Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Grünbrücken sind weitaus mehr als nur Querungshilfen

Mittlerweile gehören sie zum guten Ton bei infrastrukturbedingten Neubauten und sind eine Errungenschaft des Naturschutzes (okay, nicht nur des Naturschutzes): Grünbrücken. Diese wahren Kolosse unter den Brücken dienen der Verbindung von Lebensräumen, welche durch Straßenbau etc. zerschnitten wurden.  Mit dieser Methode sorgt man für eine andauernde Wandermöglichkeit der Individuen trotz Autobahnen, Schienen etc. und verhindert so die Isolation. Während manche Grünbrücken eher lustlos und mehr aus Pflichterfüllung gebaut werden, bspw. BAB 14, Nordverlängerung, sind andere Beispiele fast schon mustergültig. Trotz der immensen Baukosten scheinen sich die Bauherren mit ihr arrangiert zu haben.  Nun gibt eine in England veröffentlichte Studie von Natural England neue Erkenntnisse über diese Möglichkeit des Artenschutzes. So fanden Forscher bspw. heraus, dass Tiere Grünbrücken nicht nur als Querungshilfen, als Mittel zum Zweck quasi, sondern auch als Lebensraum bzw. Wohnstatt an sich nutzen. Die (englischsprachige) Studie ist auf jeden Fall lesenswert, gibt sie doch neue Einsichten und Erkenntnisse wieder. Ihr findet sie natürlich hier im Beitrag eingebunden.



https://www.scribd.com/doc/272939274/Greenbridges-in-the-UK

Lebensmittelklarheit.de geht erfolgreich in's vierte Jahr

Vor ein paar Tagen, genauer am 20.Juli, feierte Lebensmittelklarheit.de vierjähriges Bestehen. Mit diesem Portal haben Verbraucherinnen und Verbraucher eine sehr gute und gepflegte Anlaufstelle für Lebensmittelfragen und -kennzeichnungen. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt gratuliert zum Geburtstag und sagt für die nächsten Jahre weiterhin seine Unterstützung zu. Die Nutzerzahlen sowie der geschaffene Dialog sprechen eine deutliche und positive Sprache. Auch betont der weiterhin, an den Zielen "Klarheit und Wahrheit" auf Verpackungen interessiert zu sein. Gerade in Zeiten eines drohenden, weil schädlichem, Freihandelsabkommen sind das tröstende Worte. Mal abwarten was sich davon durchsetzen kann und wird. Einmal im Tatendrang möchte der Minister auch das Deutsche Lebensmittelbuch reformieren. Es soll nicht das gesamte Buch neu geschrieben werden, aber einige Kapitel erfahren eine grundlegende Überarbeitung. Alles zum Wohle des Verbraucherschutzes. Solltet ihr das erwähnte Lebensmittelportal (noch) nicht kennen, so surft mal auf lebensmittelklarheit.de oder klickt hier.

Eilverordnung zum Schutz der Bienen

Es ist ein immer wiederkehrendes Thema, nicht nur hier im Blog, sondern auch in den Medien. Den Bestäubern geht es in der heutigen Zeit alles andere als gut. Die moderne Landwirtschaft und der übereifrige Einsatz von Pestiziden und Düngern beschleunigen den negativen Trend zusätzlich. Um diesem Thema entgegen zu setzen, hat der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt heute eine Eilverordnung zum Bienenschutz unterzeichnet, so das BML in einer Pressemitteilung. Diese Verordnung unterbindet den Handel mit und das Aussäen von Wintergetreide-Saatgut, welches mit bestimmten Neonikotinoiden behandelt wurde. Diese Stoffe beeinträchtigen das Nervensystem der Bestäuber führt über Immobilität hin zum Tod. Die Behandlung von Wintergetreide (Beizung) ist in Deutschland schon länger untersagt, jedoch bestand bisher immer die Gefahr, es aus anderen Ländern zu importieren. Damit soll die unterzeichnete Verordnung nun Schluss machen.

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt: "Mit der Verordnung schützen wir die Bienen vor insektizid-haltigem Staub. Das nützt sowohl den Bienen als wichtigem Teil der Natur als auch den Bauern, die auf die Bestäubung ihrer Pflanzen durch die Bienen angewiesen sind."

