Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Die neue Funktion der Meer: Müllkippen.

Die Menschheit vermüllt ihren Planeten. Das ist soweit nichts Neues und im Allgemeinen lebt man mit dem Fakt. Neue Zahlen offenbaren nun aber doch Erschreckendes. Zwischen 5 und 13 Millionen Tonnen Plastikmüll werden pro Jahr (!) in die Meere geschwemmt und bilden schon längst regelrechte Müll-Inseln. Die wohl bekannteste trägt den Namen Great Pacific Garbage Patch und soll so groß sein wie Mitteleuropa. Allerdings unterscheiden sich hier die Quellen. Einmal im Meer angekommen findet der Müll den Weg in die Mägen von unzähligen Tieren und ist Gift und Todesursache zugleich. Wissenschaftler der amerikanischen Weltraumbehörde NASA haben nun eine Simulation erstellt, die eindrucksvoll zeigt, auf welchen Wegen der Müll in die Meere kommt. Hauptsächlich sind es fünf Strudel, welche den Abfall sammeln und Inseln entstehen lassen. Als Datengrundlage dienten Messungen via schwimmenden Bojen. Zusätzlich haben die Experten tausende Plastikpartikel in ein spezielles Computerprogramm gespeist, in dem die größten Meerströmungen simuliert werden. Final wurden die theoretisch ermittelten mit den praktisch erhobenen Daten verglichen und zusammengefügt. Herausgekommen ist eine Zeitreihe der  Müllbewegung von 1985 bis heute. Eine interaktive Karte veranschaulicht dies. Nun stellt sich bei so einer groß angelegten Sache zwangsläufig die Frage nach der Finanzierung. Größtenteils wurden die Gelder gespendet (Hauptspender ist dabei Salesforce-Gründer Marc Benioff, aber auch via Crowdfunding wurde ordentlich gespendet. Nämlich 2,2 Millionen USD.

Die fünf größten Müllzirkulationen in den Meeren.
 Diese schiere Menge an Unrat die jedes Jahr in die Meere gespült wird sprengt fasdt mein Vorstellungsvermögen. In naher Zukunft ist aber auch kein Ende in Sicht. Zwar gibt es immer wieder mal einzelne Bemühungen und Vorstöße den Kunststoffverbauch einzudämmen, jedoch sind ernsthafte und sinnvolle Resultate noch Mangelware. Ich selber habe (bisher) noch keinen dieser gigantischen Müllberge gesehen und ehrlich gesagt, möchte ich es auch gar nicht.

Die Zickzack-Blattwespe ist auf dem Vormarsch

Aproceros leucopoda
Gebietsfremde Arten, welche für mächtig Trubel in der heimischen Tier- und Pflanzenwelt sorgen sind nichts Neues. Neophyten (Pflanzen) bzw. Neozoen (Tiere) sind ein Problem dessen wir nur sehr schwer Herr werden und mit dem wir leben müssen. Neobiota (der Sammelbegriff für nicht heimische Tier- und Pflanzenarten) kosten jedes Unmengen an Geldern und Manpower. Jetzt gesellt sich ein weitere ungebetener Gast in diesen bunten Reigen und ist gekommen um zu bleiben. Die Zickzack-Blattwespe. Hier ist der Name Programm, denn das Tierchen mit dem klangvollen wissenschaftlichen Namen Aproceros leucopoda frisst sich in zickzackförmigen Bahnen durch seine Lieblingsspeise. Blätter. Das aus Ostasien stammende Insekt wurde bereits 2010 in Deutschland gesichtet, jedoch kamen sie damals nur stark vereinzelt im südöstlichen Bayern vor. Dr. Stephan Blank vom Senckenberg Institut in München gibt nun aber Grund zur Besorgnis. So habe sich diese Art der Blattwespe mittlerweile in ganz Bayern und Teilen Ostdeutschlands ausgebreitet. Ob es bereits zur Etablierung gekommen ist, steht noch nicht fest. Disclaimer: nicht alle Neobiota sind schädlich. Hier muss in "invasiv" und "nicht invasiv" unterteilt werden. Das bedrohliche an dieser Art ist ihr Speisezettel. Die ca. 10 mm langen Larven fressen ausschließlich an Ulmen. Dies ist daher ungünstig, da Ulmen seit Jahrzehnten durch das Ulmensterben (einer aggressiven Pilzinfektion) einen schweren Stand haben und es in freier Wildbahn so gut wie keine alten Ulmen mehr gibt. Um gegen den Pilzbefall gerüstet zu sein, wurden resistente Ulmen-Arten gezüchtet. Allerdings werden auch diese von der Zickzack-Blattwespe nicht verschont. Ein Befall durch solche Larven kann daher dramatische Folgen für die Ulmus-Bestände haben. Das fertige Tier ist lediglich 6 mm lang, bringt im Jahr um die vier Generationen hervor und breitet sich ca. 60 bis 90 km pro Jahr aus. Für so ein kleines Tier ist das eine reife Leistung. Schaut man in die Nachbarländer so bietet sich ein ähnliches Bild. Belgien oder Niederlande haben mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Daher ist eine passive Verbreitung durch den Menschen (mal wieder) nicht ausgeschlossen. Wie es sich für einen zünftigen Neozoen gehört, steht auch dieser auf der Liste der Pflanzenschutzorganisation für Europa und den Mittelmeerraum (EPPO), auch wenn man es der Seite nicht ansieht wird sie doch fortlaufend aktualisiert. Solltet ihr also ein Ulmenblatt mit auffälligen Fressspuren sehen, dann gebt bitte Bescheid. Entweder mir oder direkt an EPPO. Karte zur Verbreitung dieser Art gibt es natürlich auch. Klickt dazu bitte hier. In den nächsten Jahren wird sich zeigen, wie die paar verbliebenen Ulmen damit zurecht kommen (Quelle und Bilder: Senckenberg.de).

