Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Wolf bringt Bürgermeister in Bedrängnis

Italien - Nicht nur in unseren Breiten sorgt das Thema Wolf für Zündstoff. Auch in Norditalien beschert es dem ein oder anderen schlaflose Nächte. Aktuell muss sich der Bürgermeister von Verona, Flavio Tosi, allerhand Unmut über sich ergehen lassen.
In den vergangenen Tagen billigte er eine Verordnung, die es in Zukunft erlauben soll, Wölfe, die sich urbanem Gebiet nähern, zu erschießen. Die Anzahl der Wölfe im Naturschutzpark an der Grenze zum Trentino sei so rasant gewachsen, dass man die dort lebende Bevölkerung schützen müsse. Diese Verordnung jedoch sorgte für Unmut in der Bevölkerung. Die regionale Forstbehörde brachte diesen Fall zur Anzeige, der WWF sprach von einer "ungerechtfertigten" Sache. Der Dritte im Bunde ist die Europäische Tierpartei. Auch sie hat sich deutlich gegen das Vorgehen ausgesprochen. Erst kürzlich wurden Ermittlungen gegen den Trentiner Landeshauptmann Ugo Rossi eingeleitet. Auf sein Konto geht der Abschuss der Problembärin "Daniza".

Mission Grün des NABU

Der NABU ist einer, wenn nicht der engagierteste und erfolgreichste Naturschutzverband in der Republik. Zusätzlich zu einer stolzen Anzahl an Naturschutz-Projekten hat der NABU immer wieder Projekte zur Umweltbildung sowie Aufklärung zu diversen umwelttechnischen Themen in der Pipeline. Das neueste Projekt hört auf den Namen Mission Grün und richtet sich an all jene, die gerne mehr für Natur und Umwelt machen möchten.

In einer qualitativ hochwertigen Videoreihe werden Tipps gegeben und Sachen aufgezeigt, die einen positiven Nutzen für die Umwelt haben.  Ein feiner Zug ist auch die Einbeziehung des Publikums bzw. der Zuschauer. In Zeiten des Internet 2.0 geht  ja bekanntlich nichts mehr ohne Interaktivität. In diesem Falle könnt ihr dem NABU ein für euch interessantes Thema vorschlagen, sollte es Anklang finden,so wird es im Folgemonat aufgegriffen.

In dem ersten Video geht es um den Bau eines Insektenhotels. Nebenbei gibt es eine sehr gut geschriebene Anleitung zum Ausprobieren und Selbermachen.


Bericht zum Klimawandel aus Österreich

Vor zwei Tagen, am 17. September, wurde der Österreichische Sachstandsbericht Klimawandel 2014 vom österreichischen Umweltbundesamt veröffentlicht. Auf mehr als 1000 Seiten wird das Wissen zum Klimawandel aus Sicht der Österreicher zusammengefasst. Fraglich ob man bei eintausend Seiten noch von einer Zusammenfassung sprechen kann oder?

In den vergangenen Wochen und Monaten haben mehr als 240 Mitarbeiter an dieser Publikation gearbeitet. Man sieht in diesem Bericht einen klaren Handlungsauftrag und drängt auf eine sorgfältige Umsetzung geeigneter Maßnahmen im Bereich Klimawandel und Umweltschutz. Ihr könnt den Bericht direkt im Blog lesen oder hier herunterladen.

Euro BirdWatch 2014

Vom 4.-5. Oktober 2014 findet wieder einmal das alljährliche BirdWatch statt. In diesem Jahr bereits zum zwanzigsten Mal. Aus diesem Anlass laden diverse Partnerorganisationen  von BirdLife International in ganz Europa und Zentralasien zur Zugvogelbeobachtung ein.  Interessierte haben die Chance ein ganzes Wochenende lang dem Phänomen Vogelzug ganz nah zu sein. Ob und wo etwas in eurer Nähe dazu stattfindet könnt ihr hier nachschauen. Ebenfalls lassen sich Termine hinzufügen.Für den Fall, dass ihr Veranstalter seid. Die Problematik Vogelzug ist so brisant wie noch nie. Hier im Blog fand das Thema mehrfach Erwähnung in der letzten Woche. Da kommt so ein Gedenktag gerade recht. Wenn nicht bald ein Umdenken erfolgt, werden einige Populationen erheblichen Schaden erleiden oder gleich ganz von der Bildfläche verschwinden. Manche Regierungen sind sich der Problematik bewusst und zeigen erste Reaktionen. Also dann, frohes "Birdwatchen".

Interaktive Karte zum Klimawandel

Randnotiz: Der Klimawandel ist ein relevantes Thema und wird uns noch lange Zeit auf Trab halten. Mittlerweile gibt es Unmengen an Modellen und Meinungen zu dessen Verlauf. Manche übertreiben, andere verschweigen ihn ganz. Fakt ist, keiner weiß wie es sich entwickeln wird. Alles beruht auf Annahmen, wenn auch sehr aufwändig berechneten. Wer sich gerne Visualisierungen anschaut und eine Abneigung gegen Textwüsten hat, für den ist die unten verlinkte interaktive Karte (Quelle: The Guardian) sicherlich einen Blick wert. Auf der wirklich gut konzipierten The Carbon Map findet ihr eine Flut von Informationen. Lasst euch nicht täuschen, die Karte bietet weitaus mehr Informationen als den kurzen Einspieler zu Beginn. Sobald das Video beendet ist, könnt ihr ein Land eurer Wahl mittels Klick anwählen und dann auf der rechten Seite Informationen aus verschiedenen Kategorien anzeigen lassen.

