Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Alte Gemäuer für die Avifauna

Immer mehr Lebensraum für Avifauna und Fledermäuse wird in Städten vernichtet. Was dem Menschen gefällt, ist für Vögel und andere Höhlenbrüter ein Graus. Durch Sanierung und Neubau werden bspw. Kirchtürme und Dachstühle zwar wieder auf Vordermann gebracht, jedoch machen diese Baumaßnahmen einst als Lebensraum geeignete Anlagen völlig ungeeignet. So werden Eingänge und "Löcher" versiegelt, Wochenstuben für Fledermäuse entfernt und Nistmöglichkeiten von Schwalben und Mauerseglern vernichtet.  Seit geraumer Zeit findet jedoch ein Umdenken statt. So dürfen Häuser in denen solch spezialisierte Tierarten vorkommen, nicht restauriert bzw. umgebaut werden. Eine besondere Rolle nehmen dabei Kirchtürme ein.  Der NABU hat passend zu dieser Thematik eine interessante Grafik veröffentlicht. Diese zeigt den Standort von bewohnten Kirchen bzw. Kirchtürmen. Kirchen können sich auf die Liste setzen lassen und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Bisher sind 758 Kirchen im Projekt: Lebensraum Kirchturm über das gesamte Bundesgebiet gemeldet. Solltet ihr eine bewohnte Kirche kennen, die nicht auf der Liste steht, so könnt ihr diese online melden.

Gegen Greifvogelmord vorgehen

Der (oft illegale) Abschuss von Greifvögeln ist ein sehr aktuelles und brisantes Thema im Natur- und Artenschutz. Immer wieder werden Kadaver gefunden die nicht auf natürliche Weise ums Leben gekommen sind. Die Gründe für den Vogelmord sind dabei vielfältig, wobei die Jagd nach Trophäen die größte Bedeutung haben dürfte. Oft ist der Reiz nach einem präparierten Exemplar so groß, dass man gerne mal die Gesetze außer Acht lässt. Um dieser Angelegenheit nun einen Riegel vorzuschieben bzw. dagegen angehen zu können, bittet der Naturschutzbund (NABU e.V.) um eure Mithilfe. Solltet ihr Fallen oder eben Kadaver bemerken, so bittet euch der NABU um eine kurze Information auf seiner Seite. Natürlich vollkommen kostenfrei und anonym. Wie die Reaktion seitens Naturschutzbund zeigt, findet Wilderei keineswegs nur in fernen Ländern statt. Auch vor der eigenen Haustür hat man mit diesem Problem zu kämpfen. Wie so oft, ist auch hier eure Mithilfe von großer Bedeutung. Ich sage schon einmal Danke.

Galanthus nivalis- sie haben es geschafft

Wie jedes Jahr schaue ich auch 2015 wieder auf das Erwachen der Frühjahrsblüher. Besondere Aufmerksamkeit haben dabei die Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) verdient. Diese markieren für mich irgendwie das eigentliche Neujahr viel mehr, als es in die Luft geschossene Raketen und Böller jemals könnten. In den letzten Wochen habe ich immer wieder vom Wachstum dieser Pflanzen berichtet ( bspw. hier und hier) und nun folgt das Finale. Die Schneeglöckchen haben es auch dieses Jahr wieder geschafft und läuten den (gefühlten) Frühling ein. Jetzt dauert es nicht mehr lange und für den Naturschutz beginnt wieder die Freiluftsaison.  Wird ja auch langsam wieder Zeit.




[caption id="attachment_2718" align="aligncenter" width="646"]Galanthus nivalis Galanthus nivalis[/caption]

[caption id="attachment_2717" align="aligncenter" width="646"]Galanthus nivalis Galanthus nivalis[/caption]

[caption id="attachment_2715" align="aligncenter" width="646"]Galanthus nivalis Galanthus nivalis[/caption]

[caption id="attachment_2716" align="aligncenter" width="646"]Galanthus nivalis Galanthus nivalis[/caption]