Fraßspuren von Aproceros leucopoda.
Fraßspuren von Aproceros leucopoda

Bienenrucksack soll dem Bestand helfen

Die Bienen dieser Welt machen eine Schlagzeile nach der anderen. Nur leider sehr wenig erfreuliche. Aktuell haben sie, wie alle Bestäuber, mit ungünstigen Bedingungen zu kämpfen, welche sich negativ auf die Bestandszahlen auswirken. Um neue Erkenntnisse über das Artensterben zu erlangen, haben Wissenschaftler 10.000 Bienen aus verschiedenen Ländern mit einem Sensor versehen. Dieses kleine Stückchen Technik wird auf den Rücken geklebt und ist mit einer Vielzahl an Sensoren bestückt.  Das 5,4 Milligramm leichte Accessoire (immerhin nur ein Drittel des tragbaren Gewichts) registriert bspw. Daten wie die zurückgelegte Entfernung und Strecke vom Bienenstock und sendet diese an einen in Stocknähe stationierten Empfänger. Auf diese Weise soll der Einfluss von verschiedenen Stressfaktoren auf das Flugverhalten der Insekten und damit auch auf das Bestäuben von Pflanzen haben.   Wann, Wie und Wo diese Daten veröffentlicht werden, steht noch in den Sternen. Ein Erfolg bzw. ein Fortschritt in der Bienenforschung ist aber wünschenswert (Quelle und Bild: Süddeutsche Zeitung).

Quelle: Süddeutsche Zeitung (online) vom 27. August 2015
Quelle: Süddeutsche Zeitung (online) vom 27. August 2015

