Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Turmfalken ganz nah und in Farbe

Jeder von euch kennt sie oder hat sie unbewusst schon einmal gesehen. Turmfalken. Grazil fliegen sie über Felder und Wiesen, Wälder und Städte. Städte? Hat der sich jetzt verschrieben? Mitnichten, denn in einer vom Menschen überprägten Zeit bleibt den Tieren meist gar nichts anderes übrig, als sich anzupassen. Und seien wir mal ehrlich, dem Turm- oder Wanderfalken ist es herzlich egal wo er brütet. Hauptsache es hat einen höhlenartigen Charakter und es gibt Nahrung. Immer häufiger werden daher Ruinen von Häusern, Kirchtürmen und verfallenen Fabrikanlagen genutzt. Aktuell ist mir ein Projekt der Stadt Zürich ins Auge gefallen. In der heimlichen Hauptstadt der Schweiz brütet ein Turmfalkenpärchen in einem Turm mitten in der Stadt. Dokumentiert wird das Ganze mit einer Webcam, welche Bilder in Echtzeit überträgt. Erst gestern sind die Jungen geschlüpft. Aktuell sind nur vier oder fünf kleine Federknäule zu erkennen, aber das wird sich in den nächsten Tagen ändern. Zur Homepage des Projektes gelangt ihr hier (Grün Stadt Zürich) und der direkte Link ins Studio zur Webcam ist dieser hier. Natürlich gehen auch die Falken im Social Media-Zeitalter mit der Zeit und haben eine eigene Facebook-Seite.

Iris sibirica gibt sich die Ehre

Stromert man durch die Landschaft, so kann man hin und wieder ein paar richtige Pflanzenschätze entdecken. Erst neulich stellte ich hier im Blog die Echte Mondraute vor, heute dann eine weitere Art, die es aktuell nicht gerade leicht hat. Aufgrund fehldender oder falscher Nutzung von Wiesen (sie trägt auch den Namen Wiesen-Schwertlillie) ist sie weitgehend aus der Kulturlandschaft verschwunden. Dieser Umstand führte auch zu ihrem gesetzlichen Schutz in Deutschland (Schutz nach BNatSchG und BArtSchV).




[caption id="attachment_3030" align="aligncenter" width="660"]Iris sibirica Iris sibirica[/caption]

Bei dieser Art Lilie handelt es sich um eine ausdauernde Pflanze, welche eine Wuchshöhe von bis zu 120 Zentimetern erreichen kann. Als Überdauerungsorgan kommt hier ein Rhizom zum Einsatz, welches nach der Blüte mit abgestorbenen Blättern überlagert wird. Da es in der Natur der Rhizome liegt, sich zu verbreitern, kann die Sibirische Schwertlilie Horste von ansehnlicher Größe bilden. Die aufrechten und bis zu dreifach verzweigten Stängel sind unbehaart und innen hohl. Die Blütenstände bestehen aus zwei bis fünf Blütenblättern, wobei die beiden Hochblätter zur Blütezeit braun gefärbt sind und Ähnlichkeiten mit Papier haben.

[caption id="attachment_3031" align="aligncenter" width="660"]Iris sibirica Iris sibirica[/caption]

 Am eindrucksvollsten ist allerdings der Blütenkopf. Wie bei vielen anderen Lilien ist dieser hier eine wahre Augenweide. Die Blütenstiele sind um die 4-15 Zentimeter lang und am Ende sitzen geruchslose, zwittrige Blüten. Die Hängeblätter sind bei dieser Art blau bis blauviolett gefäbrt und erreichen eine Länge von bis zu 6 Zentimertern. bestäubt wird diese, von Mai bis Juni blühende Art von größeren Insekten.




[caption id="attachment_3032" align="aligncenter" width="660"]Iris sibirica Iris sibirica[/caption]

Die Echte Mondraute in ihrer Entwicklung

*UPDATE 04.Juli 2015* am Ende des ursprünglichen Beitrages ist etwas ergänzt bzw. neu geschrieben wurden.


