Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Neuer Feind für Amphibien

Amphibien haben es in unserer Zeit nicht einfach. Immer mehr schwindet ihr Lebensraum oder die Umstände in selbigem werden zunehmend schlechter. All wäre das noch nicht genug, erscheint aktuell ein Pilz auf der Bildfläche der in den meisten Fällen zum Tod des Tieres führt. Der aus Asien eingeschleppte Pilz befällt die Haut der heimischen Salamander und Molche und tötet sie. Dabei ist der Pilz kein Unbekannter. Batrachochytrium salamandrivorans hat fast die gesamte Population der Fuersalamander der Niederlande dahin gerafft. Wohlgemerkt in den letzten 10 Jahren. Forscher der Universität Zürich sowie der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (KARCH) mahnen vor der unbedachten Einfuhr exotischer  Reptilien. Die Wissenschaftler haben, aufgeschreckt durch die drastische Sterberate in Holland, rund 5000 Amphibien aus vier Kontinenten auf den Pilz untersucht. Das Ergebnis ist einleuchtend. Der Pilz, Batrachochytrium salamandrivorans, ist hochgradig gefährlich, besonders der Teichmolch (Triturus cristatus) ist besonders anfällig.  Immun sind hingegen sind Frösche, Kröten und schlangenartige Amphibien.

Aber auch in Asien ist der Pilz ein alter Bekannter. In mehr als hundert Jahre alten Museumsexponaten von Amphibien wurde er bereits eindeutig nachgewiesen. Der vermutlich aus Südostasien stammende Pilz wurde wahrscheinlich mit dem Handel nach Europa eingeführt. Ein ähnliches Drama hat sich vor Jahren mit der Spanischen Wegschnecke ereignet. Asiatische Molche und Salamander sind weltweit bei Sammlern und Züchtern beliebt und werden rege gehandelt. Alleine in den Jahren zwischen 2001 und 2009  wurden in den USA mehr als 2 Millionen Exemplare von Feuerbauchmolchen gehandelt. Da diese Art besonders anfällig für den Pilz ist, stellen sie eine große Gefahr für andere Arten dar. Wie sich der Pilz auf deutsche Populationen auswirkt ist noch völlig unklar. Vielleicht erfahren wir etwas im nächsten Jahr, wenn die Zählungen wieder anlaufen.

Ost- und Nordsee für Fauna bedeutsam

Die beiden deutschen Meere, namentlich Ost- und Nordsee, erfreuen sich nicht nur bei urlaubern einer großem Beliebtheit. Das diesjährige Monitoring in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), vom Bundesamt für Naturschutz in Auftrag gegeben, zieht positive Bilanz. Im Monitoring 2014 wurden wiederholt bedrohte Waal- und Delphinarten, wie Weißschnauzen- und Weißseitendelfin gesichtet. Dazu gesellten sich außerdem seltene Seevögel. Besonderes Highlight war die Sichtung eines Papageitauchers (der Lieblingsvogel des Autors) im Juli 2014 in der Deutschen Bucht sowie in der Doggerbank.  Das Säugetier-Monitoring brachte die Schweinswale in den Fokus. Diese Art hat es etwas sschwer positve Zahlen zu vermelden. Das "Sorgenkind" konnte bislang keine wachsenden Bestandstrends aufweisen. Dank dem Schutzgebiet Sylter Außenriff ist die absolute Dichte an Schweinswaalen allerdings konstant im "günstigen Bereich". Zusätzlich ist Außenriff von großer Bedeutung für Paarung und Nachwuchs dieser Art. Ein aktueller Bericht von 2014 steht derzeit noch aus, wer sich aber die Ergebnisse der letzten Jahre anschauen möchte, der klickt bitte hier.


Bio in der Gesellschaft angekommen?

Der Markt für nachhaltig produzierte Lebensmittel erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Immer mehr Verbraucher achten beim Einkauf auf regional hergestellte Bio- und Fair-Trade-Erzeugnisse. In der Frankfurter Neuen Presse bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen, der nahe legt, dass "Bio" langsam aber sich cool wird und in der Mitte der Gesellschaft ankommt. Zum Artikel geht es hier. Schaut man aktuell in die Theken der einzelnen Supermärkte, sieht es immer noch etwas mau aus. Klar, die Auswahl ist gewachsen aber noch dominieren die konventionell erzeugten Güter. Fragt man Verbraucher danach, ob sie eher Bio als "normal" kaufen, spürt man förmlich die Skepsis. Auf einer entsprechenden Veranstaltung fragte mich einmal eine Dame wieso sie denn Bio kaufen solle, die Tomaten hätten auch nicht mehr Vitamine als andere. Nachdem meine Tränen getrocknet waren, erklärte ich den Umstand der Erzeugung. Nicht die Anzahl an Vitamine wird durch Öko- und Bio Label belohnt, sondern die Herstellung. Auch bleibt es fraglich, ob ein Joghurt, der in Polen als Bio produziert wird, dann per Laster nach Deutschland gebracht wird ,immer noch Bio ist. Aber wie so oft in der Geschichte der Menschheit beginnt alles mit dem ersten Schritt. Vielleicht kann sich eine nachhaltigere Nahrungsmittel- und Güterproduktion etablieren, wenn die Nachfrage stimm. Dafür allerdings muss in den Köpfen der Verbraucher etwas passiere. Das wird am längsten dauern.

Sensation in NYC: Neuer Frosch entdeckt

Die Natur hat immer noch die größten Knaller auf Lager. Ab und an lässt sie ihre Muskeln spielen und zeigt uns, wie wenig wir doch über sie wissen. So auch dieser Tage in New York City. In der wohl größten Stadt der Welt haben Forscher ein neues Wirbeltier entdeckt. Rana kaufelldi heißt die Froschart und gibt den Wissenschaftler Rätzel auf.  Wieso konnte der Frosch so lange unentdeckt bleiben? Das ist relativ schnell erklärt. Wer sich einmal Wasserfrosch, Teichfrosch und Seefrosch angeschaut hat, der weiß wie schwer es ist diese drei Arten auseinander halten. So auch Rana kauffeldi, sein Äußeres ist nur sehr schwer von anderen Arten zu unterscheiden. Einzig sein Ruf lästs auf eine andere Art schließen, so die Fachzeitschrift Plos One. Bereits im Jahr 2012 hatte es genetische Hinweise auf eine neue Froschart, neben Rana pipiens und Rana sphenocephala, in Big Apple gegeben. Forscher der Universität in New Brunswick suchten also genauer nach einem exakten Hinweis und analysierten die Paarungsrufe einzelner Individuen. Mittels DNA-Marker wurde auch diverses Erbgut untersucht. Das Ergebnis ist deutlich. In New York und in mindestens 8 Bundesstaaten nördlich und südlich der Stadt sei noch eine bisher unbeschriebene Art heimisch. Seinen Namen verdankt Rana kauffeldi dem US-Wissenschaftler Carl F. Kauffeld, der schon vor Jahrzehnten von einer dritten Rana-Art in dieser Region gesprochen hat.

