Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Stippvisite beim Kaiser

In der vergangenen Woche trieb ich mich mal wieder im Kyffhäuser herum. Anfangs mit ehrer schlechtem Wetter später dann mit Sonnenschein. Ich denke viel dazu sagen muss ich nicht, das Denkmal ist ja eines der bekanntesten Monumente in Deutschland. Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen ein paar Bilder zu machen. Alle Bilder wurden mit einem Nokia Lumia 1020 gemacht und sind, so finde ich, ganz brauchbar. Das Denkmal gliedert sich in die Ober-, Unter- sowie der Mittelburg, auf der auch der markante Turm steht. Die Grundlage für das Bauwerk bildet eine Burganlage aus dem 13 Jahrhundert, deren Reste noch heute sichtbar sind. Der auf der Oberburg stehende ehemalige Wohnturm beherbergt heute Ausstellungsräume die etwas zur Geschichte der Burg vor dem Denkmal zeigen. Auch sehenswert ist der tiefste Burgbrunnen der Welt.  Arbeiter hatten einen 176 m tiefen Schacht ind das Gestein gehauen und diese Leistung ist bis heute sichtbar und lässt mich Respekt zollen.


Das Fotomotiv schlechthin ist der 81 Meter hohe Turm samt Reiterstandbild  von Wilhelm I. Schön anzuschauen sind solche Motive, aber auch schwer auf Polaroid zu bannen. Besonders wenn man keine Wasserwaage zur Hand hat. Das Problem der "Fallenden Linien" hat schon so manches Bild untauglich gemacht.


Ein kleiner Tipp von meiner Seite, ist das Fotografieren mittels störendem Element. geschickt eingesetzt kann ein Zweig oder sonstiges Objekt welches in den Bildausschnitt hineinragt Wunder wirken. Ein Bil dmit freiem Blick auf das Motiv ist meistens etwas zu leer und wirkt irgendwie steril. Mir gauckelt ein Störelement zusätzliche Tiefe vor.


Die obere Aufnahme zeigt den Hauptturm samt Reiterstandbild. Die von 2008 bis 2013 laufenden Sanierungsarbeiten umfassten auch eine umfassende Reinigung der Bronzefiguren. Sie wurden von Patina und sonstigem Schmutz befreit und sehen nun wieder aus wie am ersten Tag.

Das folgende Bild entstand in der Kuppel des Turmes. Das Thermometer zeigte -2 Grad und es pfiff ein ordentlicher Wind. Stellenweise hatte sich schon Reif gebildet.  Da keimt in mir die Vorfreude auf den Wnter auf. Sollten wir dieses Jahr noch welchen bekommen, sind ein paar Eiszapfen und Schneekristalle an der Reihe. Mit einem Makroobjektiv fotografiert ergeben sich schöne stimmungsvolle Bilder.







Ahorn und Ulme Tür an Tür und Resteverwertung

Gestern habe ich ja schon etwas über den herbstlichen Wald geschrieben, heute möchte ich das Thema noch einmal aufgreifen. Es ist immer wieder erstaunlich wie viele Neuheiten man in einem doch schon bekannten Wald findet. Gestern war es der Efeu der mich in seinen Bann gezogen hat, heute sind es die Nisthöhlen. Den Anfang alledings machen zwei Bäume, die sich auf wundersame Weise arrangiert haben. Schaut man sich das untere Bil dgenau an, so sieht man zwei verschiedene Baumarten. Links haben wir eine Berg-Ulme und rechts wächst ein Spitz-Ahorn. Das Besondere an den beiden ist das Zusammenwachsen. Ich hoffe es ist einigermaßen erkennbar. Die jeweiligen Stämme sind nahtlos aneinander gewachsen und stabilisieren sich so gegenseitig. Meist passiert das in jungen Jahren, wenn die Früchte zu nah beieinander liegen und der Platz nicht ausreicht um sich einzeln zu etablieren.

Wohngemeinschaft mal anders: Ulme und Ahorn in Eintracht.
Etwas weiter den Weg entlang kam diese runde "Knolle" daher. Der Stamm wird schon vor einiger Zeit das Zeitliche gesegnet haben. Die nun ungeschützte Fläche bot daher Angriffsfläche für Wind, Wetter und Krankheiten. Die Folge war ein Verfaulen und morsch werden. Der perfekte Lebensraum für Kleinsäuger, xylobionte Käfer und Vögel.

Hohler Baumstamm als Lebensraum für Waldbewohner


Gemeinsam für Klimaschutz

Ein Thema unserer Zeit ist der Klimawandel. Durch diverse Faktoren hervorgerufen, polarisiert er die Menschheit und Medien gleichermaßen. Das Bundesumweltministerium hat nun eine Initiative ins Leben gerufen um auf diese Thematik aufmerksam zu machen. "Zusammen ist Klimaschutz" ist der klangvolle Name und zeigt eine Vielzahl einfacherer Maßnahmen, die jeder unproblematisch in seinen Alltag integrieren kann. In der Summe können diese Maßnahmen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die vom Menschen verschuldete Erderwärmung von ca. 2 Grad Celsius kann so vermieden werden. Die Industrieländer müssen, wenn sie ihre selbstgesteckten Klimaziele erreichen wollen, ca. 40 Prozent ihrer Treibhausgase verringern. Um dieses Thema auch zeitgemäß ins Netz zu bringen hat das Ministerium eine passende Website ins Leben gerufen und online gestellt. Erwähnenswert ist der Clip dazu.  Schaut mal auf der Website vorbei. Die aktuell behandelten Themen richten sich an die Herbstzeit und die bevorstehende Weihnachtszeit. Auch werden Blogger vorgestellt, die ihren Schwerpunkt auf ein ökologisch und nachhaltig gestaltetes Leben setzen und von ihren Erfahrungen berichten. Ein erneuter Besuch hin und wieder lohnt sich also.