Storchenbilanz: Im Westen besser als im Osten

In den kommenden Tagen steht dem diesjährigen Storchennachwuchs eine harte Bewährungsprobe bevor. Zum ersten Mal fliegen die Jungvögel in die südlichen Winterquartiere. Bemerkenswert dabei, die Eltern kommen erst ein paar Tage später nach. Zeit also Bilanz über die Brutsaison 2015 zu ziehen. Dazu haben die Storchenschützer des NABU e.V. auch schon erste Erkenntnisse erlangt. Christoph Kaatz, von der NABU Bundesarbeitsgruppe Weißstorchenschutz, bekräftigt den seit Jahren anhaltenden Trend, laut dem sich die Bestände in Ost- und Westdeutschland stark unterschiedlich entwickeln. Anders als in den gebrauchten Bundesländern geht der Bestand östlich der Elbe zurück. Gedanken machen muss man sich in Brandenburg. Dort kamen auf ein Brutpaar weniger als 2 Jungtiere. In Zahlen also 0-1. Das reicht nicht für den Arterhalt und macht Brandenburg zum storchenärmsten Bundesland. Obendrein verdrängen ausgedehnte Mais- und Rapsfelder den Lebensraum der Weißstörche. In einem Land wie Bbg, welches quasi nur von Stütze und etwas Landwirtschaft lebt gilt dies besonders. Schaut man sich die Situation im Westen der Republik an, so könnte sie anders nicht sein. Durch günstige Witterung und dementsprechend viel Nahrungsangebot konnten überdurchschnittlich viel Jungtiere nachgewiesen werden. Mit den endgültigen Zahlen ist aber erst Ende des Jahres zu rechnen. Wie auch in den Vorjahren wurden auch 2015 wieder ein paar Störche mit Telemetriesendern ausgestattet und auf die Reise geschickt. So können Daten über Flugroute und-verhalten gesammelt werden. Diese Daten fließen dann in den Artenschutz mit ein. Mehr Infos dazu gibt es hier. Hoffen wir, dass die Tiere den Hin- und Rückflug gut überstehen und ihren Weg zurück finden.

Batnight 2015 - Fledermäuse zählen für den guten Zweck

Es ist mal wieder soweit. Wie auch schon in den Vorjahren wartet auch in 2015 das letzte Wochenende im August mit einer klasse Aktion auf. In Chemnitz feiert man Stadtfest. *BOING*. All jenen, die jetzt nicht abgesprungen sind, meinen herzlichen Dank und euch sei gesagt, dass es nur ein Witz war. Also Stadtfest ist natürlich, jedoch geht dieser Post hier in eine andere Richtung.  Traditionsgemäß ist an dem besagten Wochenende wieder die europaweite Batnight. In der Nacht vom 29.-30.08. dürfen sich Zählwillige wieder auf die Lauer legen und ihren (immens wichtigen) Beitrag zum Fledermausschutz leisten. Insgesamt gibt es in Deutschland 25 unterschiedliche Fledermausarten und allen geht es aktuell in Sachen Bestand nicht gerade rosig. Die Gründe dafür wurden hier im Blog schon ein paar mal beschrieben. Interessierte finden unter diesem Link alle Termine zur diesjährigen Fledermausschau in Form einer interaktiven Karte. Freunde von Tabellen kommen an dieser Stelle auf ihre Kosten. Hauptveranstalter ist mal wieder der NABU und ich bin mir sicher, dass er auch 2015 wieder einen großartigen Job machen wird. Damit ihr nicht ganz unvorbereitet an die Sache herangeht, findet ihr hier alle potentiell vorkommenden Arten im Überblick. An dieser Stelle auch noch einmal mein Dank an alle ehrenamtlichen Helfer, welche sich für den Artenschutz einsetzen und sich die Nacht um die Ohren schlagen. Ohne euch wäre vieles nicht möglich. Danke.

Wie nachhaltig sind Dientsreisen?

Benchmarks sind in der Techwelt ein beliebtes Maß für die Leistungsfähigkeit für allerhand Gadgets und sonstige Geräte. Betrifft ein neues Handset die Bildfläche, so wird es durch unzählige Testprogramme gejagt und die sozialen Netz mit den Ergebnissen geflutet.  Atmosfair nimmt sich nun auch des Themas an und schaut sich die Nachhaltigkeit bei Geschäftsreisen sowie der Mobilität für Unternehmen an. In Kooperation mit dem Anbieter Eco Libro  in Erfahrung gebracht werden, wie effizient sie auf Geschäftsreisen unterwegs sind. Die Ergebnisse werden dann auch in Benchmarks gepackt.  Dietrich Brockhagen, Chef von Atmosfair, bewirbt die so erlangte Auskunftsfähigkeit von Firmen zur Nachhaltigkeit von Dienstreisen". Außerdem spart ein effizientes Reisen auch CO2-Emissionen.

Die Teilnahme ist laut Atmosfair kostenlos und selbstverständlich werden alle Daten vertraulich behandelt, sodass aus ihnen keinerlei Rückschlüsse auf die teilnehmenden Firmen oder Umsätze gemacht werden können. Gerade in der Tech- und Journalistenbranche wäre so eine Auflistung mal interessant. Wer Interesse hat und an dem Projekt mitmachen möchte, der kann noch bis zum 30. September 2015 einen entsprechenden Fragebogen ausfüllen.