Wölfe polarisieren-ungewollt

Seit ein paar Tagen führe ich in diversen Netzwerken eine, größtenteils, angenehme Diskussion über das Thema Wolf. Von Berufs wegen habe ich fast täglich mit Meister Isegrim zu tun und habe schon so manche Gesprächsrunde geführt oder entnervt aufgegeben.  Auf der einen Seite freue ich mich über jeden einzelnen Wolf der von selbst nach Deutschland zurückkehrt und hier wieder heimisch wird. Andererseits darf man den Wolf nicht mystifizieren und die Bedenken der Menschen außen vor lassen. Sei es aus Unwissenheit oder Angst vor Unbekannten, jeder hat seine Gründe den grauen Jäger zu mögen oder eben nicht. Mir ist durchaus bewusst, dass die Förderrichtlinien alles andere als einfach und unkompliziert sind. Das sind sie nämlich nicht. Meistens muss man in Vorleistung gehen und bekommt dann nur einen kleinen Teil der nötigen Schutzmaßnahmen gefördert. Alles verständlich. Nur sollte man zwei Sachen klar im Hinterkopf behalten: Der Wolf kam von alleine über die Neiße, daher entfällt jede Diskussion, ob wir ihn hier haben wollen oder nicht. Die zweite Sache ist die, der Wolf hat die Förderkriterien nicht gemacht. Er kann am wenigsten dafür, dass die Bürokratie ungeahnte Früchte treibt. Oft sind Weidetiere nicht oder unzureichend gesichert, stellenweise sogar angepflockt. Man kann von Nutztierhaltern verlangen, dass sie auf ihren Bestand aufpassen und diesen schützen. Vom Wolf verlangen wir, dass er sich an die heutige Zeit anpasst. Der Mensch sollte das gleiche machen. Zu guter Letzt möchte ich euch noch diesen wunderbaren Artikel von NightHawkGE ans Herz legen. Um es abschließend noch einmal klar zustellen, ich habe vollstes Verständnis für die Situation mancher Nutztierhalter, jedoch ist niemandem geholfen, wenn der Wolf als allesfressendes Ungetüm behandelt wird, ebenso sollte er verharmlost und verklärt werden. Beides wird ihm nicht gerecht. Er ist und bleibt ein Raubtier. Beide Seiten müssen Umgang miteinander erneut lernen.

Kloster Rheinau (CH) im Zeitraffer

Mal wieder ist der letzte Frame gerendert wurden und der Kamera-Shutter gönnt sich nun eine Pause. In den letzten beiden Tagen hat wieder ein neuer Timelapse den Weg an die Öffentlichkeit gefunden. Motiv diesmal: das Kloster von Rheinau samt Klosterkirche. Gespielt wurde bei dem Film mit Langzeitbelichtung und Filtern. So wurde bspw. das Wasser zu langsam dahinfließendes Silber. Aber nun halte ich den Mund und wünsche euch viel Spaß beim Anschauen.


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Baumriesen im Klostergarten

Wie im letzten Beitrag erwähnt, treibe ich mich mal wieder in Helvetien herum um ein paar Bilder zu schießen. Aber auch wenn man (offiziell) nicht im Dienst ist, so richtig raus aus meiner Haut als Naturfreund kann ich nicht. So halte ich auch im Urlaub stets die Augen offen. Fündig wurde ich gleich zweimal im Innenhof des Klosters Rheinau. Direkt an der Eingangspforte findet sich eine Baumscheibe einer rund 130 Jahre alten Silber-Pappel (Populus alba). Mit einem Durchmesser von 230 cm ist sie größer als ich und ließ mich staunen, dass Pappeln so ein hohes Alter erreichen können.




[caption id="attachment_2701" align="aligncenter" width="660"]Baumscheibe einer Silber-Pappel Baumscheibe einer Silber-Pappel[/caption]

Ein weiteres Highlight waren aber die Vertreter der Spezies Sequoiadendron giganteum. Mammutbäume. Gleich zwei dieser Baumriesen gaben sich im Innenhof die Ehre. Mit einem Umfang von ca. 8 Metern waren das die bisher größten Bäume die ich gesehen habe. Ihre Spitzen überragten die Türme des Klosters um Leider war es unmöglich diese Giganten komplett auf ein Bild zu bekommen, daher sind es zwei Einzelfotos geworden. Ich hoffe man erkennt trotzdem etwas.