Quelle: wiwo.de /dpa Rana kauffeldi

Mehr Geld für Artenschutz

Die 12. Vertragskonferenz zur Biodiversität (CBD) fand dieses Jahr in Pyeongchang, Südkorea, statt und nun zieht man Bilanz. Bis 2015 wollen die Eu-Mitglieder sowie andere Staaten ihren Etat zfür Artenschutz verdoppeln. Somit sollen Schwellen- und Entwicklungsländer 8 Milliarden Euro erhalten um mehr für den Schutz von Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensräumen unternehmen zu können.  Sobald die Gelder aufgestockt wurden, sollen diese für eine Dauer von fünf Jahren weiterfließen.. Trotz dieser immensen Summe zeigen sich die Entwicklungsländer enttäuscht. Sie hätten eine eine deutlichere Aufstockung bis 2017 gefordert, so der WWF.

Während die einen mehr Geld wollen und die anderen verneinen geht das Artensterben indes munter weiter. Zwölf tage lang wurde debattiert, welche Aichi-Ziele bereits umgesetzt wurden und welche nicht.

Allerdings sind die Ergebnisse ernüchternd. Die Vereinten Nationen hatten gleich zu beginn der Konferenz verlauten lassen, dass erheblich mehr Anstrengungen für eine Zielerfüllung nötig seien.
Bei dem Großteil der 20 Schutzziele ist man noch keinen Schritt weiter, der rest sieht auch nicht besser aus. Aus heutiger Sicht gibt es, trotz einzelner lokaler Erfolge, keinerlei Anzeiche, dass das Artensterben bei Vögeln, Säugetieren oder Amphibien zurückgehe. Nun will ich aber nicht nur meckern. Im Gegenteil. Es ist sehr begrüßenswert, dass Bundesregierung und EU weiter zu ihren  zusagen stehen und ärmeren Ländern die Möglichkeiten einräumen etwas zu tun. Der größte Motor für Wilderei ist Armut. Hat man sonst keine Möglichkeiten Geld zu verdienen geht man mitunter dunklere Wege. Es sind aber auch kleinere Erfolge in Sachen Artenschutz zu verzeichnen, jedoch der große Wurf ist noch nicht gelungen. Am besten schneidet der Meeresschutz ab. So einigten sich die Teilnehmer der Konferenz darauf, mehr als 150 ökologisch oder biologisch bedeutsame Meeresgebiete verschiedener Regionen anzuerkennen. Vielleicht mit dem Ziel ein weltweites netz von Meeresschutzgebieten zu kreiren. 2010 hatten die Vertragsstaaten in Aichi vereinbart, zehn Prozent der Meeresfläche unter Schutz zu stellen. Knapp 4 jahre später sind es immerhin schon 3 Prozent.

Neues Großprojekt an der Küste

Die Vorpommersche Boddenlandschaft ist nicht nur eine der schönsten Gegenden in Deutschland, ihre Moore, Bodden und Wieken gehören auch zu den bedeutsamsten Lebensräumen im Land. Zusammen mit der Rostocker Heide bietet sie einen wahren Schatz an Artenvielfalt. Im Rahmen des Bundesprogrammes "Biologische Vielfalt" sollen diese Lebensräume nun durch ein neues Naturschutz-Großprojekt geschützt werden und erlebbar gemacht werden. Das Projekt mit dem Namen "Schatz an der Küste" wird vom Bundesumweltministerium mit einer Summe von ca. 5 Mio. Euro gefördert. Die Vorpommersche Boddenlandschaft und die Rostocker Heide sind zwei der sogenannten "Hotspots der Biologischen Vielfalt". Die hohe Dichte an charakteristischen Arten und Lebensräumen ist aber durch anhaltende intensive Landwirtschaft und touristische Nutzung sehr stark gefährdet. Aus diesem Grund befasst sich ein großer Teil des Projektes mit der Besucherlenkung. Hier sollen naturverträglichere Möglichkeiten gefunden werden. Ziel ist ein Lösung die Naturschutz und Erlebbarkeit für beide Seiten bietet. Ebenso sollen angepasste Wirtschaftsformen etabliert werden. Zentraler Bestandteil des Projektes ist die Wiederherstellung von ca. 200 Hektar Salzgrasland. Aber auch Bildung wird fest eingeplant. Auf einer Plattform soll man die wundervollen Kraniche beobachten und sich über die Bedeutung von küstendynamischen Prozessen informieren können. Alle Projektinhalte sollen in einer Art Reiseführer, dem "Hotspot-guide" zusammengefasst werden  und Anwohner sowie Beschern die Natur und ihre Schätze näher bringen.

Hunde gegen Wilderei

Immer wieder komme ich im Blog auf Wilderei zu sprechen. Besonders betroffen sind aktuell Nashörner und Elefanten. Ihre Hörner bzw. Stoßzähne erzielen auf den Schwarzmärkten Asiens Höchstpreise. Stellenweise sind sie mehr wert als Gold. Zwischen Wildhütern und Jägern ist mittlerweile ein regelrechtes Wettrüsten ausgebrochen. Wilderer bedienen sich inzwischen modernster Waffen und Fallen. Gerade sogenannte Schlingfallen sind bei den Wilderern sehr beliebt. Sie garantieren den größten Erfolg. Je mehr das Tier sich bewegt, desto fester zieht sich die Schlinge. Sollte ein Tier entkommen, stirbt es nicht selten an Wundbrand. An das Horn oder Elfenbein kommt man dennoch. In den letzten fünfzig Jahren hat sich der Bestand an Elefanten im Tsavo Nationalpark in Kenia von 40000 auf 11000 verringert. Spitzmaulnashörner büßten zwischen 1970 und 1980 sogar 95 % ihres Bestandes ein, Reife Leistung Mensch. Um den Wilderern effektiv begegnen zu können, werden nun Fährtenhunde eingesetzt. Mit ihren empfindlichen Nasen sollen sie auf Gerüche von abgefeuerten Waffen sowie Blut von Tieren angesetzt werden. Ebenfalls sind sie zuverlässig beim Aufspüren von Schmuggelware in Fahrzeugen und (Flug)Häfen. Ob sich dadurch die illegale Jagd kontrollieren oder gar eindämmen kann, muss sich allerdings erst noch zeigen.

