende zu erklären?


Nach 90 Minuten Flugzeit landeten wir in Zürich und der Urlaub konnte beginnen. Was einem zuerst ins Auge fällt, wenn man die Schweiz besucht, ist die Ruhe und Gemütlichkeit. Wo sonst leben die Menschen ihr Leben in einer so stoischen Ruhe und Gelassenheit. So einen Einstellung würde manchem Deutschen auch gut zu Gesicht stehen.

Nach einer kurzen Orientierungspause schaute ich mich an den Ufern des Zürisees um. Die sommerlichen Temperaturen zogen mich förmlich in's kühle Nass.


Jeder der sich in den Bergen aufhält oder hin und wieder etwas Zeit im Gebirge verbringt, wird es kennen. Einen malerischen Sonnenuntergang in den goldigsten Farben. Mit diesem Bild verabschiede ich mich für den ersten Tag. Zugegeben, er war etwas ruhig aber das ist auch mal schön.


Also dann Freunde, kommt gut in die Betten und bis morgen. Mal schauen was der morgige Tag so mit sich bringt.



Neuer Wind in der Klimapolitik

"Es herrscht Aufbruchstimmung in der internationalen Klimapolitik.", mit diesen Worten schloss Umweltministerin Barbara Hendricks ihr Fazit zum diesjährigen Petersberger Klimadialog.
Zahlreiche Länder arbeiten an neuen ehrgeizigen Zielen, immerhin möchte man 2015 ein globales Abkommen zum Klimaschutz  beschließen.

Laut Hendricks sind gerade die Bigplayer wie die EU und US of A sowie China in der Pflicht mit gutem Beispiel voran zu gehen. Im Herbst 2015 auf der Klimakonferenz in Paris möchte man dann einen ersten Zwischenstand ermitteln und schauen, ob die einzelnen Beiträge der Länder fair verteilt und erfüllbar sind. Deutschland sei auf diese Aufgabe sehr gut vorbereitet. Nach wie vor hält man daran fest, die Treibhausgase bis 2030 um satte 55% senken zu wollen. Wohlgemerkt gegenüber den Wert von 1990. Des Weiteren versprach Hendricks Hilfe für Entwicklungsländer. Sowohl im technischen als auch im wissenschaftlichen Sinne können diese auf deutsche Hilfe zählen.

Ob man alles für bare Münze nehmen darf sei dahingestellt, ich würde es mir aber wünschen. Einziges Manko aus meiner (laienhaften) Sicht sind die langen Zeiträume. Bis 2030 sind es noch 16 Jahre. Mal schauen ob die EU so lange durchhält.

Aber warten wir erst einmal ab und schauen im Herbst 2015 nach Paris.



Naturgeblogt goes Swizerland

Gruezi miteinand',
bei mir steht der Urlaub an. Morgen in aller Herrgottsfrühe geht der Flieger in die Schweiz. Unter anderem dient die kleine Reise der Erholung und meiner Leidenschaft der Fotografie aber wie es halt so ist in unserer Branche, so richtig Abschalten kann man nicht, daher schaue ich mir auch mal den (praktischen) Naturschutz im Rütli-Land an.
Mal schauen wie die Gesetzeslage bzw. der Natursinn im Nachbarland ist. Auch freue ich mich auf einen Tag an der Seite eines Wanderschäfers, ein Handwerk welches in Deutschland einen sehr schweren Stand hat.
Um euch auf gewisse Weise mit zu nehmen, werde ich die besten Fotos für euch posten und (hoffentlich) täglich eine kleine Zusammenfassung geben.

Wer nicht so lange warten will oder kann, dem sei dieses nette Filmchen hier empfohlen.




Petersberger Klimadialog V

In diesen Minuten wird der Petersberger Klimadialog von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks eröffnet. Ich persönlich erwarte keine großen Errungenschaften in Sachen Klimaschutz aber ich lasse mich gerne überraschen.

Wie immer gibt es auch dazu einen Livestream.

Auch wenn Deutschland in Sachen Fußball Weltmeister ist, gibt es noch genügend andere Disziplinen die unserer Aufmerksamkeit bedürfen. Natur- und Klimaschutz sind nur zwei davon.

Packen wir's an.


Die Rot-Esche: Ein neuer Querulant?

Gestern fand im Landesamt für Umweltschutz in Halle (Saale) eine Tagung bzw. ein Workshop zu einem Thema statt, welches uns im Naturschutz in Zukunft häufiger begegnen wird. Die Rede ist von Fraxinus pennsylvanica.

