Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Bartgeier erlebt Aufschwung

Seit einer ganzen Weile schaue ich mit einem Auge in die Schweiz. Mich interessiert die Thematik "Bartgeier" Durch die Entwicklungen der letzten Jahre hat sich der Bestand im Alpenland stark reduziert. Seit ein paar Jahren gibt es nun Projekte zur Wiederansiedlung. Mit zwei ausgewilderten und acht wildgeschlüpften Tieren bekommt die Population nun einen ersten Aufschwung. Obwohl die Bestände nach wie vor klein sind, sollen die ersten Tiere ab 2015 in der Zentralschweiz ausgewildert werden. Dabei ist es bei weitem kein neues Unterfangen. Seit 1992 werden Tiere in die freie Wildbahn entlassen. Den ersten Nachwuchs konnte man der erst im Jahre 2007 verzeichnen. Seitdem kommen jährlich zwei bis sechs Jungvögel zur Welt, daher freut es umso  mehr, dass in diesem Jahr gleich acht Brutpaare Nachwuchs zu vermelden haben. Diese Entwicklung zeigt an, dass der Bartgeier-Bestand sich langsam aus eigener Kraft erholt. Durch weitere Auswilderung sollen Inzuchtprobleme vermieden werden.  Bartgeier beginnen ziemlich spät mit der Fortpflanzung und bringen höchstens ein Junges zur Welt, dadurch ist der Bestand sehr sensibel und reagiert auf Umwelteinflüsse stärker als Tierarten mit einer höheren Quote. Ich freue mich über diese positive Entwicklung und drücke die Daumen.


Eschensterben aktuell


Über das Eschensterben wurde in den Medien schon des Öfteren berichtet. Jetzt hat ein neuer Mitspieler das Feld betreten und macht es noch schlimmer.
Die Esche hat aktuell kein einfaches Leben. Nach Buche und Eiche ist sie der wichtigste Forstbaum in Deutschland. Seit Jahren setzt ihr ein Pilz-Parasit ihr mächtig zu. Das Falsche Weiße Stengelbrecherchen lässt neun von zehn Eschen erkranken und Absterben. Als ob das nicht genug wäre, mischt ein Käfer aus Nordamerika in diesem Spiel mit. Der Asiatische Eschenprachtkäfer. Er hat eine markante metallisch grüne Farbe und misst gerade einmal 15 Millimeter. In den USA sind seinetwegen bereits Millionen von Eschen abgestorben. Inzwischen hat man Kunde darüber erhalten, dass sich der Käfer auch in Russland, genauer in der Nähe von Moskau, angesiedelt hat und sich ungehemmt ausbreitet. Allerdings bekämpft Russland ihn nicht, da er im westlichen Teil dieses riesigen Landes natürlich vorkommt. Aber was mach diesen anderthalb Zentimeter großen Käfer so gefährlich? Die Larven fressen serpentinenförmige Gänge ins Holz und zerstören so das Teilungsgewebe der Esche. Stark befallene Bäume sterben innerhalb weniger Jahre ab. Zwar hat die EU den Käfer umgehend auf die Liste für Quarantäne-Organismen gesetzt  und von Russland importiertes Holz muss käferfrei (durch Hitze- oder Gasbehandlung) sein, allerdings ist es illusorisch zu glauben, dass diese Maßnahmen ausreichen würden. Was nämlich nicht kontrolliert wird ist das Transportmedium. Unbemerkt kann der Käfer auf Lkw-Ladeflächen oder Eisenbahnwagons ins Land kommen.Obendrein kommt der Privatverbraucher ins Spiel. Immer mehr kaufen ihr Brennholz wegen des geringeren Preises in Russland. Wie so oft bei Neophyten lässt sich die Ausbreitung nur verzögern, nicht aber stoppen. Die Esche könnte sich somit zwei weiteren Laubgehölzen die den Kampf gegen Schädlinge verloren haben anschließen. Berg- und Feldulme sind weitgehend aus unseren Wäldern verschwunden. Auch hier trägt ein asiatischer Pilz die Schuld. Erst im Juni 2013 wurde die Japanische Esskastanien-Gallwespe nachgewiesen. Auch eine Art die auf der Liste für Quarantäne-Organismen steht und eigentlich nicht auftauchen dürfte. Wie sich unser Wald in Zukunft gestaltet bleibt abzuwarten. Die typisch mitteleuropäischen Arten werden auf lange Sicht schwinden.



Naturschutz wächst und wächst

Dass Naturschutz heutzutage eine eher untergeordnete Rolle spielt, dürfte jedem klar sein, der sich mit der Materie befasst. Man könnte meinen, dass sein einziger Zweck nur darin besteht, als Sündenbock zu dienen. Aber dem ist mitnichten so. In Sachsen zum Beispiel sind die unter Naturschutz stehenden Flächen seit dem Mauerfall stark angestiegen. Im Jahre 1990 kam der Freistaat auf 156 Naturschutzgebiete mit einer Fläche von rund 14000 Hektar. Knapp 24 Jahre sind es 215 Gebiete von über 53000 Hektar Fläche. Umgerechnet wären es 75000 Fußballfeldern.
Aber auch die Zukunft sieht sehr gut aus. Laut einer Umfrage bei den Landkreisen und kreisfreien Städten werden weiterhin Naturschutzgebiete ausgewiesen. Das NSG "Chemnitzaue bei Draisdorf" befindet sich aktuell im Festsetzungsverfahren. Möglich werden die Ausweisungen überwiegend durch Umwidmungen ehemaliger Truppenübungsplätze der NVA und Sowjetarmee. So sind prinzipiell fast alle ausgemusterten Übungsplätze zu Naturschutzgebieten geworden. Auch mit dem Grünen Band, dem ehemaligen Grenzstreifen der Innerdeutschen Grenze hat man dem Naturschutz einen großen Dienst erwiesen. Wo ehemals Grenztürme standen, entwickelt sich die Natur weitestgehend unbeeinflusst von Menschenhand zu einem wahren Urwald. Wir können also stolz auf das Erreichte sein.


Interessante Idee einer Folgenutzung

Eine der Sachen die ich am Internet liebe, ist die Möglichkeit der Vernetzung. Anhand verschiedenster Kanäle bin ich mit anderen gleichgesinnten Naturfreunden verbunden. Ich versuche immer einen umfassenden Überblick der Szene zu behalten. Interessante und wissenswerte News oder Themen finden dann den Weg in den Blog. Aber logischerweise übersehe ich auch mal die ein oder andere Meldung und bin dann froh, wenn mir jemand einen Tipp gibt oder ich beim "Stöbern" in den Kanälen auf eine Meldung aufmerksam werde. So geschehen in der Google Plus Community "Naturschutz". Vielen Dank an +Micha Badek . Er hat einen sehr guten Artikel in der Community gepostet, dessen Thema ich sehr wichtig.