Bioökonomie gewinnt an Bedeutung

Wie im gestrigen Beitrag erwähnt, leben wir ab heute für den Rest des Jahres auf Pump. Die Menge an natürlichen Ressourcen, welche unsere Erde selbstständig innerhalb eines Jahres erneuern kann, ist aufgebraucht. In einer vom Wachstum und Gewinnen getriebenen Welt verlagert sich dieser Stichtag immer mehr nach vorne. Verglichen mit 2014 um immerhin ganze sechs Tage. Nun ist der mediale Aufschrei nach Bekanntgabe solcher Werte kurzzeitig besonders hoch aber schon morgen kräht kein Hahn mehr danach. Wieso auch ? Naturschutz und Nachhaltigkeit passen nicht recht in den aktuell bevorzugten  bunten Lifestyle mit leichten Themen wie Tech, Smartphones und anderem digitalen Tinnef. Verfolgt man aber die Meldungen rund um den "Earth Overshoot Day" so fällt einem immer mal wieder das Wort "Bioökonomie" vor die Füße. Dabei handelt es sich um die Summe aller Industriebreiche, die biologische Ressourcen wie Pflanzen, Tiere oder Mikroorganismen nutzen und markiert den Wechsel von einer Wirtschaft der fossilen Brennstoffe, hin zu einer die auf pflanzen basiert.  Allerdings gibt es auch hier noch einige Schwierigkeiten zu bewältigen (auch bin ich davon überzeugt, dass Konzerne auch diesen Ansatz mal so richtig in den Dreck fahren werden) und Lösungswege zu finden. Daher hat die Bundesregierung ein großangelegtes Forschungsförderungsprogramm mit Namen "Bioökonomie 2030" angelegt und unterstützt es über einen Zeitraum von 6 Jahren mit rund 2,4 Milliarden Euro. Hauptaugenmerk liegt hierbei auf Wachstum (!) und Beschäftigung. Aber auch Ressourcenmanagement sowie Energieversorgung aus Biomasse sollen voran getrieben werden.

An dieser Stelle möchte ich euch zwei Literaturtipps an die Hand geben. Den Anfang macht das aktuelle Naturschutz heute - Heft des NABU e.v. in dem u.a. das Thema Bioökonomie aufgegriffen wird. Als zweites gibt es noch die Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht - abmorgen leben wir auf Pump


Ähnlich wie der Tag der Steuerzahler symbolisiert der "Ökoschuldentag" (Earth Overshoot Day) etwas drastisches, nämlich den Moment, an dem die Menschheit mehr Ressourcen verbraucht, als unser Planet innerhalb eines Jahres auf natürlichem Wege erzeugen kann. Rolf Buschmann vom BUND und Experte für Ressourcenschutz spricht es klar aus: " Ab diesem Donnerstag leben wir auf Pump". Natürlich handelt es sich bei diesem Pump um die Sorte, welche nie zurückgezahlt wird.  Während der eingangs erwähnte Tag der Steuerzahler seit Jahren immer mehr ans Jahresende rückt, saust der "Ökoschuldentag" an den Jahresanfang. Wie mir Roland Gramling, Press Officer beim WWF, mitteilte, sind es stolze 6 Tagen pro Jahr.  Der anhaltende übermäßige Konsum und eine vollkommen kaputte sowie verrückte Wahrnehmung von Werten haben die Menge an natürlichen Ressourcen, bspw. Gas, Öl, Wasser und Land, auf ein bedrohliches Minimum schrumpfen lassen. Sind diese Rohstoffe einmal verbraucht, so sind sie nahezu unwiederbringlich zerstört. Diese gespielte und scheinbare Unbekümmertheit lässt mich an der Menschheit zweifeln. Die (nicht nur) Tech-Blogs dieser Welt feiern jede neue Gerätereihe, Google möchte mit 30 $-Handys Indien erobern und die Fangemeinde möchte haufenweise neue Smartphones im Jahrestakt. Selten bis gar nicht wird über den so entstandenen bzw. entstehenden Müll gesprochen, von der Belastung der Rohstoffe ganz zu schweigen. In einer Welt, die vollkommen auf Wachstum ausgelegt wird, muss man sich Gedanken machen, was passiert, wenn die Rohstoffe verbraucht sind. Leider wird es sich in absehbarer Zeit nicht ändern, dafür geht es uns im satten, dekadenten Europa noch zu gut. Irgendwie fallen mir dazu ein paar Worte meiner Lieblingsband ein: ...the train it won't stop going no way to slow down...

