Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Die neue Funktion der Meer: Müllkippen.

Die Menschheit vermüllt ihren Planeten. Das ist soweit nichts Neues und im Allgemeinen lebt man mit dem Fakt. Neue Zahlen offenbaren nun aber doch Erschreckendes. Zwischen 5 und 13 Millionen Tonnen Plastikmüll werden pro Jahr (!) in die Meere geschwemmt und bilden schon längst regelrechte Müll-Inseln. Die wohl bekannteste trägt den Namen Great Pacific Garbage Patch und soll so groß sein wie Mitteleuropa. Allerdings unterscheiden sich hier die Quellen. Einmal im Meer angekommen findet der Müll den Weg in die Mägen von unzähligen Tieren und ist Gift und Todesursache zugleich. Wissenschaftler der amerikanischen Weltraumbehörde NASA haben nun eine Simulation erstellt, die eindrucksvoll zeigt, auf welchen Wegen der Müll in die Meere kommt. Hauptsächlich sind es fünf Strudel, welche den Abfall sammeln und Inseln entstehen lassen. Als Datengrundlage dienten Messungen via schwimmenden Bojen. Zusätzlich haben die Experten tausende Plastikpartikel in ein spezielles Computerprogramm gespeist, in dem die größten Meerströmungen simuliert werden. Final wurden die theoretisch ermittelten mit den praktisch erhobenen Daten verglichen und zusammengefügt. Herausgekommen ist eine Zeitreihe der  Müllbewegung von 1985 bis heute. Eine interaktive Karte veranschaulicht dies. Nun stellt sich bei so einer groß angelegten Sache zwangsläufig die Frage nach der Finanzierung. Größtenteils wurden die Gelder gespendet (Hauptspender ist dabei Salesforce-Gründer Marc Benioff, aber auch via Crowdfunding wurde ordentlich gespendet. Nämlich 2,2 Millionen USD.

Die fünf größten Müllzirkulationen in den Meeren.
 Diese schiere Menge an Unrat die jedes Jahr in die Meere gespült wird sprengt fasdt mein Vorstellungsvermögen. In naher Zukunft ist aber auch kein Ende in Sicht. Zwar gibt es immer wieder mal einzelne Bemühungen und Vorstöße den Kunststoffverbauch einzudämmen, jedoch sind ernsthafte und sinnvolle Resultate noch Mangelware. Ich selber habe (bisher) noch keinen dieser gigantischen Müllberge gesehen und ehrlich gesagt, möchte ich es auch gar nicht.

Die Zickzack-Blattwespe ist auf dem Vormarsch

Aproceros leucopoda
Gebietsfremde Arten, welche für mächtig Trubel in der heimischen Tier- und Pflanzenwelt sorgen sind nichts Neues. Neophyten (Pflanzen) bzw. Neozoen (Tiere) sind ein Problem dessen wir nur sehr schwer Herr werden und mit dem wir leben müssen. Neobiota (der Sammelbegriff für nicht heimische Tier- und Pflanzenarten) kosten jedes Unmengen an Geldern und Manpower. Jetzt gesellt sich ein weitere ungebetener Gast in diesen bunten Reigen und ist gekommen um zu bleiben. Die Zickzack-Blattwespe. Hier ist der Name Programm, denn das Tierchen mit dem klangvollen wissenschaftlichen Namen Aproceros leucopoda frisst sich in zickzackförmigen Bahnen durch seine Lieblingsspeise. Blätter. Das aus Ostasien stammende Insekt wurde bereits 2010 in Deutschland gesichtet, jedoch kamen sie damals nur stark vereinzelt im südöstlichen Bayern vor. Dr. Stephan Blank vom Senckenberg Institut in München gibt nun aber Grund zur Besorgnis. So habe sich diese Art der Blattwespe mittlerweile in ganz Bayern und Teilen Ostdeutschlands ausgebreitet. Ob es bereits zur Etablierung gekommen ist, steht noch nicht fest. Disclaimer: nicht alle Neobiota sind schädlich. Hier muss in "invasiv" und "nicht invasiv" unterteilt werden. Das bedrohliche an dieser Art ist ihr Speisezettel. Die ca. 10 mm langen Larven fressen ausschließlich an Ulmen. Dies ist daher ungünstig, da Ulmen seit Jahrzehnten durch das Ulmensterben (einer aggressiven Pilzinfektion) einen schweren Stand haben und es in freier Wildbahn so gut wie keine alten Ulmen mehr gibt. Um gegen den Pilzbefall gerüstet zu sein, wurden resistente Ulmen-Arten gezüchtet. Allerdings werden auch diese von der Zickzack-Blattwespe nicht verschont. Ein Befall durch solche Larven kann daher dramatische Folgen für die Ulmus-Bestände haben. Das fertige Tier ist lediglich 6 mm lang, bringt im Jahr um die vier Generationen hervor und breitet sich ca. 60 bis 90 km pro Jahr aus. Für so ein kleines Tier ist das eine reife Leistung. Schaut man in die Nachbarländer so bietet sich ein ähnliches Bild. Belgien oder Niederlande haben mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Daher ist eine passive Verbreitung durch den Menschen (mal wieder) nicht ausgeschlossen. Wie es sich für einen zünftigen Neozoen gehört, steht auch dieser auf der Liste der Pflanzenschutzorganisation für Europa und den Mittelmeerraum (EPPO), auch wenn man es der Seite nicht ansieht wird sie doch fortlaufend aktualisiert. Solltet ihr also ein Ulmenblatt mit auffälligen Fressspuren sehen, dann gebt bitte Bescheid. Entweder mir oder direkt an EPPO. Karte zur Verbreitung dieser Art gibt es natürlich auch. Klickt dazu bitte hier. In den nächsten Jahren wird sich zeigen, wie die paar verbliebenen Ulmen damit zurecht kommen (Quelle und Bilder: Senckenberg.de).

Fraßspuren von Aproceros leucopoda.
Fraßspuren von Aproceros leucopoda

Bienenrucksack soll dem Bestand helfen

Die Bienen dieser Welt machen eine Schlagzeile nach der anderen. Nur leider sehr wenig erfreuliche. Aktuell haben sie, wie alle Bestäuber, mit ungünstigen Bedingungen zu kämpfen, welche sich negativ auf die Bestandszahlen auswirken. Um neue Erkenntnisse über das Artensterben zu erlangen, haben Wissenschaftler 10.000 Bienen aus verschiedenen Ländern mit einem Sensor versehen. Dieses kleine Stückchen Technik wird auf den Rücken geklebt und ist mit einer Vielzahl an Sensoren bestückt.  Das 5,4 Milligramm leichte Accessoire (immerhin nur ein Drittel des tragbaren Gewichts) registriert bspw. Daten wie die zurückgelegte Entfernung und Strecke vom Bienenstock und sendet diese an einen in Stocknähe stationierten Empfänger. Auf diese Weise soll der Einfluss von verschiedenen Stressfaktoren auf das Flugverhalten der Insekten und damit auch auf das Bestäuben von Pflanzen haben.   Wann, Wie und Wo diese Daten veröffentlicht werden, steht noch in den Sternen. Ein Erfolg bzw. ein Fortschritt in der Bienenforschung ist aber wünschenswert (Quelle und Bild: Süddeutsche Zeitung).