*UPDATE 15.Juni 2015* am Ende des ursprünglichen Beitrages ist etwas ergänzt bzw. neu geschrieben wurden.


Die wahren Schätze in der Natur findet man erst bei wiederholtem Hinsehen. So verhält es sich auch mit der Echten Mondraute (Botrychium lunaria). Diese Rote Liste 3-Art ist eine von der unscheinbaren Sorte. Wie der Name schon vermuten lässt, gehört sie zu der Familie der Rautenfarne und wurde aufgrund ihrer mondförmigen Blattfiedern so benannt. Zerlegt man den wissenschaftlichen Namen, so steht Botrychium (griechisch: botrychion) für die rispenartig angeordneten Sporangien.  Den Artname lunaria kann man sich allerdings leicht selbst erklären. Ich habe mir mal die Entwicklung dieser seltenen Pflanze angeschaut und diese mit der Kamera festgehalten.




[caption id="attachment_3022" align="aligncenter" width="646"]Botrychium lunaria am 23. April 2015 Botrychium lunaria am 23. April 2015[/caption]

Die Echte Mondraute kann eine Größe von bis zu 30 cm erreichen und hat einen in zwei Abschnitte eingeteilten Farnwedel. Dieser gliedert sich in einen unfruchtbaren und einem mit Sporangien bestückten Bereich. Von Interesse ist der unfruchtbare Blattabschnitt. Dieser hat anfänglich keinerlei Ähnlichkeiten mit einem Farnblatt und lässt sich nur wenige Wochen im Jahr blicken.




[caption id="attachment_3023" align="aligncenter" width="646"]Botrychium lunaria am 27.April 2015 Botrychium lunaria am 27.April 2015[/caption]

Der unfruchtbare, saftig grüne Blattabschnitt entspringt scheinbar aus der Mitte der Pflanze und ist kahl. Er ist es auch, der der Pflanze zu ihren 30 cm Höhe verhilft. Die Spreite des sterilen Blattabschnittes ist gefiedert und zu Beginn noch um die Pflanze geschlungen.  Auf den oberen beiden Bildern umschließt sie den "Stiel" der Pflanze fast vollständig.  Noch ganz klein und unbedeutsam sehen in diesem Stadium der Entwicklung die Sporangien aus. In den Sporangien werden später die, zur Vermehrung wichtigen, Sporen gebildet.




[caption id="attachment_3024" align="aligncenter" width="646"]Botrychium lunaria am 26.Mai 2015 Botrychium lunaria am 26.Mai 2015[/caption]

Entfaltet sich die Blattspreite im Laufe der Entwicklung, wird auch deutlich, wieso diese Pflanze den Namen Echte  Mondraute trägt. Diese auf nährstoffarmen Böden anzutreffende Art hat ihr Verbreitungsgebiet in Europa, Asien und Nordamerika. Ihre Amplitude reicht von Tiefland bis in die montanen Regionen der jeweiligen Gebirge.  Hier in Mitteleuropa hat die Mondraute jedoch den schwersten Stand. Hier beschränkt sie sich auf Sandheiden, Magerrasen oder sandigen Wegrändern. Speziell in Deutschland ist sie sehr selten und daher nach allen Regeln der Kunst (BArtSchV) geschützt. Wie Eingangs erwähnt, findet man sie auch in der Roten Liste der gefährdeten pflanzen Deutschlands, da ihr Bestände zurückgehen. Gründe dafür sind unter anderem steigende Eutrophierung von Böden sowie die Zerstörung von kleinräumigen Sonderstandorten und die Aufgabe der Heidenutzung durch den Menschen.