Jugendliche filmen die Artenvielfalt - ein neues Projekt des BfN sollLust auf Natur machen

Die Jugend dieser Tage hat eindeutig Nachholbedarf in Sachen Umwelt- und Naturbewusstsein. Eine entsprechende Studie des BfN von 2013 gibt an, dass es bei den jüngeren Menschen oft weniger Interesse und Engagement vorherrscht als beim Bundesdurchschnitt. Um diesem Trend entgegen zu wirken, hat das Bundesamt für Naturschutz das Projekt  "Green Cut - Jugend filmt biologische Vielfalt" ins Leben gerufen und unterstützt es mit 135.000 Euro. Das Projekt kommt mit einem innovativen und ungewöhnlichen Ansatz daher. Es soll die Zielstellung haben, dass Jugendliche sich mit der Artenvielfalt filmisch auseinander setzen. Im Klartext: Sie recherchieren, filmen, schneiden, bearbeiten und produzieren ihren eigenen Film über die Biodiversität. In insgesamt 15 bundesweiten Workshops sollen Fertigkeiten der Filmbearbeitung aber auch der Wert der biologischen Vielfalt vermittelt werden. Hauptzielgruppe sind junge Menschen, die im Regelfall nicht im Naturschutz aktiv sind oder mit Naturschutz in Kontakt kommen. Angelegt ist eine Laufzeit von drei Jahren. Die Gesellschaft für Solidarität und Partnerschaft e.V. zeigt sich für das Vorhaben verantwortlich und stellt die fertigen Filme auf diversen Plattformen der breiten Masse zur Verfügung. Weitere Infos zu diesem, wie ich finde sehr ambitionierten, Projekt gibt es hier und hier.

Elfenbein im Gepäck - Rekordmenge sichergestellt.

Foto: Olaf Schneider/Pixelio
Foto: Olaf Schneider/Pixelio
Elfenbein ist seit jeher ein Objekt der Begierde. Wilderer und Hehler haben sich schon seit Ewigkeiten auf die Beschaffung und den Handel damit spezialisiert. Sei es in der traditionellen (chinesischen) Medizin oder im Schmuckgewerbe, die Nachfrage nach Stoßzähnen ist ungebrochen. Obwohl in den letzten Jahren sehr viele nationale wie internationale Anstrengungen unternommen wurden, ist es nach wie vor ein Kampf gegen Windmühlen. Hin und wieder gelingt es den Zollbeamten dieser Welt große Mengen davon zu sichern. So geschehen in Zürich. Am 6. Juli 2015 konnten bei einer Gepäckkontrolle im Reiseverkehr ca. 262 kg Elfenbein sichergestellt werden. Auf acht Koffer aufgeteilt sollte es von Tansania über Zürich nach Peking gehen (Stichwort: traditionelle chinesische Medizin). Um das Diebesgut in den Koffern verstauen zu können, wurden die Stoßzähne zersägt. Außerdem wurden noch Fangzähne und Krallen von Löwen. Der Zoll schätzt den Wert des Elfenbein auf rund eine halbe Million Franken.  Die Schweiz, als Unterzeichner des internationalen Abkommens zum Artenschutz und Handel mit gefährdeten Arten CITES, geht nun mit aller Härte gegen die Besitzer der Koffer vor. Allerdings wird es über eine empfindliche Geldstrafe nicht hinaus gehen. Tja liebe Wilderer. Es hätte ja auch klappen können. Zum Glück nicht (Quelle: naturschutz.ch .