Windowsphone schweißt zusammen und verbindet

Vor ein paar Tagen schlenderte ich mal wieder durch meine aktuelle Wahlheimat Bernburg an der Saale und irgendwie fanden meine Füße den Weg in den hiesigen Auwald. Wie es nun mal so ist, wenn einem etwas gefällt oder man etwas schönes sieht, werden Fotos gemacht. In meinem Falle mit dem, nicht mehr ganz aktuellen, Nokia Lumia 1020.


Kyf 01




Es dauerte gar nicht lange, bis mich ein Pärchen darauf ansprach und beide ebenfalls ein Nokia Lumia aus der Tasche zogen. Sie ein 830 und er ein 1520. Kurz darauf kamen wir ins Gespräch und plauderten über die Geräte, Windowsphone, die kommenden Flagschiffe und die aktuellen Geschehnisse aus dem Hause Microsoft. Nun war dieser Begebenheit kein Einzelfall. Bereits Sylvester 2014/2015 in Prag, auf dem Rathausturm der Stadt, sprach mich ein Touri auf mein Smartphone an und wir kamen ins Gespräch. Woran mag das wohl liegen, fragte ich mich. Ist es die quietschbunte Farbe, das markante Kameramodul oder sind wir Windowsphone User schon so sehr gebeutelt, dass wir uns freuen überhaupt einen Gleichgesinnten zu sehen?



Vor meiner Zeit im microsoftschen Ökosystem hatte ich diverse Androidgeräte. Ich glaube seit 2008 war ich mit Samsung, Nexus und Co unterwegs, aber da hat mich nicht einmal einer auf mein Handset angesprochen. Wie sieht es bei euch Androidianern und IPhonlern aus? Ähnliche Erfahrungen?

Rissserie im Wallis - Wolf holt sich (ungeschützte) Schafe

Im Schweizer Wallis, genauer zwischen dem Val d´Hérèns und dem Vispertal, wurden in den zurückliegenden Wochen mehrere Schafe gerissen. Als ziemlich sicher gilt der Wolf als Übeltäter. Wie viele es aber waren ist noch ungeklärt. Bevor jetzt alle wieder den Wolf verteufeln sei gesagt, dass alle gerissenen Schafe ungeschützt waren.  In der betroffenen Region hatte man schon länger den Nachweis des Wolfes erbracht, jedoch reagierten nicht alle Landwirte auf diese veränderte Situation mit Sachverstand. Für Aufsehen sorgte ein Angriff auf eine Herde Schwarznasenschafe. Dieser fand am frühen Morgen im Augställi statt. Der Bewirtschafter trieb die Herde des nächtens zwar in einen Stall und morgens wieder auf die Weide, jedoch hat sich diese Schutzmaßnahme als unzureichend erwiesen. Dieses Verhalten, tagsüber zu jagen, ist für einen Wolf durchaus ungewöhnlich, allerdings ist dies kein Grund zur Besorgnis, so die Schweizer Kollegen. Grund dafür könnte die ausgesprochene Abgelegenheit des Tals sein. Der nächste Wander- und Mountainbikeweg liegt ein paar hundert Höhenmeter weiter bergabwärts. Schaut man sich nun die Einzelfälle an, bis auf den erwähnten, so ist bei allen eine Konstante zu erkennen. Fahrlässigkeit. Immer wieder gerät die Sömmerung in den Alpen in die Kritik, da die Tiere meistens unbewacht auf der Weide gelassen werden. In einer Wolfsregion ist dies logischerweise töricht. Viele Schäfer ziehen ihre Tiere nun von den Wiesen ab und suchen sich andere Flächen. Naturschutztechnisch und ökologisch ist dies aber genau der falsche Weg. Die vorhandenen Bergwiesen sind ideal für Beweidung und auch die Artenvielfalt ist auf diese Bewirtschaftung angewiesen. Ähnlich wie in Deutschland bleiben nur geeignete Schutzmaßnahmen. Herdenhunde und Zäune sind die besten Alternativen. Nur muss man sich diese auch leisten können (Quelle: naturschutz.ch).