Tag des Schneeleoparden

Foto: Bernd Landgraf
Randnotiz: Heute feiert der NABU zum ersten Mal den "Tag des Schneeleoparden". Zu Ehren der gefährdeten Großkatze hat der Umweltverband diesen Gedenktag ins Leben gerufen. Aktuell leben Schätzungen zufolge nur noch rund 3500 Exemplare der Großkatze in Freiheit. Wie so viele andere Tiere ist auch der Schneeleopard durch Wilderei und illegalen Handel äußerst bedroht.  Aber auch fehlende Beutetiere und Lebensraumverlust setzen ihm gehörig zu.  Den ganzen Artikel vom Naturschutzbund gibt es hier. Ähnlich wie bei Brautmaulnashorn und Co. ist wieder einmal der Mensch zu gierig und handelt aus vollkommen falschen, veralteten oder sonstigen fragwürdigen Motiven.


Blume des Jahres 2015

Und wieder steht ein Gewinner fest. Mit dem Gewöhnlichen Teufelsabbiss (Succina pratensis) wurde nun auch die Pflanze des Jahres 2015 gekürt und gesellt sich damit zu Habicht, Feldahorn und Co. Die Loki-Schmidt-Stiftung ernannte diese seltene Pflanze zum Sieger und möchte auf die sinkende Verbreitung aufmerksam machen. Von Juli bis September blüht diese Art in einem saftigen hellblau oder violett. Allerdings nur in Höhenlagen, bei 1300 Meter ist aber auch für sie Schluss. Gute Chancen eine zu Gesicht zu bekommen hat man in Süddeutschland, in den Alpen oder im Schwarzwald. Mit einer Höhe von 20 bis 100 cm ist sie schon recht eindrucksvoll, jedoch ist ihre Farbe das Markante. Ihren Namen verdankt sie dem Wurzelstock. Im Herbst stirbt dieser von unten nach oben ab und sieht daher "abgebissen" aus. Glaubt man einer Sage, so hat der Teufel, über die Heilkraft der Pflanze erzürnt, vor Wut den Stiel abgebissen. Wie so oft ist auch hier die intensive Landwirtschaft Hauptgrund für den Artenrückgang. Entwässerungen von feuchten Wiesen und Überdüngung von Äckern setzen der Art extrem zu.

Quelle: wikimedia

Wer sich einen gesamten Überblick über die Jahrespflanzen und -tiere verschaffen will, der findet hier eine Übersicht.

Der will doch nur spielen...oder etwa nicht?

Heute mal ein Video aus der Grusel-Abteilung. Es ist ja inzwischen bekannt, dass manche Tiere von anderen leben. Dies kann auf zweierlei Wegen geschehen. Entweder als Parasit, es profitiert nur einer von dieser Verbindung, oder als Symbiont. In diesem Fall ist die Partnerschaft für beide Parteien profitabel. In welche Kategorie das folgende Video fällt, findet ihr besser selbst heraus. Was für uns abstoßend wirkt, ist nur ein weiteres Beispiel wie kreativ die Natur ihre Geschöpfe erschaffen hat und ein Beweis dafür, wie wenig wir über sie wissen.



Face to Face...atemberaubende Aufnahmen

Heute möchte ich mal wieder die Kategorie "Wunder der Natur" bedienen. Obwohl es davo eine unendliche Anzahl gibt, ist sie im Blog bisher zu kurz gekommen. Vollkommen zu Unrecht wie ich finde.
Auf der Seite von Stern.de ist mir ein Video über den Weg gelaufen, welches ich euch unbedingt zeigen möchte. Es handelt von meterhohen Wellen und ihrer majestätischen Schönheit. Schaut es euch unbedingt einmal an. Absolut sagenhaft was eine andere Wahrnehmung mit etwas so alltäglichem wie Wellen anstellen kann. Also dann, Film ab.

Naturnahe Flüsse - leider Mangelware

Auf Postkarten prahlt die Schweiz gerne mit malerischen Landschaften. Saftige Wiesen und fröhlich lächelnde Tiere sollen Touristen überzeugen, ihre Ferien im Rütli-Land zu verbringen. Was aber dabei ganz untergeht, sind die Flüsse. In der wissenschaftlichen Studie "Save the Alpine Rivers" hat die Wiener Universität für Bodenkultur als Auftragnehmer des WWF die sich im Alpenbogen befindlichen Fließgewässer untersucht und dabei Daten aus Frankreich, Österreich, Italien und der Schweiz erhalten und ausgewertet. Untersucht wurden dabei alle Flüsse mit mehr als zehn Quadratkilometern Einzugsgebiet. Ergebnis der Studie: Die Alpengewässer sind in einem dramatisch schlechten Zustand. Generell wurden rund 90 % der Flüsse im Alpenbogen in den letzten 150 Jahren begradigt, verbaut oder auf sonstigem Wege in ihrer ökologischen Funktion eingeschränkt. Schlusslicht im Vergleich ist dabei die Schweiz. Nirgendwo sonst werden Gewässer so intensiv genutzt wie in Helvetien. So sorgen ca. 1500 Kraftwerke für eine veränderte Flussdynamik. Dabei sollten intakte Flüsse eine wichtigere Rolle spielen. Einen besseren Hochwasserschutz gibt es nämlich nicht. Bei aller Baukunst, eine intakte Flusslandschaft samt Aue ist bisher unerreicht.






Artensterben im Video

Die Problematik des Artensterbens ist derzeit in aller Munde. Nicht erst seit der Veröffentlichung des World Living Report des WWF im Herbst diesen Jahres dürfte jeder davon mitbekommen haben, dass es um die Artenvielfalt auf diesem Planeten alles andere als gut bestellt ist. Passend dazu ist mir ein Video in die Hände gefallen, welches ebenfalls vom WWF produziert wurde. Trotz der Tatsache, dass es bereits über ein Jahr alt ist, ist es dennoch aktuell. Schaut mal rein.