[caption id="attachment_3025" align="aligncenter" width="646"]Botrychium lunaria am 26.Mai 2015 Botrychium lunaria am 26.Mai 2015[/caption]

Die Entwicklung der Echten Mondraute ist für dieses Jahr noch nicht abgeschlossen. Die hier abgebildete hat eine aktuelle Größe von ca. 7 cm. Daher werde ich in den nächsten Tagen immer mal wieder mit der Kamera ihren Fortschritt dokumentieren diesen Artikel entsprechend aktuell halten.


*UPDATE 15.Juni 2015*


Nach mehr als 14 Tagen, fast schon drei Wochen, war ich mal wieder auf Stippvisite bei der Echten Mondraute. Bedingt durch den sehr exponierten Standort und  dem wenigen Niederschlag in letzter Zeit, geht die Entwicklung sehr langsam voran und ich bezweifle inzwischen, dass sich diese Pflanze zu ihrer vollen Größe entwickeln wird. Hier aber nun ein aktuelles Bild. Für alle die sich ob der geringen Größe im Vergleich zu den letzten Bildern wundern, ihr habt Recht. Die ursprüngliche Pflanze hat es wahrscheinlich nicht geschafft bzw. war nicht mehr aufzufinden. Ich hoffe allerdings die Fotodokumentation mit dieser hier fortführen zu können. Leider sieht dieses Exemplar auch sehr nach Verdursten aus. Mal schauen wie es sich entwickelt.


Botrychium lunaria am 15.06.2015

*UPDATE 04.Juli 2015*

Durch den heutigen Besuch wurde Gewissheit, was letztens nur eine Vermutung war. So ziemlich alle Mondrauten haben sich der Hitze geschlagen geben müssen. Einerseits war es auf diesem doch schon sehr exponierten und trockenen Standort zu erwarten, andererseits kenne ich auch Jahrgänge, in denen die Pflanzend eutlich größer waren.

[caption id="attachment_3083" align="aligncenter" width="646"]Botrychium lunaria am 04. Juli 2015 Botrychium lunaria am 04. Juli 2015[/caption]

 Dies ist nach nun erneut 14 Tagen das Resultat. Hier hat sich im Vergleich zum 15. Juni nichts mehr getan. Leider ist dies kein erhoffter Verlauf für mein Projekt aber auch das gehört zur Natur. Schaut man sich die Wettervorhersagen für die nächsten Tage an, so ist auch kein Regen in Sicht aber der wird dringend gebraucht.

Bericht zur Lage der Natur in Europa und Bericht zum dt. Artenschutz

Ficaria vernaHin und wieder stehen im Naturschutz Bestandsaufnahmen an. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen werden diese dann auch kommuniziert und veröffentlicht. Heute ist es mal wieder soweit. Heute geht der Status of nature in the EU-Report online. Er trägt die Nummer 2/2015 und liest sich wie folgt:


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Nach einem ersten Durchlesen fällt auf, dass die Europäische Union sowie Deutschland noch sehr weit von ihrem selbstgestecktem Ziel, den Artenschwund bis 2020 zu stoppen, entfernt sind. Obendrein soll der negative Trend umgekehrt werden, das ist jedoch nur möglich, wenn sich in der Gesetzgebung grundsätzlich etwas ändert. Im Angesicht des Offensichtlichen verwundert es mich umso mehr, dass aktuell Möglichkeiten zur Schwächung unserer Naturschutzgesetze gesucht werden. Weiß da die rechte Hand nicht was die linke macht oder ist der Naturschutz nur als "modischer" Marketinggag interessant?


Im Laufe des Tages, sofern sich nichts ändert, werden weitere Berichte veröffentlicht. Natürlich werden auch diese hier als Update zu finden sein.


*Update 20. Mai 2015; 14:21 Uhr*


Nun hat auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) gleichgezogen und seinen Artenschutzbericht 2015 vorgelegt. Schaut man sich diesen an, so fällt eine deutliche negative Zahl ins Auge. Rund 30% der heimischen Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet. Tendenz steigend. Klar, es gibt auch erstarkende Tierarten wie Biber, Wolf und Luchs, jedoch sind diese Zahlen alles andere als gut und sollten uns langsam aber sicher aufhorchen lassen.