[caption id="attachment_2702" align="aligncenter" width="660"]Sequoiadendron giganteum Sequoiadendron giganteum[/caption]

[caption id="attachment_2703" align="aligncenter" width="660"]Sequoiadendron giganteum Sequoiadendron giganteum[/caption]

Kloster Rheinau (CH)

Aktuell bin ich mal wieder in der Schweiz um ein paar Aufnahmen für einen neuen Zeitraffer zu tätigen. Objekt der Begierde ist dieses mal das Kloster Rheinau bei Schaffhausen im Kanton Zürich. Dankenswerter Weise spielte das Wetter mit und es war eine absolute Freude. Mittlerweile hat sich das Repertoire an Techniken ordentlich erweitert. Zeit also, es einmal in der Praxis zu erproben. Die folgenden Bilder zeigen einen Ausschnitt der angewandten Techniken und  Methoden. Ausprobiert wurden diverse Walklapse (ein bewegter Zeitraffer) und ein paar Fahrten mit dem Kamera-Dolly. Auch war Zeit für ein paar Spielereien mit der Belichtungszeit. Es ist schon klasse, was eine längere Verschlusszeit ausmachen kann.




[caption id="attachment_2689" align="aligncenter" width="660"]Kloster Rheinau-Langzeitbelichtung vom Ufer des Rhein Kloster Rheinau-Langzeitbelichtung vom Ufer des Rhein[/caption]

Ab einer Belichtungszeit von 3 Sekunden und mit einem ND-Graufilter wirkt Wasser nicht mehr wie Wasser, sondern eher wie flüssiges Silber. Positiver Nebeneffekt, Wasservögel verschwinden, solange sie sich bewegen.




[caption id="attachment_2690" align="alignnone" width="660"]Kloster Rheinau im Morgennebel Kloster Rheinau im Morgennebel[/caption]

[caption id="attachment_2691" align="alignnone" width="660"]Kloster Rheinau am Abend Kloster Rheinau am Abend[/caption]

Aber da bekanntlich die inneren Werte zählen, sind auch ein paar Aufnahmen im Inneren des ehemaligen Klosters entstanden. Bis vor wenigen Tagen wurde der Innenraum der Kirche komplett restauriert. Obwohl man noch Spuren der zurückliegenden Arbeiten erkennen kann, ist der Altarraum samt Kirchenschiff beeindruckend. Nun habe ich mit kirchlichen Dingen, abgesehen von einem historischen Interesse, nicht wirklich viel am Hit, jedoch konnte ich mir ein Staunen nicht verkneifen.




[caption id="attachment_2692" align="aligncenter" width="650"]Altar im Kloster Rheinau Altar im Kloster Rheinau[/caption]

Insgesamt dauerten die Aufnahmen zwei Tage und haben interessante Bekanntschaften und Gespräche ergeben. Ach ja, ein neuer Timelapse ist auch entstanden.

Biologische Vielfalt und mehr Naturschutz auf der didacta

Vom 24. bis 28. Februar findet dieses Jahr die Bildungsmesse didacta statt. In Hannover dreht sich  somit fünf Tage lang alles um das Thema Bildung. Ebenfalls vertreten ist das Bundesamt für Naturschutz (BfN). An dessen zwei Messeständen liegt der Fokus auf der Biologischen Vielfalt und um das Schulwandern. Im Rahmen dessen wird neues Material zum BfN-Projekt "Wandertag Biologische Vielfalt" vorgestellt werden, welches sich in erster Linie an die Kinder- und Jugendbildung richtet. In Kooperation mit dem Deutschen Wanderverband (DWV) und der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz möchte man mit Hilfe des Projektes Kindern und Jugendlichen die Bedeutung der Biologischen Vielfalt näherbringen.  Auf Schulwanderungen haben Kinder und Jugendliche dann die Möglichkeit ihre Umgebung genauer in Augenschein zu nehmen und diese hautnah zu erleben und zu erforschen. Gerade in unserer heutigen Zeit ist so ein Unternehmen wichtiger denn je. In all dem Glanz und Lifestyle der uns tagtäglich vorgegaukelt wird, werden alltägliche Dinge gerne vergessen und Kühe lila (via BfN).