Quelle: Süddeutsche Zeitung (online) vom 27. August 2015
Quelle: Süddeutsche Zeitung (online) vom 27. August 2015

Storchenbilanz: Im Westen besser als im Osten

In den kommenden Tagen steht dem diesjährigen Storchennachwuchs eine harte Bewährungsprobe bevor. Zum ersten Mal fliegen die Jungvögel in die südlichen Winterquartiere. Bemerkenswert dabei, die Eltern kommen erst ein paar Tage später nach. Zeit also Bilanz über die Brutsaison 2015 zu ziehen. Dazu haben die Storchenschützer des NABU e.V. auch schon erste Erkenntnisse erlangt. Christoph Kaatz, von der NABU Bundesarbeitsgruppe Weißstorchenschutz, bekräftigt den seit Jahren anhaltenden Trend, laut dem sich die Bestände in Ost- und Westdeutschland stark unterschiedlich entwickeln. Anders als in den gebrauchten Bundesländern geht der Bestand östlich der Elbe zurück. Gedanken machen muss man sich in Brandenburg. Dort kamen auf ein Brutpaar weniger als 2 Jungtiere. In Zahlen also 0-1. Das reicht nicht für den Arterhalt und macht Brandenburg zum storchenärmsten Bundesland. Obendrein verdrängen ausgedehnte Mais- und Rapsfelder den Lebensraum der Weißstörche. In einem Land wie Bbg, welches quasi nur von Stütze und etwas Landwirtschaft lebt gilt dies besonders. Schaut man sich die Situation im Westen der Republik an, so könnte sie anders nicht sein. Durch günstige Witterung und dementsprechend viel Nahrungsangebot konnten überdurchschnittlich viel Jungtiere nachgewiesen werden. Mit den endgültigen Zahlen ist aber erst Ende des Jahres zu rechnen. Wie auch in den Vorjahren wurden auch 2015 wieder ein paar Störche mit Telemetriesendern ausgestattet und auf die Reise geschickt. So können Daten über Flugroute und-verhalten gesammelt werden. Diese Daten fließen dann in den Artenschutz mit ein. Mehr Infos dazu gibt es hier. Hoffen wir, dass die Tiere den Hin- und Rückflug gut überstehen und ihren Weg zurück finden.

Batnight 2015 - Fledermäuse zählen für den guten Zweck

Es ist mal wieder soweit. Wie auch schon in den Vorjahren wartet auch in 2015 das letzte Wochenende im August mit einer klasse Aktion auf. In Chemnitz feiert man Stadtfest. *BOING*. All jenen, die jetzt nicht abgesprungen sind, meinen herzlichen Dank und euch sei gesagt, dass es nur ein Witz war. Also Stadtfest ist natürlich, jedoch geht dieser Post hier in eine andere Richtung.  Traditionsgemäß ist an dem besagten Wochenende wieder die europaweite Batnight. In der Nacht vom 29.-30.08. dürfen sich Zählwillige wieder auf die Lauer legen und ihren (immens wichtigen) Beitrag zum Fledermausschutz leisten. Insgesamt gibt es in Deutschland 25 unterschiedliche Fledermausarten und allen geht es aktuell in Sachen Bestand nicht gerade rosig. Die Gründe dafür wurden hier im Blog schon ein paar mal beschrieben. Interessierte finden unter diesem Link alle Termine zur diesjährigen Fledermausschau in Form einer interaktiven Karte. Freunde von Tabellen kommen an dieser Stelle auf ihre Kosten. Hauptveranstalter ist mal wieder der NABU und ich bin mir sicher, dass er auch 2015 wieder einen großartigen Job machen wird. Damit ihr nicht ganz unvorbereitet an die Sache herangeht, findet ihr hier alle potentiell vorkommenden Arten im Überblick. An dieser Stelle auch noch einmal mein Dank an alle ehrenamtlichen Helfer, welche sich für den Artenschutz einsetzen und sich die Nacht um die Ohren schlagen. Ohne euch wäre vieles nicht möglich. Danke.

Wie nachhaltig sind Dientsreisen?

Benchmarks sind in der Techwelt ein beliebtes Maß für die Leistungsfähigkeit für allerhand Gadgets und sonstige Geräte. Betrifft ein neues Handset die Bildfläche, so wird es durch unzählige Testprogramme gejagt und die sozialen Netz mit den Ergebnissen geflutet.  Atmosfair nimmt sich nun auch des Themas an und schaut sich die Nachhaltigkeit bei Geschäftsreisen sowie der Mobilität für Unternehmen an. In Kooperation mit dem Anbieter Eco Libro  in Erfahrung gebracht werden, wie effizient sie auf Geschäftsreisen unterwegs sind. Die Ergebnisse werden dann auch in Benchmarks gepackt.  Dietrich Brockhagen, Chef von Atmosfair, bewirbt die so erlangte Auskunftsfähigkeit von Firmen zur Nachhaltigkeit von Dienstreisen". Außerdem spart ein effizientes Reisen auch CO2-Emissionen.

Die Teilnahme ist laut Atmosfair kostenlos und selbstverständlich werden alle Daten vertraulich behandelt, sodass aus ihnen keinerlei Rückschlüsse auf die teilnehmenden Firmen oder Umsätze gemacht werden können. Gerade in der Tech- und Journalistenbranche wäre so eine Auflistung mal interessant. Wer Interesse hat und an dem Projekt mitmachen möchte, der kann noch bis zum 30. September 2015 einen entsprechenden Fragebogen ausfüllen.

Bioökonomie gewinnt an Bedeutung

Wie im gestrigen Beitrag erwähnt, leben wir ab heute für den Rest des Jahres auf Pump. Die Menge an natürlichen Ressourcen, welche unsere Erde selbstständig innerhalb eines Jahres erneuern kann, ist aufgebraucht. In einer vom Wachstum und Gewinnen getriebenen Welt verlagert sich dieser Stichtag immer mehr nach vorne. Verglichen mit 2014 um immerhin ganze sechs Tage. Nun ist der mediale Aufschrei nach Bekanntgabe solcher Werte kurzzeitig besonders hoch aber schon morgen kräht kein Hahn mehr danach. Wieso auch ? Naturschutz und Nachhaltigkeit passen nicht recht in den aktuell bevorzugten  bunten Lifestyle mit leichten Themen wie Tech, Smartphones und anderem digitalen Tinnef. Verfolgt man aber die Meldungen rund um den "Earth Overshoot Day" so fällt einem immer mal wieder das Wort "Bioökonomie" vor die Füße. Dabei handelt es sich um die Summe aller Industriebreiche, die biologische Ressourcen wie Pflanzen, Tiere oder Mikroorganismen nutzen und markiert den Wechsel von einer Wirtschaft der fossilen Brennstoffe, hin zu einer die auf pflanzen basiert.  Allerdings gibt es auch hier noch einige Schwierigkeiten zu bewältigen (auch bin ich davon überzeugt, dass Konzerne auch diesen Ansatz mal so richtig in den Dreck fahren werden) und Lösungswege zu finden. Daher hat die Bundesregierung ein großangelegtes Forschungsförderungsprogramm mit Namen "Bioökonomie 2030" angelegt und unterstützt es über einen Zeitraum von 6 Jahren mit rund 2,4 Milliarden Euro. Hauptaugenmerk liegt hierbei auf Wachstum (!) und Beschäftigung. Aber auch Ressourcenmanagement sowie Energieversorgung aus Biomasse sollen voran getrieben werden.

An dieser Stelle möchte ich euch zwei Literaturtipps an die Hand geben. Den Anfang macht das aktuelle Naturschutz heute - Heft des NABU e.v. in dem u.a. das Thema Bioökonomie aufgegriffen wird. Als zweites gibt es noch die Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht - abmorgen leben wir auf Pump


Ähnlich wie der Tag der Steuerzahler symbolisiert der "Ökoschuldentag" (Earth Overshoot Day) etwas drastisches, nämlich den Moment, an dem die Menschheit mehr Ressourcen verbraucht, als unser Planet innerhalb eines Jahres auf natürlichem Wege erzeugen kann. Rolf Buschmann vom BUND und Experte für Ressourcenschutz spricht es klar aus: " Ab diesem Donnerstag leben wir auf Pump". Natürlich handelt es sich bei diesem Pump um die Sorte, welche nie zurückgezahlt wird.  Während der eingangs erwähnte Tag der Steuerzahler seit Jahren immer mehr ans Jahresende rückt, saust der "Ökoschuldentag" an den Jahresanfang. Wie mir Roland Gramling, Press Officer beim WWF, mitteilte, sind es stolze 6 Tagen pro Jahr.  Der anhaltende übermäßige Konsum und eine vollkommen kaputte sowie verrückte Wahrnehmung von Werten haben die Menge an natürlichen Ressourcen, bspw. Gas, Öl, Wasser und Land, auf ein bedrohliches Minimum schrumpfen lassen. Sind diese Rohstoffe einmal verbraucht, so sind sie nahezu unwiederbringlich zerstört. Diese gespielte und scheinbare Unbekümmertheit lässt mich an der Menschheit zweifeln. Die (nicht nur) Tech-Blogs dieser Welt feiern jede neue Gerätereihe, Google möchte mit 30 $-Handys Indien erobern und die Fangemeinde möchte haufenweise neue Smartphones im Jahrestakt. Selten bis gar nicht wird über den so entstandenen bzw. entstehenden Müll gesprochen, von der Belastung der Rohstoffe ganz zu schweigen. In einer Welt, die vollkommen auf Wachstum ausgelegt wird, muss man sich Gedanken machen, was passiert, wenn die Rohstoffe verbraucht sind. Leider wird es sich in absehbarer Zeit nicht ändern, dafür geht es uns im satten, dekadenten Europa noch zu gut. Irgendwie fallen mir dazu ein paar Worte meiner Lieblingsband ein: ...the train it won't stop going no way to slow down...