Diese aus Nordamerika kommende Baumart breitet sich momentan entlang Flussauen aus und steht unter besonderer Beobachtung. Da sie mit Staunässe besser umgehen kann als die heimische Esche (Fraxinus excelsior) beginnt sie deren Lebensräume zu besiedeln. Bisher ist der Kenntnisstand über die Rot-Esche gering. Sie wurde in Deutschland bis in die späten 1980er Jahre als Forstholz angepflanzt und genutzt. Markant ist ihre goldgelbe Laubfärbung im Herbst, was ein bisschen Indian Summer in die Landschaft bringt. Aber auch hier gilt die Faustregel " Wenn es bunt ist, gehört es nicht nach Mitteleuropa".


Wie bereits erwähnt, hat sie ihren Platz in heimischen Auwäldern und Flutrinnen gefunden. Ihr Schwachpunkt ist allerdings die Dunkelheit. In einem intakten Auwald (LRT 91F0 FFH-RL) mit ausreichend Schatten, ist sie keine Gefahr für Eiche, Esche und Linde aber wehe wenn eine Lichtung entsteht und Licht auf den Keimling von F. pennsylvanica fällt. Dann kann es zu einer rasanten Verdrängung kommen,

Auf dem obigen Merkblatt habt ihr die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale abgebildet. Damit sollte eine Bestimmung möglich sein, ihr könnt allerdings auch bis zum Herbst warten.
Wie sich der "Problembürger" im Laufe der Zeit entwickelt bleibt abzuwarten. Ich halte euch auf dem Laufenden.







Fracking nicht so effektiv wie erhofft?

Gestern berichtete ich im Blog über ein partielles Verbot von Fracking in flachen Gesteinsschichten.  Gabriel und Hendricks haben sich zu einem solchen Schritt entschlossen, um die Qualität des Grundwasser zu bewahren.
Nun hat sich auch EU-Kommissar Oettinger zu Wort gemeldet und Bedenken an dem Verfahren geäußert.
Er hat jetzt herausgefunden, dass diese Methode zur Energiegewinnung in Europa weniger lukrativ sei als im Land der begrenzten Unmöglichkeiten.

Laut Oettinger kann Europa lediglich 10% seiner Abhängigkeit von Gasimporten mittels Fracking ausgleichen.
Bis dahin hat mir sein Statement gefallen, aber er wäre nicht der Lobby-Günther wenn er nicht noch etwas zu sagen hätte. Weiter ermahnt er die Deutschen sich die Option dafür offen zu halten und nicht aus ideologischen Gründen dagegen zu sein. Man solle auch keine unbegründete Angst gegenüber neuen Techniken zeigen. Mir ist schleierhaft wie man die Bedenken der Bürger als "ideologisch" abstempeln kann. Auswirkungen auf Natur und Umwelt, zu der auch der Mensch zählt, sind kaum erforscht. Aus den US of A rieseln mehr negative als positive Meldungen zu uns herüber. Wieder einmal wird mir etwas flau in der Magengrube, wenn ich bedenke in wessen Händen unsere Zukunft liegt.

Mal schauen welche Meinung er gerade abspult, wenn es konkret wird.



Frackingverbot?

Wie die Süddeutsche Zeitung heute verlauten lässt, will die Bundesregierung Fracking verbieten lassen. Allerdings nur bis 2021, bis dahin sollen die etwaigen Folgen geprüft werden.
Somit ist es zwar ein Erfolg für Natur- und Umweltschützer aber wieso muss man Fracking auf etwaige Folgen untersuchen? Diese sind doch hinlänglich bekannt.
Einen weiteren Knackpunkt gibt es allerdings noch. Das verbot bezieht sich auf die konventionelle Art des Gas-Frfacking in höher liegenden Gesteinsschichten. Dabei wird das Gestein mit Hilfe von Querbohrungen aufgebrochen, beim "normalen" Fracking wird die Gasblase direkt angebohrt.

Sigg Gabriel und Umweltministerin Hendricks haben sich auf ein entsprechendes Papier geeinigt. Das Fracking-Vorhaben zu Gasförderung in einer Tiefe bis zu 3000 Metern regelt das Wasserhaushaltsgesetz. Dadurch sind diese auch verboten.

Mit diesem Schritt hätte ich persönlich nicht gerechnet. Mal schauen was sich daraus noch entwickelt. Vielleicht finden wir ja eine von diesen "etwaigen" Folgen.