#NatureAlert ist ein Erfolg auf ganzer Linie

Die Aktion zum Schutze der Natur gegenüber den Bemühungen der Europäischen Union die Naturschutzgesetze zu schwächen, ist kurz vor Beendigung außerordentlich erfolgreich. Unter dem Hashtag NatureAlert haben 120 Umwelt- und Naturschutzverbände in 28 Mitgliedsstaaten mächtig um Unterstützung getrommelt und sind belohnt wurden. Etwa 500.000 Europäer haben in einer EU initiierten Umfrage Position bezogen und sich gegen die Aufweichung des Naturschutzes in der EU ausgesprochen. Diese Resonanz auf eine EU-Befragung ist bisher einmalig und zeigt eindrucksvoll, welchen Wert die Natur doch für uns hat. In Deutschland waren für diese Aktion der BUND, NABU, WWF sowie deren Dachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) federführend und haben einen tollen Job gemacht. Der Chef der Europäischen Union Jean-Claude Juncker wollte den Weg frei machen für ein Naturschutzgesetz, welches sich mehr an den Interessen der Lobby Wirtschaft orientiert und hat einen herben Dämpfer kassiert. Nun wird sich zeigen, wie das demokratische Konstrukt EU damit umgeht. Anfang 2016 soll beschlossen werden, ob die Rechtsvorschriften dahingehend geändert werden oder eine bessere Durchsetzung der Regeln durch die einzelnen Mitgliedsstaaten gefordert wird. Die erste Etappe auf diesem langen und holprigen Weg haben wir aber schon positiv für die Natur entschieden (Quelle: BUND).

Straßenbau mit Plastikmüll

Erst neulich stellte ich im Blog die Bemühungen aus Zigarettenkippen neue Gebrauchsgegenstände herzustellen, da trudelt heute die nächste Meldung ein. Rotterdam machte die auf sich aufmerksam, da man in Zukunft recycelten Plastikmüll im Straßenbau einsetzen möchte. Die Überlegungen dahinter sind einfach wie naheliegend. Herkömmliche Straßen bestehen zu einem guten Teil aus Asphalt und brauchen im Bau vergleichsweise lange. Fallen dann in den unten liegenden Schichten Ausbesserungsarbeiten an, so müssen die oberen Schichten aufwendig abgetragen werden und anschließend komplett erneuert werden. Zusätzlich zu  diesen Problemen ist die Herstellung von Asphalt alles andere als umweltverträglich. Alle bisherigen Alternativen scheiterten an der erforderlichen Belastbarkeit. Einen neuen Anlauf wagt die niederländische Firma VolkerWessels. Recyceltes Plastik soll zukünftig im Straßenbau zum Einsatz kommen.




[caption id="attachment_3127" align="aligncenter" width="560"]Straßenentwurf aus recyceltem Plastik.  Foto: VolkerWessels Straßenentwurf aus recyceltem Plastik. Foto: VolkerWessels[/caption]

Aktuell befindet sich das Projekt PlasticStreet genannte Vorhaben zwar noch in der Konzeptphase, allerdings soll in den nächsten drei Jahren ein erstes Pilotprojekt starten. Die Stadtverwaltung Rotterdam hat sich bereits interessiert gezeigt und ein paar Straßenzüge zu Testzwecken freigegeben. Man erhofft sich von Plastik-natürlich finanzielle Vorteile. So könnten Straßenstücke direkt in der Fabrik produziert werden und werden am Einsatzort lediglich montiert. So könnte sich die Bauzeit erheblich verkürzen. Außerdem könnte der Straßenbau so einen Beitrag zum Verschwinden der Müllberge leisten. Schauen wir also in Zukunft und drücken die Daumen (Quelle: the Guardian).

Brennstoffzellen oder nicht? Das ist hier die Frage.

