Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Jaaaaa, er lebt noch.

Aufmerksame Leser haben es sicherlich bemerkt: der letzte Beitrag ist schon eine Weile her. Schuld daran ist die wunderschöne Insel Rügen.  Dort verbrachte ich nämlich ein paar wunderbare Tage. Ab den nächsten Tagen geht es dann auch hier wieder richtig los. An dieser Stelle vielen Dank für die "besorgten" Kommentare. Als kleines Alibi habe ich mal ein paar Bilder für euch zusammengestellt.




[caption id="attachment_3076" align="aligncenter" width="646"]Strandkorb bei Prora Strandkorb bei Prora[/caption]

 

[caption id="attachment_3077" align="aligncenter" width="646"]Steinskulptur am Strand von Jasmund Steinskulptur am Strand von Jasmund[/caption]

 

[caption id="attachment_3078" align="aligncenter" width="646"]Blick auf Kap Arkona Blick auf Kap Arkona[/caption]

 

[caption id="attachment_3079" align="aligncenter" width="646"] Strandkorb bei Juliusruh[/caption]

Die bester Bilder werden demnächst in bearbeiteter Form den Weg zu Flickr finden, auch ist ein neuer Zeitraffer in der Pipeline. Die nächsten Tagen werden also spannen und es lohnt am Ball zu bleiben bzw, mal wieder vorbei zu schauen.

Blütezeit im Moor

Stammleser dieses Blogs wissen, ich bin ein Freund des böhmischen Erzgebirges. Immer wenn es meine Freizeit erlaubt, verbringe ich diese im böhmischen Teil davon. Hier und hier habe ich bereits davon berichtet. Auch heute war wieder solch ein Tag. In aller Frühe ging es also wieder auf den Erzgebirgskamm nach Gottesgab, in der Landessprache Bozi Dar. Grund für den spontanen Trip war das dortige Hochmoor. In relativer Nähe zur Grenze kann man wunderbar durch ein intaktes Moorgebiet wandern und die Stille genießen. Auf einem rustikalen Holzsteg geht es dann mitten durch eine Moorlandschaft, die zu jeder Jahreszeit zu überzeugen weiß.




[caption id="attachment_3067" align="aligncenter" width="646"]Hochmoor bei Gottesgab im böhmischen Erzgebirge Hochmoor bei Gottesgab im böhmischen Erzgebirge[/caption]

Aus manchen Blickwinkeln wird sogar richtige "Skandinavien-Stimmung" hervorgerufen und ich genieße jeden Augenblick. Im Laufe der letzten Jahre habe ich das Moor zu allen erdenklichen Zeiten besucht. Im Winter bei meterhohem Schnee, im Herbst bei Starkregen oder im Frühling, wenn die ersten Knospen erblühen. Das Highlight ist aber immer wieder der Sommer. Nirgends sonst im Jahr erstrecken sich die Wollgras-Bestände bis an den Horizont.


Diese Pflanze, kennen und lieben gelernt 2012 in Schottland, ist für mich die Charakterart schlechthin. Natürlich gibt es wertvollere und seltenere Pflanzen, aber für mich eben keine schönere.




[caption id="attachment_3068" align="aligncenter" width="646"]Hochmoor nahe Gottesgab im böhmischen Erzgebirge Hochmoor nahe Gottesgab im böhmischen Erzgebirge[/caption]

[caption id="attachment_3069" align="aligncenter" width="646"]Hochmoor nahe Gottesgab im böhmischen Erzgebirge Hochmoor nahe Gottesgab im böhmischen Erzgebirge[/caption]

Unter den Wollgräsern gibt es haufenweise unterschiedliche Arten. Im Moor von Bozi Dar findet man das Schmalblättrige-Wollgras (Eriophorum angustifoium) und das Scheidige-Wollgras (Eriophorum vaginatum). Unterscheiden kann man diese beiden Arten nur aus nächster Nähe.