Jugendliche filmen die Artenvielfalt - ein neues Projekt des BfN sollLust auf Natur machen

Die Jugend dieser Tage hat eindeutig Nachholbedarf in Sachen Umwelt- und Naturbewusstsein. Eine entsprechende Studie des BfN von 2013 gibt an, dass es bei den jüngeren Menschen oft weniger Interesse und Engagement vorherrscht als beim Bundesdurchschnitt. Um diesem Trend entgegen zu wirken, hat das Bundesamt für Naturschutz das Projekt  "Green Cut - Jugend filmt biologische Vielfalt" ins Leben gerufen und unterstützt es mit 135.000 Euro. Das Projekt kommt mit einem innovativen und ungewöhnlichen Ansatz daher. Es soll die Zielstellung haben, dass Jugendliche sich mit der Artenvielfalt filmisch auseinander setzen. Im Klartext: Sie recherchieren, filmen, schneiden, bearbeiten und produzieren ihren eigenen Film über die Biodiversität. In insgesamt 15 bundesweiten Workshops sollen Fertigkeiten der Filmbearbeitung aber auch der Wert der biologischen Vielfalt vermittelt werden. Hauptzielgruppe sind junge Menschen, die im Regelfall nicht im Naturschutz aktiv sind oder mit Naturschutz in Kontakt kommen. Angelegt ist eine Laufzeit von drei Jahren. Die Gesellschaft für Solidarität und Partnerschaft e.V. zeigt sich für das Vorhaben verantwortlich und stellt die fertigen Filme auf diversen Plattformen der breiten Masse zur Verfügung. Weitere Infos zu diesem, wie ich finde sehr ambitionierten, Projekt gibt es hier und hier.

Elfenbein im Gepäck - Rekordmenge sichergestellt.

Foto: Olaf Schneider/Pixelio
Foto: Olaf Schneider/Pixelio
Elfenbein ist seit jeher ein Objekt der Begierde. Wilderer und Hehler haben sich schon seit Ewigkeiten auf die Beschaffung und den Handel damit spezialisiert. Sei es in der traditionellen (chinesischen) Medizin oder im Schmuckgewerbe, die Nachfrage nach Stoßzähnen ist ungebrochen. Obwohl in den letzten Jahren sehr viele nationale wie internationale Anstrengungen unternommen wurden, ist es nach wie vor ein Kampf gegen Windmühlen. Hin und wieder gelingt es den Zollbeamten dieser Welt große Mengen davon zu sichern. So geschehen in Zürich. Am 6. Juli 2015 konnten bei einer Gepäckkontrolle im Reiseverkehr ca. 262 kg Elfenbein sichergestellt werden. Auf acht Koffer aufgeteilt sollte es von Tansania über Zürich nach Peking gehen (Stichwort: traditionelle chinesische Medizin). Um das Diebesgut in den Koffern verstauen zu können, wurden die Stoßzähne zersägt. Außerdem wurden noch Fangzähne und Krallen von Löwen. Der Zoll schätzt den Wert des Elfenbein auf rund eine halbe Million Franken.  Die Schweiz, als Unterzeichner des internationalen Abkommens zum Artenschutz und Handel mit gefährdeten Arten CITES, geht nun mit aller Härte gegen die Besitzer der Koffer vor. Allerdings wird es über eine empfindliche Geldstrafe nicht hinaus gehen. Tja liebe Wilderer. Es hätte ja auch klappen können. Zum Glück nicht (Quelle: naturschutz.ch .

Fairtrade im Supermarkt immer beliebter

Fairtrade bzw. der Handel mit fair erzeugten Lebensmitteln wird für die herstellende Industrie immer wichtiger. So stieg der Umsatz in dieser Branche, im Jahre 2014, um ca. 31 % gegenüber dem Vorjahr. Bundesweit waren den Verbrauchern das Konsumieren von Fairtrade oder Bio-Produkten (Lebensmittel) ca. 1 Milliarde Euro wert, so das Forum Fairer Handel in Berlin. Damit hat sich der Handel in den  letzten drei Jahren nahezu verdoppelt. Immer wenn sich eine Sache in Richtung Mainstream entwickelt, steht zu befürchten, dass die einst ehernen Ziele nicht mehr so genau genommen werden die man es eigentlich sollte. Diese Sorge besteht grundsätzlich auch hier, jedoch bekräftigt der Faire Handel, genauer gesagt die Mitwirkenden, dass man weiterhin auf eine menschenwürdige Art und Weise achten wolle. So sollen Löhne auch weiterhin gerecht bemessen werden. Leider ist diese Sicht der Dinge ein absolutes Novum. Nun klingt die Viertel Milliarde erst einmal viel, bedenkt man aber, dass in der Bundesrepublik 2014 250 Milliarden Euro für Lebensmittel im Allgemeinen ausgegeben wurden, so ist es doch eine eher kleine Zahl. Mit diesen Zahlen liegt Deutschland im EU-Vergleich nur im Mittelfeld. Pro Kopf gibt der Deutsche lediglich 13 Euro im Jahr  für gerechtere Löhne im Lebensmittelsegment aus. Platz 1 geht mit 57 Euro pro Kopf an die Schweiz, dicht gefolgt von England (33 Euro) und Österreich mit 18 Euro.  Auch wenn der faire Handel noch ein eher kleiner Mitspieler im Feld der Nahrungsmittel ist, so hat er doch schon beachtliche Erfolge vorzuweisen. Hoffen wir, dass der Funke weiterhin überspringt. Verdient hat es die Bio-Branche (Quelle: Forum Fairer Handel) .

Lebensmittelumsatz in der Faitrade-Branche (Quelle: http://www.forum-fairer-handel.de/fairer-handel/zahlen-fakten/)

Erneut ein Wolf in Sachsen illegal geschossen

Am letzten Wochenende im Juli wurde im Landkreis Görlitz in der sächsischen Lausitz erneut ein Wolf erschossen. Vermutlich erfolgte die Tat in der Nacht von Samstag auf Sonntag nahe der Gemeinde Viehkirchen. Wie der NABU e.V. mitteilte, ist es bereits der siebte Wolf in den letzten sechs Jahren, der gewildert wurde. Das Traurige an der Sache: bisher konnte kein einziger Verdächtiger dingfest gemacht werden. Allerdings stehen die Chancen nicht schlecht, dass es diesmal anders ausgeht, hat sich doch das LKA in die Ermittlungen eingeschaltet. Der erneute Abschuss einer nach allen Regeln geschützten Art zeigt wieder einmal, die Stimmung in Sachsen. Auf Drängen der Jägerlobby wurde der Wolf 2012 in das sächsische Jagdrecht aufgenommen. Dadurch erhoffte man sich eine bessere Akzeptanz durch die Jäger. Resultat sind vier geschossene Wölfe. Ob diese allerdings auf das Konto von Jägern gehen ist nicht gesagt aber ein Schelm wer böses dabei denkt. Nächstes Ding der Weidmänner ist ein im Juni 2015 auf dem Bundesjägertag in Dresden veröffentlichtes Schreiben, welches den Wolf nicht als Teil der heimischen Natur anerkennt. Eine entsprechende Stellungnahme vom NABU gibt es hier oder weiter unten im Blog.