Kletterer, Klimmer und Höhlenbewohner


In Sachsen zeigte sich heute der Herbst von seiner schönen Seite. In herrlichem Sonnenschein zog es mich raus aus den vier Wänden und rein in den Wald. Unterwegs fiel mein Blick auf mit Efeu bewachsene Ahörner und Linden. So kam es mir in den Sinn mal etwas über diesen Ranker zu schreiben. In der Botanik oder Vegetationskunde unterscheidet man die Kletterpflanzen nach ihren Klettertechniken. Die Unterscheidung ist recht einfach, es gibt lediglich Selbstklimmer und Gerüstklimmer. Ein Selbstklimmer ist eine Pflanze, welche ohne Hilfe Flächen wie Mauern oder Fassaden direkt bewachsen können. Dazu gehört auch der oben erwähnte Efeu (Hedera helix). Der Efeu ist die wahrscheinlich bekannteste Kletterpflanze in unseren Wäldern.


Zusätzlich kann man die Gruppe der Selbstklimmer noch in Haftwurzelkletterer einteilen. Der Efeu gehört ebenfalls dazu. Bei dieser Gelegenheit möchte ich einmal eine Lanze für ihn brechen. Oft höre ich, dass ein starker Efeubewuchs den darunter liegenden Baum über kurz oder lang abtötet. Das ist schlichtweg falsch, da der Efeu den Baum nicht anbohrt und somit auch keine Nährstoffe entzieht. Lediglich wenn der Bewuchs durch Efeu zu groß wird und die damit einhergehende Beschattung überhand nimmt, kann es problematisch werden. Solch einen Fall habe ich allerdings noch nie gesehen.


Das obere Bild zeigt deutlich (zumindest hoffe ich das) den Klettermechanismus am Efeu. Mit kleinen Haftwurzeln sucht er sich in der groben Rinde des Wirts Halt und klettert so dem Licht entgegen. Nun aber zur Gruppe der Gerüstklimmer. Diese unterteilt sich in
  • Spreizklimmer: Die Triebe verspreizen sich auf dem Untergrund und haben oft Dornen oder Stacheln um sich das Klettern zu erleichtern  (Brombeere, Kletten-Labkraut).
  • Schlingpflanzen: Diese Arten winden sich mit gewundenen Sprossen an einer Stütze empor. Es gibt dabei Rechts- und Linkswinder (Zaunwinde).
  • Rankpflanzen: Die Vertreter dieser Gruppe haben spezielle Rankorgane. Sie klammern sich an dünne Zweige oderÄste. Wer sich ein solches Exemplar im heimischen Garten halten will, der sollte unbedingt ein Gerüst oder eine Rankhilfe zur Verfügung stellen.

Aber nicht nur die Kletterpflanzen erlangten meine Aufmerksamkeit. Wenn sich das Laub auf dem Boden sammelt und die Äste kahl sind, erkennt man die ein oder andere Nisthöhle in den Stämmen.


Gerade Spechtvögel haben ihre helle Freude daran Stämme nach möglichen Nistplätzen abzusuchen. Aber auch Eichhörnschen wissen die Vorzüge von Höhlen zu schätzen. Besonders in alten, teils abgestorbenen Bäumen machen sich Waldbewohner breit. Daher ist es besonders wichtig auch Totholz im Wald zu lassen.


Nahrungsmittelverschwendung par excellence

Schaut man sich unsere aktuelle Wirtschaft an, so wird schnell klar das wir in einer Wegwerfgesellschaft leben. Anstatt alte Güter reparieren zu lassen werden lieber neue Geräte gekauft. Was bei Handys und anderen teschnischen Geräten anfängt, hört bei Nahrungsmitteln auf. Jedes Jahr werden Lebensmittel im Wert von ca. 2,6 Billionen US-Dollar m Müll entsorgt (Quelle: FAO). Umgerechnet ist es ungefähr ein Drittel der weltweiten Nahrungsproduktion was in den Müll wandert. Obendrein erzeugt diese Verschwendung eine nicht zu unterschätzende Menge an negativen Umweltbelastungen, dabei könnte mit einer Vermeidung von Food Waste viel für eine positive Entwicklung getan werden. Die kompletten Kosten dieser Verschwendung werden in einer Studie des Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) aufgezeigt. In einem zusätzlichen Papier wurden die Kosten und Nutzen diverser konkreter Handlungsmöglichkeiten zur Vermeidung von Nahrungsabfällen zusammengestellt. Schaut mal rein und lasst die Zahlen auf euch wirken.