Seit langer Zeit fuhr ich heute mal wieder mit dem Zug bzw. der Eisenbahn. Hin und wieder schätze ich diese entschleunigte Form des Reisens. Ein Pluspunkt gegenüber dem Autofahren ist da ganz klar die Möglichkeit einfach mal die Gegend zu beobachten und die Landschaft (außer man wohnt im Pott) zu genießen. Wie es nun einmal so ist, fallen einem in solchen Momenten immer Dinge auf, die eigentlich alltäglich sind und man sich daran gewöhnt hat. In meinem Falle waren es heute die schieren Automassen die auf den Straßen unterwegs sind. Da ich eher durch ländlichen Raum gefahren bin, geht da sicherlich noch mehr. Aber der aufkommende Verkehr ist eine Frage die uns schon seit langer Zeit beschäftigt und noch beschäftigen wird. Passend dazu fiel mit dieser Artikel von Naturschutz.ch in die Hände. Eine mögliche Lösung für das steigende Mobilitätsaufkommen wären Brennstoffzellen. So suggeriert uns zumindest die Werbung oder die Wissenschaft. Allerdings hat man das auch schon von Elektroautos gesagt und wie die sich durchgesetzt haben das wissen wir ja. Aber ich möchte mich an dieser Stelle  nicht über die Pro und Cons dieser Fahrzeuge äußern, das können andere Blogger weitaus besser. Jedenfalls schreibt naturschutz.ch, dass Brennstoffzellen, ähnlich wie E-Autos, auch nicht das Wahre seien. Das Problem dabei: die Akkus sowie die Herstellung der einzelnen Bauteile. Ein Kfz mit Verbrennungsmotor ist in der Summe der Herstellung noch deutlich ökologischer. Hinzu kommt das Problem mit dem Strom. Wirklich sauber ist diese Lösung nur, wenn sie auch von sauberer Energie versorgt wird. Ein Anstecken an die Haussteckdose bringt nicht unbedingt etwas. Gerade der innerstädtische Verkehr könnte von strombetriebenen Fahrzeugen profitieren. Pflegedienste und Pizzalieferanten würden auch mit der (noch) geringen Reichweite klar kommen. In Magdeburg hat ein Pizzadienst den gesamten Fuhrpark bereits auf Elektro umgestellt und fährt, im wahrsten Sinne des Wortes, gut damit. Wie dem auch sei, ich möchte nicht den ganzen Artikel wiederkauen, deshalb verlinke ich ihn euch an dieser Stelle. Schaut mal rein und lasst eure Meinung zu dem Thema da. Interessiert mich wie ihr darüber denkt.


Brennstoffzelle als Energielieferant der Zukunft?(naturschutz.ch)

Hitzschlag bei Fledermäusen

Die zurückliegenden Tage waren für uns alle nicht einfach. Der Wechsel von warm und heiß hin zu regnerisch und kühl haute so manchen Kempen aus den Socken und lies uns in die Kühle flüchten. Uns Zweibeinern geht es aber nicht alleine so. In unzähligen Flyern, Aufrufen und Infosendungen sehen wir Hunde und Kleinkinder die im Auto zurückgelassen oder vergessen wurden. Nebenbei gesagt, ist das eine riesen Sauerei. Logischerweise sind bei solchen Temperaturen Dachwohnungen effektiver als der Schicksalsberg und jede finnische Sauna. Und damit kommen wir zum Problem. Mit den heißen Tagen kommt auch die Leidenszeit für Fledermäuse. Viele meiner Kollegen sind dieser Tage auf Achse und suchen die bekannten Wohnquartiere auf um den Schaden in Grenzen zu halten. Fledermäuse finden in der freien Natur leider immer weniger natürliche Höhlen und ziehen sich daher in Dachgeschosse von Wohnhäusern zurück. Wenn sich dann dort die Hitze staut, kann es schon mal zu viel für die kleinen Tierchen werden. Entweder fallen sie von der Decke oder, was für viele Bewohner sicherlich schlimmer ist, sie verkriechen sich in die Wohnungen unterhalb. Ich selbst habe in Chemnitz regelmäßigen Kontakt mit ein paar Kirchen bzw. deren Vorstehern und schaue auch hin und wieder mal vorbei. Als die Temperaturen vor zwei Wochen so besonders nach oben schossen, konnten wir unter einem Kirchendach 45 Grad feststellen. Das ist mal eine Ansage. Rudolf Leitl, vom bayerischen NABU und Partner des LBV, hat ein paar Tipps für eine eventuelle Begegnung mit entkräfteten Tieren. So sollen diese in kühlere und vor allem katzensichere Bereiche gebracht werden. Tropft man ihnen dann per Pipette oder Löffel etwas Wasser in den Mund wird dies bereitwillig angenommen und man sieht förmlich den kleinen Körper erstarken. Aber es gilt auch etwas zu beachten: Fledermäuse bitte nur mit behandschuhten Händen anfassen und daran denken, dass verängstigte Tiere auch zur Abwehr beißen können (Quelle: NABU).