Neuer Zeitraffer: Stadtfest in Chemnitz

Liebe Freunde, liebe Leser,

heute ist es endlich soweit. Ich kann euch heute stolz unseren neuesten Zeitraffer-Film präsentieren. In erster Linie richtet er sich an die Chemnitzer aber auch Nichtsachsen finden bestimmt Gefallen daran. Insgesamt stecken hier mehrere Monate Arbeit drinnen. Mit diesem Film haben wir uns mal neues Terrain gewagt. Raus aus der Natur und rein in die City.
Viel Spaß und thanks for watching.






Slow and steady wins the race

Wer mal in der Schweiz verweilt, der sollte sich auf jeden Fall die Aareschlucht bei Meiringen anschauen. Das bietet sich aus zweierlei Gründen an, zum einen ist der Reichenbachfall (Stichwort Sherlock Holmes) gleich nebenan und zweitens bietet die Aareschlucht ein beeindruckendes Naturschauspiel. Im Laufe der Jahrhunderte (wenn nicht Jahrtausende) hat sich die Aare bis zu 280 Meter tief in das Gestein gefressen und somit eine atemberaubende Kulisse geschaffen. Mit halsbrecherischem Tempo schießen die Wassermassen dahin und spülen den Felsen immer weiter aus. Es ist schon bewundernswert, was die Natur alles schafft, wenn man ihr Zeit lässt.







Büchertipp

Heute komme ich mal mit einem Lesetipp um die Ecke. Seit einem guten viertel Jahr steht ein Buch auf meiner Liste, welches ich erst jetzt im Urlaub lesen konnte. Dafür aber auch ohne Unterbrechung und in einem Rutsch. In dem Erstlingswerk von Jürgen Feder, seines Zeichens Landschaftsgärtner und Hobby-Botaniker, dreht sich alles um die heimische Pflanzenwelt. Dabei bezieht sich "heimisch" lediglich auf den Fundort. Aufgefallen ist mir der sympathische Nordmann aus Bremen im Januar 2013. Durch einen Zufall sah ich seinen Auftritt bei TV Total und musste schmunzeln. Auf den ersten Blick hat er zu hundert Prozent dem Stereotypen von uns Botanikern entsprochen. Mit seiner leicht kauzigen aber dennoch stets professionellen Art schaffte er es, die Themen Naturschutz und Botanik locker und spaßig zu vermitteln. Umso glücklicher war ich, als mir dieses Buch in die Hände fiel.


Der Schreibstil ist mindestens genauso locker wie sein Geplapper und führt entspannt durch  rund 320 Seiten. Dabei merkt man dem Autor seine Leidenschaft für das Thema an. Nie wird es langweilig und immer ist Platz für ein paar Anekdoten, die jeder Botaniker oder Naturfreund so oder in ähnlicher Art und Weise erlebt hat. Schaut euch mal seine Auftritte in Funk und Fernsehen an ( Link dazu findet ihr oben) und ihr werdet merken, es ist gar nicht so leicht, sich seiner energiegeladenen Art zu entziehen.  Das Buch hat natürlich einen "ernsten" Hintergrund. In ihm werden Pflanzen in Bild und Schrift dargestellt und beschrieben. Ihr könnt es also durchaus verwenden um auf euren Streifzügen darin nachzuschlagen. Von mir gibt es eine klare Empfehlung für alle, die sich für das Thema interessieren und denen ein reines Fachbuch zu trocken ist. Frohes Schmökern.

Jagdverbot für mehr Vogelschutz

In letzter Zeit häufen sich die Themen über Vogelschutz zur Zugsaison. Jetzt hat auch Malta in das Geschehen eingegriffen und ein temporäres Jagdverbot verhängt. Bis zum 10. Oktober  sind durchziehende Vögel geschützt und die Jagd auf diese Tiere gilt als illegal. Damit reagiert die maltesische Regierung auf den Abschuss mehrerer Weissstörche in der letzten Woche. Leider nur deshalb, weil der Abschuss von Naturschützern dokumentiert und veröffentlicht wurde. Also nicht aus freien Stücken.
Das totale Jagdverbot gilt als ein großer Meilenstein im internationalen Vogelschutz. Malta ist für Zugvögel eine der wichtigsten Stationen auf ihrem Weg in den Süden. Ich werte Entschluss eines Jagverbotes als ersten Schritt in die richtige Richtung. Die Regierung Maltas zeigt hoffentlich erste Anzeichen einer Bereitschaft um kooperativer zu werden.

Kampf gegen Vogelfang geht in neue Runde

Wieder einmal ist das Thema Vogelfang präsent. Mit dem September nähert sich der Höhepunkt des Vogelzuges. In keinem anderen Monat sind so viele Singvögel unterwegs wie jetzt. Leider steigt damit auch der Vogelfang. Sobald die ersten Vögel die nordafrikanische Küsten, genauer gesagt Ägypten, erreicht haben, werden sie mit Hilfe von Futter-Fallen  sowie riesigen Netzen abgefangen und einem Nutzen zugeführt der längst überholt ist. Als Delikatesse oder Arzneimittel erfreuen sich Singvögel nach wie vor großer Beliebtheit. In diesem Jahr ist zum ersten Mal eine Gruppe von Vogelschützern der Nature Conservation Egypt (NCE) vor Ort um Daten über Anzahl, Art und Länge der verwendeten Fallen bzw. Netze zu erheben. Aber auch die darin gefangenen Vögel werden erfasst und ggf. befreit.