Schweizer Ornithologen ziehen Bilanz

So langsam aber sicher kommt der diesjährige Vogelzug zu seinem Abschluss. Zeit für die Schweizer Forschungsstation Col de Bretolet Bilanz zu ziehen. 2014 haben Wissenschaftler der Vogelwarte Sempach rund 20.000 Zugvögel aus 88 Arten beringt, notiert und wieder in die Freiheit entlassen.
Die am häufigsten auftretende Art war in diesem Jahr der Kernbeisser. Mit 300 erfassten Tieren stellte diese Art ihren persönlichen Rekord auf. Deutlicher erfasst wurden die Blaumeisen. Mit 1600 beringten Exemplaren war der Bestand gut viermal höher als der Durchschnitt.
Der Vollständigkeit halber kommen nun die Top 5 der Saison 2014:

Buchfink  6002  Rotkehlchen 3277  Erlenzeisig  1920  Blaumeise  1571   Trauerschnäpper  1135.

Leider kann ich die Zahlen der Schweiz nicht einschätzen und kann daher auch keine Wertung abgeben. Jedoch lassen die Zahlen der Kernbeisser und Blaumeisen auf einen positiven Trend hoffen. Interessant wird es, wenn im Frühjahr die Rückkehrer erneut gezählt werden und mit den diesjährigen Zahlen verglichen werden.  Leider stehen die Zahlen aus Deutschland noch aus aber eine Anfrage bei NABU und Co. liegt vor.




Weihnachten im Erzgebirge (Teaser)

Stammleser wissen, ich bin ein passionierter Hobbyfotograf und "Timelapser". Letzten Samstag starteten die Dreharbeiten zu unserem neuen Projekt "Weihnachten im Erzgebirge". Der Aufbau des Chemnitzer Weihnachtsbaumes lieferte die ersten Szenen und brachte eine Menge Material mit sich. Für die Freie Presse, Sachsens größter Tageszeitung, habe ich einmal einen kleinen Teaser gebastelt. Scheinbar ist er gar nicht mal so schlecht geworden. Den Clip findet ihr am Ende des Beitrages der Freien Presse oder direkt hier im Blog.





Problematische Landwirtschft

Mit der heutigen Landwirtschaft ist es so ein Ding. Man kann weder ohne sie noch mit ihr. Jedes Jahr gehen Unmengen an Grünlandflächen für Ackerböden drauf, dabei gibt es Mittel und Wege um eine nachhaltige Landnutzung zu betreiben. Mir ist bewusst, dass es für den heutigen Landwirt nicht einfach ist. Der einstige Bauer hat mittlerweile zum Bittsteller umgeschult und verdient am Schreibtisch durch Anträge ausfüllen mehr Geld als auf seinen Flächen. Immerhin werden ca. 90 % der Landwirtschaft subventioniert. Um einigermaßen wettbewerbsfähig zu sein, greifen immer mehr Bauern zu Dünger. Genau dieses Vorgehen stellt die Schweiz vor Probleme. Fremde Länder, gleiche Probleme eben.

Blick auf den Zürichsee (CH)

Pro Jahr werden in Helvetien ca. 6000 Tonnen Phosphor mehr als verträglich von der Schweizer Landwirtschaft in die Umwelt ausgebracht. Diese Zahlen gehen aus dem aktuellen Agrarbericht des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW). Durch Phosphor-Überschüsse werden Böden mit Cadmium belastet. Dieser Stoff entzieht Wasser Sauerstoff und zerstört somit wertvolle Lebensräume. Wie bei so vielen Themen soll hier nicht pauschalisiert werden. Ich kenne genügend Landwirte die Umdenken und es alles etwas nachhaltiger angehen lassen.






Das Holz der Zukunft besteht aus Gras

Holz ist wichtig. In Europa ist es die Nummer 1 unter den Papierrohstoffen. Mehr als 90 % Holzanteil ist in heutigen Kartonagen und Papieren enthalten. Aufgrund der hohen Nachfrage läuft die Suche nach Alternativen bereits auf Hochtouren. Die ökologischen Nebenwirkungen sind durch weite Transportwege sowie hohen Produktionsaufwand in Form von Energie alles andere als optimal.  Um eine Lösung zu entwickeln unterstützt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fachlich und finanziell die Projektgesellschaft C+G Papier um ein Verfahren zu ermöglichen, welches Papierprodukte aus Gras herstellt. Auf diesem Wege erhofft man sich unter anderem den Rohstoff Holz zu entlasten. Die Annahme, dass im digitalen Zeitalter der Bedarf an Papier rückläufig sei, stimmt nur halb. Grafisches Papier hat in der Tat nachgelassen aber durch den boomenden Onlinehandel ist der Bedarf an Verpackungen gestiegen. Zu einem großen Teil besteht der Holzanteil heutiger Erzeugnisse aus Fichte, Tanne, Lärche oder Kiefer. Durch einen Umstieg auf Gras könnte die Ökobilanz positiv beeinflusst werden. Gras wächst bedeutend schneller und ist unkomplizierter und einfacher zu beschaffen. Wie sich das Ganze genauf auf die Umwelt auswirkt und ob es in der Praxis erfolgreich sein wird bleibt abzuwarten. In einem Versuchszeitraum soll das Verfahren abre zeigen was es kann.

Zeit heilt alle Wunden

Des Öfteren habe ich im Blog schon über Bäume geschrieben, die erstaunliches vollbringen. So auch heute. In Chemnitz soll in den nächsten Jahren ein neues Gewerbegebiet entstehen, dessen Nutzen ich hier vollkommen unkommentiert lassen möchte. Die dazugehörige S-Bahnverbindung führt über ein brachliegendes Feld und durch ein kleines Wäldchen. Ich nutzte heute mal das trübe Wetter um mir einen Überblick darüber zu verschaffen, was demnächst nicht mehr sein wird. Gefunden habe ich zwei Pappeln von ca. 25-30 Jahren die in jungen Jahren mit einem Eisenteil in Berührung gekommen sind und sich nicht so recht davon trennen konnten.