Es ist eine sehr gute Möglichkeit wie man die Folgenutzung von Tagebauen sichert. Renaturierungsprojekte gibt es mittlerweile wie Sand am Meer aber meistens laufen sie nach Schema F ab. Kohle raus, Wasser rein. Anpflanzungen ringsum. Meistens nimmt man nicht einmal heimische Gehölze (siehe Goitzsche). In Zukunft werden wir uns solchen Fragen vermehrt stellen müssen. Energie wird immer mehr gebraucht und mit dem Vorgehen der Sielmann-Stiftung kann man der Natur etwas zurückgeben.


Neues Spielzeug, neue Möglichkeiten

Berufsbedingt bin ich sehr viel in der freien Natur und verbringe auch meine Freizeit meistens im Freien. Immer dabei ist mindestens eine Kamera. Vorzugsweise meine Canon 600 D. Wer die Galerien am linken Rand anschaut, kann sich ein paar Bilder zu Gemüte führen.
Vor ein paar Tagen habe ich dann eine neue Tür dieses Hobbys aufgestoßen. Im Fotoshop meines Vertrauens leistete ich mir ein Makroobjektiv.


Bisher missbrauchte ich mein Teleobjektiv für Nahaufnahmen. Ja ich weiß, der Fachmann windet sich jetzt auf dem Boden und weint aber so war es nun mal. Irgendwann beschloss ich dann mehr Makros zu schießen und liebäugelte mit einem Retroadapter. Mittels diesem Ring "dreht" man das Objektiv einfach um und kann so makroähnliche Bilder erzielen. Allerdings nur unter Studiobedingungen. Sobald sich etwas bewegt oder das Licht zu hell/zu dunkel ist, kommt dieses Verfahren an seine Grenzen. Eine wesentlich elegantere Lösung ist ein Makroobjektiv. Heute fand ich endlich mal die Zeit ein paar Schnappschüsse zu machen. 








Adler in Nöten

Schaut man in die Rote Liste der gefährdeten Tierarten Deutschlands, so findet man auch den Schreiadler. Der kleinste Adler Deutschlands ist inzwischen auch vom Aussterben bedroht. In ganz Deutschland gibt es nur noch 100 Brutpaare (aufgerundet). Essentiell für die Aufzucht der Jungen ist Ruhe. Unter den Adlern gilt der Schreiadler als ausgesprochen ruhig und so mag er auch seine Lebensräume. Bisher fanden sie in dichten Wäldern mit altem Baumbestand Rückzugsorte. In den hohen Kronen alter Bäume wurden unbemerkt Nester gebaut. Als Jagdrevier bevorzugen diese Tiere offenes Grünland. Natürlich frei von jeder physischen und chemischen Belastung. Je seltener das Land bearbeitet wird, desto besser ist es für den Schreiadler geeignet. Solch ein Grundstück ist zur Zeit in der Randow-Welse-Niederung im Nordosten Brandenburgs zum Verkauf freigegeben. Der NABU Deutschland setzt momentan alle Hebel in Bewegung um diesen Kauf zu tätigen. Aktuell stehen noch rund 70000 Euro zum Erfolg aus. Wer sich mittels einer Spende beteiligen möchte, folgt bitte dem Link.




Neues Bundesamt steht in den Startlöchern

Wie heute durch den Bundesanzeiger bekannt gemacht wurde, nimmt am 1. September 2014 das am Jahresanfang gegründete Bundesamt für kerntechnische Entsorgung (BfE) seinen Dienst auf. Unterstellt ist dieses neue Amt dem Bundesumweltministerium und und hat seinen vorläufigen Sitz  in Berlin. In der Anfangszeit wird es von Dr. Ewold Seeba, seines Zeichens Leiter der Zentralabteilung des BMUB, kommissarisch geleitet. Ab nächsten Montag setzt das BMUB den gesetzlichen Auftrag um, das Bundesamt für kerntechnische Entsorgung innerhalb eines Jahres aufzubauen.

Damit kommen spannende und vor allem wichtige bzw. zukunftsweisende Aufgaben auf das BfE zu. So soll die Suche nach einem Endlager voran getrieben werden. Aber natürlich mit der für Ämter typischen Ruhe. Erst wird die Finanzierung der weiteren Suche bzw. des Standortauswahlverfahrens geklärt. Obendrein müssen auch die Kosten für die Offenhaltung des Standortes Gorleben orakelt und finanziert werden. Um die nötige Manpower zu sichern, wurden im Bundeshaushalt für dieses Jahr 20 Stellen bewilligt. Man darf gespannt sein, wieviele Natur- bzw. Umweltschützer mit entsprechender Laufbahn darunter sind. Mein Tipp geht eher in Richtung Anwälte, Lobby-Jünger und Lakaien aber ich lasse mich gerne überraschen. Mit der Einrichtung dieses Amtes sind nun alle Voraussetzungen geschaffen wurden, um die Finanzierungsverantwortung der Atommüll-Verantworter  durchzusetzen. Die Struktur uns (Personal-) Ausstattung des Amtes seinen perfekt auf die vor ihm liegenden Aufgaben abgestimmt und zugeschnitten. Damit steht kommenden Fortschritten in dieser Sache ja nichts mehr im Wege. Aber warten wir es ab.



Einmal Süden und zurück

Es ist mal wieder soweit. An den Straßenrändern sammeln sich Stare und andere Zugvögel um sich für ihre alljährliche Reise zu wappnen. Für mich ist das Verschwinden der Schwalben und Mauersegler ein deutlichen Zeichen dafür, dass der Herbst bevorsteht. An vielen Orten Sachsen-Anhalts und Thüringens bspw. bündeln sich die Kraniche und locken viele Ornithomanen aus ihren Kammern hervor. Es wird gar nicht mehr lange dauern und wir sehen wieder Vögel reihenweise auf Stromleitungen sitzen. Aber auch wenn der Vogelzug schon seit Ewigkeiten ein Bestandteil unseres Lebens und des Jahreszyklus ist, gibt er uns dennoch Rätsel auf. Zum Beispiel die Papageitaucher von den Küsten Islands oder Schottlands schicken ihre Jungen voraus und ziehen erst Tage später los. Wie finden die Jungen aber den Weg in eine Region in der sie  noch nie zuvor gewesen sind? Oder der Sekundenschlaf der Mauersegler. Diese Vögel ziehen über enorme Distanzen ohne einmal den Boden zu berühren. Erholung finden sie in einem Sekundenschlaf. Dazu steigen die Tiere in große Höhen auf und lassen sich dann für kurze Augenblicke fallen. Dieses Spiel wiederholen sie die ganze Nacht. Aber leider hat die Wanderung der Vögel auch Nachteile. Ihre Zugrouten bleiben über die Jahre mehr oder weniger konstant und das bringt Menschen dazu sie abzufangen. Ganz dicke dabei sind Italien und Österreich. Mittels riesigen Fangnetzen werden jährlich Dutzende Vögel aus der Luft gefangen. Obwohl diese Art der Jagd umstritten und stellenweise verboten ist, halten manche Länder noch daran fest. Mir unverständlich.