Boofen in Chemnitz

Endlich geht es wieder los. Im Auditorium maximum der hiesigen Universität werden wieder spannende Diaabende angeboten. Organisiert wird das Ganze vom Chemnitzer Boofeladen. Thema des heutigen Abend war eine 20 jährige Reise von Feuerland nach Alaska. Auf dem Pferderücken. Vortragender war Gunther Wamser, ein sympathischer Typ aus dem Raum Frankfurt. Vor mehr als 20 Jahren fasste er den Entschluss den Doppelkontinent Amerika zu Pferd zu durchqueren. Mitgebracht hat er uns eine ganze Menge an schönen, stimmungsvollen Bildern. Angereichert mit spannenden Geschichten und lustigen Anekdoten vergingen die 2 1/2 Stunden wie im Flug. Überflüssig zu erwähnen, dass der Hörsaal gut gefüllt war. Es ist auf jeden Fall eine Empfehlung für jeden, der seinen Horizont erweitern und über seinen Tellerrand heraus schauen will. Da sagt man immer, in Chemnitz sei abends nichts los. Dem ist mitnichten so. Man muss nur suchen.


Vogel des Jahres 2015

Jetzt geht es wieder Schlag auf Schlag. Fast täglich werden die aktuellen Pflanzen-, Pilze-, Moose-, und Tiere des Jahres 2015 gekürt. So steht auch der Vogel des Jahres fest. Mit dem Habicht hat man eine sehr gute und bedeutsame Entscheidung getroffen. So soll unter anderem für einen besseren Schutz für Greifvögel geworben bzw. hingewiesen werden. Trotz guter Schutzgesetze mangelt es mitunter an der nötigen Umsetzung. Ein entschlossener Wille könnte Wunder bewirken. Bis in die 1960er Jahre war die Jagd auf Greifvögel noch weit verbreitet. Erst ein entsprechendes Gesetz in den 1970er Jahren brachte den Beständen Aufwind. Mittlerweile siedeln sie sogar wieder in Städten. Mit Besorgnis auf diese Wahl reagierten Deutschlands Taubenzüchter. Nun ist der Habicht ähnlich wie seine Kollegen nicht gerade als Veganer bekannt, daher muss auch hier viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Ehrenamtliche und berufliche Vogelkundler und -schützer haben in den vergangenen Jahren allerdings eine Menge erreicht. Die größte Gefahr besteht allerdings, wie oben schon angedeutet, in illegaler Jagd. Mit Netzen, Gift und Fallen werden auch heute noch Greifvögel in solchen Größenordnungen gefangen, die dem Bestand des Habichts gefährlich werden können. Hoffen wir, dass sich 2015 daran etwas ändert.

Feldahorn ist Jahressieger

Nach dem Echten Johanniskraut steht nun auch der Baum des Jahres 2015 fest. Zu dieser Ehre kommt nun also der Feldahorn (Acer campestre). Der kleine Bruder von Berg-und Spitzahorn ist eine eher unscheinbare Baumart. Er ist resistent gegen Hitze, Trockenheit und Streusalz. Somit ist er bestens gewappnet für den Klimawandel. Obwohl er von kleinerem Wuchs als seine "Kollegen" sind, ist sein Holz mit ihrem vergleichbar. Sollte man ihn in seinem typischen Umfeld stehen sehen, so kann einem der Gedanke kommen, dass es sich um gar keinen richtigen Baum handelt. Er sieht eher strauchartig aus. Genaugenommen wird er nur durch optimale Bedingungen zu einem Baum 2. Ordnung und kann eine Höhe von ca. 15 Meter erreichen. Durch diesen schmächtigen Wuchs eignet er sich auch sehr gut als Heckenbaum. Seine große Amplitude (Anpassungsfähigkeit und Toleranz) bescheren ihm von allen drei Ahorn-Arten das größte Verbreitungsgebiet. Hauptsächlich aber in der gemäßigten Klimazone. Ab einer Höhe von 800 Meter, in den Alpen, wird es aber auch ihm zu kalt. Solltet ihr mal wieder auf der Pirsch durch die Natur sein, so haltet die Augen nach einem kleinen Ahorn offen. Solltet ihr ihn finden, so haltet einen Moment inne denkt an den Baum des Jahres 2015. Der Nachfolger von Quercus petreae  hat es verdient.


Meere als Müllkippe

Ende September fand er 28. "International Coastal Cleanup Day" traditionell statt. Dabei werden diverse Küstengebiete von engagierten Freiwilligen vom Müll befreit. Wie der NABU Berlin verlauten lässt, wurden im Rahmen der diesjährigen Aktion 2,5 Millionen Tonnen Müll gesammelt. Damit wurde mal wieder eindrucksvoll bewiesen, welchen Zweck unsere Meere inzwischen auch erfüllen (müssen). Wichtiger Lebensraum und wertvolle Ressourcen werden als Müllkippen und Deponien verwendet. Die Fundpalette reichte dieses Jahr von Gummistiefeln, Autoreifen und Computern bis hin zu einem halbgefüllten Ölkanister sowie ein totes Schaf. Besonders eifrig waren die Sammler auf Borkum, dort kamen stolze 900 Kilogramm Abfall zusammen. Die Bilanz des diesjährigen "Cleanup" wäre doch mal eine gute Gelegenheit endlich ein Verbot von kostenlos abgegebenen Plastiktüten zu erwirken.Meeresbewohner wie Wale und Fische verwechseln den Kunststoff mit ihrer typischen Nahrung. Die beste Lösung wäre, wenn kein Müll mehr in die Meere gelangt (solange der Mensch ist, wie er ist eher unwahrscheinlich). Solange das nicht der Fall ist, sollte die Menge an Müll wenigstens drastisch reduziert werden.