Der Deutsche Jagdverband ist, wieso auch immer, ein anerkannter Naturschutzverein und wird auf keiner Veranstaltung müde, seine wichtige Rolle im Naturschutz zu betonen. Daher sind mit solche Handlungen, wie die Ignoranz des Wolfes als wertvoller Bestandteil eines funktionierenden Ökosystems nicht ganz klar. Denn ein illegal abgeschossener Wolf ist nichts anderes als Wilderei. Es stünde dem DJV gut Zu Gesicht, seine Rolle zu überdenken und seinen Einfluss zu nutzen, um faire Handlungen  walten zu lassen.

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Stadtmenschen zieht es in die Natur - ein Startup macht es möglich

Seit ein paar Jahren boomen sogenannte Startups. Eigentlich sind diese nichts anderes als Unternehmungsneugründungen mit Risikokapital und auch nicht mehr so neu in ihrer Form. Jedoch haben sie in den letzten Jahren eine Art Revival erfahren. Sie sind halt aktuell "in Mode".  Auch wenn sich in den nächsten Jahren erst noch die Spreu vom Weizen trennen muss und es sich zeigen wird, welche Unternehmen auf dem Markt Bestand haben, so haben sie (fast) alle eine Gemeinsamkeit. Die Idee. Startup-Unternehmen bedienen sich meist eines kreativen Grundkonzeptes.  So auch das Projekt "Sweet Garden". In Anlehnung an das Übernachtungsmodell "Airbnb" können hier Gärten von anderen Privatnutzern zeitweise angemietet werden. Die Preise legt der Vermieter fest. Aktuell schaut sich das junge Unternehmen im Raum Stuttgart nach neuen Partner bzw. Gärten um, aber auch ganz Deutschland behält man im Blick. Die Idee, sich einen Garten tageweise zu mieten ist durchaus ein interessanter Gedanke. Glaubt man den aktuellen Zahlen aus der Kleingarten-Szene, so liegt das Durchschnittsalter bei 60 Jahren. Der bislang anhaltende negative Trend erfährt jedoch seit 2003 eine deutliche Wende. Schätzungsweise 45 % der Kleingärten in der BRD gingen von 2003 bis 2008 an Familien und an Personen unter 45 Jahren.

Ein Kleingarten bspw. hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten in seiner Bedeutung stark gewandelt.  Diente er früher noch eindeutig dem Anbau von Lebensmitteln, so reicht es den Besitzern heute oft völlig aus, wenn man seinen Grill und ein paar Stühle unterbringen kann.  Ein interessantes Projekt ist "Sweet Garden" aber auf jeden Fall und hat hoffentlich einen langen Atem, denn die beste Ernte ist immer doch die eigene.

Grünbrücken sind weitaus mehr als nur Querungshilfen

Mittlerweile gehören sie zum guten Ton bei infrastrukturbedingten Neubauten und sind eine Errungenschaft des Naturschutzes (okay, nicht nur des Naturschutzes): Grünbrücken. Diese wahren Kolosse unter den Brücken dienen der Verbindung von Lebensräumen, welche durch Straßenbau etc. zerschnitten wurden.  Mit dieser Methode sorgt man für eine andauernde Wandermöglichkeit der Individuen trotz Autobahnen, Schienen etc. und verhindert so die Isolation. Während manche Grünbrücken eher lustlos und mehr aus Pflichterfüllung gebaut werden, bspw. BAB 14, Nordverlängerung, sind andere Beispiele fast schon mustergültig. Trotz der immensen Baukosten scheinen sich die Bauherren mit ihr arrangiert zu haben.  Nun gibt eine in England veröffentlichte Studie von Natural England neue Erkenntnisse über diese Möglichkeit des Artenschutzes. So fanden Forscher bspw. heraus, dass Tiere Grünbrücken nicht nur als Querungshilfen, als Mittel zum Zweck quasi, sondern auch als Lebensraum bzw. Wohnstatt an sich nutzen. Die (englischsprachige) Studie ist auf jeden Fall lesenswert, gibt sie doch neue Einsichten und Erkenntnisse wieder. Ihr findet sie natürlich hier im Beitrag eingebunden.



https://www.scribd.com/doc/272939274/Greenbridges-in-the-UK

Lebensmittelklarheit.de geht erfolgreich in's vierte Jahr

Vor ein paar Tagen, genauer am 20.Juli, feierte Lebensmittelklarheit.de vierjähriges Bestehen. Mit diesem Portal haben Verbraucherinnen und Verbraucher eine sehr gute und gepflegte Anlaufstelle für Lebensmittelfragen und -kennzeichnungen. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt gratuliert zum Geburtstag und sagt für die nächsten Jahre weiterhin seine Unterstützung zu. Die Nutzerzahlen sowie der geschaffene Dialog sprechen eine deutliche und positive Sprache. Auch betont der weiterhin, an den Zielen "Klarheit und Wahrheit" auf Verpackungen interessiert zu sein. Gerade in Zeiten eines drohenden, weil schädlichem, Freihandelsabkommen sind das tröstende Worte. Mal abwarten was sich davon durchsetzen kann und wird. Einmal im Tatendrang möchte der Minister auch das Deutsche Lebensmittelbuch reformieren. Es soll nicht das gesamte Buch neu geschrieben werden, aber einige Kapitel erfahren eine grundlegende Überarbeitung. Alles zum Wohle des Verbraucherschutzes. Solltet ihr das erwähnte Lebensmittelportal (noch) nicht kennen, so surft mal auf lebensmittelklarheit.de oder klickt hier.

Eilverordnung zum Schutz der Bienen

Es ist ein immer wiederkehrendes Thema, nicht nur hier im Blog, sondern auch in den Medien. Den Bestäubern geht es in der heutigen Zeit alles andere als gut. Die moderne Landwirtschaft und der übereifrige Einsatz von Pestiziden und Düngern beschleunigen den negativen Trend zusätzlich. Um diesem Thema entgegen zu setzen, hat der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt heute eine Eilverordnung zum Bienenschutz unterzeichnet, so das BML in einer Pressemitteilung. Diese Verordnung unterbindet den Handel mit und das Aussäen von Wintergetreide-Saatgut, welches mit bestimmten Neonikotinoiden behandelt wurde. Diese Stoffe beeinträchtigen das Nervensystem der Bestäuber führt über Immobilität hin zum Tod. Die Behandlung von Wintergetreide (Beizung) ist in Deutschland schon länger untersagt, jedoch bestand bisher immer die Gefahr, es aus anderen Ländern zu importieren. Damit soll die unterzeichnete Verordnung nun Schluss machen.

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt: "Mit der Verordnung schützen wir die Bienen vor insektizid-haltigem Staub. Das nützt sowohl den Bienen als wichtigem Teil der Natur als auch den Bauern, die auf die Bestäubung ihrer Pflanzen durch die Bienen angewiesen sind."

Windowsphone schweißt zusammen und verbindet

Vor ein paar Tagen schlenderte ich mal wieder durch meine aktuelle Wahlheimat Bernburg an der Saale und irgendwie fanden meine Füße den Weg in den hiesigen Auwald. Wie es nun mal so ist, wenn einem etwas gefällt oder man etwas schönes sieht, werden Fotos gemacht. In meinem Falle mit dem, nicht mehr ganz aktuellen, Nokia Lumia 1020.


Kyf 01




Es dauerte gar nicht lange, bis mich ein Pärchen darauf ansprach und beide ebenfalls ein Nokia Lumia aus der Tasche zogen. Sie ein 830 und er ein 1520. Kurz darauf kamen wir ins Gespräch und plauderten über die Geräte, Windowsphone, die kommenden Flagschiffe und die aktuellen Geschehnisse aus dem Hause Microsoft. Nun war dieser Begebenheit kein Einzelfall. Bereits Sylvester 2014/2015 in Prag, auf dem Rathausturm der Stadt, sprach mich ein Touri auf mein Smartphone an und wir kamen ins Gespräch. Woran mag das wohl liegen, fragte ich mich. Ist es die quietschbunte Farbe, das markante Kameramodul oder sind wir Windowsphone User schon so sehr gebeutelt, dass wir uns freuen überhaupt einen Gleichgesinnten zu sehen?



Vor meiner Zeit im microsoftschen Ökosystem hatte ich diverse Androidgeräte. Ich glaube seit 2008 war ich mit Samsung, Nexus und Co unterwegs, aber da hat mich nicht einmal einer auf mein Handset angesprochen. Wie sieht es bei euch Androidianern und IPhonlern aus? Ähnliche Erfahrungen?