Jahresbericht 2014 des BUND

Einer der größten und aktivsten Umweltschutzverbände in Deutschland ist der BUND, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ausgesprochen. Neben dem  NABU setzen sich seine Mitglieder für den Erhalt von Natur und Umwelt ein und bremsen hin und wieder manch übereifrigen Lobbyisten oder Bauherrn. 1957 im bayerischen Marktheidenfeld gegründet, erfreut sich der BUND in seinem 40. Jahr an mehr als einer halben Million Mitgliedern. Der Betreiber dieses kleinen Blogs hier ist ebenfalls ein Teil davon. Von den einen oder anderen als "Baustopper" und "Fortschrittbremser" verschrien und betitelt, können wir aber allesamt froh sein den BUND zu haben. Über manche Aktionen wurde hier an dieser Stelle schon ein paar mal berichtet. Wer aber einen kompletten Überblick über das Jahr 2014 haben möchte, dem se der Jahresbericht dazu empfohlen. Auszugsweise ein paar Zahlen: 2014 stieg die Mitgliederzahl um 5 %, was sich wiederum auf die Einnahmen auswirkte. Diese stiegen um 8 % und somit konnten ca. 21 Millionen Euro für Natur und Umwelt ausgegeben werden. Aber dies ist kein Grund sich auf dem Verdienten auszuruhen. In den kommenden Monaten hat der BUND alle Hände voll zu tun um den Transatlantischen Sommerschlussverkauf Europas (TTIP) zu durchleuchten und, hoffentlich, offen zu kommunizieren. Gerade in Anbetracht dieses Damoklesschwertes ist es schön, einen Partner wie den BUND hinter der Natur stehend zu wissen.


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Zigarettenstummel mit Sinn

Irgendwann ist es in der Gesellschaft wohl normal und akzeptiert wurden, dass Raucher ihre Kippen einfach so in die Umwelt entsorgen. Täglich sehen tausende Nichtraucher dieses Verhalten und ignorieren es. Von solch einer Akzeptanz können manch andere Gruppen der Bevölkerung leider nur träumen. Aber das ist ein (durch menschliches Verhalten und Erziehung) bedingtes Problem, welches man auch in Zukunft erdulden muss. Der Glühstengelfabrikant Parisienne verfolgt mit dem Veranstalter des Gurtenfestival TerraCycle einen interessanten Ansatz. Festivalbesucher werden dazu angehalten, ihre Stumpel nicht einfach in die Natur zu schnipsen, sondern in eine der kostenlosen Sammelboxen zu entsorgen und an die Festival-Hostessen zu übergeben. Als Dank gibt es ein kleines Präsent und ein oder zwei Karmapunkte. Der Clou an der Sache ist aber der weitere Werdegang der aufgerauchten Zigaretten. TerraCycle trägt dafür Sorge, dass diese in umweltfreundliche Gebrauchsgegenstände verarbeitet werden. Erreichen möchte man dies durch die Zerlegung in Asche, Papier und Filter.  Mehr gibt so eine Nikotinnudel auch gar nicht her. Asche und Papier möchte man kompostieren, den Filter erwartet ein Schicksal als Plastikpellet. Aus diesen Pellets wiederum werden bspw. Aschenbecher oder Transportpalletten.  Um diesen Versuch auch über das Festivalgelände hinaus bekannt und erfolgreich zu machen, ist PARISIENNE in Bern, der heimlichen Hauptstadt der Schweiz, mit vielen Einzelhändlern (oder Detailhändlern) im Gespräch und konnte einige Partnerschaften eingehen. Das mittlerweile beachtliche  Abfallproblem mit Zigarettenkippen soll so etwas entschärft oder gar unterbunden werden.  Anhand solcher Projekte kann man sehen, was alles in Sachen Recycling machbar ist, wenn ein Wille und eine Idee vorhanden sind. Damit wird es aber auch langsam Zeit den Begriff Abfall zu überdenken. Was jetzt nicht heißen soll, es ist egal wie viel Müll wir machen, es wird eh recycelt. Ein gutes Vorhaben ist es aber auf jeden Fall und bringt hoffentlich den gewünschten Erfolg (Quelle: naturschutz.ch).