Der bedrohliche Rückgang der Langstreckenzieher nimmt langsam aber sicher Ausmaße an, die wir nicht mehr so einfach unter den Teppich kehren können. Eine Bestandsaufnahme zur Gewinnung von entsprechenden Daten ist daher ein guter Schritt um die Auswirkungen auf die Vogelwelt abschätzen zu können. Der Fang von Singvögeln ist in der EU schon seit Jahren verboten, allerdings stören sich Frankreich und Italien nicht daran und machen munter damit weiter. Nach der diesjährigen Zugasison werden die Daten von Ornithologen ausgewertet und zusammengefasst. Wir dürfen also gespannt sein.

Natur ist wertvoll...endlich erwiesen

Momentan macht ein Thema im Schweizer Naturschutz die Runde. Das Bundesamt für Umwelt hat den Erholungswert des gesamten Waldbestandes der Schweiz ermittelt und kam auf die stolze Summe von 3,9 Milliarden Franken (ca. 3.3 Mrd. Euro). In einer Studie wurde berechnet, wie viel Geld und Zeit Personen aufbringen, um in einem Wald Erholung zu suchen. Solche Angaben lassen auf den minimalen Erholungsnutzen schließen. Der ganzen Sache liegt folgender Gedanke zu Grunde: Die Erholung ist der jeweiligen Person mindestens so viel Geld wert, wie sie für die Anreise ausgegeben hat. Im landesweiten Durchschnitt gibt der Schweizer ca. 9 CHF für einen Waldbesuch aus. Im Jahr sind das, abhängig von Person und Anzahl der Besuche Ausgaben zwischen 290 und 590 Franken.  Rechnet man diesen Satz auf die erwachsene Bevölkerung um, so erreicht man 1,9-3,9 Milliarden Franken. Auch wenn es wie ein großes Zahlenspiel mit sehr vielen Unbekannten und Schätzungen anmutet, so zeigt es doch, wie wichtig der Wald für uns ist. Damit ist eindrucksvoll erwiesen, dass er nicht nur Lebensraum für Flora und Fauna bietet, sondern auch als Rückzugs- und Erholungsort für uns Menschen einen ungeheuren Stellenwert besitzt. Ich gehe mal davon aus, dass es in Deutschland ähnlich aussieht. Wir gehen ja auch lieber in die Natur um auszuspannen als zum nächsten Güterbahnhof. Zumindest hoffe ich das.

Neuer Webauftritt des BMUB.

Für alle Lehrer und sonstige Pädagogen könnte die Meldung vom neuen Internetauftritt des Bundesministerium für Umwelt etc. interessant sein. Das Onlineportal des BMUB für Lehrkräfte präsentiert sich in neuem Glanz. Außer der neuen Optik gibt es eine überarbeitete Version für mobile Endgeräte. Im September 2011 gestartet, bietet die Homepage alle zwei Wochen ein aktuelles, gut aufbereitetes Thema zur Umwelt. Damit soll es Lehrern ermöglicht werden, aktuelle Umweltthemen zeitgemäß in den Unterricht einzubinden. Die Themenauswahl ist recht vielseitig und dabei stets aktuell. Ob Verschmutzung der Meere oder Artensterben, es gibt immer einen Anlass diese Themen im Unterricht zu behandeln. Ebenfalls stehen brisante Themen auf der Liste. Herstellung von Smartphones und der damit verbundene Umgang mit Ressourcen ist nur ein Thema davon. Besonderen Wert legt die Website an das flexible Anpassen der Unterrichtsmittel an das jeweilige Lernniveau. Ein besonderes Leckerli ist das ständig wachsende Archiv von Materialien, die Themen übergreifend eingesetzt werden können. Ich finde das eine sehr gute Idee um unseren Nachwuchs für Themen wie Umwelt und Natur zu sensibilisieren. Themen dürften, dank dem aktuellen Tun des Menschen, noch lange vorhanden sein.

Walfänger an die kurze Leine

Vor einer Weile wurden die Regeln für internationalen Walfang verschärft. Einzig die Ausnahme, dass ein Fangen für wissenschaftliche Zwecke nach wie vor gestattet ist, trübte den eigentlich großen Schritt in die richtige Richtung.
Nun aber hat die Internationale Walfangkommission (IWC) nachgebessert und strengere Kontrollen mit sofortiger Wirkung beschlossen. Damit wird ein Urteil des Internationalen Gerichtshofes in geltendes Recht umgesetzt. Im März dieses Jahres hatten Richter aus Den Haag festgestellt, dass Japan mit seiner umstrittenen Waljagd im Südpolarmeer gegen das internationale Walfangmoratorium verstoßen hat. Ob die Kontrollen den gewünschten Effekt haben wird sich in den kommenden Monaten und Jahren zeigen. Bleiben wir optimistisch.

Über den Wolken...

Mich zieht es einmal wieder in Schweiz. Irgendwie hat es mir das Land angetan. Wann hat man schon einmal Gelegenheit die alpine Flora näher zu betrachten? Aber wie es nun mal so ist, beginnt jede Reise mit dem ersten Schritt. In meinem Fall der Weg zum Flughafen.Fünf Uhr morgens stand ich also mit Sack und Pack auf dem Flughafen in Leipzig und eine Stunde später ging es schon los.


Auf eine gewisse Weise war der Flug eine Premiere. Es war der erste Flug vor Sonnenaufgang. An sich ist das nichts ungewöhnlich aber die Kombination aus Sonnenaufgang, Fensterplatz und fehlendem Rotor vor dem Fenster  erzeugt eine wunderschöne Stimmung. Bis es aber soweit war, wusste auch das nächtliche Umland von Leipzig zu überzeugen.



Ich blicke den nachfolgenden Tagen sehr freudig entgegen. Mal schauen was mich die Schweiz erleben lässt. Es ist natürlich auch fachlich interessant, mal den Naturschutz in anderen Ländern kennen zu lernen.