Originalartikel der Süddeutschen



Gewitter in Echtzeit

Kennt ihr das Projekt "Blitzortung"? Ich kannte es bis vor kurzem noch nicht. Seit dem Jahr 2003 wurde diese Plattform zur Dokumentation und Ortung von Gewittern von drei Deutschen "Gewitter-Fans" gegründet. Mittlerweile sind es alleine in der hiesigen Community mehr als 1700 Gleichgesinnte.

Hauptgegenstand ist die Website Lightningmaps.org auf der, mittels Kartengrundlage von Google Earth, Gewitter weltweit aufgezeichnet und visualisiert werden. In Echtzeit.

Dargestellt wird das Gewitter mittels hellgelben bis dunkelroten Punkten sowie sich ausbreitenden Kreisen. Wer Gefallen an der Sache findet und technisch etwas versiert ist, der kann sich auf der Homepage einen speziellen Bausatz bestellen, mit dem er seinen eigenen Blitzdetektor basteln kann. Klingt interessant aber leider scheitert es bei mir an der nötigen Fingerfertigkeit. 

Aber genug der Worte, schaut es euch mal an.


Podiumsdiskussion Zur Stadtbibliothek - Der Abend

Gestern Abend fand (30.Juni 2014) fand um 19 Uhr die geplante öffentliche Diskussionsrunde im Veranstaltungssaal des TIETZ statt. Anwesend waren die Stadträte Jörg Hopperdietzel (Die Linken), Ralph Burkhardt (CDU), Detlev Müller (SPD), Thomas Lehmann (Grüne) und Prof. Dr. Andreas Schmalfuß (FDP).
Moderiert wurde der Abend von Curt Bertram, dem Ansprechpartner des Förderer der Stadtbibliothek Chemnitz e.V.


Das obige Bild zeigt das Motto des Abends und gibt auch eine klare Richtung vor. Immer wieder wurde die Frage diskutiert, ob die Stadt sich so eine Einrichtung (Naturkundemuseum, VHS und Bücherei in einem Haus) weiterhin leisten will bzw. leisten kann.

Begonnen wurde der Abend mit nüchternen Fakten. So kostet das TIETZ die Stadt ca. 11 Mio. Euro pro Jahr, kann aber nur Einnahmen in Höhe von 1 Mio. Euro pro Jahr. Sicherlich hat man sich das vor zehn Jahren anders vorgestellt. Wie in (fast) allen öffentlichen Einrichtungen der Stadt wurde auch hier bereits kräftig gestrichen. So wurde das Budget in dem Zeitraum 2010 bis 2014 768 000 Euro gestrichen. In den Jahren 2015 bis 2017 sollen es noch einmal 300 000 Euro sein.

Von links: J. Hopperdietzel, Th. Lehmann, A.Schmalfuß, R. Burkhardt, D. Müller

Ähnlich schlecht sieht es beim Personal aus. 2011 wurden 6 Arbeitseinheiten (AE) gestrichen. In den Folgejahren 2013 waren es 2,7 und 2014 bisher 1,6 AE. All das schlägt sich natürlich in der Qualität nieder.
Ebenfalls wurden ca, 650 000 Euro für geringfügig Beschäftigte gestrichen. Auch das war ein herber Schlag für die hiesige Bibliothek.

Interessant war der Punkt "Medieneinheiten pro Einwohner". Damit veranschaulicht man den Bestand einer Bibliothek. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 2,0 . Chemnitz hat einen Wert von 1,2. Tendenz sinkend.

Den zweiten und größten Teil des Abends nahm die Fragerunde ein. Rund 100 Bürgerinnen und Bürger hatten an diesem Abend Zeit ihre Fragen zu stellen und ihre Bedenken zu äußern.

Am Ende fehlte mir eine klare Linie und handfeste Vorschläge wie man mit der Problematik umgehen will. Allerdings sprachen alle anwesenden Stadträte ihre Unterstützung aus. Das Schlusswort gibt es unten als File auf Soundcloud.

Man muss der Fairness halber erwähnen, dass Chemnitz mit diesen Problemen nicht alleine ist. Die Situation in Leipzig und Dresden ist die gleiche. Ich frage mich aber in welcher Welt wir leben, wenn Prestigebauten einen höheren Wert als Bildung haben? Immer wieder spart man an Bildung und Jugendarbeit und wohin führt das Ganze? In die Perspektivlosigkeit. 

Es darf nicht so weit kommen, dass Bildung zu einem elitären Gut wird. 


Reihenfolge derSprecher:
Detlev Müller (SPD), Ralph Burkhardt (CDU), Andreas Schmalfuß (FDP), Thomas Lehmann (Grüne) und Jörg Hopperdietzel (Die Linke).





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