20 Jahre Wolf. Die Schweiz sagt Danke

Vor ziemlich genau 20 Jahren begann im Schweizer Natur- und Artenschutz ein neues Kapitel. Der Wolf war wieder da. Sein Stelldichein war allerdings nicht gerade von der feinen englischen Art. So riss er vier Schafe, vier Ziegen und verstreute eine ganze Herde im Val Ferret im Wallis, so berichtete der WWF. Nach nun 20 Jahren hat er sich aber inzwischen etabliert und bringt es auf 20- 30 Individuen. Wie man auf naturschutz.ch lesen kann, könnten die Zahlen deutlich höher ausfallen, da 8 Tiere offiziell geschossen wurden und somit schätzungsweise zwei neue Rudel verhindert wurden. Erst vor ein paar Monaten erlaubte eine Schweizer Gesetzesänderung den erleichterten Abschuss dieser Tiere. Federführend war dabei die hiesige Lobby gegen den Wolf. Ähnlich wie bei uns in Deutschland wird der Wolf aber auch in der Schweiz von Teilen der Bevölkerung gern gesehen. Er kann den, teilweise, hohen Verbiss durch Wild in den Wäldern senken und somit die Waldgesundheit fördern. Wie dem auch sei, der Wolf polarisiert auch jenseits der Alpen und wird es auch noch eine Weile.  Gefühlt reagiert die Schweiz aber deutlich stärker auf die, verhältnismäßig, wenigen Tiere. Sollte der Bestand sich einmal ähnlich so entwickeln wie in der Lasuitz bei uns, dann sehe ich keine gute Zukunft für Meister Isegrim. Bis es aber soweit ist, gratuliere auch ich zu 20 Jahren Wolf und wünsche mindestens noch einmal so viele Jahre (Quelle: naturschutz.ch).


Bio-Branche wächst und gedeiht

In den letzten Monaten und sogar Jahren hat die Bio-Branche in Deutschland mächtig an Boden zugelegt. Immer wieder konnte ich aus eigenen Erfahrungen, Gesprächen und Umfragen den Trend hin zu Bio und weg von konventionell erzeugten Produkten nachverfolgen und bestätigen. Diese Einschätzung lässt sich nun auch in Zahlen festhalten.  Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt sieht die als "Schritt in die richtige Richtung" und möchte "den ökologischen Landbau in Deutschland noch weiter stärken".  Den größten Zuwachs der Branche gibt es in den verarbeitenden bzw. importierenden Betrieben. Insgesamt stieg hier die Zahl auf 1020 und somit waren ca. 11,5 % mehr Betriebe in diesen Bereichen tätig als im Vorjahr. Der Handel konnte einen Zuwachs von ca. 9,8 % erzielen, das sind ungefähr 2527 Betriebe. Interessant werden aber die Zahlen zum Flächenverbrauch bzw. der genutzten Fläche. 2014  waren 8477 Betriebe in der Bio-Branche unterwegs und 23398 Bio-Landwirte bewirtschafteten eine Fläche von ca. 1.047633 Hektar. Das ist schon mal eine Ansage. Für die Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe (bezogen auf 2014) bedeuten das 8,2 % gehen an Bio-Betriebe.


Nach wie vor hat das Label "Bio" allerdings mit Vorurteilen und Skepsis zu kämpfen. Immer wieder hört man die Meinung, dass es leicht wäre diese Auszeichnung zu kaufen und ob denn ein Produkt noch Bio sei, wenn es zwar in bspw. Polen unter den erforderlichen Bedingungen produziert sei, aber per Lastwagen nach Deutschland gefahren wird? Klar, diese Meinungen sind nicht von der Hand zu weisen, allerdings kenne ich selber die Kriterien du Auflagen bis ein Produkt mit "Bio" ausgezeichnet wird und habe daher Vertrauen in die Sache.  Hoffen wir nur, dass es der Mainstream nicht irgendwann kaputt macht (Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.)