Auf Makro-Jagd

Wenn es sich schon am frühen Morgen andeutet, dass es ein schöner Tag wird, bin ich schon recht zeitig unterwegs und streiche durch die Flur. So auch heute morgen. Hier in Sachsen hatten wir heute wieder einen schönen Spätsommertag. Also schnappte ich mir die Kamera und schaute mal ob ich etwas Gescheites vor die Linse zerren konnte. Schwerpunkt: Makro.

Ein positiver Nebenaspekt bei der Makrofotografie ist das ständige "Nach unten schauen". So entdeckt man Dinge die einem sonst verborgen bleiben. Aber nun genug der Worte. Hier kommen ein paar Bilder.

Eichel der Rot-Eiche

Blatt der Stiel-Eiche

Kreuzspinne

Garten-Schnirkelschnecke

Klee

Tot ist das neue Leben

Wenn ich darüber schreiben kann wie Mutter Natur Reste verwertet, so bin ich in meinem Element. Ich sehe oft wie sich abgestorbene Bäume nach einer Weile in einen Hort blühenden Lebens verwandelten. Zu Lebzeiten tummeln sich hunderte von Lebewesen in oder auf den Bäumen aber nach einem Ereignis wie bspw. einem Blitzeinschlag ist es....genauso. Ein Baum hört niemals auf Lebensraum zu sein. Es verlagert sich eher die Belegschaft. Nach dem Absterben eines Baumes verändert sich in erster Linie die Beschaffenheit des Holzes. So werden selbst mächtige Eichen mit der Zeit brüchig und morsch. Aber genau diesen Verfall brauchen kleinere Lebewesen um sich heimisch zu fühlen. Wird das Holz weicher und nachgiebiger so nisten sich Höhlenbrüter ein. Aber auch für xylobionte Käfer, also Käfer die im Holz wohnen, ist es ein gefundenes Fressen. So ist der Große Heldbock extrem auf Totholz angewiesen. Nicht selten sieht man in alten Eichen Löcher von der Größe eines Fingers. In diesen Gängen nistet der besonders geschützte Käfer und zieht seinen Nachwuchs groß. Ebenfalls bieten sich Totholzbestände auch für Fledermäuse an. In meiner Studentenzeit in Dresden habe ich ein ca. 750 jährige Eiche gesehen in der Eichhörnchen und Fledermäuse Tür an Tür wohnten.


Schaut man sich den toten Baum genauer an, so stellt man auch eine Veränderung der an ihm lebenden Pflanzen fest. Bestes Beispiel dafür ist der Auwald. Solange Bäume Schatten spenden und das auf den Boden fallende Licht auf ein Minimum reduzieren, sind typische Arten wie Anemone nemorosa oder Corydalis cava in Hülle und Fülle vorhanden. Wehe aber wenn ein Baum kippt und es lichter wird, sofort ändert sich das Artinventar. Daher auch meine Abneigung gegen ungebildete Forstmänner die in Wäldern zu übereifrig durchforsten. Wie oft ich denen schon die Meinung gegeigt habe. Bei manchen hat es allerdings geholfen. Diese fragen jetzt wenigstens.


Aus der Tatsache heraus, dass jeder tote Baum eigentlich doch nicht tot ist und nur so vor Leben strotzt, ist es für mich unverständlich warum die Forstwirtschaft jeden abgestorbenen Baum sofort aus dem Wald entfernt. Ich höre immer nur das Argument, dass dieser Baum totes Kapital ist und anderen Bäumen den Platz zum Wachsen raubt. Dabei ist das Quatsch. Ein ordentlicher Totholzanteil im Wald verbessert dessen Qualität um ein Vielfaches. Mit Genugtuung reibe ich mir die Hände wenn die Forstwirtschaft wieder an ihren eigens gesteckten Zielen für das aktuelle Jahr um ein paar Festmeter vorbeischrammt. Wie dem auch sei, ein Baum ist niemals tot. Sollte es den Anschein haben, so schaut einmal ganz genau hin. Egal ob Kräuter, Pilze oder Flechten auf ihm leben, die Natur verschwendet nichts.

Der frühe Vogel...

Will man die Natur von ihrer ruhigen Seite erleben muss man mitunter zeitig aufstehen. Sehr zeitig. Zum Glück kann ich an solchen Tagen Freizeit und Beruf verbinden. So auch heute. Noch vor dem Morgengrauen ging es heute ins Feld, natürlich mit Kamera bewaffnet. Bevor das hektische Treiben des Tages beginnt, kann man die schönsten Entdeckungen machen. Besonders faszinierend fand ich die mit Morgentau benetzten Spinnweben. Es ist somit schon wieder Altweibersommer.

Spinnennetz

Spinnennetz

Einzigartig wie Fingerabdrücke erstrecken sie sich über Wiesen und Sträucher. Mit etwas Fantasie ähneln sie den Haaren älterer Damen. Daher auch der Name "Altweibersommer". Aber auch die Pflanzenwelt ist am frühen Morgen schon präsent, auch wenn sie stellenweise noch etwas verschlafen aussehen.

Aster spec.
Epilobium spec.

Man mag kaum glauben was ein bisschen Tau ausmacht. Es erscheint alles etwas mystischer und geheimnisvoller. Mir gefällt es immer wieder neu. natürlich ist auch das Regnum animale mit von der Partie. Durchschneidet der Ruf einer Krähe den nebeligen Morgen, rechnet man unwillkürlich jeden Augenblick mit dem Hund von Baskerville.  Glücklicherweise sind auch angenehmere Tiere vertreten.