Rissserie im Wallis - Wolf holt sich (ungeschützte) Schafe

Im Schweizer Wallis, genauer zwischen dem Val d´Hérèns und dem Vispertal, wurden in den zurückliegenden Wochen mehrere Schafe gerissen. Als ziemlich sicher gilt der Wolf als Übeltäter. Wie viele es aber waren ist noch ungeklärt. Bevor jetzt alle wieder den Wolf verteufeln sei gesagt, dass alle gerissenen Schafe ungeschützt waren.  In der betroffenen Region hatte man schon länger den Nachweis des Wolfes erbracht, jedoch reagierten nicht alle Landwirte auf diese veränderte Situation mit Sachverstand. Für Aufsehen sorgte ein Angriff auf eine Herde Schwarznasenschafe. Dieser fand am frühen Morgen im Augställi statt. Der Bewirtschafter trieb die Herde des nächtens zwar in einen Stall und morgens wieder auf die Weide, jedoch hat sich diese Schutzmaßnahme als unzureichend erwiesen. Dieses Verhalten, tagsüber zu jagen, ist für einen Wolf durchaus ungewöhnlich, allerdings ist dies kein Grund zur Besorgnis, so die Schweizer Kollegen. Grund dafür könnte die ausgesprochene Abgelegenheit des Tals sein. Der nächste Wander- und Mountainbikeweg liegt ein paar hundert Höhenmeter weiter bergabwärts. Schaut man sich nun die Einzelfälle an, bis auf den erwähnten, so ist bei allen eine Konstante zu erkennen. Fahrlässigkeit. Immer wieder gerät die Sömmerung in den Alpen in die Kritik, da die Tiere meistens unbewacht auf der Weide gelassen werden. In einer Wolfsregion ist dies logischerweise töricht. Viele Schäfer ziehen ihre Tiere nun von den Wiesen ab und suchen sich andere Flächen. Naturschutztechnisch und ökologisch ist dies aber genau der falsche Weg. Die vorhandenen Bergwiesen sind ideal für Beweidung und auch die Artenvielfalt ist auf diese Bewirtschaftung angewiesen. Ähnlich wie in Deutschland bleiben nur geeignete Schutzmaßnahmen. Herdenhunde und Zäune sind die besten Alternativen. Nur muss man sich diese auch leisten können (Quelle: naturschutz.ch).

#NatureAlert ist ein Erfolg auf ganzer Linie

Die Aktion zum Schutze der Natur gegenüber den Bemühungen der Europäischen Union die Naturschutzgesetze zu schwächen, ist kurz vor Beendigung außerordentlich erfolgreich. Unter dem Hashtag NatureAlert haben 120 Umwelt- und Naturschutzverbände in 28 Mitgliedsstaaten mächtig um Unterstützung getrommelt und sind belohnt wurden. Etwa 500.000 Europäer haben in einer EU initiierten Umfrage Position bezogen und sich gegen die Aufweichung des Naturschutzes in der EU ausgesprochen. Diese Resonanz auf eine EU-Befragung ist bisher einmalig und zeigt eindrucksvoll, welchen Wert die Natur doch für uns hat. In Deutschland waren für diese Aktion der BUND, NABU, WWF sowie deren Dachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) federführend und haben einen tollen Job gemacht. Der Chef der Europäischen Union Jean-Claude Juncker wollte den Weg frei machen für ein Naturschutzgesetz, welches sich mehr an den Interessen der Lobby Wirtschaft orientiert und hat einen herben Dämpfer kassiert. Nun wird sich zeigen, wie das demokratische Konstrukt EU damit umgeht. Anfang 2016 soll beschlossen werden, ob die Rechtsvorschriften dahingehend geändert werden oder eine bessere Durchsetzung der Regeln durch die einzelnen Mitgliedsstaaten gefordert wird. Die erste Etappe auf diesem langen und holprigen Weg haben wir aber schon positiv für die Natur entschieden (Quelle: BUND).

Straßenbau mit Plastikmüll

Erst neulich stellte ich im Blog die Bemühungen aus Zigarettenkippen neue Gebrauchsgegenstände herzustellen, da trudelt heute die nächste Meldung ein. Rotterdam machte die auf sich aufmerksam, da man in Zukunft recycelten Plastikmüll im Straßenbau einsetzen möchte. Die Überlegungen dahinter sind einfach wie naheliegend. Herkömmliche Straßen bestehen zu einem guten Teil aus Asphalt und brauchen im Bau vergleichsweise lange. Fallen dann in den unten liegenden Schichten Ausbesserungsarbeiten an, so müssen die oberen Schichten aufwendig abgetragen werden und anschließend komplett erneuert werden. Zusätzlich zu  diesen Problemen ist die Herstellung von Asphalt alles andere als umweltverträglich. Alle bisherigen Alternativen scheiterten an der erforderlichen Belastbarkeit. Einen neuen Anlauf wagt die niederländische Firma VolkerWessels. Recyceltes Plastik soll zukünftig im Straßenbau zum Einsatz kommen.




[caption id="attachment_3127" align="aligncenter" width="560"]Straßenentwurf aus recyceltem Plastik.  Foto: VolkerWessels Straßenentwurf aus recyceltem Plastik. Foto: VolkerWessels[/caption]

Aktuell befindet sich das Projekt PlasticStreet genannte Vorhaben zwar noch in der Konzeptphase, allerdings soll in den nächsten drei Jahren ein erstes Pilotprojekt starten. Die Stadtverwaltung Rotterdam hat sich bereits interessiert gezeigt und ein paar Straßenzüge zu Testzwecken freigegeben. Man erhofft sich von Plastik-natürlich finanzielle Vorteile. So könnten Straßenstücke direkt in der Fabrik produziert werden und werden am Einsatzort lediglich montiert. So könnte sich die Bauzeit erheblich verkürzen. Außerdem könnte der Straßenbau so einen Beitrag zum Verschwinden der Müllberge leisten. Schauen wir also in Zukunft und drücken die Daumen (Quelle: the Guardian).

Brennstoffzellen oder nicht? Das ist hier die Frage.

Seit langer Zeit fuhr ich heute mal wieder mit dem Zug bzw. der Eisenbahn. Hin und wieder schätze ich diese entschleunigte Form des Reisens. Ein Pluspunkt gegenüber dem Autofahren ist da ganz klar die Möglichkeit einfach mal die Gegend zu beobachten und die Landschaft (außer man wohnt im Pott) zu genießen. Wie es nun einmal so ist, fallen einem in solchen Momenten immer Dinge auf, die eigentlich alltäglich sind und man sich daran gewöhnt hat. In meinem Falle waren es heute die schieren Automassen die auf den Straßen unterwegs sind. Da ich eher durch ländlichen Raum gefahren bin, geht da sicherlich noch mehr. Aber der aufkommende Verkehr ist eine Frage die uns schon seit langer Zeit beschäftigt und noch beschäftigen wird. Passend dazu fiel mit dieser Artikel von Naturschutz.ch in die Hände. Eine mögliche Lösung für das steigende Mobilitätsaufkommen wären Brennstoffzellen. So suggeriert uns zumindest die Werbung oder die Wissenschaft. Allerdings hat man das auch schon von Elektroautos gesagt und wie die sich durchgesetzt haben das wissen wir ja. Aber ich möchte mich an dieser Stelle  nicht über die Pro und Cons dieser Fahrzeuge äußern, das können andere Blogger weitaus besser. Jedenfalls schreibt naturschutz.ch, dass Brennstoffzellen, ähnlich wie E-Autos, auch nicht das Wahre seien. Das Problem dabei: die Akkus sowie die Herstellung der einzelnen Bauteile. Ein Kfz mit Verbrennungsmotor ist in der Summe der Herstellung noch deutlich ökologischer. Hinzu kommt das Problem mit dem Strom. Wirklich sauber ist diese Lösung nur, wenn sie auch von sauberer Energie versorgt wird. Ein Anstecken an die Haussteckdose bringt nicht unbedingt etwas. Gerade der innerstädtische Verkehr könnte von strombetriebenen Fahrzeugen profitieren. Pflegedienste und Pizzalieferanten würden auch mit der (noch) geringen Reichweite klar kommen. In Magdeburg hat ein Pizzadienst den gesamten Fuhrpark bereits auf Elektro umgestellt und fährt, im wahrsten Sinne des Wortes, gut damit. Wie dem auch sei, ich möchte nicht den ganzen Artikel wiederkauen, deshalb verlinke ich ihn euch an dieser Stelle. Schaut mal rein und lasst eure Meinung zu dem Thema da. Interessiert mich wie ihr darüber denkt.