Wie dem auch sei, ich wünsche allen Flattermännern eine ruhige Reise und einen angenehmen Aufenthalt. Wir Hiergebliebenen halten bis zum Frühling die Stellung freue mich auf euch im Jahre Frühling 2015 .

Mehr zum Vogelzug.


Chemnitzer Stadtfest 2014- Jetzt wird's ernst

Nachdem es gestern beim Aufbau des hiesigen Stadtfestes eher ruhiger zuging, legten die Schausteller heute so richtig los. Unsere Dreharbeiten für den neuen Zeitraffer begannen zehn Uhr. Davor allerdings hieß es erst einmal die gestern ausgekundschafteten Standorte aufzusuchen bzw. neue zu finden. Ein paar erwiesen sich als ungeeignet. Laut Programmablauf sollten die Aufbauarbeiten ab 10 Uhr beginnen und so war es auch. Als hätte jemand einen Startschuss gegeben, rollten Lastwagen Stoßstange an Stoßstange in die Stadt. In Windeseile wimmelte und wuselte es in allen Straßen und Gassen. Beeindruckend war auch die Effizienz der einzelnen Buden. Alle Beteiligten arbeiteten wie ein gut geöltes Uhrwerk. Ein paar der Stände waren schon vor Mittag fertig, andere wie das Riesenrad brauchten den ganzen Tag. Bis die letzte Gondel an ihrem Platz war, schlug die achtzehnte Stunde. Natürlich gilt auch heute unsere Dank allen Unterstützern und Helfern. Um aus möglichst vielen Blickwinkeln filmen zu können, rückten wir heute mit drei Kameras an. tagsüber wechselte obendrein der Standort, so haben wir aus insgesamt sechs Blickwinkeln Material gefilmt. Für die Freunde nackter Zahlen: 200 GB. Wie ich die Lage einschätze werden es ca. 30 Sekunden im fertigen Film.


Als das Riesenrad gegen 18 Uhr die Pforten öffnete, waren wir nicht gerade traurig. Auch wenn man es sich als Außenstehender nicht vorstellen kann aber so ein Tag schlaucht doch etwas. Mit dem heutigen Einsatz liegt das Stressigste hinter uns und können ab morgen einen Gang runter schalten. Ab morgen gilt, wenn ihr einen Typen mit Kamera seht, der ungefähr so aussieht wie der auf dem Profilbild am linken Rand, ruhig mal ansprechen.


Wasserknappheit-Warum und was tun?

Globalisierung ist nicht nur positiv. In Zeiten des weltumfassenden Handels freut sich der Verbraucher über Produkte aus Spanien, Indien oder China. Produkte die es eigentlich auch regional gibt. Nur sind da meistens zwei Probleme. "Saisonal" und "zu teuer" hört man oft als Gründe. Dazu kommt das (für mich) falsche Verständnis von Lifestyle. Nur exotische Produkte sind hipp und cool und machen das Leben farbenfroh. In meinen Augen ist das anders aber gut.
Welche Probleme die Globalisierung mit sich bringt wird gerne verschwiegen, passt es doch nicht so recht in das Konzept der "Weltfreundschaft". Ich kenne (oder kannte) viele kleine Bauernbetriebe die sich dem Druck des Weltmarktes beugen mussten. Es gibt jedoch ein weit größeres Problem das wie ein Damokles Schwert über uns hängt. Wasser. Die einst so unendlich erscheinende Ressource wird schon seit Jahren knapp. Aber so richtige Gegenmaßnahmen gibt es nicht.

In einer vom WWF geführten Studie wird einmal der Versuch gewagt, den Fluß des Wasser aufzuzeigen. Wo wird es verbraucht? Wer verbraucht welche Mengen? und Wie lange reicht es noch?
Die deutsche Version der Studie findet ihr in den Beitrag eingebunden, die englische Ausgabe ist hier verlinkt.



Für mehr Informationen zum Thema Naturschutz sei dieser Link empfohlen.


Chemnitzer Stadtfest 2014-Der Aufbau

Ab dem 28. August findet für vier Tage das Chemnitzer Stadtfest statt. Zum 20. Mal. Aus diesem Grund haben sich die Verantwortlichen entschlossen, aus zwei Tagen ganze vier zu machen und die Festtage zu verdoppeln. Schon lange vor dem Event wurde die Idee geboren, das Stadtfest mittels Zeitraffer zu dokumentieren. An dieser Stelle etwas Eigenwerbung. Nachdem in den letzten Tagen die Innenstadt nach eventuellen Standpunkten abgesucht wurde, ging es heute an die "Dreharbeiten".
An dieser Stelle schon einmal vielen Dank an die Unterstützer und Helfer. 


Seit den frühen Morgenstunden liefen die Kameras und sammelten Material für einen neuen Zeitraffer. Dankenswerter Weise blieb der Himmel trocken und der Wind war auch erträglich. Dank moderner Software kann man zwar auch Schwingungen beseitigen aber besser ist nun mal ein ruhiges Bild. Von mehreren Standorten wurden rund 100 GB an Daten gefilmt. Mal schauen was man davon verwenden kann.


Erfahrungsgemäß ist der erste Tag des Aufbaus immer etwas ruhiger und so war es dann auch. So gegen 15 Uhr waren alle Aufnahmen im Kasten und es hieß nun Daten sichern und sichten. Der morgige Tag, wenn auf der Brückenstraße die Fahrgeschäfte aufgebaut werden wird sicherlich etwas hektischer. Wer möchte kann gerne vorbeikommen.




Komorane auf der Abschussliste

Der Kormoran ist in Sachsen-Anhalt ein häufig anzutreffender Vogel. Es gibt mitunter kein Gewässer an dem er nicht sitzt. Aufgrund hervorragender Bedingungen breitet er sich rasend schnell aus.
Jetzt hat die Landesregierung auf diese Entwicklung reagiert und den Vogel zum Abschuss freigegeben. Von Mitte August bis Mitte März dürfen die Vögel nun in einem Abstand von bis zu 300 m zum Gewässerrand gejagt werden. Somit erhofft man sich einen Anstieg der durch den Kormoran gesunkenen Fischbestände in den Gewässern des Landes. Die bisher geltende Regelung für den Abschuss dieser Tiere hat sich nicht bewährt. Auch in Zukunft werden Lebens- und Rückzugsräume in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Man solle die neue Regelung keineswegs als systematische Verfolgung verstehen. Kormorane fressen täglich bis zu einem Pfund Fische, in kleinen Gewässern könne sich der Bestand nicht schnell genug regenerieren. Stellenweise sei er sogar um 90% gesunken. Man befürchtet daher Probleme für Naturschutz und (vor allem) die Fischerei. Mal schauen wie die neuen Maßnahmen fruchten.