Es ist schon ein komischer Anblick, wenn Unmengen an Schnirkelschnecken auf höher gelegene Grashalme flüchten. Weitaus interessanter war das der Kamerad auf dem unteren Bild. Ein Großes Heupferd (Tettigonia viridissima) hüpfte spontan auf eine Säule neben mir und beobachtete mein Tun aus sicherer Entfernung. Heupferde sind so ziemlich die größten Heuschrecken (keine Grillen) in unseren Breiten.  

Tettigonia viridissima

Zwar fängt nicht jeder Arbeitstag so geruhsam und besonnen an wie der heutige, wenn es aber mal der Fall ist genießt man ihn umso mehr. Ich kann es nur jedem empfehlen in aller Herrgottsfrühe in die Stiefel zu schlüpfen und die Natur aus einem anderen Blickwinkel zu erfahren. Es lohnt sich.

Schritt für Schritt zum Auwald

Auwälder gehören zu einer intakten Natur wie die Vögel in den Himmel. Leidlich mussten wir im Sommer des letzten Jahres erfahren, was passiert wenn Flüsse ihrer Überschwemmungsgebiete beraubt werden. Dennoch werden Auwiesen nach wie vor zu Äckern umgebrochen. Dabei ist eine Auwiese der beste Hochwasserschutz den wir uns vorstellen können. Umso mehr freut es mich, dass der NABU im Westhavelland mit einem neuen Projekt ein Zeichen setzt. Tausende Weiden-Stecklinge wurden gepflanzt. Durch die Anpflanzung typischer Gehölze möchte man der Unteren Havel einen Teil ihres natürlichen Auwaldes zurückzugeben.
Die erste Fläche mit dem Motto "Wald statt Wiese" befindet sich auf der Drosselinsel in Vehlgast. Um den Auwald zu etablieren kommen drei-bis sechstausend Stecklinge pro Hektar in die Erde. Natürlich im bunten Mix von männlichen und weiblichen Individuen.
Um so ein Projekt zu stemmen, braucht es auch die Unterstützung der dortigen Landwirte. Als Flächeneigentümer bzw. -bewirtschafter haben sie ein Wörtchen mit zu reden. Die jetzt gesteckten Weiden haben noch eine Größe von einem Meter aber das wird sich bald ändern. Weiden haben ein Wachstum von ca. 1 Meter pro Jahr. Die Untere Havel ist schon heute ein bedeutendes Feuchtgebiet. Der ungeheuer abwechslungsreiche und vielseitige Lebensraum wird durch den höchsten Naturschutz-Status geschützt und blickt einer goldenen Zukunft entgegen.

Einmal mit Profis arbeiten

Immer wieder taucht hier im Blog die Thematik "Neophyten" auf. Diese Neueinwanderer machen der heimischen Flora und den heimischen Botanikern arg zu schaffen. Jährlich entstehen durch diese Unholde immense Kosten. Durch meinen Beruf bin ich besonders sensibilisiert und betreibe Aufklärung wo immer ich kann. Allerdings erlebte ich neulich etwas, was mich nur noch den Kopf schütteln ließ.
Der Hauptakteur um den es geht ist ein neophytisches Gewächs aus der Familie der Nachtkerzengewächse. Als ich nämlich in einem Café von Chemnitz saß und vor mich hinarbeitete, so sah ich zwei Arbeiter des Grünflächenamtes, welches für die Pflege und Mäharbeiten an Straßen und Wegen (zumindest den städtischen) zuständig ist. Wie es sich für eine heutige Großstadt mit Weltanbindung gehört, wachsen auch in Chemnitz solche Nachtkerzen am Straßenrand und auf nahezu jeder Wiese. Und damit begann das Schauspiel. Als sich die Arbeiter mit ihren Motorsensen den Weg durch den Grünstreifen bahnten, näherten sie sich der Nachtkerze unaufhaltsam. Ich wollte mich schon freuen, dass es gleich um sie geschehen ist, als die Sense verstummte. Verdutzt blickte ich auf. "Ach, lassen wir das schöne Blümchen doch stehen. Die freut sich auch auf den Herbst", sprach einer von beiden. Fortan mähten sie um alle Nachtkerzen herum. Das verschlug mir etwas die Sprache. Wäre ich nicht paralysiert gewesen, so hätte ich den beiden mal erzählt was sie da vor sich haben.  Dabei ist die Nachtkerze noch ein recht harmloser Vertreter. Wenn man aber die auffallenden Neophyten schon nicht erkennt, was macht man dann mit dem  Einjährigen Berufkraut (Erigeron anuus)? Auch sehe ich viele Anpflanzungen von Götterbäumen (Ailanthus altissima).  Möge man dem Laien die ein oder anderer Unwissenheit in Sachen Botanik noch verzeihen, so sieht das bei Leuten die ihr Geld damit verdienen anders aus. Werden solche Arbeiter nicht geschult, weitergebildet oder in anderer Form auf den neuesten Stand gebracht? Man muss doch wissen, mit was man es zu tun hat. Oder nicht?



Laufkäfer-sehen doch alle gleich aus oder?

Auch wenn die Saison für dieses Jahr leider schon wieder vorbei ist, im Winter kann man sich ja mit der Theorie befassen. Für den Fall, einer von euch da draußen möchte sich im nächsten Jahr etwas näher mit Käfern im Allgemeinen und Laufkäfern im Speziellen befassen möchte, für den habe ich mal ein paar farbige Tafeln zusammengestellt. Mit Hilfe dieser könnt ihr Käfer im lebenden Zustand bis zu einer gewissen Stufe bestimmen. Die Tafeln findet ihr hier. Vielleicht hilft es ja.

Natürlich erhebt diese Zusammenstellung keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Die Käfer gehören zu den artenreichsten Tiergruppen auf unserem Planeten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben wir gerade mal einen kleinen Bruchteil davon entdeckt. Wie dem auch sei. Ich wünsche ein munteres Bestimmen.