Brennstoffzelle als Energielieferant der Zukunft?(naturschutz.ch)

Hitzschlag bei Fledermäusen

Die zurückliegenden Tage waren für uns alle nicht einfach. Der Wechsel von warm und heiß hin zu regnerisch und kühl haute so manchen Kempen aus den Socken und lies uns in die Kühle flüchten. Uns Zweibeinern geht es aber nicht alleine so. In unzähligen Flyern, Aufrufen und Infosendungen sehen wir Hunde und Kleinkinder die im Auto zurückgelassen oder vergessen wurden. Nebenbei gesagt, ist das eine riesen Sauerei. Logischerweise sind bei solchen Temperaturen Dachwohnungen effektiver als der Schicksalsberg und jede finnische Sauna. Und damit kommen wir zum Problem. Mit den heißen Tagen kommt auch die Leidenszeit für Fledermäuse. Viele meiner Kollegen sind dieser Tage auf Achse und suchen die bekannten Wohnquartiere auf um den Schaden in Grenzen zu halten. Fledermäuse finden in der freien Natur leider immer weniger natürliche Höhlen und ziehen sich daher in Dachgeschosse von Wohnhäusern zurück. Wenn sich dann dort die Hitze staut, kann es schon mal zu viel für die kleinen Tierchen werden. Entweder fallen sie von der Decke oder, was für viele Bewohner sicherlich schlimmer ist, sie verkriechen sich in die Wohnungen unterhalb. Ich selbst habe in Chemnitz regelmäßigen Kontakt mit ein paar Kirchen bzw. deren Vorstehern und schaue auch hin und wieder mal vorbei. Als die Temperaturen vor zwei Wochen so besonders nach oben schossen, konnten wir unter einem Kirchendach 45 Grad feststellen. Das ist mal eine Ansage. Rudolf Leitl, vom bayerischen NABU und Partner des LBV, hat ein paar Tipps für eine eventuelle Begegnung mit entkräfteten Tieren. So sollen diese in kühlere und vor allem katzensichere Bereiche gebracht werden. Tropft man ihnen dann per Pipette oder Löffel etwas Wasser in den Mund wird dies bereitwillig angenommen und man sieht förmlich den kleinen Körper erstarken. Aber es gilt auch etwas zu beachten: Fledermäuse bitte nur mit behandschuhten Händen anfassen und daran denken, dass verängstigte Tiere auch zur Abwehr beißen können (Quelle: NABU).

Jahresbericht 2014 des BUND

Einer der größten und aktivsten Umweltschutzverbände in Deutschland ist der BUND, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ausgesprochen. Neben dem  NABU setzen sich seine Mitglieder für den Erhalt von Natur und Umwelt ein und bremsen hin und wieder manch übereifrigen Lobbyisten oder Bauherrn. 1957 im bayerischen Marktheidenfeld gegründet, erfreut sich der BUND in seinem 40. Jahr an mehr als einer halben Million Mitgliedern. Der Betreiber dieses kleinen Blogs hier ist ebenfalls ein Teil davon. Von den einen oder anderen als "Baustopper" und "Fortschrittbremser" verschrien und betitelt, können wir aber allesamt froh sein den BUND zu haben. Über manche Aktionen wurde hier an dieser Stelle schon ein paar mal berichtet. Wer aber einen kompletten Überblick über das Jahr 2014 haben möchte, dem se der Jahresbericht dazu empfohlen. Auszugsweise ein paar Zahlen: 2014 stieg die Mitgliederzahl um 5 %, was sich wiederum auf die Einnahmen auswirkte. Diese stiegen um 8 % und somit konnten ca. 21 Millionen Euro für Natur und Umwelt ausgegeben werden. Aber dies ist kein Grund sich auf dem Verdienten auszuruhen. In den kommenden Monaten hat der BUND alle Hände voll zu tun um den Transatlantischen Sommerschlussverkauf Europas (TTIP) zu durchleuchten und, hoffentlich, offen zu kommunizieren. Gerade in Anbetracht dieses Damoklesschwertes ist es schön, einen Partner wie den BUND hinter der Natur stehend zu wissen.


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Zigarettenstummel mit Sinn

Irgendwann ist es in der Gesellschaft wohl normal und akzeptiert wurden, dass Raucher ihre Kippen einfach so in die Umwelt entsorgen. Täglich sehen tausende Nichtraucher dieses Verhalten und ignorieren es. Von solch einer Akzeptanz können manch andere Gruppen der Bevölkerung leider nur träumen. Aber das ist ein (durch menschliches Verhalten und Erziehung) bedingtes Problem, welches man auch in Zukunft erdulden muss. Der Glühstengelfabrikant Parisienne verfolgt mit dem Veranstalter des Gurtenfestival TerraCycle einen interessanten Ansatz. Festivalbesucher werden dazu angehalten, ihre Stumpel nicht einfach in die Natur zu schnipsen, sondern in eine der kostenlosen Sammelboxen zu entsorgen und an die Festival-Hostessen zu übergeben. Als Dank gibt es ein kleines Präsent und ein oder zwei Karmapunkte. Der Clou an der Sache ist aber der weitere Werdegang der aufgerauchten Zigaretten. TerraCycle trägt dafür Sorge, dass diese in umweltfreundliche Gebrauchsgegenstände verarbeitet werden. Erreichen möchte man dies durch die Zerlegung in Asche, Papier und Filter.  Mehr gibt so eine Nikotinnudel auch gar nicht her. Asche und Papier möchte man kompostieren, den Filter erwartet ein Schicksal als Plastikpellet. Aus diesen Pellets wiederum werden bspw. Aschenbecher oder Transportpalletten.  Um diesen Versuch auch über das Festivalgelände hinaus bekannt und erfolgreich zu machen, ist PARISIENNE in Bern, der heimlichen Hauptstadt der Schweiz, mit vielen Einzelhändlern (oder Detailhändlern) im Gespräch und konnte einige Partnerschaften eingehen. Das mittlerweile beachtliche  Abfallproblem mit Zigarettenkippen soll so etwas entschärft oder gar unterbunden werden.  Anhand solcher Projekte kann man sehen, was alles in Sachen Recycling machbar ist, wenn ein Wille und eine Idee vorhanden sind. Damit wird es aber auch langsam Zeit den Begriff Abfall zu überdenken. Was jetzt nicht heißen soll, es ist egal wie viel Müll wir machen, es wird eh recycelt. Ein gutes Vorhaben ist es aber auf jeden Fall und bringt hoffentlich den gewünschten Erfolg (Quelle: naturschutz.ch).

20 Jahre Wolf. Die Schweiz sagt Danke

Vor ziemlich genau 20 Jahren begann im Schweizer Natur- und Artenschutz ein neues Kapitel. Der Wolf war wieder da. Sein Stelldichein war allerdings nicht gerade von der feinen englischen Art. So riss er vier Schafe, vier Ziegen und verstreute eine ganze Herde im Val Ferret im Wallis, so berichtete der WWF. Nach nun 20 Jahren hat er sich aber inzwischen etabliert und bringt es auf 20- 30 Individuen. Wie man auf naturschutz.ch lesen kann, könnten die Zahlen deutlich höher ausfallen, da 8 Tiere offiziell geschossen wurden und somit schätzungsweise zwei neue Rudel verhindert wurden. Erst vor ein paar Monaten erlaubte eine Schweizer Gesetzesänderung den erleichterten Abschuss dieser Tiere. Federführend war dabei die hiesige Lobby gegen den Wolf. Ähnlich wie bei uns in Deutschland wird der Wolf aber auch in der Schweiz von Teilen der Bevölkerung gern gesehen. Er kann den, teilweise, hohen Verbiss durch Wild in den Wäldern senken und somit die Waldgesundheit fördern. Wie dem auch sei, der Wolf polarisiert auch jenseits der Alpen und wird es auch noch eine Weile.  Gefühlt reagiert die Schweiz aber deutlich stärker auf die, verhältnismäßig, wenigen Tiere. Sollte der Bestand sich einmal ähnlich so entwickeln wie in der Lasuitz bei uns, dann sehe ich keine gute Zukunft für Meister Isegrim. Bis es aber soweit ist, gratuliere auch ich zu 20 Jahren Wolf und wünsche mindestens noch einmal so viele Jahre (Quelle: naturschutz.ch).