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#NatureAlert oder wie die EU dem Naturschutz schaden will

[caption id="attachment_3004" align="alignleft" width="300"]Schwarzer See im Böhmerwald (CZ) Schwarzer See im Böhmerwald (CZ)[/caption]

*Update 21. Juli 2015* Die öffentliche EU-weite Umfrage zum Schutz von Natur und Naturschutzgebieten geht in die finale Runde. Nur noch bis 24. Juli kann für die Natura 2000-Richtlinien gestimmt werden. Die EU unterzieht aktuell die Naturschutzrichtlinien einem Fitnesscheck und möchte diese "unbürokratischer" und "moderner" gestalten. Mit anderen Worten heißt das, es der Lobby einfacher machen den Naturschutz auszuhebeln. Zusammen mit dem kommenden TTIP eine drohende und ernste Gefahr. Viele Naturschutzorganisationen befürchten ein Aufweichen der Gesetze. Solltet ihr also bisher noch nicht eure Stimme abgegeben haben, so holt dies bitte nach.



*Originalbeitrag* Schaue ich die Tage in meine Twitter-Timeline so wird diese von einem einzigen Schlagwort dominiert: Nature Alert.  Auch in Newslettern mit naturschutzfachlichem Inhalt stolpert man über diesen Ausdruck. Was es damit auf sich hat? Nun ja, um es mit den Worten einer meiner Lieblingsbands zu sagen: " I see a bad moon rising....".


Unsere Natur ist dankenswerter Weise  durch eine Vielzahl von Gesetzen geschützt. Auf oberster Ebene gilt das Gesetz der Europäischen Union, dann kommt das Bundesgesetz der BRD und diesem folgen die jeweiligen Gesetz der Bundesländer, welche dann konkret und individuell den Naturschutz gestalten (Bundesrecht gleich Rahmenrecht). Da aber der Naturschutz manch anderer Lobby im Wege steht, prüft die EU-Kommission aktuell die entsprechenden Naturschutzgesetze auszuhöhlen bzw. zu schwächen. Damit könnten jahrelange Fortschritte zerstört werden, was überaus negative Ausmaße für den Erhalt und Schutz der ohnehin schon sehr angeschlagenen Biodiversität zur Folge haben könnte. In einer Umfrage ist die EU-Kommission nun an eurer Meinung zur Natur interessiert und somit habt ihr da draußen ein nicht unerhebliches Mitspracherecht. Um euch an der Umfrage beteiligen zu können, habt ihr zwei alternative Möglichkeiten:

a) dauert 2 Minuten:geht bitte auf naturealert.eu, tragt Namen, Land und E-Mail-Adresse ein und klickt auf "Los geht's". Damit habt Ihr die 31 EU-Fragen im Sinne der Naturschutzverbände ausgefüllt. Diese könnt Ihr auf dieser website auch einsehen.

b) dauert 15 Minuten und ist vor allem für Naturschutzexperten und Praktiker ratsam: ihr füllt den Fragebogen der EU direkt aus und gebt am Ende noch ein persönliches Statement ab. Hierfür könnt Ihr diese Vorlage benutzen (DOWNLOAD PDF Anhang I). Wichtig ist dabei, Euch in Frage 2 mindestens als "ziemlich vertraut" mit allen drei Aspekten anzugeben - sonst erscheint die zweite Hälfte der Fragen nicht!

 In jedem Fall eine große Bitte:

Wenn Ihr mehr wissen wollt: auf der Seite http://www.eu-koordination.de/meine-eu-rechte/2-klick-aktion gibt es unten zum Download die politischen Standpunkte und ein Hintergrundpapier der Naturschutzverbände.