Internationaler Tag der Tropenwälder

Im Jahre 1989 richtete der WWF den Internationalen Tag der Tropenwälder erstmals aus und seitdem findet er jährlich am 14. September statt. Wer sich etwas auskennt, der wird feststellen, dass das Datum nicht ohne Grund gewählt ist, sondern ganz genau zu der Thematik passt. An diesem Tag wurde Alexander von Humboldt geboren. Seines Zeichens Amazonas-Forscher. Durch diesen Gedenktag soll auf die anhaltende Zerstörung der Regenwälder hingewiesen werden. Schade eigentlich, dass man nach 25 Jahren diesen Tag noch braucht. Durch Rodung von Tropenwälder verursacht der Mensch dauerhaften Schaden und Zerstörung. Durch Ausschwemmung geht der Großteil der Nährstoffe des Bodens verloren und der Nährstoffkreislauf ist unterbrochen. Dies wirkt sich wiederum auf das gesamt Ökosystem aus. Pflanzen sind zum Teil nicht mehr in der Lage genügen Nährstoffe und Wasser vor dem Versickern aus dem Boden zu ziehen. Daraus resultieren Bodenerosionen. Der als größte Apotheke der Welt geltende Tropenwald ist mehr denn je auf unseren Schutz angewiesen. Mit jedem gefällten Baum werden Pflanzen und Tiere getötet bzw. ausgerottet. Unwiederbringlich.

Mehr Schutz für Haie

Das Internationale Artenschutzabkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora), auch bekannt als Washingtoner Artenschutzabkommen, umfasst ab dem 14. September 2013, also morgen, neue Tierarten und -gruppen.
Dann nämlich stehen fünf weitere  bedrohte Haiarten (Weißspitzhochseehai, Heringshai und drei Arten von Hammerhaien) sowie die Gattung der Mantarochen auf der Liste. Somit dürfen Erzeugnisse aus diesen Arten nur noch gehandelt werden, wenn sie aus nachweislich nachhaltiger Bewirtschaftung kommen. Dieser Schritt ist ein Meilenstein im Artenschutz. Mit diesen Neuzugängen werden erstmals wirtschaftlich wertvolle Tiere unter den Schutz von CITES gestellt. Vermutlich erleben dann Wilderer eine Konjunktur. Wie fast bei allen Problemen mit Meerestieren hat sich auch bei den Haien die Überfischung sowie der internationale Handel mit Haifischflossen sehr drastisch ausgewirkt. Den Schutz des Heringshai hat Deutschland maßgeblich mit gestaltet, da die EU Hauptimporteur dieser Art ist und somit eine besondere Verantwortung trägt. In ein paar Jahren werden wir wissen, wie sich diese Schutzregelung auf die Bestände ausgewirkt hat.

Farbtupfer in einer grauen Zeit

Wenn zukünftige Generationen irgendwann den Begriff "Herbst" nachschlagen, so werden sie wahrscheinlich ein Bild des 12. Septembers 2014 in Bernburg (Saale) sehen. So ein diesiger grauer Tag wie heute drückt sogar mir etwas auf's Gemüt. Umso  mehr freue ich mich, wenn ab und an doch noch ein paar pflanzliche Farbtupfer aus der schon recht tristen Landschaft hervorstechen. Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, so findet man sicherlich noch Unmengen an blühenden Arten aber man kann einen gewissen Verschleiß nicht abstreiten. Bei den hier abgebildeten Arten handelt es sich lediglich um eine Auswahl der farbenprächtigsten. Wie sieht es denn bei euch in der Gegend aus? Goldener Herbst oder auch Regenwetter?

Centaurea jacea

Centaurea jacea

Hieracium pilosella


Ozonschicht bald wieder intakt?

Glaubt man einer Meldung der UNO so tragen die globalen Maßnahmen zum Schutz der Ozonschicht bald erste Früchte. Wobei dem Wörtchen "bald" ein etwas längerer Zeitraum angedacht ist. Bis zum Jahr 2050 soll sich die Ozonschicht, so die UNO, zu weiten Teilen regeneriert haben. 300 Wissenschaftler aus rund 40 Ländern haben eine Prognose über die Zukunft der Ozonschicht zu Papier gebracht. Dabei räumen sie dem 1987 verabschiedeten Protokoll von Montréal eine entscheidende Rolle zur aktuellen positiven Entwicklung der Ozonschicht ein. Bis zum Jahre 2050 könne man durch die daraus entstandenen Schutzmaßnahmen rund zwei Millionen Hautkrebserkrankungen vermeiden. Ohne diesem Protokoll hätten sich die schädlichen Stoffe in der Atmosphäre bis 2050 rund verzehnfacht, so die Annahme. Durch das Protokoll von Montréal wurde, Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) schrittweise verboten und so der Abbau in der Atmosphäre begünstigt. Die Forscher geben an, dass die Ozonschicht der mittleren Breiten in der Mitte des Jahrhunderts den Stand aus den 1980er Jahren erreicht habe. Auch wenn ich es mir persönlich wünschen würde bleibe ich noch etwas skeptisch.