Die Luchse sind wieder in der Schweiz

LuchsAktuell dreht sich alles im Blog um die lieben Vierbeiner. Die letzten beiden Artikel waren dem Wolf gewidmet und jetzt kommt der Luchs an die Reihe. Konkret die Luchse aus der Schweiz. Ähnlich wie hier bei uns im Harz läuft auch in der Schweiz an Projekt zur Wiederansiedlung. 2001 bis 2008 wurden zwölf Luchse im Rahmen des Projektes Luno in die Nordschweiz umgesiedelt. Aktuellen Meldungen und Daten eines im Winter 2014/2015 durchgeführten Fotofallen-Monitoring zufolge ist dieses Projekt ein Erfolg auf ganzer Linie. So konnten immerhin 15 selbstständige Luchse und acht Jungtiere nachgewiesen werden. Angefangen hat man 2001 bis 2008 mit der Aussetzung von 12 Luchsen in die Nordschweiz. Das für 15 Jahre angelegte Projekt entwickelte sich, wie bereits erwähnt, sehr gut. Das bestätigt auch der Kanton St. Gallen. Mit der Wiederansiedlung des Luchses bekommt die Schweiz einen Besucher zurück, der vor rund 200 Jahren ausgestorben ist. 1904 erfolgte die letzte dokumentierte historische Beobachtung am Simplonpass. Die ersten Bemühungen den Luchs wieder anzusiedeln gab es bereits vor 40 Jahren, seitdem konnte sich eine stabile Population etablieren. Jetzt heißt es für die Schweiz am Ball bleiben und weitermachen. Der Luchs gilt trotz diverser Erfolge immer noch als gefährdet und ist eine Verantwortungsart in der Confoederatio Helvetica. (Quelle: naturschutz.ch) 

Wolfsmanagementpläne

Kürzlich ging es hier um Blog über das tot aufgefundenen Tier in Baden-Württemberg, welches vom Senckenberg-Institut zweifelsfrei als Wolf identifiziert wurde. An dieser Stelle möchte ich heute anknüpfen. Beide Seiten, Wolf und Mensch, müssen das Zusammenleben erneut lernen und das ist eine stattliche Aufgabe. Damit das in einigermaßen geregelten Bahnen abläuft, erstellen die Bundesländer mit Wolfsvorkommen sogenannte Managementpläne. Früher hießen die Dinger einfach nur Leitfaden aber heutzutage muss eben alles irgendwie gemanagt werden. In diesen Plänen ist dann allerhand definiert und erklärt. Beispielsweise das Vorgehen im Schadensfall oder die Lage der ausgewiesenen Wolfsgebiete im jeweiligen Land. Sachsen hatte im Frühjahr dieses Jahres das ganze Bundesland als förderfähig erklärt, bisher waren es nur Teile im Osten des Freistaates plus einem 30 km breiten Pufferstreifen. Ebenfalls stehen Handlungsempfehlungen zum Herdenschutz etc. in den Plänen. In Baden-Württemberg hat man sicherlich schon im Vorfeld an so einem Papier gearbeitet und kann es jetzt auf Praxistauglichkeit prüfen. Klar, Gegner und Benachteiligte gibt es immer, denn solche Pläne können im Anfangsstadium nicht alle individuellen Belange erfassen und regeln. Das kommt dann mit der Zeit. Wer sich über die Situation in BaWü schlau machen möchte, der findet den aktuellen Leitfaden hier im Beitrag eingebunden. Die Managementpläne für Sachsen und Brandenburg findet ihr hier.


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Willkommen im Club Baden-Württemberg

Eine Meldung geistert heute besonders durch meine Filterblase. Baden-Württemberg ist nun offiziell Wolfsland. Ende Juni wurde ein totes Tier an der Bundesautobahn 5 bei Lahr im Ortenaukreis tot aufgefunden. Der von der Senckenberg-Gesellschaft durchgeführte Gentest brachte nun Klarheit. Hierbei handelte es sich um einen Wolf. Damit wurde BW von "Wolfs-Erwartungsland" auf "Wolfsland" gestuft und somit fangen jetzt ähnliche Mühlen an zu mahlen wie im Osten der Republik. Wir hier in Sachsen und Sachsen-Anhalt haben da schon ein paar Jahre Erfahrung, sind aber immer noch nicht so richtig weiter. Nach wie vor streiten  wir uns über Schadensfälle, Formulierungen und Managementfragen im Allgemeinen. Zwar helfen die vielen Infoveranstaltungen und Thementage die Vorurteile langsam abzubauen, nur geht das eben sehr langsam voran. Positiv ist das Verhalten der jungen bzw. nachwachsenden Generation, diese ist weitaus aufgeschlossener und offener für das Thema. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Älteren in diesem Sinne größtenteils verloren sind.  Wie dem auch sei, in Baden-Württemberg wird sich die Bevölkerung auf eine neue Situation einstellen müssen aber auch die Entscheider auf Landesebene müssen bereit sein Gespräche zu suchen und ein Miteinander zu erzielen. Der Wolf ist nicht generell böse, er muss genauso wie wir ein erneutes Zusammenleben zu lernen. Leichter geht es aber Hand in Hand.