Also liebe Leser, ihr kennt eure Aufgabe. Hier noch einmal die Links zur Kampagnen-Website zu Nature Alert sowie zur Umfrage der Europäischen Kommission.

[caption id="attachment_3006" align="aligncenter" width="646"] Soldanella alpina; aufgenommen im Böhmerwald.[/caption]

Wie sauber ist das Internet?

Mit dem steigenden Grad an Technisierung wächst auch der Bedarf an Rohstoffen. Konstruktion und Betrieb der mehr oder weniger sinnvollen Gadgets fordern ihren Tribut. Einer der wichtigsten Rohstoffe dürfte in unserer Zeit wohl Energie sein. Nirgends in der Geschichte der Menschheit war der Bedarf an Strom so hoch wie heute.  Ohne Frage, die meisten Geräte sind sparsamer als ihre Vorgänger aus den letzten Jahrzehnten, jedoch ist es die schiere Menge, die hier Probleme bereitet. Seit einiger Zeit ist man auf den Zug der erneuerbaren Energien aufgesprungen und das ist auch gut so. Jedoch werden, gerade von Windkraftanlagen, die ökosystemaren Folgen bzw. Auswirkungen vernachlässigt. Green Peace hat sich dazu mal ein paar Firmen vorgeknöpft und ihre Energiequellen unter die Lupe genommen. Herausgekommen ist der Click Clean Report 2015. Bewertet wurde u.a. Art der Energieversorgung des Unternehmens. Hierbei  schlüsselt man in "Saubere Energien", "Gas", "Kohle/fossile Brennstoffe" und "Kernkraft ". Die Ergebnisse sind dabei ganz unterschiedlich. Den absoluten Spitzenplatz sahnt in diesem Ranking ein Unternehmen aus Cupertino ab. Apples Bedarf wird ausschließlich mit nachhaltigen Energien gedeckt. Die Plätze 2 und 3 fallen auf Facebook und Google. Microsoft gibt sich zwar in letzter Zeit Mühe wieder cool zu werden, landet aber nur im Mittelfeld.




[caption id="attachment_2995" align="aligncenter" width="660"]Quelle: Green Peace Quelle: Green Peace[/caption]

Wie es bei den Zulieferern aussieht ist aber eine andere Geschichte. Auch gebe ich zu bedenken, dass Apples Ambitionen nicht ohne Skepsis zu werten sind. Zwar haben sie heroisch erklärt, man wolle den Klimawandel stoppen, jedoch verbauen sie weiterhin feste Akkus in all ihren Geräten und weil Apple das macht muss es cool sein, denn viele Hersteller haben gleichgezogen. So vermeidet man keinen Müll und schon auch keine Ressourcen.  Wer den Report in seiner ganzen Pracht lesen möchte, der scrollt einfach weiter runter oder klickt hier für die Webversion oder hier für die PDF (Quelle: Green Peace).

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Neues Artenschutzprojekt vom WWF nimmt Fahrt auf