Neuer Nationalpark kommt

An der Grenze zwischen Saarland und Rheinland-Pfalz werden aktuell Vorbereitungen getroffen um Deutschlands 16. Nationalpark den Weg frei zu machen. Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz Malu Dreyer (SPD) und ihre Kollegin aus dem Saarland Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) haben den dazu erforderlichen Staatsvertrag in Saarbrücken unterzeichnet. Der neue NP bekommt den Namen "Hunsrück-Hochwald" und gilt als Hoffnungsträger für Artenvielfalt und Naturschutz. Dreyer geht sogar soweit, ihn als "Highlight in der deutschen Naturlandschaft" zu bezeichnen. Er ist der erste Nationalpark (10000 ha) der beiden Bundesländer und soll kommendes Pfingsten eröffnet werden. Jedoch gilt es noch eine Hürde zu überwinden. Die jeweiligen Landtage müssen dem Staatsvertrag erst noch ihre Zustimmung erteilen. Das kann schwierig werden. Wie bei jedem Naturschutzprojekt hat auch hier die Industrie in Form mehrerer Industrie- und Handelskammern Bedenken geäußert. Auch hier fürchtet man wirtschaftliche Einbußen. Ich begrüße jeden zusätzlichen Meter Natur der unter Schutz gestellt wird. Hoffentlich gelingt es uns bei den angepeilten 10000 ha.




"To go" bald umweltfreundlich?

Foto von: © Pardey
Längst leben wir in Zeiten, in denen es cool ist seinen Kaffee aus Kapseln, Pads oder was auch immer zu trinken. Die Werbung suggeriert es uns jeden Tag. Wer aber so richtig cool sein will, der trinkt seinen Kapsel-Kaffee auf dem Weg zur Arbeit, nach Hause oder Hauptsache unterwegs. "To go" eben. Die wenigsten machen sich aber über die Konsequenzen Gedanken. In einer ohnehin schon hektischen Welt noch hektischer zu werden in dem man sich nicht einmal mehr Zeit für Essen und Trinken nimmt ist jedem seine Sache. Was uns aber alle angeht ist der daraus resultierende Müll. Jedes Jahr landen 200 Milliarden Pappbecher auf dem Müll und können nur unter großem Aufwand recycelt werden. Aus den Niederlanden scheint nun aber Abhilfe für das Problem zu kommen. Das hiesige Unternehmen AkzoNobel hat eine Beschichtung für Pappbecher entwickelt, die zum einen als Schutz für das Papier dienen soll und zum anderen ist sie vollständig kompostierbar. Die in Nordamerika produzierten Becher sollen im Laufe des nächsten Jahres in den Handel bzw. auf den Markt kommen. Sowohl in Deutschland als auch in den Staaten sind sie bereits zugelassen. Dabei ist diese Eigenschaft von Pappbechern keineswegs neu. Kompostierbare Einwegbehälter (meist aus Polylactiden hergestellt) gibt es schon eine ganze Weile. Allerdings basieren sie auf der Basis von Mais und und sind für heißen Inhalt nur bedingt geeignet. Der Hauptbestandteil der Becher hat allerdings einen Überzug aus Polyethylen (PE) und genau das macht die Probleme. Dieses Material verrottet nicht. In einem aufwändigen Verfahren muss das PE vom Papier getrennt werden. Das Wundermittel von AkzoNobel mit dem klangvollen Namen EvCote Water Barrier3000 ist mit seinen 9-15 Gramm pro Becher bedeutend leichter als PE-Gefäße.
In einem Vorversuch ist von einem "samtigen" Gefühl die Rede. Mir persönlich ist es ziemlich egal wie sich der Becher anfühlt, solange er umweltschonend ist. Bestehen wird das neuartige Gefäß aus pflanzlichen Ölen, Wasser und einem geringen Anteil Polyethylen-Terephthalat (PET), einem weniger stabilen Kunststoff. Tests ergaben, dass dieses PET in 75 Tagen zu ca. 90% verrottet war.
Gerade im Hinblick auf die kommenden Weihnachtssaison bin ich mal gespannt wie sich der neue Becher so machen wird. Ob er Erfolg haben wird oder nicht wird sich erst in ein paar Jahren zeigen. Das beste Mittel gegen Kapsel-Kaffee-Müll ist ein Besuch in einem Café, so richtig altmodisch mit Zeit und echten Tassen und so...

Mein Leipzig lob' ich mir....

Für unser neuestes Timelapse-Großprojekt führt es uns aktuell in angesagte Städte Europas. Dieses Mal war Leipzig an der Reihe. Getreu dem Motto: "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?"
Wer in Leipzig unterwegs ist, der findet immer ein Motiv. Die kleinteiligen Gassen und Plätze laden geradezu ein fotografiert zu werden. Eine wahre Sensation ist aber der Panorama Tower, früher unter dem Namen Uniriese oder Weisheitszahn bekannt ist das höchste Gebäude der Stadt ein wahrer Magnet für Fotofreunde. Pünktlich zum Sonnenuntergang war die Kamera gen Westen aufgebaut und klickte zuverlässig los. Dabei stand der Zeitraffer zu Beginn unter keinem guten Stern. Innerhalb der ersten viertel Stunde fing es an zu regnen. Alsbald wurde der Regen weniger, aber nur um dem Wind Platz zu machen. So hieß es hoffen, dass die Kamera nicht zu stark wackelte.



Im Laufe des Abends wurde es dann doch noch richtig voll auf der Plattform. Als wenn das Wetter die Besucher belohnen wollte, klarte es auf und Wind und Wetter wurden weniger. Man kann sogar sagen, dass es richtig mild wurde. Hätten wir uns ins Bockshorn jagen lassen, wären uns schöne Aufnahmen durch die Lappen gegangen. 







Das Leben durch die Linse

Wer den Blog hier schon länger verfolgt wird das ein oder andere Mal über Beiträge gestoßen sein, die so gar nichts mit Natur bzw. Naturschutz zu tun haben. Im besten Falle handelten sie dann von Fotographie oder von Zeitraffern. Beides ist eine Passion von mir und mittlerweile mehr als ein Hobby. Mein Dank geht dabei an alle die mich hier unterstützen und vor allem an denjenigen, der mich erst dazu gebracht hat.  Auf engst.photography könnt ihr euch von den besten Stücken überzeugen. Auf diesem Blog aber, möchte ich in der neun Kategorie "Geknipst" etwas über die Entstehung der einzelnen Filme oder Bilder schreiben. Praktisch den Werdegang von der Idee über die Aufnahmen bis hin zum fertigen Produkt festhalten. Auf diese Weise hoffe ich euch in gewissen Abständen Einblicke in die Produktion geben zu können. Vielleicht springt ja der Funke über.