[caption id="attachment_3070" align="aligncenter" width="646"]Eriophorum spec. Eriophorum spec.[/caption]

[caption id="attachment_3071" align="aligncenter" width="646"]Eriophorum spec. Eriophorum spec.[/caption]

Woher die Pflanze ihren Namen hat brauche ich vermutlich nicht erklären. Allerdings gibt es bezüglich den "Wattebäuschen" einen weitverbreiteten Fehlglaube. Die Pflanzen aus der Gattung Wollgras umhüllen mit diesen weißen Puscheln ihre Früchte. Die Pflanzen zeigen sich also nicht in ihrem blühenden, sondern im fruchtenden Zustand. So schnell wie diese Zeit im Jahr gekommen ist, so schnell ist sie auch wieder vorbei und das Moor gönnt sich eine erneute Ruhepause um im nächsten Jahr wieder mit neuen Farben und Formen zu überzeugen.




[caption id="attachment_3072" align="aligncenter" width="646"]Gottesgab im böhmischen Erzgebirge Gottesgab im böhmischen Erzgebirge[/caption]

[caption id="attachment_3073" align="aligncenter" width="646"]Holzsteg ins Moor bei Gottesgab Holzsteg ins Moor bei Gottesgab[/caption]

 

Geburt einer (Bienen-)Königin - live und in Farbe

BeeBienen zählen zu den wichtigsten Tieren auf dem Planeten. Schon Albert Einstein hat erkannt, dass der Mensch nur kurze Zeit nach der letzten Biene aussterben würde. Mit ihrer Bestäuberleistung erweisen diese kleinen Brummer uns einen unschätzbaren und viel zu wenig gewürdigten Dienst. Unsere Nachbarn in Österreich haben dazu in ihrer ORF-Initiative MUTTER ERDE eine Bienen-Woche eingelegt und bieten ein ganz besonderes Feature. Das Schlüpfen der Königin zählt zweifelsfrei zu den Highlights im Imkerleben. Obwohl sie bereits einen Staat und damit Gefolge hat, wird sie nach allen Regeln der Kunst umsorgt, gepflegt und beschützt. Ammenbienen übernehmen bspw. die Aufzucht der jungen Bienen, während andere sich um die Nahrung kümmern.  Dazu möchte ich euch gerne die dazugehörige Website des ORF ans Herz legen. Schaut immer mal wieder bei der Webcam vorbei, der geplante Schlüpftermin ist der 20. Juni.


Website des ORF zur Webcam der Bienenkönigin.

Pflanzenkrankheiten per Smartphone bekämpfen (Android)

Pflanzenkrankheiten etablieren sich immer mehr zu einem richtigen Problem. Warum sonst werden Pflanzen genetisch so verändert, dass sie möglichst resistent gegen eine Vielzahl von Krankheiten sind? Dabei ist, wie so oft, der Mensch Verursacher des Problems. Veränderte Stoffzusammensetzung in der Luft oder Standortbedingungen machen es den Pflanzen schwer sich anzupassen.  Ein Bereich, den es besonders hart treffen könnte ist die Landwirtschaft. Erst vor zwei Jahren mussten hier im südlichen Sachsen-Anhalt mehrere Baum- und Obstschulen schließen. Wegen Feuerbrand. Dieser Pilz ist momentan einer der gefährlichsten Krankheitserreger.


Aktuell hat sich ein junges StartUp aus Hamburg des Problems Pflanzenkrankheiten angenommen und eine Android-App auf den Markt gebracht, mit der man etwaige Pflanzenkrankheiten dokumentieren, analysieren und auf einer Karte verorten lassen kann.  Startet man die App, so wird mit anschaulichen Bildern die Funktionsweise erklärt. Am Ende der kleinen Einstiegstour bleiben keine Fragen mehr offen und man kann direkt loslegen.




[caption id="attachment_3053" align="aligncenter" width="646"]Android-App: Garten Bank Android-App: Garten Bank[/caption]

[caption id="attachment_3054" align="aligncenter" width="646"] Android-App: GartenBank[/caption]

[caption id="attachment_3055" align="aligncenter" width="646"]Android-App: GartenBank Android-App: GartenBank[/caption]

In der App selbst hat man die Wahl zwischen diversen Obst- und Gemüsesorten. Allesamt klar und strukturiert aufbereitet mit aussagekräftigen Bildern.