Nacht der Fledermäuse

Am letzten Wochenende im August  ist es wieder soweit. Fledermausfreunde aus der ganzen Welt treffen sich zur "International Bat Night". In Deutschland bieten NABU-Gruppen eine Vielzahl von Exkurisonen und Veranstaltungen dazu an. Seid ihr an diesen Tieren interessiert, so ist das die Gelegenheit diese grazilen Segler aus der Nähe zu erleben. In Deutschland gibt es 23 verschiedene Arten, eine von denen sollte man doch zu Gesicht bekommen. Im Rahmen dieser Bat Night kann der fledermausfreund mit einem Detektor auf die Pirsch gehen und Lauschen. Bei der Gelegenheit kann man auch mal erwähnen, dass den Fledermäusen das Leben schwer gemacht wird. Durch Abriss oder Sanierung von alten gebäuden werden sie ihrer Lebensräume beraubt. Mittlerweile gibt es zwar Regeln wie Wochenstuben oder Winterquartiere in Dachbäden oder Mauerspalten erhalten werden sollen, dennoch ist es ein weiter Weg  bis sich "Batman" flächendeckend wohl fühlt. Vorsicht ist dennoch geboten. zwar steckt man sich heutzutage nicht mehr mit Vampirismus an, wenn eine Fledermaus beißt aber Tollwut und andere Krankheiten sind durchaus möglich. Solltet ihr euch also auf die Pirsch begeben, denkt bitte and robuste Handschuhe. Ich hatte schon einmal den Fall, dass einer meiner Srudenten mit Einweghandschuhen erschien. Leider kann ich keine Aussagen über die "Sauberkeit" dieser Tiere treffen aber wie so oft ist Vorsicht besser als Nachsicht.
Termine zur "International Bat Night" in Deutschland findet ihr hier.


Hilfe für den Kiebitz

Spricht man mit der Generation der 60er und 70er Jahre und fragt sie nach dem Kiebitz, hört man immer das Gleiche. Man fing diese Vögel aus der Luft und konnte sie mit einem Besen zusammen fegen. Bis vor 50 Jahren war der Kiebitz (Vanellus vanellus) noch ein Allerweltsvogel. Heute jedoch ist er aus vielen Agrarlandschaften verschwunden. Mitlerweile zählt er zu den bedrohten Vogelarten Deutschlands. Schätzungsweise leben hete noch 80000 Brutpaare in Deutschland. Wie so oft sind die intensive Landwirtschaft und veränderte Fruchtfolgen Hauptgrund für den Rückgang.
Um diesem Trend entgegen zu wirken, hat der NABU jetzt das Projekt: "Der Sympathieträger Kiebitz als Botschafter: Umsetzung eines Artenschutzprojektes zur Förderung des Kiebitzes in der Agrarlandschaft" ins Leben gerufen. Da der Kiebitz fast ausschließlich auf Feldern brütet, ist er in großem Maße abhängig von der Landwirtschaft bzw. von den Landwirten. Durch hohen und dichten Pflanzenwuchs ist es den Vögeln oftmals nicht mehr möglich ihr Brut erfolgreich großzuziehen. Genau an dem Punkt soll das Projekt ansetzen. Damit sollen Maßnahmen erprobt werden, die sich in den Arbeitsablauf der Landwirte integrieren lassen. So sollen neue Brutplätze geschaffen und bestehende Plätze erhalten werden. Knapp fünf Jahre lang sollen Schutzmethoden entwickelt und mit Landwirten erprobt werden. Nach Ende des Projektes sollen Ergebnisse in einem Handbuch gebündelt und veröffentlicht werden.



Tag der offenen Tür 2014 im Bundesministerium für Umwelt

"Willkommen beim Staatsbesuch-erfahren Sie, wie die Regierung wirklich arbeitet", unter diesem Motto steht der diesjährige Tag der offenen Tür der Bundesregierung. In dessen Rahmen hat der Besucher die Möglichkeit hinter die Kulissen der Macht zu schauen und sich ein Bild der ansonsten verborgenen Vorgänge zu machen.  Auch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit öffnet am 30. und 31. August seine Pforten. Von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr könnt ihr euren ganz eigenen Staatsbesuch abhalten.
Ministerin Barbara Hendricks wird den Tag persönlich eröffnen und auch tagsüber anwesend sein. Zumindest in der Theorie. Darüber hinaus erwarten euch vielfältige Veranstaltungen zu den Themen "Naturschutz", "Umweltschutz", "Klimaschutz" etc. Auf die angekündigten Talk-Runden freue ich mich persönlich am meisten. Ebenfalls wird das 25 jährige Bestehen des "Grünen Bandes" gefeiert. Auf dem ehemaligen Grenzstreifen der Innerdeutschen Grenze entwickelt sich seit 1990 eine wahre Wildnis.  Wer also in der Nähe ist und sich obendrein einen schönen Tag in Berlin machen möchte, der kann diese Veranstaltung mal vornehmen. natürlich ist so ein Tag und alles was man da sieht bzw. gezeigt bekommt mit Vorsicht zu genießen. Immerhin ist es nichts anderes als Werbung und die ist immer geschönt. Zuweilen auch im Naturschutz.




NABU Jahresbericht 2013

Der deutsche NABU setzt sich seit seiner Gründung vor einer kleinen Ewigkeit für den Naturschutz ein. Dank seiner unglaublich engagierten Mitglieder können Projekten in allen Bereichen gestemmt werden. Wie für Vereine üblich, informiert der NABU einmal im Jahr über seine Projekte, Aufgaben und alles andere was so angefallen ist.
Dazu gibt es jährlich den Jahresbericht. Die mittlerweile elfte Ausgabe umfasst 36 Seiten und ist sicherlich einen Blick wert.

nabu-stiftung_jahresbericht_2013.pdf by ThomasEngst


Wer mehr Informationen rund um den Naturschutz möchte, dem sei diese Lektüre hier empfohlen.


Chemnitz, leere Straßen und eine Ampel

Immer wieder einmal verbringe ich das Wochenende in meiner Heimatstadt Chemnitz. Wenn man sich das Jahr über in der Welt herumtreibt, ist es doch auch mal schön wieder zu Hause zu sein. Vor allem wenn sich in der Stadt nichts ändert. Bei einem heutigen Bummel durch die "City" stellte ich wieder einmal fest, wie beständig hier alles ist. Die Innenstadtbesucher sind genauso verschwunden wie das letzte Mal als ich hier war. Das Bild der ehemaligen Karl-Marx-Allee beschreibt die Stadt besser als es Wörter je könnten.


Aber das war gar nicht das Highlight. Das lauerte ein paar Meter weiter. Ich weiß nicht, ob einer von euch das kennt. Man kommt an einer Stelle bzw. einem Gebäude vorbei und euch wird klar, dass diese Sache schon seit eurer Kindheit an diesem Fleck steht. Mir ging es heute so. Das eben erwähnte Highlight war in meinem Falle eine einfache Straßenampel.