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Rügen im Zeitraffer

Sonnenaufgang_webStammleser, und solche die mir in den Sozialen Netzwerken folgen, wissen, dass ich hin und wieder in der Fotographieabteilung unterwegs bin.  So auch in den vergangenen Wochen. Wie schon in einem vorherigen Beitrag mitgeteilt, trieb ich mein Unwesen für ein paar Tage auf Rügen. Wie üblich nutzte ich die Zeit und die wunderschöne Kulisse für einen neuen Zeitraffer-Film. Während der einzelnen Clips, an den jeweiligen Standorten, sind mitunter interessante Gespräche und Bekanntschaften entstanden. So macht die Arbeit Spaß. Der Film zeigt, die aus meiner Sicht, schönsten Orte der Insel und freut sich über positive Bewertungen, Kommentare aber auch Kritik.


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Biodiversity News #68 erschienen.

Wie immer in jedem Quartal kommt hier an dieser Stelle der Hinweis auf die neue Ausgabe der Biodiversity News aus Great Britain bzw. aus England. Auch dieses Mal sind wieder eine Reihe von interessanten Projekten darin enthalten.  Besonders lesenswert sind die Beiträge über urbanen Naturschutz sowie die Problematik mit den weniger werdenden Bestäubern. Die Insellage macht es für das UK nicht gerade einfacher diesem Trend entgegen zu wirken. Alle bisherigen Ausgaben findet ihr im Archiv, die aktuelle, wie gewohnt, hier im Blog. Schaut ruhig einmal rein, es lohnt sich und vielleicht habt ihr ja so ein Ausflugsziel für euren nächsten England-Trip gefunden.

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Das Wachstum der (Rügener) Eichen

[caption id="attachment_3086" align="alignleft" width="300"]Blick auf den kleinen Jasmunder Bodden Blick auf den kleinen Jasmunder Bodden[/caption]

Heute mal ein Beitrag über eine Sache, welche mich im Urlaub auf Rügen hat aufhorchen bzw. aufblicken lassen. In der Nähe von Prora befindet sich ein Ausflugsziel, welches ich euch nahe legen möchte. Die von mir mal mehr mal weniger geschätzte Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat auf einer ihrer Naturerbeflächen einen Baumwipfelpfad eingerichtet. Die dazugehörige Website findet ihr hier. Geführt geht es durch überwiegend Buchenbestände aber auch Eichen finden sich vereinzelt. Krönung des Pfades ist der Aussichtspunkt "Adlerhorst" mit einem wunderbaren Blick über den Jasmunder Bodden und die Ostsee. Unterwegs gibt es allerhand Informationen zum Buchenwald, zu den Kreidefelsen und zu Rügen im Allgemeinen. Eine Schautafel ist mir aber besonders im Gedächtnis geblieben. Sie zeigt den radialen Zuwachs von Eichen über einen längeren Zeitraum. Da es nur im Vorbeigehen abfotografiert wurde, bitte ich die unzureichende Qualität zu entschuldigen. Ich hoffe es ist dennoch etwas zu erkennen.




[caption id="attachment_3087" align="aligncenter" width="646"]Radialer Zuwachs von Eichen auf Rügen. Radialer Zuwachs von Eichen auf Rügen.[/caption]

Schaut man sich die Anfangsjahre an, so waren Zuwächse größer 3 mm pro Jahr keine Seltenheit. Erst in den Jahren ab der Jahrhundertwende zum 20. Jh. hin scheint sich etwas in Sachen Dickenwachstum verändert zu haben. Auch häufen sich die wetterbedingten Ereignisse.  Über die Ursachen bzw. die Gründe für ein so rapide abnehmendes Wachstum darf gerne spekuliert werden.

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