Bio-Branche wächst und gedeiht

In den letzten Monaten und sogar Jahren hat die Bio-Branche in Deutschland mächtig an Boden zugelegt. Immer wieder konnte ich aus eigenen Erfahrungen, Gesprächen und Umfragen den Trend hin zu Bio und weg von konventionell erzeugten Produkten nachverfolgen und bestätigen. Diese Einschätzung lässt sich nun auch in Zahlen festhalten.  Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt sieht die als "Schritt in die richtige Richtung" und möchte "den ökologischen Landbau in Deutschland noch weiter stärken".  Den größten Zuwachs der Branche gibt es in den verarbeitenden bzw. importierenden Betrieben. Insgesamt stieg hier die Zahl auf 1020 und somit waren ca. 11,5 % mehr Betriebe in diesen Bereichen tätig als im Vorjahr. Der Handel konnte einen Zuwachs von ca. 9,8 % erzielen, das sind ungefähr 2527 Betriebe. Interessant werden aber die Zahlen zum Flächenverbrauch bzw. der genutzten Fläche. 2014  waren 8477 Betriebe in der Bio-Branche unterwegs und 23398 Bio-Landwirte bewirtschafteten eine Fläche von ca. 1.047633 Hektar. Das ist schon mal eine Ansage. Für die Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe (bezogen auf 2014) bedeuten das 8,2 % gehen an Bio-Betriebe.


Nach wie vor hat das Label "Bio" allerdings mit Vorurteilen und Skepsis zu kämpfen. Immer wieder hört man die Meinung, dass es leicht wäre diese Auszeichnung zu kaufen und ob denn ein Produkt noch Bio sei, wenn es zwar in bspw. Polen unter den erforderlichen Bedingungen produziert sei, aber per Lastwagen nach Deutschland gefahren wird? Klar, diese Meinungen sind nicht von der Hand zu weisen, allerdings kenne ich selber die Kriterien du Auflagen bis ein Produkt mit "Bio" ausgezeichnet wird und habe daher Vertrauen in die Sache.  Hoffen wir nur, dass es der Mainstream nicht irgendwann kaputt macht (Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.)

Die Luchse sind wieder in der Schweiz

LuchsAktuell dreht sich alles im Blog um die lieben Vierbeiner. Die letzten beiden Artikel waren dem Wolf gewidmet und jetzt kommt der Luchs an die Reihe. Konkret die Luchse aus der Schweiz. Ähnlich wie hier bei uns im Harz läuft auch in der Schweiz an Projekt zur Wiederansiedlung. 2001 bis 2008 wurden zwölf Luchse im Rahmen des Projektes Luno in die Nordschweiz umgesiedelt. Aktuellen Meldungen und Daten eines im Winter 2014/2015 durchgeführten Fotofallen-Monitoring zufolge ist dieses Projekt ein Erfolg auf ganzer Linie. So konnten immerhin 15 selbstständige Luchse und acht Jungtiere nachgewiesen werden. Angefangen hat man 2001 bis 2008 mit der Aussetzung von 12 Luchsen in die Nordschweiz. Das für 15 Jahre angelegte Projekt entwickelte sich, wie bereits erwähnt, sehr gut. Das bestätigt auch der Kanton St. Gallen. Mit der Wiederansiedlung des Luchses bekommt die Schweiz einen Besucher zurück, der vor rund 200 Jahren ausgestorben ist. 1904 erfolgte die letzte dokumentierte historische Beobachtung am Simplonpass. Die ersten Bemühungen den Luchs wieder anzusiedeln gab es bereits vor 40 Jahren, seitdem konnte sich eine stabile Population etablieren. Jetzt heißt es für die Schweiz am Ball bleiben und weitermachen. Der Luchs gilt trotz diverser Erfolge immer noch als gefährdet und ist eine Verantwortungsart in der Confoederatio Helvetica. (Quelle: naturschutz.ch) 

Wolfsmanagementpläne

Kürzlich ging es hier um Blog über das tot aufgefundenen Tier in Baden-Württemberg, welches vom Senckenberg-Institut zweifelsfrei als Wolf identifiziert wurde. An dieser Stelle möchte ich heute anknüpfen. Beide Seiten, Wolf und Mensch, müssen das Zusammenleben erneut lernen und das ist eine stattliche Aufgabe. Damit das in einigermaßen geregelten Bahnen abläuft, erstellen die Bundesländer mit Wolfsvorkommen sogenannte Managementpläne. Früher hießen die Dinger einfach nur Leitfaden aber heutzutage muss eben alles irgendwie gemanagt werden. In diesen Plänen ist dann allerhand definiert und erklärt. Beispielsweise das Vorgehen im Schadensfall oder die Lage der ausgewiesenen Wolfsgebiete im jeweiligen Land. Sachsen hatte im Frühjahr dieses Jahres das ganze Bundesland als förderfähig erklärt, bisher waren es nur Teile im Osten des Freistaates plus einem 30 km breiten Pufferstreifen. Ebenfalls stehen Handlungsempfehlungen zum Herdenschutz etc. in den Plänen. In Baden-Württemberg hat man sicherlich schon im Vorfeld an so einem Papier gearbeitet und kann es jetzt auf Praxistauglichkeit prüfen. Klar, Gegner und Benachteiligte gibt es immer, denn solche Pläne können im Anfangsstadium nicht alle individuellen Belange erfassen und regeln. Das kommt dann mit der Zeit. Wer sich über die Situation in BaWü schlau machen möchte, der findet den aktuellen Leitfaden hier im Beitrag eingebunden. Die Managementpläne für Sachsen und Brandenburg findet ihr hier.


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Willkommen im Club Baden-Württemberg

Eine Meldung geistert heute besonders durch meine Filterblase. Baden-Württemberg ist nun offiziell Wolfsland. Ende Juni wurde ein totes Tier an der Bundesautobahn 5 bei Lahr im Ortenaukreis tot aufgefunden. Der von der Senckenberg-Gesellschaft durchgeführte Gentest brachte nun Klarheit. Hierbei handelte es sich um einen Wolf. Damit wurde BW von "Wolfs-Erwartungsland" auf "Wolfsland" gestuft und somit fangen jetzt ähnliche Mühlen an zu mahlen wie im Osten der Republik. Wir hier in Sachsen und Sachsen-Anhalt haben da schon ein paar Jahre Erfahrung, sind aber immer noch nicht so richtig weiter. Nach wie vor streiten  wir uns über Schadensfälle, Formulierungen und Managementfragen im Allgemeinen. Zwar helfen die vielen Infoveranstaltungen und Thementage die Vorurteile langsam abzubauen, nur geht das eben sehr langsam voran. Positiv ist das Verhalten der jungen bzw. nachwachsenden Generation, diese ist weitaus aufgeschlossener und offener für das Thema. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Älteren in diesem Sinne größtenteils verloren sind.  Wie dem auch sei, in Baden-Württemberg wird sich die Bevölkerung auf eine neue Situation einstellen müssen aber auch die Entscheider auf Landesebene müssen bereit sein Gespräche zu suchen und ein Miteinander zu erzielen. Der Wolf ist nicht generell böse, er muss genauso wie wir ein erneutes Zusammenleben zu lernen. Leichter geht es aber Hand in Hand.


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Rügen im Zeitraffer

Sonnenaufgang_webStammleser, und solche die mir in den Sozialen Netzwerken folgen, wissen, dass ich hin und wieder in der Fotographieabteilung unterwegs bin.  So auch in den vergangenen Wochen. Wie schon in einem vorherigen Beitrag mitgeteilt, trieb ich mein Unwesen für ein paar Tage auf Rügen. Wie üblich nutzte ich die Zeit und die wunderschöne Kulisse für einen neuen Zeitraffer-Film. Während der einzelnen Clips, an den jeweiligen Standorten, sind mitunter interessante Gespräche und Bekanntschaften entstanden. So macht die Arbeit Spaß. Der Film zeigt, die aus meiner Sicht, schönsten Orte der Insel und freut sich über positive Bewertungen, Kommentare aber auch Kritik.