Angestaubtes Jagdrecht

In Deutschland hat ja alles seine bekannte Gründlichkeit und bis man sich für etwas neues entschließt bzw. sich daran gewöhnt vergeht schon der ein oder andere Tag bzw. Monat. In diesem Falle aber sind Jahre ins Land gegangen und haben das aktuelle Jagdrecht ganz schön altern lassen. Aktuell wird in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen über eine Anpassung der jeweiligen Jagdgesetze diskutiert.  Der NABU nahm dies zum Anlass um sich das Bundes Jagdgesetz sowie die 16 Landesgesetze mal genauer anzuschauen und einer naturschutzfachlichen Prüfung zu unterziehen. Der Umweltverband prüfte unter anderem auf die Kriterien Anzal der jagdbaren Arten, Jagdruhezeiten und die Jagdausübung an sich. Das Ergebnis zeigt sich ernüchternd. Mit Ausnahme von zwei Bundesländern, Berlin und Rheinland-Pfalz, erfüllt keines  den Forderungen des NABU nach einer ökologischen Jagd. Ebenfalls werden Belange von Natur-, Tier- und Artenschutz so gut wie nicht berücksichtigt. Laut NABU ist es an der Zeit die alten Gesetze in die Mottenkiste zu packen und neue Regelungen zu entwerfen. Aber dieses Mal mit Natur- und Umweltschützern zusammen. Aktuell unterliegen in fast allen Ländern ca. 150 Tierarten dem Jagdrecht. Jede dritte Art davon ist allerdings geschützt. Gejagt werden darf auf manche Tiere allerdings das ganze Jahr. Waschbären, Wildschweine und Füchse haben das ganze Jahr Jagdzeit. Ok zugegeben, um Waschbären wäre es nicht schade. Im Gegenteil. Vorreiter einer neuen Sicht der Dinge ist Baden-Württemberg und NRW. Dort werden in den nächsten Jahren vermehrt Tiere vom Jagdrecht ausgeschlossen und der Tierschutz stärker berücksichtigt. Ein Vorgehen was hoffentlich Schule macht.

Deutschland ist Weltklasse...waldtechnisch

Christian Schmidt (CSU), seines Zeichens Bundeslandwirtschaftsminister, verkündet derzeit voller Stolz, dass der Waldbestand in den vergangenen zehn Jahren um satte 7 % zugelegt habe. Auf einem Drittel der Fläche Deutschlands stehen mittlerweile Bäume. So ca. 90 Milliarden bilden Lebensraum und sorgen für einen unschätzbaren Erholungs- und Rückzugsraum.
Mit diesen Zahlen ist Deutschland Spitzenreiter in der EU. Laut Schmidt wächst deutlich mehr Holz nach als es verbraucht wird.  Laut der dritten Bundeswaldinventur  ist der bestand in der letzten Dekade auf 3,7 Milliarden Kubikmeter Holz gestiegen. Allerdings ist auch die Nachfrage nach dem beliebten Rohstoff gestiegen. 2002-2012 wurden jährlich 76 Millionen Kubikmeter Holz geerntet.


Einen starken Zuspruch hat die Holznutzung durch steigende Ölpreise erhalten. Diese Entwicklung macht den energetischen Aspekt des Holzes immer wichtiger und auch lukrativer. Die Bundesregierung stützt sich bei der Waldentwicklung auf die Bundeswaldinventur und richtet ihr Vorgehen danach aus. Laut diesem Bericht ist das Gefüge im Wald im Wandel begriffen. So hat sich der Anteil an Mischwäldern um drei Viertel der Gesamtfläche erhöht. Solche Waldtypen sind zukünftigen Gefahren (Klimawandel, Käferbefall etc.) besser stand. Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt. Bisher besteht der deutsche Wald zu mehr als 50% aus Nadelbäumen, wie Fichten und Kiefern. Dies hat simple ökonomische Gründe. Während eine Buche ca. 150 Jahre bis zur Ernte braucht (Eichen sogar bis zu 200 Jahre), verdient der Forst mit Fichten und Kiefern in Stangenform schon nach 50 Jahren Geld. Die Gefahr der Monokulturen findet also nicht nur auf den Feldern statt.


Ein weiterer deutlicher Kritikpunkt ist die Transparenz der Inventur. Das Bundesministerium hält die Daten unter Verschluss und gibt nur zögerlich ausgewählte Inhalte frei. So sind bisher keine Aussagen über das Alter des Waldes möglich. Nur weil man viel Wald hat, muss der noch lange nicht gut sein. Alte Bestände binden mehr Kohlenstoffdioxid und bieten einen qualitativ höheren Lebensraum als die mit Zweigen behangenen Fahnenmasten. Wenigstens ist der Totholz-Anteil im Wald auf 18% gestiegen. Bis 2020 sollen laut einem Beschluss der Bundesregierung fünf Prozent der Wälder in Deutschland ohne jegliche forstliche Nutzung sein. Stand 2014 sind 14% der Bäume älter als 120 Jahre und  damit besonders wertvoll für den Naturschutz un den Wald. Ab 2020 könnten es also noch mehr werden.

Auszug aus der Bundeswaldinventur 3:

Neophyten all over the world

So ziemlich jedes Land hat heuer Probleme mit fremdländischen invasiven Arten. Diese nach 1492 nach Deutschland eingewanderten Arten nennt man Neubürger oder eben Neophyten. Jedes Jahr verursachen diese Pflanzen Kosten in Millionenhöhe. Die Szene ist dabei unterschiedlicher Meinung. Ich vertrete den Standpunkt, dass man nicht nach "heimisch" und "nicht heimisch" unterscheiden solle. Vielmehr gilt es das invasive Potential bzw. Verhalten einer Pflanze zu kennen. Damit ist die Eigenschaft der Verdrängung anderer (heimischer) Pflanzen gemeint. Im Idealfall existieren heimische und fremdländische Pflanzen nebeneinander. Besetzt ein Neophyt allerdings eine ökologische Nische die von einer in Deutschland heimischen Art genutzt wird, so besteht allerdings Handlungsbedarf.
Unsere Kollegen aus der Schweiz haben demzufolge ähnliche Probleme. Sie bekommen aus vier Himmelsrichtungen die volle Breitseite an Pflanzensamen ab. Passend dazu gibt es ein (optisch nicht ansprechendes) Portal, welches über eingewanderte Pflanzen informiert.