Gerichtsstreit zwischen Bayer und BUND

Im Jahr 2014 veröffentlichte der Bund für Umwelt und Naturschutz  Deutschland (BUND) eine Broschüre mit dem Titel "Pestizidverkauf in Bau- und Gartenmärkten - BUND Einkaufscheck". Darin wurden Verbraucher über die Tatsache informiert, dass dem Kunden in Garten- und Baumärkten oft falsch über den Einsatz verschiedener Unkraut-  und Insektenbekämpfungsmittel informiert werden. Konkret wirf man der Bayer CropScience vor, in diversen Mitteln den Wirkstoff Thiacloprid zu verwenden. Dieser hat ausgesprochen negative Auswirkungen auf die Bienen in der Landwirtschaft. So soll es bspw. die Kommunikation, Navigation sowie das Pollensammeln beeinträchtigen. Verwerfliche Aktion von Bayer dabei: Auf zwei Produkten mit ebendiesem Inhaltstoff, kleben Etiketten mit dem Wortlaut "Schädlingsfrei" oder "nicht bienengefährlich". Laut BUND eine unerhörte Sauerei und eine bewusste Täuschung. Das lässt Bayer natürlich nicht auf sich sitzen und zieht den BUND nun vor Gericht. Nun wird am 23. Februar 2015 vor dem Düsseldorfer Landgericht in dem Fall verhandelt. Wer den Stein des Anstoßes noch nicht kennt, der sollte mal einen Blick hinein werfen. Gerade jetzt, im Vorfeld der neunen Gartensaison ist diese Broschüre sicher einen Blick wert.


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Unaufhaltsam kommt der Frühling

Nach dem sonnigen Wochenende dachte ich schon wir hätten es geschafft. In froher Erwartung holte ich schon die dünnen Klamotten aus dem Schrank und freute mich auf den Frühling. Bis heute. Am Morgen startete ich mit -3 Grad in den Tag und musste feststellen, dass die frostige Jahreszeit noch eine Weile andauern wird. Aber auch wenn es uns noch das ein oder andere mal frieren wird, der Frühling steckt im Detail.  Seit Wochen schaue ich jeden Tag bei meinen Schneeglöckchen vorbei und freue mich, wenn ich Fortschritte sehe. Und diese können sich sehen lassen. Verglichen mit Anfang Februar haben sie schon ordentlich zugelegt.  Sollten die warmen Tage noch einmal vorbeischauen und auch bleiben, so sollten sie in 1 bis zweit Wochen blühen. Ich freue mich darauf.




[caption id="attachment_2677" align="aligncenter" width="646"]Galanthus nivalis im Februar 2015 Galanthus nivalis im Februar 2015[/caption]

[caption id="attachment_2678" align="aligncenter" width="646"]Galanthus nivalis im Februar 2015 Galanthus nivalis im Februar 2015[/caption]

Von Stickstoff und Amphibien

Heute möchte ich euch zwei Lektüretipps an die Hand geben bzw. in den Blog. Den  Anfang macht das Umweltbundesamt mit einer Veröffentlichung zum Thema "Reaktiver Stickstoff in Deutschland". Stickstoff ist eine der grundlegendsten Voraussetzungen für Pflanzenwachstum. Allerdings gilt auch hier der Grundsatz: "Viel hilft nicht viel."  Gerade in der heutigen Zeit,  in der chemische Dünger eine weitreichende Rolle spielen, nicht nur in der Landwirtschaft, wird die Problematik mit  dem Stickstoff immer deutlicher. In dieser Veröffentlichung wird auf das Thema eingegangen und Ursachen sowie Folgen aufgezeigt.


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Die zweite Publikation stammt von amphibians.org und handelt, wie der Name vermuten lässt, von Amphibien. Diese sind, etwas überspitzt gesagt, die großen Verlierer unserer Zeit. Beispielsweise durch Straßenbau und ansteigender Flächenversiegelung werden Lebensräume zerschnitten bzw. voneinander getrennt oder gleich platt gemacht. In der unten verlinkten PDF wurden sechs Einzelhefte zusammengefügt, wer die einzelnen Beiträge haben möchte, der wird hier fündig. Behandelt werden in den Heften die am stärksten gefährdeten Amphibien der Welt, also nicht unbedingt nur auf Deutschland bezogen.