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Biodiversity News #68 erschienen.

Wie immer in jedem Quartal kommt hier an dieser Stelle der Hinweis auf die neue Ausgabe der Biodiversity News aus Great Britain bzw. aus England. Auch dieses Mal sind wieder eine Reihe von interessanten Projekten darin enthalten.  Besonders lesenswert sind die Beiträge über urbanen Naturschutz sowie die Problematik mit den weniger werdenden Bestäubern. Die Insellage macht es für das UK nicht gerade einfacher diesem Trend entgegen zu wirken. Alle bisherigen Ausgaben findet ihr im Archiv, die aktuelle, wie gewohnt, hier im Blog. Schaut ruhig einmal rein, es lohnt sich und vielleicht habt ihr ja so ein Ausflugsziel für euren nächsten England-Trip gefunden.

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Das Wachstum der (Rügener) Eichen

[caption id="attachment_3086" align="alignleft" width="300"]Blick auf den kleinen Jasmunder Bodden Blick auf den kleinen Jasmunder Bodden[/caption]

Heute mal ein Beitrag über eine Sache, welche mich im Urlaub auf Rügen hat aufhorchen bzw. aufblicken lassen. In der Nähe von Prora befindet sich ein Ausflugsziel, welches ich euch nahe legen möchte. Die von mir mal mehr mal weniger geschätzte Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat auf einer ihrer Naturerbeflächen einen Baumwipfelpfad eingerichtet. Die dazugehörige Website findet ihr hier. Geführt geht es durch überwiegend Buchenbestände aber auch Eichen finden sich vereinzelt. Krönung des Pfades ist der Aussichtspunkt "Adlerhorst" mit einem wunderbaren Blick über den Jasmunder Bodden und die Ostsee. Unterwegs gibt es allerhand Informationen zum Buchenwald, zu den Kreidefelsen und zu Rügen im Allgemeinen. Eine Schautafel ist mir aber besonders im Gedächtnis geblieben. Sie zeigt den radialen Zuwachs von Eichen über einen längeren Zeitraum. Da es nur im Vorbeigehen abfotografiert wurde, bitte ich die unzureichende Qualität zu entschuldigen. Ich hoffe es ist dennoch etwas zu erkennen.




[caption id="attachment_3087" align="aligncenter" width="646"]Radialer Zuwachs von Eichen auf Rügen. Radialer Zuwachs von Eichen auf Rügen.[/caption]

Schaut man sich die Anfangsjahre an, so waren Zuwächse größer 3 mm pro Jahr keine Seltenheit. Erst in den Jahren ab der Jahrhundertwende zum 20. Jh. hin scheint sich etwas in Sachen Dickenwachstum verändert zu haben. Auch häufen sich die wetterbedingten Ereignisse.  Über die Ursachen bzw. die Gründe für ein so rapide abnehmendes Wachstum darf gerne spekuliert werden.

Jaaaaa, er lebt noch.

Aufmerksame Leser haben es sicherlich bemerkt: der letzte Beitrag ist schon eine Weile her. Schuld daran ist die wunderschöne Insel Rügen.  Dort verbrachte ich nämlich ein paar wunderbare Tage. Ab den nächsten Tagen geht es dann auch hier wieder richtig los. An dieser Stelle vielen Dank für die "besorgten" Kommentare. Als kleines Alibi habe ich mal ein paar Bilder für euch zusammengestellt.




[caption id="attachment_3076" align="aligncenter" width="646"]Strandkorb bei Prora Strandkorb bei Prora[/caption]

 

[caption id="attachment_3077" align="aligncenter" width="646"]Steinskulptur am Strand von Jasmund Steinskulptur am Strand von Jasmund[/caption]

 

[caption id="attachment_3078" align="aligncenter" width="646"]Blick auf Kap Arkona Blick auf Kap Arkona[/caption]

 

[caption id="attachment_3079" align="aligncenter" width="646"] Strandkorb bei Juliusruh[/caption]

Die bester Bilder werden demnächst in bearbeiteter Form den Weg zu Flickr finden, auch ist ein neuer Zeitraffer in der Pipeline. Die nächsten Tagen werden also spannen und es lohnt am Ball zu bleiben bzw, mal wieder vorbei zu schauen.

Blütezeit im Moor

Stammleser dieses Blogs wissen, ich bin ein Freund des böhmischen Erzgebirges. Immer wenn es meine Freizeit erlaubt, verbringe ich diese im böhmischen Teil davon. Hier und hier habe ich bereits davon berichtet. Auch heute war wieder solch ein Tag. In aller Frühe ging es also wieder auf den Erzgebirgskamm nach Gottesgab, in der Landessprache Bozi Dar. Grund für den spontanen Trip war das dortige Hochmoor. In relativer Nähe zur Grenze kann man wunderbar durch ein intaktes Moorgebiet wandern und die Stille genießen. Auf einem rustikalen Holzsteg geht es dann mitten durch eine Moorlandschaft, die zu jeder Jahreszeit zu überzeugen weiß.




[caption id="attachment_3067" align="aligncenter" width="646"]Hochmoor bei Gottesgab im böhmischen Erzgebirge Hochmoor bei Gottesgab im böhmischen Erzgebirge[/caption]

Aus manchen Blickwinkeln wird sogar richtige "Skandinavien-Stimmung" hervorgerufen und ich genieße jeden Augenblick. Im Laufe der letzten Jahre habe ich das Moor zu allen erdenklichen Zeiten besucht. Im Winter bei meterhohem Schnee, im Herbst bei Starkregen oder im Frühling, wenn die ersten Knospen erblühen. Das Highlight ist aber immer wieder der Sommer. Nirgends sonst im Jahr erstrecken sich die Wollgras-Bestände bis an den Horizont.


Diese Pflanze, kennen und lieben gelernt 2012 in Schottland, ist für mich die Charakterart schlechthin. Natürlich gibt es wertvollere und seltenere Pflanzen, aber für mich eben keine schönere.




[caption id="attachment_3068" align="aligncenter" width="646"]Hochmoor nahe Gottesgab im böhmischen Erzgebirge Hochmoor nahe Gottesgab im böhmischen Erzgebirge[/caption]

[caption id="attachment_3069" align="aligncenter" width="646"]Hochmoor nahe Gottesgab im böhmischen Erzgebirge Hochmoor nahe Gottesgab im böhmischen Erzgebirge[/caption]

Unter den Wollgräsern gibt es haufenweise unterschiedliche Arten. Im Moor von Bozi Dar findet man das Schmalblättrige-Wollgras (Eriophorum angustifoium) und das Scheidige-Wollgras (Eriophorum vaginatum). Unterscheiden kann man diese beiden Arten nur aus nächster Nähe.




[caption id="attachment_3070" align="aligncenter" width="646"]Eriophorum spec. Eriophorum spec.[/caption]

[caption id="attachment_3071" align="aligncenter" width="646"]Eriophorum spec. Eriophorum spec.[/caption]

Woher die Pflanze ihren Namen hat brauche ich vermutlich nicht erklären. Allerdings gibt es bezüglich den "Wattebäuschen" einen weitverbreiteten Fehlglaube. Die Pflanzen aus der Gattung Wollgras umhüllen mit diesen weißen Puscheln ihre Früchte. Die Pflanzen zeigen sich also nicht in ihrem blühenden, sondern im fruchtenden Zustand. So schnell wie diese Zeit im Jahr gekommen ist, so schnell ist sie auch wieder vorbei und das Moor gönnt sich eine erneute Ruhepause um im nächsten Jahr wieder mit neuen Farben und Formen zu überzeugen.




[caption id="attachment_3072" align="aligncenter" width="646"]Gottesgab im böhmischen Erzgebirge Gottesgab im böhmischen Erzgebirge[/caption]

[caption id="attachment_3073" align="aligncenter" width="646"]Holzsteg ins Moor bei Gottesgab Holzsteg ins Moor bei Gottesgab[/caption]

 
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