Pappel mit verwalltem Eisen

Wenn Bäume noch jung und das Holz biegsam ist, so sind sie in der Lage auch die schwersten Verwundungen zu überstehen. Wichtig ist die Wunde feucht bzw. nass zu halten. Viel hilfreicher ist allerdings Ruhe. Gibt man den Bäumen die Zeit die sie brauchen, so schaffen sie fast alles.

Pappel mit verwalltem Metallteil

Leider kann ich heute nicht mehr sagen, was das für Bauteile sind oder waren, auch ist mir der frühere Nutzen dieses Gebietes völlig unklar. Aber die Bilder zeigen einmal wieder zu welchen erstaunlichen Leistungen Mutter Natur fähig ist.

Aufforsten aber richtig

Vor zwei Tagen noch habe ich Chemnitz in Sachen Umwelt- und Naturschutz etwas Lob angedeihen lassen. Heute muss ich diese Meinung etwas revidieren. Oder nicht?
Bei einem Streifzug durch die städtischen Grünflächen, im Sommer diesen Jahres, sah ich wie Bauarbeiter im Stadtpark Sanierungsarbeiten verübten. Eigentlich ist die Holzentnahme im urbanen Bereich eine gängige Praxis und absolut in Ordnung. Alte Bäume kommen weg, natürlich nur im Sinne der Verkehrssicherheit, und neue werden gepflanzt. Nur sollte man bei der Wahl der Setzlinge auf deren Herkunft achten. In Zeiten einer neophytischen Überprägung ist es von Bedeutung, einheimische Arten zu wählen.

Acer negundo im Chemnitzer Stadtpark

In diesem Falle wählte man also Corylus avellana (Hasel) und Acer negundo (Eschen-Ahorn). Die Hasel geht in durch aber der Eschen-Ahorn, darüber müssen wir reden. Er gilt als eine der invasivsten Bäume und kann entlang von Flüssen durchaus zu einem Problem werden. Durch sein aggressives Wachstum verdrängt er heimische Arten aus ihren Nischen.

Acer negundo im Chemnitzer Stadtpark
Erkennen kann man den Eschen-Ahorn an seinen kräftig grünen Ästen bzw. Zweigen. Selbst im Herbst leuchten diese noch in einer knalligen Farbe. Die Anpflanzungen sehen, mit Verlaub gesagt, etwas dilettantisch aus, daher hoffe ich mal, dass es nicht vom städtischen Grünflächenamt sondern von einer Privatperson kommt. Bei Bürgern, so engagiert diese auch sein mögen, kann man immer etwas nachsichtig sein. Bei einer städtischen Behörde geht das freilich nicht. Auf Anfrage bei der zuständigen Behörde hat bisher noch keiner geantwortet, ich gehe aber davon aus, dass es im Laufe der Woche zu einer Aufklärung kommt.

Update 17.11.2014:
Heute lud mich der Amtsleiter des städtischen Grünflächenamtes zu einem Gespräch ein und wir konnten den Fall etwas weiter aufklären. Diese Anpflanzung geht nicht auf das Konto der Stadt. Unter uns gesagt, hätte es mich auch sehr gewundert. Wie jetzt der Eschen-Ahorn allerdings an den Standort kam ist ungewiss. Wir sind aber an der Sache dran. 

Vorweihnachtszeit eingeläutet

Am heutigen Samstag war es wieder soweit. Das Aufstellen des Weihnachtsbaumes auf dem Marktplatz hat die Vorweihnachtszeit offiziell eingeläutet. Wie in den Jahren zuvor versammelten sich hunderte Menschen auf dem Marktplatz vor dem Rathaus und wohnten dem Ganzen bei. Die diesjährige Fichte bringt bei einer Höhe von 30 Meter und 70 Jahren ein stolzes Kampfgewicht von 6 Tonnen auf die Waage. Geschlagen wurden sie im Vogtland und macht optisch ordentlich was her. Scheinbar stand sie unbeengt von anderen Bäumen im Forst und konnte so eine ordentliche Krone ausbilden. Anders als in Dresden verlief das Aufstellen bei uns ohne Probleme, lediglich die finale Ankunft auf dem Markt wurde durch einen Betonklotz aufgehalten und verzögerte sich dadurch um wenige Minuten.


Mit den heutigen Aufnahmen begann auch der Drehstart für das aktuelle Timelapse-Projekt "Weihnachten im Erzgebirge". Die Theorie sieht vor, Eindrücke dieser besonderen Jahreszeit aus dem heimischen Umland zu filmen aber was am Ende dabei herauskommt kann etwas ganz anderes sein.


Der bewährter Ausblick bot auch heute wieder eine gute Sicht und so harrte ich der Dinge. Etwas spektakulär war die Ausrichtung der Kamera. Da hieß es gut abwägen. Nimmt man einen kleinen Bildausschnitt in kauf, passt womöglich der Baum  nicht auf das Bild, ist der Bildausschnitt zu groß, schauen die Streben hinein. Aber irgendwie hat es geklappt.