Gleise wie ein Fächer

Das die Schweiz etwas anders als die Anderen tickt ist hinlänglich bekannt. So auch in Sachen Güterverkehr. So hat die Schiene auch im ersten Halbjahr 2014 ihren Marktanteil weiter steigern können. Das resultierte in schwindenden Lastwagen die über die Alpen fuhren. Jedoch gilt dies nicht für den Brenner. Auf den ersten (und zweiten) Blick wirkt diese Entwicklung wie ein Segen für alle Beteiligten. Mensch und Natur entlang der Transitstraßen profitieren von der geringeren Belastung genauso wie, logischerweise, die Bahn. In nackten Zahlen ausgedrückt beansprucht die Schiene mittlerweile ca. 68% des gesamten Güterverkehrs durch die Alpen, so das Bundesamt für Verkehr. Anhand dieser Zahlen lässt sich wieder einmal beweisen, dass eine Umlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene möglich ist. Um diesen Trend weiter zu stärken plant und baut man schon fleißig an einer zweiten Röhre für den Gotthard-Tunnel. 2020 soll diese dann in Betrieb gehen und den Marktanteil der Bahn noch weiter nach oben schnellen lassen. Natürlich wird es auch da wieder Gegenstimmen geben aber es ist in meinen Augen zumindest ein guter Anfang. Skeptisch hingegen sind die Helvetier allerdings wenn es darum geht den Gotthard für den Autoverkehr zu erweitern. Durch solche Aktionen würden ein Rückverlagerung der Güter auf die Straße bewirken und damit gehen zusätzliche Schäden für Natur und Umwelt sowie von hochsensiblen Berggebieten einher. Bereits 1992 stimmte Volk Wilhelm Tells für eine Umlagerung von der Straße auf die Schiene. Aber auch in Deutschland war man schon einmal einen Schritt weiter. Zumindest in der ehemaligen und von vielen vermissten DDR gab es eine Richtlinie die besagte, dass Güterverkehr ab einer Strecke von 30 (oder 40?) Kilometern auf der Schiene zu erfolgen habe. Leider hat die heutige Bundesbahn dafür keinerlei Ressourcen mehr. Schade.

Freiheit für Ortolane

Vor kurzem erst berichtete ich im Blog über die Missstände in Frankreich in Sachen Wilderei der Ortolane. Jetzt ist bekannt geworden, dass am Donnerstag im Laufe des Vormittags eine Rettungsaktion, durchgeführt von Aktivisten diverser Naturschutzorganisationen, erfolgte. In etwa 20 Dörfern des französischen Départments Landes wurden Ortolane aus ihren Fallen und Käfigen befreit. Dass die Naturschützer dabei nicht auf Gegenliebe stießen, bewies die Tatsache, dass die Polizei einschreiten und die Aktivisten vor Übergriffen retten musste.
Vertreter der Organisationen LPO und ASPAS übergaben symbolisch fünf verletzte Ortolane an den Präfekten des Départments Landes um auf die völlig kaputte Situation aufmerksam zu machen. Seit 1999 ist die Jagd auf Zugvögel in Frankreich verboten und dennoch schert man sich einen Dreck darum. Nach wie vor betreibt man die Jagd, welche schon Wilderei ist, mit beachtlichem Eifer. Wären die Franzosen in allem so tüchtig, gäbe es ein paar Sorgen weniger im Land. Ebenfalls ist von mutwilligem "Wegschauen" der Behörden die Rede, geht sie doch viel zu selten mit viel zu laschen Bußgeldern gegen die Strolche vor, die immer noch auf Zugvögel Jagd machen. In Anbetracht der sinkenden Zugvögelbestände hat die EU-Kommission Frankreich im Vorjahr bereits dazu aufgefordert, den Verpflichtungen aus der Vogelschutzrichtlinie besser oder überhaupt nachzukommen und endlich (wirksame) Maßnahmen gegen Wilderei zu unternehmen.

Blauwale erholen sich

Nach den eher negativen Beiträgen von gestern gibt es heute etwas positives zu vermelden. Der Bestand von kalifornischen Blauwalen im Nordpazifik hat sich mittlerweile sehr gut entwickelt und steuert auf ein historisches Hoch zu.
Wie eine US-Studie (University of Washington) verlauten lässt, habe sich die Befürchtung, die Tiere könnten durch Kollisionen mit Schiffen ernsthaften Schaden nehmen, nicht bewahrheitet.
Laut den Forschern habe die Population das absolut mögliche in dem Gebiet erreicht und wachse deshalb nicht weiter. Bei dieser Aussage regt sich die Skepsis in mir. Mal abwarten was andere Quellen dazu behaupten. Laut den Amis liegt die Population bei rund 97% der maximalen Kapazität, schätzungsweise sind es 2200 Tiere.  Es wäre wünschenswert, wenn sich die Bestände auch an anderen Orten soweit erholen würden, dass sie auf Dauer überlebensfähig werden und vor allen Dingen auch bleiben.

Mit der Hitze leben (lernen)


Über den Klimawandel wurde schon viel geschrieben und diskutiert. Mal ist es Meinungsmache oder Marketing mal sind es interessant und oft auch erschreckende Fakten. Keiner weiß wie er sich entwickelt, aber das es sich entwickelt ist klar. Statistisch steigen die Tage mit über 30 Grad Außentemperatur. Hitze ist für fast jeden Menschen belastend, besonders sensible Menschen allerdings leiden besonders. Die Produktpalette der Beschwerden reicht dabei von Kopfschmerzen bis hin zum Sonnenstich. Wie dem auch sei. Auf lange Sicht ist es am besten, wenn man lernt mit der Hitze zu leben.

Das Umweltbundesamt aus Österreich hat dazu eine ganze Reihe an Informationen, bestehend aus Broschüren, Videos und Infoflyern, an den Start gebracht. Zu sehen gibt es all das hier. Auch wenn es euch jetzt noch nichts ausmacht ob ein Plus oder Minus vor der Dreißig steht, in ein paar Jahren oder Jahrzehnten mag das anders aussehen. Deswegen ist es auch für die Pflegebranche interessant welche Veränderungen die Zukunft mit sich bringt.