[caption id="attachment_3057" align="aligncenter" width="646"]Android-App: GartenBank Android-App: Garten Bank[/caption]

Aus nicht ganz objektiven Gründen habe ich mich für Demozwecke für des Deutschen liebstes Gemüse entschieden. Die Kartoffel. Hat man sich für eine Art bzw. Sorte entschieden, so aktiviert das Kamerasymbol in der jeweiligen rechten oberen Ecke die Kamera des Gerätes auf dem die App läuft und Bilder werden automatisch zugeordnet. In der oberen rechten Ecke der App lockt derweil das "Bibliothek"-Symbol, unter dem alle bisherigen Eintragungen zu finden sind. Auch hier habe ich, ganz subjektiv und naturschutzfachlich relevant, den Echten Mehltau ausgewählt.




[caption id="attachment_3058" align="aligncenter" width="646"]Android-App: GartenBank Android-App: GartenBank[/caption]

Mehltau ist eine Art filzig-graue Verfärbung der Blätter, welche durch einen Pilz übertragen wird. Betroffene Pflanzen neigen zu verkümmertem Blattwuchs und verminderter Photosynthese Leistung.  Es kann durch Stress und unpassenden Standort verursacht werden. Gerade Eichen sind sehr anfällig dafür. Hat man dann eine Krankheit ausgewählt, so erscheinen weitere Informationen.




[caption id="attachment_3059" align="aligncenter" width="646"]Android-App: GartenBank Android-App: GartenBank[/caption]

An sich macht die App schon einen guten und brauchbaren Eindruck und die Entwickler bzw. die Köpfe hinter der App sind direkt und schnell zu erreichen und gehen gerne auf Feedback ein. Allerdings habe ich zwei, eher 1,5 Kritikpunkte. Zum einen könnten die Infos zu den jeweiligen Krankheiten etwas ansprechender präsentiert werden, es wird etwas viel Platz verschenkt, zum anderen wünsche ich mir (rein privat) eine App für Windowsphone. Bisher kann nur auf Android nach Pflanzenkrankheiten Ausschau gehalten werden, iOS soll aber folgen. Solltet ihr Lust auf die App bekommen haben, so findet ihr diese zum Herunterladen auf der Seite der Entwickler oder direkt im Google Play Store.

Poopmap-verpackt gekackt in der Stadt

[caption id="attachment_3043" align="alignleft" width="432"]Quelle: www.poopmap.de Quelle: www.poopmap.de[/caption]

Ich bin mir sicher ihr kennt das, ihr lauft durch die Straßen irgendeiner (Groß)Stadt und auf den Bürgersteigen warten bereits die Hinterlassenschaften diverser Hunde um sich euch an die Fersen bzw. Sohlen zu heften. Hin und wieder gelingt es ihnen sogar und damit habt ihr dann ein Souvenir mit persönlicher Note. Es ist in meinen Augen eine Unart, die Tretminen des eigenen Vierbeiners einfach so liegen zu lassen, dafür stellen die Städte ja Kotbeutel zur Verfügung. Nun gibt es aber unter der Spezies Mensch gant pfiffige Experten. Diese packen den Haufen in den Beutel und lassen diesen aber an Ort und Stelle liegen. Einfach so. Kein Gedanke wird an die Umwelt verschwendet, die dadurch nur weiter mit Kunstoff zugemüllt wird. Dieses Problems hat sich der Hamburger Arne Krämer (@PoopBagMap) angenommen und The Poopbagmap ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine interaktive Karte, auf der User Fundorte von verwaisten Kotbeuteln verorten können. Vornehmlich auf Hamburg und Umgebung fokussiert, werden auch Fotos aus der ganzen Republik entgegen genommen.




[caption id="attachment_3044" align="aligncenter" width="397"]Quelle: www.poopmap.de Quelle: www.poopmap.de[/caption]

Das Projekt gibt es nun schon eine Weile und auf dem alten Blog hatte ich schon einmal darüber berichtet. Warum ich jetzt nochmal damit um die Ecke komme ist einfach erklärt. In meiner aktuellen Wahlheimat, Bernburg (Saale), ist es gängige Praxis mit Hundekot so zu verfahren. Vor Jahren hatte die Stadt noch Kotbeutel zur Verfügung gestellt, allerdings wurden diese eher zum Feuermachen genutzt. Also kamen die Behälter weg und der Müll wieder auf die Straßen. Neulich beim Spazierengehen fiel es mir wieder einmal auf, dass man mittlerweile gut die doppelte Streck Weg zurücklegt, in dem man versucht den "Bomben" auszuweichen.