Traditionell findet in Chemnitz die erste Bergparade der Saison statt und läutet damit die Weihnachtszeit ein. Die richtigen Kenner aber warten bis Zwönitz an der Reihe ist. In einem passendem Ambiente geht es dort gemütlicher zu.


Unsere Rolle im Konsumwahn

Die Welt um uns herum kommt an ihre Grenzen. Wir als Menschen betreiben seit Jahrzehnten Raubbau und nehmen uns Rohstoffe auf Kosten der Nachhaltigkeit. Immer mehr Geräte werden smarter und vielseitiger. Wir haben uns für ein bequemes Leben entschieden ohne die Konsequenzen zu hinterfragen. Die Folgen sind Rohstoffknappheit, Artenschwund und ein zusammenbrechendes Gefüge. Das Schlimmste aber ist die scheinbare Gleichgültigkeit mit der wir das alles geschehen lassen. Unzählige Werbeclips suggerieren uns eine heile Welt in der nur das neue Smartphone, Tablet oder was auch immer zählt. Klar, diese Dinger machen das Leben in manchen Bereichen einfacher, sie fordern aber auch einen hohen Preis. Die Konsumspirale lebt von neuen Geräten im Jahrestakt. Nicht wenige Hersteller bringen sogar ihre Geräte dutzendweise im Jahr auf den Markt. beworben wird meist mit einem hochauflösenden Display, Fingerprint-Sensoren oder 40-Megapixel Kameras. Was aber verschwiegen wird, sind die Müllberge und die Jagd nach Rohstoffen. Neuer Mitspieler auf dem Feld ist Coltan, ein wichtiges Material für die Handybranche. So wichtig, dass es mittlerweile als strategischer Rohstoff gilt. Nin bin ich kein prinzipieller Feind der technik, ich weiß ihre Vorzüge durchaus zu schätzen, nur wünsche ich mir einen verantwortungsvolleren Umgang mit ihr sowie den erforderlichen Rohstoffen. Dazu mal folgende Ausgabe der Münchner Stadtgespräche aus dem Jahr 2013.

Deutscher Müll in der Wegwerfgesellschaft by ThomasEngst


Urbaner Naturschutz - Kleine Maßnahmen, große Wirkung.

Heute mal wieder ein Bericht aus meiner Heimatstadt. Für gewöhnlich agiert Chemnitz eher etwas plump und unbeholfen in Sachen Natur- und Umweltschutz. Da werden munter Neophyten gepflanzt oder bei der Grünflächenpflege übersehen und viel lieber heimische Arten abgemäht. Aber manchmal gibt es dennoch Lichtblicke. Seit Längerem schon gibt es eine astreine Fischtreppe im namengsgebenden Fluss. Um den Fischen die Wanderung zu ermöglichen wurde nach dem letzten Hochwasser im Rahmen der Sanierungsarbeiten gleich eine Treppe in guter Qualität gebaut.

Fischtreppe in Chemnitz (Sachsen)
Fischtreppen steheh und fallen mit dem Eingang. Schaffen sie es nicht, eine stärkere Strömung als der Fluss z uerzeugen sind sie praktisch nutzlos. Um sich zu orientieren schwimmen Fische immer der stärksten Strömung nach. Um die Tiere in die Anlage zu locken muss es also heiß hergehen. Sind sie ersteinmal in der Anlage angekommen, so muss die künstlich erzeugte Strömung eine gewisse Stärke haben um sie bei der Stande zu haben. Ebenfalls wichtig ist der Ausgang. Ist er zu nah an der Fallkante, so war für den Fisch alle Mühe vergebens. Man kann also eine Menge falsch machen.

Ein weiteres positives Beispiel habe ich in einem hiesigen Wohngebiet entdeckt. Man munkelt ja, Chemnitz hätte ein oder zwei Neubauten mit elt Etagen und dementsprechend großen Giebelwänden. Was macht man da? Richtig, man baut Nistkästen an.

Nistkasten für Mauersegler in Chemnitz (Sachsen)
Ich finde das eine klasse Idee. So bleiben die Wände nicht ungenutzt und erfüllen einen zweck. Wenn man es genau nimmt sind sie sogar als Abwehr von Spechten zu gebrauchen. Immer wieder findet ein Specht das Dämmmaterial sehr geeignet um da drinne eine Wohnhöhle zu bauen. Mit nachbarn wie den Mauerseglern überlegt er sich vielleicht anders. Obwohl Chemnitz noch immer Nachholbedarf hat, freut es mich ein paar Lichtblicke zu sehen.


Durch Internetsuche Regenwald retten

Nicht erst seit den Enthüllungen eines bekannten US-Whistleblowers sind Internet-Suchmaschinen nicht mehr so unbedenklich wie wir es vielleicht dachten. Aber man soll ja bekanntlich nicht alles über einen Kamm scheren. Sind die einen hinter unseren Daten her, haben andere Suchmaschinen edleres im Sinn. Eine davon ist bspw. Ecosia. Seit einer Weile schon am Start, setzt sie sich für den Erhalt des Regenwaldes ein. Der wohl größte und wichtigste Lebensraum unserer Erde wird seit Jahrzehnten aus Profitgier abgeholzt. Ecosai möchte dem gegensteuern. Durch Spenden an Ecosia sowie Suchanzeigen von Werbepartnern sorgt man für Unterstützung. Mit dem Erlös werden dann Bäume im Regenwald gepflanzt. Bis zum heutigen Tag sind es 1.000.000 Exemplare. Das finde ich mal eine klasse Leistung und gratuliere dazu. Trotz dieses Erfolges schaut man aber schon weiter in die Zukunft. Bis zum Jahre 2020 sollen es 1 Milliarde werden. Dazu hat man eine Grafik mit einer möglichen Entwicklung der Suchmaschine gepostet. Besonders schönes Detail ist die angestrebte Transparenz.