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Trödler-Glück

Leute die mich kennen wissen, dass ich ein leidenschaftlicher Trödler bin. Damit meine ich nicht das Nichteinhalten von Terminen, sondern das Besuchen von Flohmärkten. Schon oft habe ich in dem "Gerümpel" etwas nützliches gefunden. Auch heute schaute ich mal wieder auf so einem Flohmarkt vorbei. Durch die recht kalten Temperaturen war das Feld der Standbetreiber sehr ausgedünnt. Dennoch wurde ich zügig fündig. In einem Stapel aus alten Büchern erspähte ich diese beiden Schätze, die umgehend einen Platz in meiner Bibliothek erhalten sollten.



Obwohl ich schon unzählige solcher Bücher habe und diese auch mittlerweile hoffnungslos veraltet sind was die wissenschaftlichen Namen angeht, so findet man immer noch etwas Unbekanntes in diesen Schmökern. Besonders erwähnenswert sind die detailreichen Abbildungen. In dieser Buchreihe aus der DDR werden diverse Themen des Alltags und der Wissenschaft in leicht verständlicher Sprache erklärt und beschrieben. Ideal für Neulinge in Sachen Naturschutz oder die jüngeren Semester unter uns. Für nicht einmal 4 Euro habe ich also zwei schöne Ergänzungen für mein Bücherregal ergattert. Bin gespannt, was mir auf dem nächsten Flohmarkt in die Hände fällt.

Das Geschäft mit dem Saatgut

Saatgut. Eine in unserer Zeit wertvolle Ressource ist derzeit stark umkämpft und hat 2014 für ordentlich Aufsehen gesorgt. Im Frühjahr des Vorjahres ging eine Zahl wie ein Paukenschlag durch die Medien. Agrar- und Umweltverbände sahen ihre Befürchtungen bestätigt. Eine Studie der EU, von den Grünen in Auftrag gegeben, förderte eine unglaubliche Zahl zutage. 95% des in Europa verkauften Gemüse-Saatgutes werden von nur 5 Firmen gestellt. Allein auf Monsanto fallen 24% Marktanteil. Die Krux dabei, hier regiert Monsanto nicht immer unter klarer Flagge. Die niederländische Firma De Ruiter bspw. wurde 2008 vom Saatgut-Monopolisten aufgekauft. Schaut man sich andere Bereiche der Saatgut-Industrie an, so sieht es nicht besser aus. Bei Mai stellen die fünf größten Firmen 75% und bei Zuckerrüben sind es sogar nur vier Konzerne die 86% Marktanteil haben. Der Verbraucher bekommt davon freilich wenig bis nichts mit. nach wie vor steht auf den Beuteln und Tütchen im Garten- oder Supermarkt das altbekannte Logo. In der Branche ist es ein offenes Geheimnis, dass sich so mancher Biobauer auch bei De Ruiter eindeckt. Ein großes Problem welches mit so einer Marktmacht daher kommt ist die Züchtung der Samen. Diese Aufgabe obliegt immer weniger Firmen, diese können also  schalten und walten wie sie wollen. Mittlerweile sind wir an einem Punkt angelangt, an dem die konventionelle Landwirtschaft sogar den Biolandbau beeinflusst und das ist ja so gar nicht im Sinne des Erfinders.


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Ganz Sachsen ist nun Wolfsgebiet