[caption id="attachment_3045" align="aligncenter" width="573"]Quelle: www.poopmap.de Quelle: www.poopmap.de[/caption]

Aktuell ist es in Bernburg noch recht leer auf der Karte, ich gebe allerdings mein Bestes, damit es nicht so bleibt. Wenn ihr auch das ein oder andere Bild beisteuern wollt, dann schaut mal vorbei, auf www.poopmap.de .

Neue Rote Liste für europäische Vogelarten

[caption id="attachment_3040" align="alignleft" width="300"]Quelle: nabu.de/ Foto: RSPB-Images Quelle: nabu.de/ Foto: RSPB-Images[/caption]

Um die heimische und internationale Artenvielfalt ist es in unseren Tagen nicht gerade gut bestellt. Aktuelle Entwicklungen in der Landwirtschaft sowie im Denken der Bevölkerung begünstigen die Entwicklungstrends auch nicht gerade positiv. Aktuell zu diesem Thema hat der NABU-Dachverband BirdLife eine aktualisierte Fassung der Roten Liste der Vögel Europas veröffentlicht. Diese Listen gibt es für alle möglichen Artengruppen, also auch Pflanzen und -gesellschaften sowie Säugetiere etc. Man beachte, dass diese Listen keinerlei Schutzstatus aufweisen, sie weisen lediglich auf den Gefährdungsstatus der jeweiligen Art hin. Zur aktuellen Liste kommt ihr über diesen Link oder ihr lest sie gleich hier im Blog. Die Bundesregierung hat sich zwar zum Ziel gesetzt, das Artensterben zur verringern bzw. zu stoppen, jedoch werden die Roten Liste nicht gerade dünner. Oft sieht man schon im Vergleich der letzten beiden Listenwerke Entwicklungstrends die in eine negative Richtung führen. Das scheint sich auch in absehbarer Zeit nicht zu ändern.


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Schweizer Lobby gegen den Wolf

Dass es der Wolf nicht leicht hat ist sicherlich nichts Neues. Aber das er auf so viel und energischen Widerstand trifft, darf dann doch verwundern. Nun hat die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB) einen weiteren Schritt in Richtung Contra-Wolf getan. Vor rund vier Wochen wurde der Verein “Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere” und der Name ist Programm. Laut Naturschutz.ch waren um die 300 Schäfer und Jäger sowie ausreichend Politprominenz bei der Gründung anwesend. Hauptakteur dürfte der Lobbyist und Direktor der SAB Thomas Egger gewesen sein. Ein Interview aus dem Herbst 2013 zeigt seinen Standpunkt auf eine sehr deutliche Art und Weise. Leider scheint er nicht mit übermäßigem Sachverstand gesegnet zu sein, anders kann ich mir die Aussage im Interview nicht erklären.


Q: Also wird es allen Wölfen wie jenem kürzlich im Goms ergehen: Sie werden über kurz oder lang erschossen?
A: Ich begreife nicht, warum ein Wolf mehr Wert sein soll als 15 Schafe. Der Wolf hat bei uns nichts verloren. Er trägt nichts zur Biodiversität bei.


Ein Wolf ist in der Schweiz ebenso heimisch wie Reh, Hirsch oder Wilhelm Tell und anders als der Mensch trägt er sehr wohl zu einem funktionierenden Ökosystem und damit zu Biodiversität bei. In einem Positionspapier fordert die SAB "wolfsfreie Zonen" und zieht damit klare Linie und zementiert ihren Standpunkt. Laut aktuellen Zahlen von WWF und ProNatura sterben 90% der Schafe im Laufe des Alpsommers bei Unfällen oder an den Folgen von Krankheiten, nicht aber durch die Risse von Großraubtieren. Aber wie es nun mal so mit der Lobby ist: Wessen Brot ich ess', dessen Lied ich sing". Wenn die Schweiz jetzt bei ihren paar wenigen Wölfen schon so reagiert, wie wäre es dann, wenn man die Anzahl Wölfe wie in Deutschland hätte?

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