Ecosias  Geschäftsbericht Dezember 2014 (Prognose)
So sollen jeden Monat aktuelle Geschäftsberichte sowie Spendenbescheinigungen kommuniziert werden. Ich nutze Ecosia jetzt sein gut sechs Monaten und kann nicht klagen. Der Suchmechanismus basiert auf Yahoo und liefert super Ergebnisse. Im täglichen Gebrauch absolut zu empfehlen. Alternativ kann man sich aber auch die Ergebnisse aus Mountain View anzeigen lassen. Nutzen könnt ihr sie in allen gängigen Browsern, außer Interner Explorer. Ein ausführliches Infovideo gibt es hier.


Saisonvorbereitungen 2015

Geht man dieser Tage durch den Wald so bietet sich einem ein eher trübes Bild. Vorbei sind die Zeiten der knalligen bunten Farben. Jetzt wird die Landschaft von Grau- und Brauntönen bestimmt. Fragt man die Menschen nach dem Grund dafür, so hört man nicht selten die langläufige Meinung, dass die Natur jetzt schlafe und sich auf den Frühling vorbereitet. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. So etwas wie schlafen kennt Mutter Natur nicht. Die scheinbare Ruhe ist nur oberflächlich. Schaut man sich die Bäume und ihre Knospen an, so erkennt man, dass es mächtig rappelt im Wald.
In den kalten Wintermonaten, wenn der Stoffwechsel der hölzernen Kameraden umgestellt ist und sich alle Nährstoffe und Pflanzensäfte in den Stamm bzw. der Wurzel zurückgezogen haben, legt der Baum neue Knospen an. Hingegen der weitverbreiteten Meinung, macht er das nicht im Frühling. Wenn die Sonne wieder wärmer scheint, muss es längst erledigt sein und die Knospen in den Startlöchern stehen. Ich habe mal stellvertretend für all die vielen Arten die markantesten Knospen zusammengestellt. Den Anfang macht die Gemeine Esche, ein bei den Naturvölkern sehr wichtiger Baum. Mit ihren tiefschwarzen matten Knospen ist sie nicht zu verkennen. In Europa ist diese Färbung meines Wissens nach einzigartig.

Knospe der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior)
In der Botanik unterscheidet man bei Knospen generell zwei Arten. "Nackte" und "bedeckte" Knospen. Nackte Knospen haben z.B. der Blutrote Hartriegel und der Faulbaum. Bei ihnen sind keine Knospendecken vorhanden. Äußere obenauf liegende Laubblätter schützen die jungen Knospen vor Umwelteinflüssen. Bedeckte Knospen sieht man bspw. bei den Ahörnern oder der Eber-Esche sehr gut.  Um durch den Frost zu kommen, sind die Knospen meist mit einem Harz oder harzartigem Gummi-Gemisch überzogen (Gemma glutinosa). Diese klebrige Masse wirkt wie eine Wachsschicht und sorgt dafür, dass der Frost nicht seinen Tribut fordert. Aber auch mittels Haaren oder Härchen weiß sich ein Baum zu schützen (Gemma pubescens).

Knospe der Gemeinen Eberesche (Sorbus aucuparia)
Die Gemeine Eberesche oder Vogelbeerbaum zeigt uns wundervoll was man unter "bedeckten" Knospen versteht. Ihre behaarten Knospendecken sehen mit etwas Fantasie aus wie ein Wildschweinrücken, womöglich daher auch der Name. Einst in den Gebirgen Mitteleuropas mit sehr hohem Bestand heimisch (immerhin gibt es im Erzgebirge eigens ein Lied für sie) ist sie durch die Luftveränderung seltener geworden.

Knospe des Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
Auch schon kugelrund und voller Vorfreude sind die Knospen der Ahorn-Arten. Beim Berg-Ahorn ist die Knospe in knalligem Grün gehalten, während der Spitz-Ahorn eine tiefrote Farbe besitzt. Später werden die grünen Knospen des Berg-Ahorn etwas bräunlich und das ungeübte Auge meint es sei ein Spitz-Ahorn. In diesem Falle hilft das Blattwerk. Richtig spannend wird es bei Buchen oder Kastanien, ihre Knospen sind schon jetzt kugelrund . In den nächsten Monaten reifen die Triebe für die kommende Saison heran und bereiten sich auf den Wettlauf des Wachstums vor. Ihr seht also, der Wald und die Natur stecken auch jetzt voller Leben.