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr. Der Wolf ist auf dem Vormarsch und entdeckt Deutschland und Europa erneut als Lebensraum. Durch seine ausgeprägte Anpassungsfähigkeit wird er sich auch in urbanen und besiedelten Bereichen heimisch fühlen. Anfänglich nur in der sächsischen Lausitz beheimatet, zieht er mittlerweile seine Spuren durch den gesamten Freistaat und darüber hinaus. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis er Kontakt zum Menschen hat. Um genau für solche Fälle gewappnet zu sein, gibt es im Freistaat ein Managementkonzept für Meister Isegrim. Das Umweltministerium fördert deshalb in ganz Sachsen Schutzmaßnahmen für Nutztiere. Tierhalter können sich auf diesem Wege Elektrozäune, Herdenschutzhunde und "Unterwühlschutz" fördern lassen. Sind diese Maßnahmen erfüllt, so steht im Ernstfall einem Schadensausgleich nichts im Wege. Dass nun ganz Sachsen als Wolfsgebiet eingestuft wird ist neu, bisher galt nur die Osthälfte als förderfähiges Gebiet. Diesen Bereich nun auszudehnen ist ein Schritt, der schon lange notwendig war. Ebenfalls wurde der Fördersatz von ehemals 60% auf nun 80% angehoben. Die Heinz-Sielmann-Stiftung übernimmt für einen Zeitraum von 2 Jahren die restlichen 20%. Aktuellen Zahlen zufolge lebten im Jahr 2014 zehn Rudel und zwei Paare, welche aktuell Nachwuchs haben im Freistaat. Hingegen seien zwei Rudel nicht mehr nachweisbar. Pro Rudel leben etwa fünf bis zehn Tiere, kein Vergleich also zu den kanadischen oder nordamerikanischen Wölfen, die gerne als (negatives) Beispiel herangezogen werden. Deutschlandweit ist der Wolf momentan mit 25 Rudeln und acht welpenlosen Paaren vertreten. Nun soll man aber die Augen nicht verschließen und sich nichts vormachen. Sind die Bedingungen für den Wolf günstig und genug Lebensraum vorhanden, so werden diese Zahlen noch steigen. Allerdings halte ich die Aussage von Heinz Baacke, Vizepräsident des sächsischen Jagdverbandes, dass 2024 bis zu 1200 Rudel in Deutschland leben, für sehr gewagt. Mit steigender Anzahl der Population werden auch die verfügbaren Ressourcen knapper und das wirkt sich abschwächend auf das generelle Wachstum aus. Eine weitere Rechnung hat das Bundesamt für Naturschutz erstellt, und gesteht einem Rudel ca. 250 Quadratkilometer zu. Also bietet Deutschland Platz für 440 Rudel. Aber egal in welche Richtung die Zahlen auch gehen, den Wolf zu verteufeln oder zu mystifizieren bringt ihm nichts. Beides wird ihm nicht gerecht. Er ist und bleibt ein Raubtier und wir Menschen müssen (kompromiss-)bereit sein mit ihm zu leben. Von ihm verlangen wir es ja auch (Quelle: Freie Presse).

Auen und Gewässer

Flüsse sind mehr als dahin fließendes Wasser. Zumindest nicht, wenn man genauer hinschaut. Funktionsfähige Auen und Fließgewässer bieten meist eine wahre Vielfalt an Artenreichtum. Flora und Fauna geben sich hier in einer Dichte die Klinke in die Hand, die ihresgleichen sucht. Eine vom Bundesamt für Naturschutz in Auftrag gegebene Studie (durchgeführt von der Uni Greifswald) hat sich jetzt dieser Thematik angenommen und die immense Bedeutung für Mensch und Gesellschaft von Auen und Fließgewässern beleuchtet.  Allen voran sind die Auen zu nennen. Auf natürlichem Wege bieten sie einen erstklassigen Hochwasserschutz, den keine menschliche Ingenieurskunst toppen kann. Im Kampf gegen Klimawandel und steigende Treibhausgase verrichten naturnahe Gewässer einen wertvollen Dienst. Sie halten Nährstoffe aus der Landwirtschaft zurück und verbessern die Wasserqualität. Ebenfalls ein wichtiger Trumpf im Kampf gegen den Klimawandel sind Moore und moorreiche Flussniederungen. Auch hier werden Treibhausgase gebunden. Bringt man noch den monetären Wert der Erholung ins Spiel, so schlägt die Bilanz ganz klar in Richtung Natur- und Gewässerschutz aus. Dies sind nur ein paar Gründe für die Wichtigkeit eines umfassenden Gewässerschutzes. Daher ist es mir völlig unbegreiflich, wieso die Ergebnisse der Wasserrahmenrichtlinie so desaströs ausfallen (werden). Gerade Gewässer sollten aufgrund ihrer Bedeutung in Zukunft einen größeren Schwerpunkt in Sachen Renaturierung erhalten. Wie gewohnt gibt es die Studie zum Lesen hier ganz bequem im Blog.