GetreideEs ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, der Artenvielalt der heutigen Zeit geht es alles andere als gut. Mittlerweile ist sie genauso ein "Flagship" im Naturschutz wie der Klimawandel. Unsere aktuelle Nutzungsweisen von natürlichen Lebensräumen sowie der generelle Umgang mit natürlichen Ressourcen setzen ihr mächtig zu. Tattäglich werden ca. 90 ha Fläche versiegelt, der damit einhergehende Verlust an Lebensräumen ist eine Gefahr mit bisher unüberschaubaren ökosystemaren Folgen. Anpflanzungen von Raps oder anderen Monokulturen stellen für Feldlerche, Rotmilan und Co eine ernstzunehmende Bedrohung dar. In diesen dichten Beständen finden sie keine Nahrung bzw. keinen Lebensraum. Falls Greifvögel dennoch aus Zufall eine Maus in diesem dichten Gewirr erspähen sollten, kommen sie nicht wieder in die Lüfte.  Genau aus diesem Grunde ist es wichtig, dass man sich dieser Problematik annimmt.  Ein ebensolches Projekt hat heute der WWF in Kooperation mit dem Biopark "Landwirtschaft für Artenvielfalt" der Öffentlichkeit vorgestellt. Prominente Unterstützung erhält das Vorhaben dabei vom Land Mecklenburg-Vorpommern sowie der Einzelhandelskette EDEKA.  Im Rahmen des Projektes soll in landwirtschaftlich geprägten Bereichen die Artenvielfalt von wildlebenden Tieren und Pflanzen deutlich erhöht und dem negativen Entwicklungstrend Einhalt geboten werden. Der neu entwickelte Naturschutzstandard ist eine Zusatzqualifikation (ähnlich den Freiwilligen Naturschutzleistungen) für ökologisch wirtschaftender Betriebe zur Förderung der Artenvielfalt. Laut aktuellen Zahlen sind 40 Betriebe des Anbauverbandes Biopark, mit Sitz in Meck-Pomm, mit einer Fläche von 25000 ha mit an Bord und beteiligen sich an der Unternehmung.


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Passend zur Thematik hat der WWF eine Publikation herausgebracht, die unbedingt zu empfehlen ist, denn letzten Endes hat hier der Verbraucher auch ein Stückchen mitzureden. An dieser Stelle kommt dann der bereits erwähnte Lebensmittelhändler EDEKA ins Spiel. EDEKA garantierte die Abnahme der Erzeugnisse, welche im Rahmen des Projektes hergestellt werden und sichert damit eine flächendeckende Verfügbarkeit. Erwartungsgemäß fallen die Lebensmittelpreise etwas höher aus als die von konventionell erzeugten Produkten. Aber in einer Wohlstandsgesellschaft, in der man gerne 300€ und mehr für Smartphones ausgibt, sollte das doch kein Problem sein oder?  Wer sich näher zu diesem Projekt informieren möchte, dem empfehle ich die dazugehörige Seite des WWF (Quelle: WWF)

Bärenpopulation über den Berg

Während wir uns in Deutschland noch mit dem Wolf schwer tun, geht es im Norden Italiens eine Nummer größer zur Sache. Dort ist man nämlich auf den Bär, genauer gesagt den Braunbär, gekommen und hat durch das Projekt "Life Ursus" etwas für Meister Petz getan. In der autonomen Provinz Trento haben wildlebende Bären die Zeiten überdauert und konnten sich bis heute halten. Dennoch stand das Aussterben einmal kurz bevor. 1999 konnten lediglich 3-4 Bären nachgewiesen werden.  Im Rahmen des Projektes wurden bis 2001 zehn Bären ausgewildert und konnten aktuellen Zahlen nach einen Bestand von bis zu 45 Tieren aufbauen. Damit haben sie die Schwelle für eine stabile allein lebensfähige Population überschritten und sind quasi über den Berg. Damit beginnt aber erst der schwere Teil der Arbeit. Jetzt muss das Monitoring in Kraft treten, die Öffentlichkeit aktuell informiert werden und ein Schadensmanagement sollte auch nicht fehlen. Dem aktuellen "Bärenbericht 2014" (unten eingebunden) zufolge sind von den 41 rapportierten Bären 21 männliche und 15 weibliche Individuen unterwegs. Zwei Tiere konnte man noch nicht einem Geschlecht zuweisen. Interessant ist das Wachstum des Verbandes. Seit 2002 stieg die Abundanz stetig an, seit 2012 allerdings stagniert sie auf stabilem Niveau. Ein schönes Beispiel für die natürliche Selbstregelung. Ich gehe mal nicht davon aus, dass Tiere geschossen wurden (Quelle: Kora.ch / Naturschutz.ch). Allerdings ist es eine Region, welche für so ein Unterfangen sehr gut geeignet ist. Die Naturnähe und die geringe Siedlungsdichte bilden grundlegende Voraussetzungen für Ursus arctos.