Die Seite konzentriert sich auf die wichtigsten invasiven Pflanzen. Auf jeden Fall einen Blick wert ist das umfangreiche Download-Angebot. Neben hilfreichen Tipps und Tricks findet sich dort eine Fülle an weiteren Infos.

Wieder ein Wolf illegal erschossen


Erst kürzlich berichtete ich im Blog von der illegalen Jagd auf Wölfe, da kommt heute schon die nächste Meldung ins Haus geflattert. Am 4. Oktober fanden Passanten in Cammer, Potsdam-Mittelmark, ein etwa fünf Monate altes Weibchen in erbärmlichem Zustand. Das Tier war augenscheinlich in eine Erntemaschine geraten, diese hatte beide Hinterläufe abgetrennt. Dem zuständigen Tierarzt blieb nur noch der Griff zur Spritze.Eine postmortale Untersuchung ergab obendrein Schussverletzungen an den Hinterläufen. Diese Wunde war ca. 14 Tage alt und  machte es dem Tier unmöglich zu fliehen. Somit ist es der insgesamt zwölfte Wolf der seit der Rückkehr des grauen Jägers im Jahre 2000 illegal geschossen wurde. Die Dunkelziffer liegt mit Sicherheit um einiges höher. Wie viele Täter den Kadaver unbemerkt vergraben kann nur erahnt werden. So eine Tat setzt schon eine gewisse Skrupellosigkeit voraus, schließlich ist der Wolf eine besonders geschützte Tierart und gilt in Deutschland als vom Aussterben bedroht. Ein illegaler Abschuss wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet. Natürlich sind nicht alle Jäger Wolfsmörder, aber diejenigen die sich angesprochen fühlen, sind eine Schande für die ganze Zunft und somit Nestbeschmutzer.


And the winner is...Johanniskraut

Das aktuelle Jahr ist noch gar nicht richtig vorbei, da werden schon die Sieger des nächsten Jahres gekürt. Mit jedem Tag dem wir uns dem Jahreswechsel nähern werden die "Pflanzen-, Tiere - und was weiß ich nicht alles" des Jahres 2015 stetig mehr. Den Anfang macht das Echte Johanniskraut ,Tüpfel-Hartheu oder stilecht Hypericum perforatum. Unter uns gesagt, bin ich gespannt ob der wissenschaftliche Name noch in ein paar Jahren Gültigkeit besitzt.
 Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Uni Würzburg gab diese Entscheidung bekannt und begründet es mit der herausragenden Eignung der Pflanze bei Depressionen oder bei Krebstherapie. Aber auch bei Angstzuständen und Unruhe wirkt es wahre wunder. Unter den Johanniskrautarten ist es mit 15-30 cm Höhe schon recht groß. Am markantesten ist allerdings der Stängel. Er hat von oben bis unten zwei Kanten und ist nicht hohl, sondern mit Mark gefüllt.



Illegaler Fang von Wölfen


Ende Mai diesen Jahres machte eine Schlagzeile aus unserem Nachbarland Österreich bei uns die Runde. In Oberkärnten ist ein Wolf von einem Landwirt erschossen wurden. Nach Aussagen des Landwirtes handelte es sich dabei um Notwehr. Sein Sohn habe in einer Lagerhalle ein Tier gesehen und seinen Vater gerufen. Dieser schoss mehrfach auf das Tier. Im Eifer des Gefechts glaubte der Landwirt einen Fuchs vor der Flinte zu haben. Der Kadaver wurde im Anschluss zur Landesanstalt für veterinärmedizinische Untersuchungen gebracht. Eine Untersuchung des toten Wolfes förderte interessante Details zu tage. An den Zähnen befinden sich Abschleifungen die von den Stäben eines Metallkäfigs stammen müssen. Metallreste wurden ebenfalls gefunden. Ebenfalls fehlt die linke Vorderpfote. Allem Anschein nach ist das Tier in eine Schlagfalle geraten. Und um das Bild komplett zu machen der dritte Beweis für eine Käfighaltung. Der leere Magen des Tieres. Den Medizinern nach habe der Wolf mehrere Tagen ohne Nahrung auskommen müssen. Dennoch muss die Frage nach dem Wer? und Warum? erst einmal offen bleiben. Alles was bisher bleibt ist der bittere Beigeschmack dieser Aktion. Dabei muss man gar nicht erst hinter die Alpen schauen. Anfang März 2014 wurde in Brandenburg der Fall einer illegal errichteten Fanganlage verhandelt. Leider kamen die Gerichte den Forderungen der Naturschutzverbände nicht nach und sprachen kein Verbot gegenüber solchen Anlagen. Solange wie kein Wolf in ihnen steckt wenn das Foto gemacht wird, stehen die Chancen eher schlecht. Das Thema "Wolf" wird uns also noch eine ganze Weile weiter beschäftigen.

Fracking nun doch?

Wie der NABU mitteilte seien Bewegungen innerhalb der Bundesregierung zugange, die dem umstrittenen Verfahren Fracking den Weg in die Bundesrepublik ebnen wollen. Wie aus einem Bericht der Ministerien an die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Energie hervorgeht, soll Fracking nicht nur in weiten Landschaftsteilen und Natura 2000 Gebieten erlaubt sein, sondern auch die Anwendung der Technologie in konventionellen und unkonventionellen Lagerstätten. Obendrein soll es erlaubt werden, dass das von Giften durchsetzte Lagerwasser weiterhin verpresst werden darf. Selbst in der Umgebung von öffentlichen Wasserentnahmestellen. Ein Schelm wer böses dabei denkt, Wasser in trinkbarer Qualität kann man ja auch kaufen. Lebensmittelproduzenten haben dann halt Pech.
In dem Brief heißt es weiter, dass der Einsatz von wassergefährdender Flüssigkeit nicht ausgeschlossen werden kann. Wer sich erinnert, der weiß bestimmt noch wie sich die Minister Hendricks und Gabriel vor der Sommerpause zu diesem Thema geäußert haben. Beide sprachen von einem striktem Regelungspaket und strengen Auflagen. Zudem sollte Fracking nur bis zu einer bestimmten Tiefe erlaubt werden und der Trinkwasserschutz sollte allerhöchste Priorität besitzen. Alles Pustekuchen? Scheint so. Bisher hatte ich eine gute Meinung von unserer amtierenden Umweltministerin. Ob das so bleibt und wie sie sich in den kommenden Tagen und Monaten bewährt, muss sich zeigen. Allerdings befürchte ich es schon zu wissen...