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Pinguine zählen für den Artenschutz

Ob es nun das alljährliche Birdwatch des NABU oder das Kartieren von Neophyten für KORINA ist, immer wieder wird im Natur- und Artenschutz die Hilfe von engagierten Laien und Interessierten in Anspruch genommen. Durch die Mithilfe von solch bereitwilligen Helfern wurden schon eine stattliche Anzahl an Daten in den verschiedensten Bereichen gesammelt. Aktuelles Großprojekt ist das Penguin Life Projekt. Dieses ambitionierte Unterfangen hat sich nichts Geringeres als ein lückenloses Monitoringsystem für verschiedene Pinguinarten im Südpolarmeer sowie auf der Antarktischen Halbinsel zum Ziel gesetzt. Pinguine sind eine der verlässlichsten Indikatoren für das Funktionieren ihres Lebensraumes bzw. Ökosystems. Und dieses zeigt bevorstehende Veränderungen. Für das Projekt wurden vor drei Jahren an unterschiedlichen Orten 50 Kamera aufgebaut, welche bisher hunderttausende Bilder geschossen haben, immer die Pinguin-Kolonien im Fokus. Jetzt geht es an die Auswertung dieser Daten und da kommt ihr ins Spiel. Auf der (in englisch gehaltenen) Website lassen sich per Mausklick Pinguine auswerten. Logischerweise muss man hier nicht tausende Bilder auf einmal auswerten (man kann aber, wenn man möchte), vielmehr geht es um eine Verteilung auf viele User. Selbst wenn jeder nur ein Bild pro Tag oder Woche bearbeitet, wird etwas zum Gelingen des Projektes beigetragen. Wer also gleich starten möchte, der kann hier direkt loslegen.

Artenvielfalt in Deutschland weiterhin rückläufig

Am 4. Februar wurde der aktuelle Indikatorenbericht zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt veröffentlicht. Diese als Fortschrittsbericht geplante Veröffentlichung sollte eigentlich mit positiven Zahlen aufwarten. Jedoch offenbart er einen weiter anhaltenden Abwärtstrend der Artenvielfalt.  Besonders kritisiert wird die mangelnde Umsetzung und Finanzierung der EU-geforderten Natura 2000 Gebiete. Durch Natura 2000 soll ein flächendeckendes Netz an Schutzgebieten über die Grenzen der Mitgliedsstaaten hinweg entstehen. Allerdings sind die Errungenschaften dahingehend marginal. So meint der WWF bspw. auf seiner Homepage, dass es eine Aufstockung von 15 Millionen Euro auf 30 Millionen Euro für das "Bundesprogramm Biologische Vielfalt" geben müsse, um die verbleibenden Hotspots der Biodiversität sowie die damit verbundenen Ökosystemdienstleistungen zu sichern. Aber auch die Landwirtschaft wird (wieder einmal) abgemahnt. Die voranschreitende Industrialisierung verursacht einen sehr schnell fortschreitenden Verlust der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Diverse Umweltverbände in Deutschland, darunter WWF und BUND, fordern auch einen solchen Indikatorbericht für die Meere, denn diese werden im aktuellen Bericht nicht beachtet. Angesichts der völligen Überfischung ein Umstand, der schleunigst geändert werden muss. Angesichts der Thematik kommt wieder mal das alte Problem des Naturschutzes zutage. Er stellt nichts her, was man am Monatsende in Zahlen fassen kann. Zumindest nicht direkt. Die Vertreter unserer Branche schaffen Landschaft und sorgen für ein Funktionieren der Ökosysteme. Der Naturschutz braucht eben etwas länger, aber wenn man sich endlich mal darauf einlassen würde, die Naturdienstleistungen in die Bilanzen mit einfließen zu lassen, würde es ganz anders aussehen. Den aktuellen Bericht findet ihr hier im Blog eingebunden, den aus dem Jahre 2010 könnt ihr hier anschauen.