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Ehrenamtlicher Naturschutz in Sachsen-eine Veranstaltungsreihe

Es gibt ihn tatsächlich in Chemnitz. Den ehrenamtlichen Naturschutz. An dieser Stelle möchte ich meinen Hut vor all den ehrenamtlichen Naturschützern ziehen, welch e uns in ihrer Freizeit maßgeblich unterstützen und einen immens wichtigen Beitrag leisten. Viele von ihnen sind, was Artenkenntnis und Engagement anbelangt um ein Vielfaches kundiger als so manche Berufskollegen.  Gestern Abend lud die Sächsische  Landesstiftung Natur und Umwelt (LANU) in Kooperation mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz (LSH) zum Auftakt eines kreisübergreifenden Fortbildungsprogrammes mit Schwerpunkt Artenschutz ein. Durch den Abend führten Franziska Solbrig (LANU) sowie mein geschätzter Kollege im Geiste Prof. Hans-Jürgen Hardtke  (LSH) aus Dresden.

[caption id="attachment_2979" align="aligncenter" width="646"] Naturschutzzentrum Chemnitz-Adelsberg[/caption]

Die Idee zu dieser Vortragsreihe, in deren Mittelpunkt Theorie und Praxis zum Thema Biodiversität stehen, hatte Hardtke bereits seit geraumer Zeit. Glücklicherweise sind seine Gedanken bei der LANU auf fruchtbaren Boden gefallen, an dieser Stelle herzlichen Dank. Das Angebot richtet sich in erster Linie an ehrenamtliche Naturschützer und solche die es werden wollen und soll der Weiterbildung dienen. Auf Exkursionen und Abendveranstaltungen quer durch den Freistaat werden Kenntnisse in der Bestimmung von Pflanzen und Pilzen, Umgang mit Datenbanken sowie Grundlagen im Naturschutzrecht vermittelt. Alles Anwendungsgebiete die man im praktischen Naturschutz sehr gut gebrauchen kann. Das auf 3 Jahre angelegte Projekt fokussiert sich 2015 auf Kryptogamen und prioritäre Arten (in der FFH-Richtlinie mit einem * gekennzeichnet), für diese hat Sachsen eine besondere Verantwortung. Ich kann es also nur jedem empfehlen der sich für die Materie interessiert und einmal hineinschnuppern möchte. Alle Veranstaltungen findet ihr auf der entsprechenden Seite der LANU.

Nestlé everywhere

Hin und wieder beschleicht uns, als Verbraucher, das schlechte Gewissen. Dann wollen wir unser Konsumverhalten ändern und alles anders machen. Gründe für so ein Umdenken sind vielfältig. Nicht zuletzt durch die immer mehr voranschreitende Ausbeutung der Erde und den Machenschaften mancher Konzerne. Allen voran gilt es da Nestlé im Auge zu behalten. Diese Pappnasen denken sich immer wieder etwas aus um uns auf Trab zu halten. Nun ist es aber alles andere als einfach so einen riesen Konzern zu boykottieren. Nur auf einem ganz kleinen Teil der Produktpalette steht auch der Firmenname im großen Lettern, meistens findet man ihn nur im Kleingedruckten. Passend dazu geisterte heute eine Grafik durch meine Twitter-Timeline die, zwar alles andere als neu, es ganz gut veranschaulicht, wo überall die Nestlé-Jungens mitmischen.


Nestle everywhere


Wohlbemerkt handelt es sich hierbei nur um einen der großen Konzerne. Wie man auf dem oberen Bild jedoch erkennen kann, sieht es bei keinem der großen Konzerne anders aus. Traurige Welt ist das in der es uns so schwer gemacht wird, den Regenwald zu schützen oder etwas gegen Monsanto zu unternehmen. Wie es mit den guten Vorsätzen so ist, sie einzuhalten ist verdammt schwierig.