Diese Ampel ist die älteste in Chemnitz. Seit 1972 verrichtet sie ihren Dienst. Klar, ab und an haben sie bestimmt mal die Birnen gewechselt aber der Rest ist original. Beim Passieren kam mir der Gedanke, dass sie mich noch als ABC-Schützen und paar Jahre später auf dem Weg zum Schulschwimmen im Stadtbad gesehen hat. Hoffentlich bleibt sie uns noch eine Weile erhalten.




Andere Länder, gleiche Probleme

©Baudirektion Kanton Zürich
Die Schweiz liegt zwar hinter den Bergen, hat aber die gleichen Naturschutz-Probleme wie wir. Aktuell ist das Schmalblättrige Greiskraut. Ähnlich wie bei uns in Deutschland wurde es vor mehreren Jahren durch den Handel mit Schafwolle aus Südafrika eingeschleppt. Blieb die Schweiz wegen ihrer Lage bisher von der Pflanze weitestgehend verschont, so breitet sie sich jetzt schlagartig im Kanton Zürich aus und verdrängt so Schritt für Schritt die heimische Flora.
Obendrein stellt diese Pflanze durch ihre giftigen Inhaltsstoffe eine ernste Gefahr für Rinder und Pferde dar. Indirekt also auch für Menschen. Rinder und Pferde erkennen das in Gärfutter enthaltene Greiskraut nicht und so gelangt es problemlos in deren Organismus.
Auffallend ist die leuchtend gelbe Farbe dieses Neophyten. Bis weit in den November erkennt man in einer sonst eher schon grau-braunen Landschaft diesen Fremdbürger. Einzelne Pflanzen können bedenkenlos mitsamt der Wurzel herausgerissen werden, bei größeren Beständen ist aber Fachpersonal einbeziehen.
Das aggressive Verhalten lässt das Greiskraut sehr schnell gedeihen und heimische Arten werden spielend auskonkurriert und verdrängt. Genau wie in der Bundesrepublik breitet sich die Pflanze anfangs hauptsächlich über Bahnlinien und Straßen aus, später folgt dann eine Kolonisation von offenen Flächen. Ihre Samen werden mehrer hundert Meter weit vom  Wind getragen und somit ergibt sich ein enormes Ausbreitungspotential in rasanter Geschwindigkeit. Die Verbreitungskapazität ist ausgesprochen hoch, produziert die Pflanze doch bis zu 30 000 Samen pro Jahr. Eine vollständige Eliminierung ist im Kanton Zürich kaum noch möglich, auch da ähneln sich unsere Probleme. In diesem Fall könnten die Helvetier es aber schaffen, die Pflanze durch ein koordiniertes Vorgehen soweit zu schwächen, dass sie keinen Schaden mehr anrichten kann. Zu wünschen wäre es.



The real Spiderman

Es gibt Sachen von denen hört man oft, glaubt sie aber nur wenn man sie sieht. Heute ist mir wieder einmal eindrucksvoll bewiesen wurden, wie effektiv Mutter Natur ihre Geschöpfe geschaffen hat.

Meine Arbeit führte mich heute durch und in einen Birkenpionierwald. An und für sich ist da nichts ungewöhnliches zu entdecken. Hält man jedoch die Augen offen, so wird man doch manchmal fündig. Ich konnte mich heute von der Tragfähigkeit eines Spinnennetzes überzeugen. Man sieht mitunter recht oft, wie bspw. ein Insekt in selbiges hinein fliegt. Heute jedoch erwischte es einen Mistkäfer.


Völlig ahnungslos summte der Käfer an mir vorbei und erfreute sich des Lebens. Noch. Keine zwei Sekunden später wurde sein Flug schlagartig gestoppt und sein Schicksal war besiegelt. Er hatte ein aus haarfeinen Fäden gesponnenes Netz übersehen. Aber so ist es nun mal in der Natur.


Das Spinnennetz wurde zwischen zwei Birken aufgespannt und überbrückte so eine Distanz von ca. 5 Metern. Alleine die Leistung so ein Konstrukt zu "erbauen" ist für eine kleine Spinne schon erstaunlich. Aber es so zu bauen, dass es einen solchen Fang aushält ist wirklich bemerkenswert.


Hier haben wir den Übeltäter. Von der Größe her ist diese Spinne etwa "einen Kopf kleiner" als ihre Beute. Sobald sie gespürt hatte, dass ihr etwas ins netz gegangen ist kam sie herbeigeeilt und setzte mit ein paar Fäden nach. Und ich dachte immer Spiderman sei Fiktion.


Planloser Steuermann

Wer mich kennt oder den Blog hier aufmerksam liest, der wird schon festgestellt haben, dass ich ein überzeugter Chemnitzer bin. Ich halte zu meiner Stadt egal was kommt und was andere aus ihr machen. In vorherigen Beiträgen habe ich immer mal wieder den Umgang der Stadtoberhäupter mit der einstigen Industriemetropole bemängelt.
Jetzt hat sich auch Sandro Schmalfuß, ein sehr engagierter und verdienstvoller Bürger der Stadt in einem Interview mit dem Sachsen Fernsehen zu diesen Themen geäußert. Herausgekommen ist ein schönes und vor allem wahres Interview. Denn so wie es momentan in der Stadt zugeht, kann es nicht weitergehen.



Bis auf den Punkt mit dem Karl-Marx-Kopf stimme ich mit Herrn Schmalfuß komplett überein. Auch ich sehe den kommenden Entwicklungen in der Stadt mit großer Neugier aber auch Besorgnis entgegen.
Hoffen wir das Beste.


Wundersame Leistung der Phanerophyten

Auf einem meiner Streifzüge durch Sachsen habe ich heute wieder einmal sehen können, wie anpassungsfähig unsere Bäume sind. Hier im Blog habe ich in der Rubrik "Wunder der Natur" schon mehrfach über Außergewöhnliches berichtet. So auch in diesem Beitrag.
Mich erstaunt es jedes Mal aufs Neue welche Leistungen Mutter Natur so vollbringt. Bäume im Besonderen ertragen ziemlich viel und lassen sich nicht unterkriegen.


Ich habe leider keine Ahnung was da in die Stiel-Eiche gewachsen ist aber ihr scheint es nichts auszumachen. Irgendwie sieht es aus wie ein Teil eines ehemaligen Elektrozaunes aber wer sollte so etwas in einen Baum schlagen.
Solange man nicht die nährstoffleitende Schicht des Holzes (Bast) verwundet, macht es dem schweigenden Riesen relativ wenig aus. Aber aufgepasst: das Wort Rinde ist lediglich eine Verallgemeinerung. In Wirklichkeit ist der Ausbau sehr viel komplexer.