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Nachholbedarf bei Neophyten

"Nur keine Panik!", so titelt eine der größten Schweizer Tageszeitungen am 30. Januar 2015 auf ihrer Website. Der Tagesanzeiger nimmt sich in einem fast zweiseitigem Artikel der Problematik an. Über Neophyten (nach 1492 in Dtl. eingebrachte Pflanzen) wurde hier im Blog schon das ein oder andere Mal geschrieben und dennoch werde ich nicht müde auf diese Problematik hinzudeuten.  In dem Artikel wird das Problem der Neubürger, wie Neophyten auf deutsch genannt werden, geradezu lapidar behandelt. Es wird in einer Art und Weise abgetan die fast schon grotesk ist. So gibt der Autor den Hinweis, man solle doch einfach abwarten was passiert und nicht gleich zu drastischen Mitteln greifen. Leider verpasst er aber in dem Artikel fachkundige zu Wort kommen zu lassen sowie die Tatsache, dass invasive Neophyten, nach Landverlust, die Hauptursache für den Rückgang der Artenvielfalt sind.  Nicht erst seit gestern wissen wir, dass Zusatzkosten in Millionenhöhe durch die immer weiter steigende Anzahl an nicht heimischen Pflanzen entstehen. Viel dramatischer sind aber die ökosystemaren Folgen. Mitunter vergehen bis zu 150 Jahre bis eine Pflanze ihr invasives Potential entfaltet. Aus heutiger Sicht können wir das gesamte Ausmaß nicht einmal ansatzweise abschätzen.




[caption id="attachment_2632" align="aligncenter" width="660"]Impatiens gandulifera_blog Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)[/caption]


Die bekanntesten Vertreter der Problem-Neophyten sind ebenfalls aus Unwissenheit in die Landschaft getragen wurden. Drüsiges Springkraut, Riesen-Bärenklau, Rot-Esche oder Kanadische Goldrute sind  nur vier Exemplare die den Naturschutz (und mittlerweile die Gesundheitsbranche) vor Herausforderungen stellen. Jetzt ist es aber nicht so, dass alle Neophyten schlimm sind. Von allen  eingebrachten Neubürgern sind zehn Prozent invasiv und davon etablieren sich ebenfalls nur zehn Prozent. Doch leider reicht dieses Zehntel aus um hier mächtig Wirbel zu machen. Beispiel gefällig? Das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) besiedelt bevorzugt Uferränder und nimmt in etwa die Funktion der heimischen Brennnessel ein. Mit seinen nektarreichen Blüten ist es ein Fest für Bestäuber. Nur werden diese in Folge dessen von anderen Pflanzen abgezogen und bestäuben nur noch das Springkraut. In Kombination mit dessen hohen Samendruck ist es für die Pflanze ein leichtes andere Arten des Lebensraumes zu verdrängen. Markantes Beispiel dafür ist die Elbe bei Bad Schandau in Sachsen. Vor ca. 25 Jahren waren die Elbufer noch mitteleuropäisch grün, heute sind sie Springkraut-Rosa. Einzigst mit dem Schlusswort des Artikels stimme ich überein, obwohl der Mensch ein Neozon ist (Zum Artikel)

Es geht wieder los.

Auf dem Papier ist der Frühling noch etwas fern, aber schaut man in die Praxis so sieht es anders aus. Begünstigt durch die warmen Tage (zumindest im Salzlandkreis) ist die Vegetation schon ein ganzes Stück weiter als sie es eigentlich sein sollte. Den Anfang machen, üblicherweise, die Frühblüher. Allen voran das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), welches passend zum Imbolc-Fest in den Startlöchern steht. Sollten die Temperaturen so mild bleiben und wir von spontanen Schneefällen verschont bleiben, so steht uns ein bunter Februar bevor.




[caption id="attachment_2612" align="aligncenter" width="660"]Galanthus nivalis (LSA) Galanthus nivalis (LSA)[/caption]

[caption id="attachment_2613" align="aligncenter" width="660"]Galanthus nivalis (LSA) Blütenkopf Galanthus nivalis (LSA), Blütenkopf[/caption]

[caption id="attachment_2615" align="aligncenter" width="660"]Galanthus nivalis (LSA) Blütenkopf Galanthus nivalis (LSA), Blütenkopf[/caption]

Schaut man sich das dritte Bild genauer an, so sind unschwer die noch zusammen gerollten Blütenblätter zu erkennen, welche dem Schneeglöckchen seine unverwechselbare Form geben. Ich persönlich kann es kaum erwarten. Obwohl mir der Winter gefällt, ist es doch schöner, wenn es wieder bunter wird.

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