Waldliebhaber und ein Naturschützer namens Thomas Engst

Heute mal ein nicht ganz uneigennütziger Beitrag. Vor ein paar Tagen kam ich ins Gespräch mit Thomas Kerscher. Thomas betreibt die Website Waldliebhaber.de. Eine wundervolle Seite rund um das Thema Wald. Allerhand Informationen sowie Eindrücke warten in übersichtlich präsentierter Form auf euch. Die Seite funktioniert eher wie eine dynamisches Newspaper statt statische Homepage. Aufmerksam wurde ich darauf während einer Recherche zum Thema Nachhaltigkeit. Und wie es nun mal so ist bei Gesprächen, man kam ins Gespräch. Im Laufe dessen erhielt ich die Einladung für das Waldliebhaber-Portrait. In diesem Format werden allerlei interessante Personen vorgestellt, die sich mit dem Thema Wald oder Natur befassen, so Thomas Kerscher. Geschmeichelt von der Interesse an meiner Arbeit stand ich Rede und Antwort und plauderte etwas aus dem Nähkästchen. Den Artikel dazu findet ihr hier. Schaut mal auf der Seite vorbei und wenn ihr mögt auch bei dem Artikel über den Betreiber dieses Webblogs.


Zur Seite Waldliebhaber.de

Zum Artikel über Naturgeblogt und Thomas Engst



Wolf im Wallis (CH) nachgewiesen

Im Sommer 2014 wurden in der Schweiz vermehrt Nutztiere getötet. Schnell sprach man damals vom Wolf und wartete seitdem auf die Ergebnisse der genetischen Analysen. Diese liegen nun vor und belegen die Präsenz einer neuen Wölfin im Kanton Wallis. Sie wurde im August 2014 erstmals nachgewiesen und mit dem Kürzel W14 bezeichnet. Das zuständige Genetik-Labor mit dem klangvollen Namen Laboratoire de biologie de la conservation de l'Université de Lausanne zeigt nun anhand vorliegender Daten, dass W14 für den Riss von Schafen am 20. September 2014 in der Region Unterbäch verantwortlich ist. Dasselbe Tier gut einen Monat früher auf der Alpe Arpille im Gebiet der Gemeinde Evolène identifiziert nachdem es eine Schafherde angegriffen hatte. Andere analysierte Proben (durch die Walliser Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere ) lassen auf einen weiteren Wolf  in der Schweiz schließen. Bei diesem Exemplar handelt es sich allem Anschein nach um einen Italiener. Auf sein Kerbholz geht der Riss eines Schafes in der Gemeinde Eischoll. Die Bekanntgabe des Vorhandenseins der Wölfin W14 ruft natürlich Wolfsgegner und Befürworter auf den Plan. Während die einen einen rasanten Zuwachs der grauen Jäger befürchten, mahnen die anderen zur Ruhe und Besonnenheit. Nur weil man beide Tiere erst jetzt nachgewiesen hat, bedeutet das nicht, dass sie erst seit kurzem in der Schweiz sind. Wie lange sie unentdeckt in Helvetien lebten ist unklar.


Tempolimit als Umweltmaßnahme

Fragt man Touristen und Urlauber aus aller Welt was ihnen an Deutschland so gefällt, kommt nicht selten die Antwort "Kein Tempolimit auf Autobahnen". Auf unseren Straßen kann man den Motor quälen bis alle Ventile gen Himmel schießen. Was die Auto-Lobby freut, ärgert Umweltschützer seit Jahren. Unser Nachbarland Österreich hat sich jetzt verstärkt dem Thema angenommen. Besonders auf Landstraßen und Autobahnen könnte durch die Einführung einer Höchstgeschwindigkeit eine deutliche Reduktion des Schadstoffausstoßes erreicht werden. Anhand einer Modellrechnung mit Tempo 30 statt 50 km/h konnte nachgewiesen werden, dass der Lärmpegel um 2-3 dB verringert werden könne, außerdem steigt die Verkehrssicherheit. Im Gegensatz zu anderen Maßnahmen sind Tempolimits vergleichsweise günstig und leicht umzusetzen. Natürlich kann man den Gedanken eines vermerhten Einsatzes von Radarpistolen und Starkästen nicht so ganz verdrängen. In der Vergangenheit wurden Umwelt und Sicherheit oft als Sündenbock vorgeschoben wenn neue Blitzer aufgebaut wurden, dabei halte ich ein generelles Tempolimit durchaus für sinnvoll und angebracht. In Großbritannien ist es auf Autobahnen dank 90 mph angenehm ruhig und gelassen. Sollte sich durch eine Höchstgeschwindigkeit das Unfallsrisiko und die Umweltbelastung verringern lassen, so bin ich dabei.



Schweiz freut sich über mehr Laubholz

Mehr Laubwald statt Nadelwald, so lautet momentan die Devise in Helvetien. Im Schweizer Forst ist der Holzvorrat in den letzten sieben Jahren gewachsen. Auf stolze 1,5 Prozentpunkte bringt es der Anstieg des Holzes. Da es sich hierbei um einen gemittelten Wert handelt, hat sich in manchen Bereichen der Holzbestand verringert. Im Mittellland bspw. nahm der Fichtenanteil um neun Prozent ab. Dafür wurden aber neue Jungwälder mit erhöhtem Laubholzanteil geschaffen. So geht es aus der aktuellen Landesforstinventur hervor. Die LF14 (ähnlich der deutschen Bundeswaldinventur) kommt zu einem schönem Fazit: Die Waldfläche und der Holzvorrat sowie das Holzvolumen der lebenden Bäume nimmt im Alpenraum stetig zu. Ebenfalls kann die Vielfalt an Baumarten Zuwächse verzeichnen. Ander als bei uns, wird in der Schweiz von Beginn an mit offenen (oder offeneren) Karten gespielt und das Thema Totholz nicht vergessen. Die Waldqualität sowie die ökologische Qualität im Jura und Alpenraum steigt ebenfalls. Grund dafür ist der höhere Totholzanteil. Je mehr Totholz im Wald vorhanden, desto mehr Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Pilzen steht zur Verfügung. Detaillierte Informationen zur  Waldentwicklung in der Schweiz und zur Landesforstinventur findet ihr in Form von übersichtlichen und interaktiven Karten hier.