Die Borke erfüllt die Schutzfunktion des Baumes. Sie hält auch schädliche Umwelteinflüsse von ihm ab. Der Bast versorgt die Pflanze mit Nährstoffen. Er stirbt relativ schnell ab und verwandelt sich in Kork und anschließend in Rinde. Das Kambium hingegen ist die Schwachstelle. Hierbei handelt es sich um eine eher dünne Zellschicht und der wachsende Teil des Baumes. Außerdem ist es verantwortlich für die Bildung von Borke und Holz. Die Pflanzenhormone (Auxine) sind dafür zuständig. Sie werden im Frühjahr in den Blattknospen und Zweigspitzen gebildet. Im Splintholz befindet sich die Wasserversorgung des Baumes. Durch die Bildung neuer Splintholzringe verlieren die inneren Ringe ihre Funktion und werden zu Kernholz.
Dieses Kernholz wiederum ist das tragende Element des Baumes. Man kann es als Trägergerüst bezeichnen. Es besteht aus hohlen, nadelartigen Zellulosefasern die durch Lignin (eine Art chemischer Leim) zusammengehalten werden.

Anhand des Aufbaus eines Baumes wird deutlich, wenn man einen Nagel in die Rinde schlägt ist das mitnichten gefährlich oder tödlich für den Baum, solange man es richtig macht.





Über Stock und Stein

Heute mal etwas aus der Freizeit Abteilung. Von langer Hand geplant erfüllte ich mir heute mal einen Wunsch. Bei angenehmen Temperaturen ging es heute durch das Sächsische Erzgebirge. Auf einem Segway.


In einer Gruppe von sieben sympathischen Mitfahrern ging es durch dichten Tann zu den Greifensteinen. Nach einer kleinen Einführung von Seiten des Guide ging es dann los. Abfahrtsort war die kleine Stadt Geyer.
Die Strecke führte uns an verlassenen Bingen und Stollen vorbei aber auch (scheinbar) unberührte Natur wartete auf uns.


Das letzte Mal das ich mit so einem Gerät gefahren bin liegt schon über 6 Jahre zurück, umso erstaunter war ich, wie schnell man wieder Gefühl für die Sache bekommt. Auch wenn die ersten Meter etwas holprig waren, genoss ich jeden Meter der Tour.
Auch die zur Bodenentwässerung in den Waldboden gebauten Spurrillen konnten mich nicht stoppen.

Mit den Greifensteinen hatte die Tour ein würdiges Ziel. Die imposanten Felsen aus Zeiten der Eiszeit dienen heute als Freilichtbühne, die ich jedem ans Herz legen kann der sich für einen Filmabend im Freien begeistern kann.


Auch dem Wettergott muss ich Dank zollen. Bis auf eine kurze Husche blieben wir trocken und hatten ein rundherum gelungenes Erlebnis. Segways sind eine feine Erfindung. Sie führen das aus, was ihnen der Körper vorgibt. In gewisser Weise braucht man schon eine ordentliche Portion Körperbeherrschung. Auch wenn ich privat lieber auf den Drahtesel setze, freue ich mich schon auf das nächste Mal.




Rehabilitierte Elster?

So ziemlich jeder kennt die Geschichte der diebischen Elster. Schon von klein auf hören wir Geschichten aus dem Volksmunf über den Hang der Elstern glänzende Gegenstände zu stehlen und in ihr Nest zu bringen.
Dieses Klischee ist so sehr in unserer Kultur verankert, dass es sogar in der Oper "Die diebische Elster" von Gioachino Rossini verwendet wird.  Wie nun aber Wissenschaftler aus Exeter herausgefunden haben wollen, haben wir der Elster seit jeher Unrecht getan. Mit einer aktuellen Studie belegen sie, dass der Vorwurf nicht haltbar ist.
In einem Bericht im "Animal Cognition" erklären die Forscher, dass Elstern nicht auf glänzende Sachen fixiert sind. Dazu führten sie Versuche mit freilebenden Elstern sowie anthropogen geprägten Exemplaren durch. In den Tests bekamen die Vögel regelmäßig Futter an festen Plätzen. Nach einer gewissen Zeit stellten die Forscher in etwa 30 Zentimeter Entfernung neue Näpfe mit Schrauben und Muttern auf. In einer Schale waren die Gegenstände im glänzenden Originalzustand, in der anderen Schale waren sie mit matter Farbe angemalt.
Die Vögel zeigten kein gesteigertes Interesse an den Gegenständen, egal welches Aussehen sie hatten.
Eventuell fällt es uns Menschen nur eher auf, wenn sich ein Vogel mit einem glänzenden Gegenstand aus dem Staub macht. Bei Schwarzmilanen ist es allerdings belegt, dass sie funkelnde Sachen mögen und diese auch stehlen.  Ich für meinen teil wundere mich daher, wieso es keine Untersuchungen zu dem Thema mit diesen Vögeln gibt.



100 Städte für die Vielfalt

Im Jahr 2012 wurde das Bündnis "Kommunen für die biologische Vielfalt" e.V. ins Leben gerufen. Jetzt konnte mit der Stadt Göppingen das 100. Bündnismitglied begrüßt werden.

Das Bündnis ist mit dem Ziel gegründet wurden, die Bedeutung von Natur im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen zu stärken und legt den Fokus auf die biologische Vielfalt der Kommunen. Durch einen Beitritt erklären sich die Gemeinden, Städten und Landkreise bereit, Schutz- bzw. Erhaltungsmaßnahmen für die Vielfalt zu übernehmen.
Die Stadt Göppingen ist ein Teil des größten kohärenten Streuobstwiesengebiets. Streuobstwiesen sind aufgrund fehlender oder falscher Nutzung eines der am stärksten gefährdeten Biotope Mitteleuropas.  Dieser Umstand wirkt sich auch negativ auf die 5000 Tier- und Pflanzenarten aus, die in diesem Gebiet ihren Lebensraum haben. Um dem entgegen zu wirken bietet die Stadt beispielsweise jährlich einen Streuobstwiesentag oder eine Streuobstwiesenbörse an. Obendrein werden städtische Flächen kostenlos verpachtet und fachlich richtige Nutzung der Wiesen mit einem "Baumgeld" prämiert. Seit 1990 wurden in diesem Rahmen ca. 350000 Euro vergeben.


Schaut man sich jedoch die Verbreitungskarte (Quelle) an, so wird eine deutliche Tendenz sichtbar. Lediglich 6 Städte aus Ostdeutschland sind in diesem Bündnis vertreten. Nur Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern haben in diesen Hinsicht engagierte Städte. Da bleibt nur zu hoffen, dass in Zukunft ein paar Städte nachziehen.




Interview zur Energiewende

Wie kaum ein anderes Thema sorgt die geplante Energiewende für Sprengstoff. Seit geraumer Zeit geistert sie immer wieder durch die Medien und wird zum teil heftig kritisiert. So auch vom Regensburger Geologen Reinhard Hüttl. Der studierte Forst- und Bodenwissenschaftler leitet seit 2007 das in Potsdam ansässige Deutsche GeoForschungsZentrum.
In einem aktuellen Interview mit dem Focus äußert er sich (kritisch) zu den Themen Energiewende, Endlagersuche und Luftverschmutzung.