20 Jahre Seite an Seite

Schweiz - In Helvetien nähert sich ein ganz besonderes Jubiläum. Nämlich das des Wolfes. Vor ziemlich genau 20 Jahren, am 03. Oktober 1994, setzte Gevatter Isegrim seine Pfoten erstmals wieder auf Schweizer Gebiet. Allerdings war sein Auftreten nicht die feine englische Art. So fiel ihm gleich eine Schafherde anheim. Die darauf folgende Diskussion um den Umgang mit dem neuen gast dauert bis heute an und sorgt für viel Handlungsbedarf. Jährlich reisst der Wolf um die 200 Schafe in der Schweiz. Das sorgt natürlich für Ärger unter den Landwirten. Was aber gern vergessen oder übersehen wird, ist die Tatsache, dass er auch 5000 Tieren das Leben rettet. Wie das? ganz einfach. Durch sein Wirken wurde die Behirtung und Kontrolle der Schafe während der Sömmerung stark verbessert. So konnten die Verluste von 10000 Tiere auf unter 5000 Tiere gedrückt werden. Der durch den Wolf verursachte Druck für Verbesserungen in der Schafhaltung wirkt wahre Wunder und sucht seinesgleichen.

Glaubt man den Werten der Gruppe Wolf Schweiz, so kann die Anwesenheit des grauen Räubers nicht besonders schädlich für Weidetiere sein. Entgegen aller Vermutungen ist es zu keiner Abnahme des Schafbestandes gekommen. Im Gegenteil. In den letzten zwei Jahrzehnten pendelte sich der Bestand bei 450000 Tieren ein und zeigt somit keinerlei Abwärtstrend. Schaut man sich die Zahlen der Jägerschaft an, sieht es ähnlich aus. Der Bestand an Rehwild wird in keinster Weise negativ beeinflusst. In Wahrheit haben sich die Zahlen von Reh- und Rotwild im Kanton Wallis, Hauptgebiet des Wolfes, sogar verdreifacht. In Graubünden steigen die Abschusszahlen zwar nicht an, bleiben aber auf sehr hohem Niveau konstant. Schaut man sich diese Zahlen an, die offiziell und belegt sind, kann man keinen negativen Einfluss auf das jagbare Wild feststellen. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die Schweizer alle etwas geschmeidiger im Umgang mit dem Wolf sind. Zum einen wird es an der doppelten Zeit liegen, als wir in Deutschland sie haben, zum anderen ist es vielleicht auch der Mentalität geschuldet. Auch bei uns hat sich der Wolfsbestand in den letzten zehn Jahren deutlich erhöht und sorgt nicht zuletzt deswegen für Spannungen. Aus Gesprächen mit Jägern habe ich dennoch erfahren, dass es hier auch keine direkten negativen Auswirkungen auf Wildbestände gibt. Vielleicht kommt die Einsicht in den nächsten Jahren ja auch beim letzten Jäger an. Verdient hätte es der Wolf.


Umdenken in den US of A?

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Meistens dort, wo man sie nie vermutet hätte. Heute: Amerika. Das Land der begrenzten Unmöglichkeiten ist dafür bekannt, alles in irgendwelchen Folien zu verpacken. Doch damit könnte jetzt Schluss sein. Als erster US-Bundesstaat hat Kalifornien Einweg-Plastiktüten verboten. Laut einem SPON-Bericht unterzeichnete Gouverneur Jerry Brown gestern ein entsprechendes Gesetz. Ab 2015  dürfen dünne, kostenlose Plastiktüten nicht mehr an Kunden diverser Supermärkte ausgegeben werden. Das gilt auch für Drogerie- und Lebensmittelläden. Ab 2016 ist dann auch in Getränkeshops Schicht im Schacht. Befürworter dieses Gesetztes erhoffen sich so weniger Müll an Stränden und sehen es als Schritt in die richtige Richtung. Immerhin treiben ca. 142 Millionen Tonnen Müll auf den Weltmeeren. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Mehrere Hersteller von Plastiktüten haben Widerstand angekündigt. So befürchten sie den Verlust von tausenden Arbeitsplätzen. In diesem Sinne hat die "American Progressive Bag Alliance", ein Zusammenschluss diverser Tütenherstelller, die Absicht eine Volksabstimmung zu erreichen. Abgestimmt werden soll im Juli 2015. Der Staat Kalifornien gewährt Produzenten von Plastiktüten ein Darlehen in Höhe von zwei Millionen US-Dollar um ihre Produktion auf wiederverwertbare Güter umzustellen. Für diese werde dann ein Entgelt von 10 Cent pro Tüte fällig. Das ist genau der Preis den auch eine ökologisch bessere Papiertüte kostet. Somit fühlen sich die Papiertütenhersteller auf den Schlips getreten und klagen über eine Gleichsetzung von Plastik und Papier. Wie das Gerangel ausgeht und welche Lobby die stärkere ist, bestimmt wird man die Plastiktüte zum US-Kulturgut ernennen, das wird uns das kommende Jahr zeigen.


Living Planet Report-Fußabdrücke die zu denken geben

Der WWF hat den diesjährigen Living Planet Report veröffentlicht. Es werden Fakten zu den wichtigsten Problemen aufgezeigt. Überfischung, Raubbau an Wäldern sowie ein kippendes Klima sind die neuesten Errungenschaften der Spezies Mensch. Wenn dieser Trend anhält, entziehen wir den nachfolgenden Generationen alle Lebensgrundlagen in atemberaubender Geschwindigkeit. Obendrein treiben wir den Planeten in ein gefährliches Burn-Out. Desweiteren gibt der WWF an, dass wir jährlich ca. 50% mehr Ressourcen verbrauchen als die Erde innerhalb dieses Zeitraumes regenerieren kann.  Einer Hochrechnung zufolge braucht die Menschheit, bei anhaltendem Konsum, zwei Planeten um ihren Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken.  2050 wären es dann drei Erden. Ob es sich bewahrheitet bleibt abzuwarten aber ich bin da eher etwas pessimistisch eingestellt.











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