Lebensfroher November

Immer wieder höre ich die Leute sagen, dass der November der schlimmste Monat sei. Er bringt den Wechsel vom Sommer über den goldenen Herbst hin zum eisigen Winter. Nun ja, erstens sind unsere Winter nicht eisig und zweitens hat auch der November seine farbenfrohen Seiten. Auch wenn man etwas genauer suchen muss. gestern entdeckte ich auf meinen Streifzügen noch zwei Paradebeispiele dafür. Schon aus einiger Entfernung sah ich den markanten Blütenkopf von Carduus acanthoides, der Weg-Distel. Im Sommer, wenn alles ringsum in Blütenpracht steht, gehe ich für gewöhnlich an dieser Pflanze vorbei. Nun aber nicht. Immerhin ist sie der einzige leuchtende Farbklecks weit und breit.

Carduus acanthoides

Kurz vor der Aufnahme saß noch eine Hummel auf der Blüte und sammelte mit letzter Kraft noch einmal Nahrung. An diesem Umstand sieht man wieder die Perfektion der Natur. Bis in den November bietet sie den Bestäubern Nahrung an. In den Wäldern dieser Tage, bevorzugt in Nadelwäldern, findet sich ein sehr guter Speisepilz. Solange der Schopf-Tintling (Coprinus comatus) noch jung ist, schmeckt er hervorragend. Beginnt er jedoch an den Rändern schwarz zu werden, sollte man die Finger von ihm lassen. Er zerfließt regelrecht in eine schwarze tintenartige Flüssigkeit und ist dann ungenießbar.

Coprinus comatus



Plastikfreier November-interessanter Versuch

Heutzutage ist Plastik ein allgegenwärtiger und alltäglicher Begleiter. In vielen, wenn nicht sogar in allen Bereichen ist ein Leben ohne Kunststoffe kaum vorstellbar. Als Verpackungsmaterial, Spielzeuge, Kleidung oder Bestandteile für Elektrogeräte bestimmen sie unser Leben auf eine drastische Art und Weise. Die beiden Initiatorinnen von "BuyNoPlastic4aMonth" möchten es wagen einen Monat ohne Kunststoffe auszukommen. Ist dies selbst für einen überschaubaren Zeitraum überhaupt noch möglich? Ihr Ziel ist es während des ganzen Novembers keinerlei Plastik zu kaufen oder anderweitig zu konsumieren. Die Initiative ist für jede/jeden offen und erfreut sich bereits jetzt einer großen Beliebtheit. In meinen Augen handelt es sich dabei um einen spannenden Versuch der zum Nachdenken einlädt. 
Da es sich hierbei aber auch um ein schwieriges Thema handelt, bietet sich auf Twitter und Facebook die Möglichkeit der Diskussion. Müll im Allgemeinen und Plastik im Besonderen sind Ursachen für massive Umweltprobleme. Trotz den mittlerweile unübersehbaren Bergen von Abfall die sich in manchen Winkeln der Welt türmen, nehmen wir diese Gefahr kaum wahr, denn wir sehen sie nicht. Schaut euch mal die Aktion an, ich möchte hier niemanden missionieren aber vielleicht überdenkt der eine oder andere sein Konsumverhalten.


Nachhaltiges Reisen wird beliebter

Der Deutsche an sich reist gerne, so das Ergebnis der Reiseanalyse 2014. Sobald es Ferien oder Freizeit erlauben ist der Deutsche verschwunden und erkundet die Welt. Neuerdings sogar ökologisch bewusst. Zumindest würde er das gerne.Derzeit herrscht eine sehr große Nachfrage an umweltfreundlichen und nachhaltigen Urlaubsangeboten aber leider kein Angebot. Laut einer aussagekräftigen Umfrage des Bundesumweltministeriums ist für ca. 32 % der Befragten die ökologische Verträglichkeit der Urlaubsreise von Bedeutung, 38% legen Wert auf Sozialverträglichkeit und 42% achten darauf, dass sich der Veranstalter für Nachhaltigkeit einsetzt. Interessant sind die 42% in der Hinsicht, da bemängelt die Hälfte die schlechte oder fehlende Informationspolitik. Zu solchen Themen schweigen sich Reiseveranstalter immer noch aus oder informieren lediglich auf konkretes Nachfragen. Der Tourismus ist in Deutschland eine beachtliche Größe, mit ca. 3 Millionen Jobs ist er eine nicht zu verachtende Branche und ein ökonomisches Schwergewicht.
Es stellt sich die Frage, wie viel Masse die Nachhaltigkeit verkraften kann. Angenommen 70 der deutschen Touris wollen nachhaltige Ferien verbringen, geht das überhaupt? Irgendwann wird sich auch dieser Zweig der Marktwirtschaft beugen müssen. Aber die Tatsache, dass ein solches Bewusstsein in den Köpfen der Menschen zu reifen beginnt, lässt doch hoffen oder? Die Studie in voller Länge findet ihr hier oder eingebunden in den Blog.


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