Selten habe ich so viel Wirbel in der Naturschutzbranche erlebt. Teilweise wirken alle Beteiligten recht planlos und überfordert, dabei wird dadurch die Zukunft unseres Landes erheblich verändert. Bei aller Liebe zu sauberer Energie zweifel ich dennoch daran, ob alternative Energieformen schon soweit sind uns auf gewohnt hohem Niveau mit Strom zu versorgen. Außerdem kommen die Konsorten von MIBRAG und LMBV erschwerend dazu. Diese lassen sich doch nicht so einfach die Butter vom Brot nehmen oder?

Farbenfroher Spätsommer

In einem der vorangegangenen Beiträge habe ich ja schon einmal über die Schönheit der Oranienbaumer Heide in dieser Zeit des Jahrs geschwärmt. Heute möchte ich das wieder tun.
Gestern hatte ich wieder einmal das Glück, ziemlich zeitig im Gebiet einzutreffen. Das Tagewerk begann  sechs Uhr morgens und bot wieder eine herrliche Kulisse.

Wenn man in den frühen Morgenstunden alleine in der Heide steht, bieten sich unendlich viele Eindrücke. Ob es nun die Feldlerchen oder Wiedehopfe sind, die mit ihrem Gesang den Tag begrüßen oder Feldhasen durch das Gras toben, überall gibt es etwas zu entdecken.


Wie die Natur hat sich auch das Licht verändert. Die ersten Strahlen der Sonne tauchen das Land nun in einen goldigen Schein und lässt es durch verschiedene Rottöne etwas wärmer erscheinen als im Hochsommer. Besonders schön ist auch der Anblick einer äsenden Rehfamilie gewesen. Vollkommen ruhig zogen sie grasend durch die Heidelandschaft.

Durch die Beweidung mittels Heckrindern und Konikpferden haben wir Heidekraut in allen Altersstadien. Von jungen Trieben bis hin zu verholzten Exemplaren ist alles vorhanden und trägt zu dem heterogenen Landschaftsbild bei. Würde man zur Mahd als Pflegemaßnahme greifen, wären alle Heidebestände etwa im gleichen Alter und würden das Landschaftsbild irgendwie "gleichschalten".


Irgendwie kam mir gestern der Gedanke in den Sinn, welchen Jahreszeit wohl die Schönste sei aber das lässt sich nicht so leicht beantworten. Bis jetzt hatte ich noch keinen Tag in der Oheide den ich als misslungen empfunden habe. Ein weiterer schöner Nebeneffekt meines Berufes sind die Gespräche mit den Spaziergängern, Joggern und Radfahrern. Die Heide wird von der ansässigen Bevölkerung geschätzt und solange wie es auch nur Einen gibt,der uns sagt, dass ihm die Landschaft gefällt, machen wir mit unserer Arbeit weiter.




Hautfarbe und Klimaschutz

In der Insektenwelt werden die Tiere zum Äquator hin heller, in Polrichtung aber dunkler. Das spielt eine ganz entscheidende Rolle im Zusammenhang mit dem Klimawandel.
Wie ein Team aus Marburger und Kopenhagener Forschern herausgefunden haben will, variiert die Farbe der Insekten je nach Region. Hellere Tiere sind klimatechnisch den dunkleren überlegen.

473 europäische Schmetterlinge und Libellen wurden hinsichtlich des Einflusses der geographischen Verbreitung auf deren Farbe und farbliche Veränderung durch Klimaerwärmung analysiert.Dazu wurden computergestützte Bildanalyseverfahren verwendet. Anhand dieser Daten konnten die Helligkeitswerte für jede Art bestimmt werden (Quelle).

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sich Insekten an die Temperatur in ihrem Lebensraum anpassen. So werden kältere Gebiete von kleineren Tieren bevölkert. Eigentlich ganz logisch, wird doch der Wärmehaushalt vom Verhältnis Körpervolumen zu Körperfläche bestimmt.
Ebenfalls lässt sich aus der Studie entnehmen, dass in kälteren Regionen deutlich mehr dunkel gefärbte Insekten leben als in wärmeren. Dort ist eine hellere Farbe vorherrschend. Diese helle Färbung schützt wiederum vor Überhitzung.

Auch an diesem Beispiel wird das beeindruckende Räderwerk der Natur wieder einmal deutlich. 

Farbenfrohe Heide

Es ist mal wieder soweit. So langsam aber sicher neigt sich der Sommer dem Ende und lässt auch die Oranienbaumer Heide wieder in ihrem eigenen Glanz erstrahlen. Wer den Blog hier regelmäßig verfolgt, der kennt den ehemaligen Truppenübungsplatz schon in jeder Jahreszeit. In keinem anderen Gebiet Sachsen-Anhalts bin ich so oft anzutreffen wie hier.

Der Spätsommer in der Heide ist immer etwas besonderes. Ab August verwandelt sich die ansonsten eher durch gesetzte Farben charakteristische Landschaft in ein etwas bunteres Blütenmeer. Grund dafür ist das Heidekraut (Calluna vulgaris), welches in dichten Pulken in der Landschaft vorkommt.


Aber auch die Hauptakteure bereiten sich auf den kommenden Winter vor. Die Wanderrouten haben sich wieder geändert und subjektiv scheint "Rind" mehr zu fressen. Für die diesjährigen Kälber wird es der erste Winter und obendrein die erste Feuerprobe. Die Rinder sind nahezu unempfindlich gegen die Kälte in unseren Kreisen aber Nässe nimmt sie ganz schön mit. Hoffen wir mal das der Winter einer von der milden Sorte wird.


Und da bekanntlich alles in der Natur miteinander verbunden ist, gibt es auch Bewohner der Oranienbaumer Heide die etwas positives aus der gesteigerten Nahrungsaufnahme der Herbivoren ziehen. Die Rede ist von Anoplotrupes stercorosus oder auch Waldmistkäfer genannt. Auch hier scheint es mir mehr Betriebsamkeit zu geben als in der restlichen Zeit des Jahres. Natürlich rein subjektiv.


Überall auf den Wegen und Weideflächen sind diese kleinen Gesellen wieder unterwegs um die Hinterlassenschaften Anderer zu verwerten. Zwar rollen sie keine Kugeln durch die Gegend wie ihre ägyptischen Verwandten aber sie sind trotzdem putzig anzuschauen.

Natürlich gibt es noch ein paar spät blühende Pflanzen zu sehen, diese sind aber deutlich in der Unterzahl. Trotz ihrer geringen Anzahl sind sie nicht minder schön.
Wer weiß um welches Exemplar es sich dabei handelt, kann es mir ja mal mitteilen.