OFFSET_Cctalk_Broschure_A5_AltenpflegerInnen.pdf by ThomasEngst




11. Internationaler Geiertag

Am ersten Samstag im September jährt sich mal wieder der Internationale Geiertag.  In vielen Ländern wird mit diversen Veranstaltungen auf diese bedrohte Tierart hingewiesen. Ins Leben gerufen wurde dieser Tag im Jahre 2004 von britischen und südafrikanischen Naturschützern. Zehn Jahre später ist dieser Tag so wichtig wie nie zuvor.

Experten von BirdLife weisen darauf hin, dass Geier zu einer der am stärksten gefährdeten Vogelfamilie geworden sind. Besonders dramatisch hat es die Geier Indiens erwischt. Ihr Bestand brach in den letzten Jahren um 99% ein. Schuld daran war das Arzneimittel Diclofnac. Dessen Rückstände in Tierkadavern sind extrem giftig, ergo schlecht für Aasfresser. Als nächstes könnten die asiatischen Geier an der reihe sein, denn in Asien bildet sich ein ähnliches Problem. BirdLife hat dazu die Aktion "Stop Vulture Poisoning Now" ins Leben gerufen. Obwohl es auf den ersten Blick nicht danach aussieht, sind Geier essentiell für die Hygiene und Gesundheit. Sie halten wie kein anderer Vogel unsere Landschaft sauber.
Diclofnac ist kürzlich in zwei weiteren europäischen Ländern zugelassen wurden. Günstigere und verträglichere Alternativen wurden aber vollkommen ignoriert. Zu den Ländern gehören Italien und Spanien. Ausgerechnet in Spanien. Dort leben die wichtigsten Geierbestände Europas. Sollte man die Zulassung dieses Mittel nicht überdenken, so muss man auch da mit einem Einbruch der Artenzahlen rechnen. Trotz großer Bemühungen seitens europäischer Naturschützer ist es noch nicht gelungen ein Verbot zu erwirken.

Aber selbst in Ländern in denen es noch kein Diclofnac (offiziell) gibt, gehen die Bestände dramatisch zurück. Durch Vergiftung oder Wilderei hat der Mensch auch hier seinen Stempel hinterlassen. Ebenfalls ein großer Faktor ist die traditionelle Medizin aber das Thema hatten wir schon an anderer Stelle. Trauriges Fazit unserer heutigen Zeit ist, dass 12 von 16 Altweltgeierarten auf der Liste für global gefährdete Vogelarten zu finden sind. Der Rest steht auf der Vorwarnliste.

Wilderei in Frankreich

Zur Zeit ist der Vogelzug wieder in vollem Gange. Wie jedes Jahr bereiten sich allerhand Zugvögel darauf vor, ihren langen Weg in den Süden zu bestreiten. Doch die Gefahren auf so einer Reise sind nicht zu unterschätzen. Besonders langstreckenziehende Vögel verzeichnen einen drastischen Rückgang. Mittlerweile hat die Wilderei den ersten Platz in der Liste der Gefahren eingenommen. Erst danach kommt der Verlust von Rast- und Überwinterungslebensräumen. Jährlich werden bis zu 30000 Ortolane in einer Gegend von Bordeaux mit abscheulichsten Methoden gejagt. Dabei werden die Ortolane, eine in Deutschland vom Aussterben bedrohte Ammernart, mit gekäfigten Lockvögeln angeködert und anschließend mittels Futter in Fallen gelockt. Dann beginnt die Mast. Sie werden gezielt gefüttert um möglichst fett zu werden. Wenn sie ihr Soll-Gewicht erreicht haben, gehen sie für bis zu 150€ über die Theke. Durch Ertränken in Weinbrand besiegelt man dann das Schicksal der Gartenammer. Als Neujahrsbrauch ist das in dieser Region Frankreichs nicht unüblich. Generell lässt sich über die Franzosen in Sachen Esskultur so einiges sagen, später im Jahr werden auch Finken auf die gleiche Art gefangen und verputzt. Alle Welt schaut nach Spanien und dem Stierkampf aber das Morden in den Alpen beachtet (gefühlt) keiner.Aktuell gibt es nur noch ca. 15000 Brutpaare in Frankreich, der Großteil der Gefangenen kommt aus Deutschland, Skandinavien und Polen. Durch menschliche Bemühungen ist die Population in Europa um satte 84% zurück gegangen. Wohlgemerkt in einem Zeitraum von 30 Jahren. Trotz der Europäischen Vogelschutzrichtlinie (1979 beschlossen) werden Singvögel weiterhin bejagt. Seit 1999 gilt dieses Gesetz auch in Frankreich und macht dieses Vorgehen damit zu einem Akt der Wilderei und kann mit einem Jahr Zuchthaus oder einer Geldstrafe von bis zu 15000€ geahndet werden.

Kuriositäten auf dem TÜP

Heute mal wieder ein Beitrag aus der Kuriositätenkiste. Mitunter hat die Natur schon eigenartige Formen in die Landschaft gestellt. Jeder kennt besonders verbogene oder wie Menschen aussehende Bäume. Heute entdeckte ich die kreative Ader der Natur auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz. Obwohl dieser größtenteils von Kampfmitteln beräumt wurde, findet man ab und an noch ein paar Rester. Manchmal an den unmöglichsten Stellen.


Diese Kiefer hat sich als Keimling wohl in eine Munitionshülse verirrt und diesen "Makel" behalten. Scheinbar hat es keine Auswirkungen auf ihr späteres Wachstum gehabt. Sie hat sich ja prächtig entwickelt. Ich gebe euch mein Wort darauf, dass dieses Foto nicht gestellt ist.  Alles 100% Natur.





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