Gadget-Flut eigentlich unsinnig

Hin und wieder stöbere ich durch die Tech-Seiten im Netz und informiere mich über Neuheiten, Altheiten die wieder neu werden und Services sowie Software die mein (Arbeits-) Leben einfacher oder bequemer machen. Man kann also sagen, ich interessiere mich neben Naturschutz auch für Tech. Allerdings gibt es ein zwei Dinge, die mir sauer aufstoßen. Das größte Problem ist, in meinen Augen, die wahre Flut an Stromfressern die jedes Jahr über uns hereinbrechen. Gerade im Bereich der Smartphones verkünden uns jährlich neue clicky-bunti Werbejingles wie ungeheuer notwendig so ein neues Gerät ist. Provider springen auf den Zug auf und bieten Tarife an, in denen der Kunde jedes Jahr ein neues Gerät bekommt. Für lau. Auf Nachfrage bei Vodafone Deutschland versicherte man mir, dass alle Altgeräte zurückgenommen und fachgerecht entsorgt werden. Klingt in meinen Ohren wie Marketingsprech. Wie einfallslos Hersteller langsam werden, erkennt man an der Inovationslosigkeit der Handys. Aktuell redet man sich ein, dass ein abgerundetes Display von zwei Pixeln Breite das Nonpusultra sein. Seit dem ersten IPhone 2007 fehlen eben die echten Kracher. Der Formfaktor ist gleich geblieben, höchsten in der Größe tobt man sich aus. Wie dem auch sei, auf den bekannten Tech-Seiten und Blogs findet man sehr, sehr selten einen kritischen Kommentar über den Umgang mit Ressourcen und welcher Rohstoff mal wieder als "strategisch wichtig" eingestuft wurde. Klar, man lebt ja davon. Umso erstaunter war ich, als ich auf Netzpiloten.de (an dieser Stelle ein Surftipp) den hier verlinkten Artikel fand. Der Autor Daniel Kuhn fasst da so ziemlich alles zusammen, was in der heutigen Welt im Tech-Bereich schief läuft. Ungewohnt kritisch, ungewohnt schön.  Surft mal vorbei und macht euch selbst ein Bild.


Artikel der Netzpiloten

Malteser Vogeljagd vorzeitig abgebrochen

Im Zuge der zurückliegenden Feiertage kann es schon einmal passieren, dass man Neuigkeiten aus der Natur und Umwelt übersieht bzw. zu spät liest. So auch eine grandiose Neuigkeit aus Malta.  Nachdem die Malteser Bevölkerung sich eindeutig für die Vogeljagd ausgesprochen hat, ist nun ein kleiner Erfolg für den Vogelschutz zu verzeichnen. So wurde die Jagd auf Turteltauben und Wachteln im Frühjahr 2015 bereits nach zwei Wochen abgebrochen. Grund dafür waren Abschüsse von Turmfalken und Kuckucke. Der Premierminister Maltas hat immerhin sein Wort gehalten, und die Jagsaison für beendet erklärt, sollten Jagdvergehen begangen werden. Natürlich sind die Jäger alles andere als erfreut, sie halten es für unsinnig, die ganze Jagd aufgrund weniger Wilderer abzublasen. In meinen Augen ist es aber eine gute Erziehungsmöglichkeit, die ganze Truppe in Sittenhaft zu nehmen. Allerdings sollten wir hier in Europa nicht zu stark mit dem erhobenen Zeigefinger wedeln. Klar, im Jahr 2015 muss keiner mehr (Sing-)Vögel essen, aus welchen Gründen auch immer. Was aber gerne verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass in Europa durch fehlende Hecken jedes Jahr mehr Vögel gar nicht erst das Licht der Welt erblicken, als in den Südländern je geschossen werden können. Wie dem auch sei, ein vorzeitiges Beenden der Jagdsaison ist ein gutes Zeichen (via naturschutz.ch).

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