  



Pfiffige Bienen

Bienen haben sich im Laufe der Evolution eine kreative Art zum Umgang mit dem Klima angewöhnt. Sie transportieren nicht nur Nahrung in Form von Nektar und Pollen, sondern auch Wärme.
Steigt die Temperatur im Bienenstock über das erträgliche Maß hinaus, so pressen sie ihre Körper an die jeweilige Stelle und schirmen so die Wärme ab. Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius sind dabei kein Problem.

Die aufgenommene Wärme geben sie wiederum an anderer Stelle ab. Logischerweise suchen sie sich dafür eine kalte Stelle aus. Diese Methode dient hauptsächlich der Brutpflege. Während ausgewachsene Tiere recht unempfindlich gegen Hitze sind, hat die Brut noch so ihre Probleme damit. Durch eine konstant gehaltene Temperatur verbessert man so die Lebensbedingungen des Nachwuchses.

Wie eine Studie laut bild der wissenschaft belegt, hat der Klima-Effekt sogar einen messbaren Effekt.
Zu diesem Zwecke wurden verschiedene Bienenstöcke mit Wärme bestrahlt und das Verhalten der Bienen daraufhin untersucht.

Als zusätzlichen Wärmetransport nutzen die kleinen Bestäuber ebenfalls ihre Flügel als Ventilatoren oder träufeln Wasser auf die Brut. Dies geht übrigens auch in umgekehrter Reihenfolge, sollte es zu kalt im Stock werden, hilft kollektives Zittern um Wärme zu erzeugen.
Ich weiß, dass ein paar (Hobby-)Imker in meinen Kreisen bzw. unter meinen Lesern sind. Wie ist eure Meinung dazu? Habt ihr ähnliches bereits beobachten können?



Lebensretter Baum

Heute mal eine nette Randnotiz zum Thema Wald. Wie das US-Agarministerium herausgefunden haben will, verhindern Bäume dank ihrer Schadstoff-Filterfunktion jährlich ca. 850 zusätzliche Todesfälle durch Atemwegsbeschwerden. Wohlgemerkt in den US of A. Damit entlasten sie den ohnehin schon maroden Haushalt um ca. 7 Milliarden Dollar oder ca. 5,2 Milliarden Euro.

Um zu diesem Schluss zu gelangen, fütterten Wissenschaftler ihre Computer mit Modellrechnungen über die Aufnahme von Schadstoffen und Gasen durch die Blätter der Bäume. Die resultierenden Werte verglichen und korrelierten die Forscher mit Daten aus dem Gesundheitswesen. Sie schätzten die Abnahme von tödlichen Krankheiten im Bezug zur Abnahme von Schadstoffen ein und berrechneten sogleich den eventuellen Spareffekt, den Luftfilter der innerstädtischen Bäume im Land haben. Auf diese Weise ermittelten sie den Nutzen der Bäume und bezifferten ihn mit harter Währung. Mit würde noch der psychologische Effekt auf Menschen einfallen aber das ist nur meine Meinung.

Der reinigende Effekt ist keine Neuheit. Man geht davon aus, dass an baumbestandenen Alleen 40% - 60% weniger Schadstoffe aufkommen. Auch Mediziner äußern häufig, dass schlechte Luft gefährlicher als Grippe sei. Ich betrachte diese Rechnung bzw. diese Studie etwas skeptisch aber wenn sie hilft Bäume mehr zu achten soll sie mir recht sein.

Mehr zum Thema gibt es hier.




Reptilien Datenbank verzeichnet 100 000. Eintrag

Reptilien sind eine der artenreichsten Tiergruppen auf unserer Erde. Seit ein paar Jahren werden Neufunde oder bereits bekannte Arten in der "Reptile Database" gespeichert. So ist über die Jahre ein sehr umfangreiches Nachschlagewerk entstanden.
Jetzt hat man einen neuen Meilenstein erreicht. Im August 2014 wurden das 100 000. Reptil aufgenommen und so die nächste Landmarke überschritten. Offiziell sind es jetzt 100 038 Reptilien.
Das Besondere am Erreichen der 100 000er Marke ist der Fakt, dass Reptilien jetzt ähnlich divers sind wie Vögel. Aber wer war denn nun der Glückliche? Er hier.

Cyrtodactylus vilaphongi
Dieser Gecko wurde von einem Team aus Deutschen und Vietnamesischen Forschern Dschungel von Lao entdeckt. Noch gibt es wenig Informationen über den kleinen Kerl aber die werden sicherlich noch folgen.

Die Reptile Database findet ihr hier aber seid gewarnt, optisch stammt sie aus den frühen Tagen des Internet. Für durchgebrannte Bildschirme übernehme ich keine Haftung.



Einzelstammentnahme schadet der Artenvielfalt

Durch die Rodung Tropischer Wälder werden im großen Stil Lebensräume von Flora und Fauna zerstört. Seit geraumer Zeit entnimmt man deshalb nur noch Einzelbäume und hofft so Schadensbegrenzung zu betreiben. Wie eine Studie jetzt zeigt, ist das ein Trugschluss. Einszelstammentnahme ist keinesfalls naturverträglich.

Eine Doktorandin der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) untersuchte nun erstmal mit Kollegen die Auswirkungen auf die Artenvielfalt in Abhängigkeit von der Nutzungsintensität. Im Rahmen dessen betrachtete sie die Daten von knapp 50 unabhängig gemachten Untersuchungen der letzten Jahre. Das Resultat ist ernüchternd. So zeigt sich, dass die verschiedene unter "selective logging" subsummierten Nutzungsarten nicht pauschal betrachtet werden dürfen. Da die Wissenschaft aber genau das macht, wird "selective logging" laut ETHZ zu sehr ins rechte Licht gerückt.

Ein ganz entscheidend auf die Biodiversität einwirkender Faktor ist die Menge des entnommenen Holzes, so gibt es durchaus Formen der kleingewerblichen Nutzung, die sich, wenn sie ordnungsgemäß ausgeübt werden, nur gering auf die Artenvielfalt. Bei intensiver Nutzung entstehen bspw. durch den Einsatz von Bulldozern erhebliche Kollateralschäden.
Unter dem Begriff des "selective logging" gibt es in Borneo Konzessionen für Holzkonzerne deren Nutzungsbedingungen alles andere als nachhaltig ist, da die Nutzungsmengen erheblich sind.

Das folgende Bild der ETHZ  zeigt die Auswirkungen einer intensiven Nutzung auf verschiedenen Tiergruppen.



Obskurer Weise scheint es für die Avifauna auf den ersten Blick anders aus zu sehen. Offensichtlich sind sie weniger anfällig gegenüber der Waldnutzung als andere Tiergruppen. Es wandern sogar neue Vogelarten wenn die Waldnutzung steigt.
Die ist aber nur die halbe Wahrheit. Es nehmen tatsächlich nur Vögel zu, die ohnehin allgegenwärtig sind, also keine hohen Anforderungen an ihren Lebensraum stellen. Spezialisierte Tropenvögel, die auf bestimmte Futterpflanzen angewiesen sind reagieren ebenso empfindlich wie andere Tiergruppen.



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