Fairtrade im Supermarkt immer beliebter

Fairtrade bzw. der Handel mit fair erzeugten Lebensmitteln wird für die herstellende Industrie immer wichtiger. So stieg der Umsatz in dieser Branche, im Jahre 2014, um ca. 31 % gegenüber dem Vorjahr. Bundesweit waren den Verbrauchern das Konsumieren von Fairtrade oder Bio-Produkten (Lebensmittel) ca. 1 Milliarde Euro wert, so das Forum Fairer Handel in Berlin. Damit hat sich der Handel in den  letzten drei Jahren nahezu verdoppelt. Immer wenn sich eine Sache in Richtung Mainstream entwickelt, steht zu befürchten, dass die einst ehernen Ziele nicht mehr so genau genommen werden die man es eigentlich sollte. Diese Sorge besteht grundsätzlich auch hier, jedoch bekräftigt der Faire Handel, genauer gesagt die Mitwirkenden, dass man weiterhin auf eine menschenwürdige Art und Weise achten wolle. So sollen Löhne auch weiterhin gerecht bemessen werden. Leider ist diese Sicht der Dinge ein absolutes Novum. Nun klingt die Viertel Milliarde erst einmal viel, bedenkt man aber, dass in der Bundesrepublik 2014 250 Milliarden Euro für Lebensmittel im Allgemeinen ausgegeben wurden, so ist es doch eine eher kleine Zahl. Mit diesen Zahlen liegt Deutschland im EU-Vergleich nur im Mittelfeld. Pro Kopf gibt der Deutsche lediglich 13 Euro im Jahr  für gerechtere Löhne im Lebensmittelsegment aus. Platz 1 geht mit 57 Euro pro Kopf an die Schweiz, dicht gefolgt von England (33 Euro) und Österreich mit 18 Euro.  Auch wenn der faire Handel noch ein eher kleiner Mitspieler im Feld der Nahrungsmittel ist, so hat er doch schon beachtliche Erfolge vorzuweisen. Hoffen wir, dass der Funke weiterhin überspringt. Verdient hat es die Bio-Branche (Quelle: Forum Fairer Handel) .

Lebensmittelumsatz in der Faitrade-Branche (Quelle: http://www.forum-fairer-handel.de/fairer-handel/zahlen-fakten/)

Erneut ein Wolf in Sachsen illegal geschossen

Am letzten Wochenende im Juli wurde im Landkreis Görlitz in der sächsischen Lausitz erneut ein Wolf erschossen. Vermutlich erfolgte die Tat in der Nacht von Samstag auf Sonntag nahe der Gemeinde Viehkirchen. Wie der NABU e.V. mitteilte, ist es bereits der siebte Wolf in den letzten sechs Jahren, der gewildert wurde. Das Traurige an der Sache: bisher konnte kein einziger Verdächtiger dingfest gemacht werden. Allerdings stehen die Chancen nicht schlecht, dass es diesmal anders ausgeht, hat sich doch das LKA in die Ermittlungen eingeschaltet. Der erneute Abschuss einer nach allen Regeln geschützten Art zeigt wieder einmal, die Stimmung in Sachsen. Auf Drängen der Jägerlobby wurde der Wolf 2012 in das sächsische Jagdrecht aufgenommen. Dadurch erhoffte man sich eine bessere Akzeptanz durch die Jäger. Resultat sind vier geschossene Wölfe. Ob diese allerdings auf das Konto von Jägern gehen ist nicht gesagt aber ein Schelm wer böses dabei denkt. Nächstes Ding der Weidmänner ist ein im Juni 2015 auf dem Bundesjägertag in Dresden veröffentlichtes Schreiben, welches den Wolf nicht als Teil der heimischen Natur anerkennt. Eine entsprechende Stellungnahme vom NABU gibt es hier oder weiter unten im Blog.

Der Deutsche Jagdverband ist, wieso auch immer, ein anerkannter Naturschutzverein und wird auf keiner Veranstaltung müde, seine wichtige Rolle im Naturschutz zu betonen. Daher sind mit solche Handlungen, wie die Ignoranz des Wolfes als wertvoller Bestandteil eines funktionierenden Ökosystems nicht ganz klar. Denn ein illegal abgeschossener Wolf ist nichts anderes als Wilderei. Es stünde dem DJV gut Zu Gesicht, seine Rolle zu überdenken und seinen Einfluss zu nutzen, um faire Handlungen  walten zu lassen.

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Stadtmenschen zieht es in die Natur - ein Startup macht es möglich

Seit ein paar Jahren boomen sogenannte Startups. Eigentlich sind diese nichts anderes als Unternehmungsneugründungen mit Risikokapital und auch nicht mehr so neu in ihrer Form. Jedoch haben sie in den letzten Jahren eine Art Revival erfahren. Sie sind halt aktuell "in Mode".  Auch wenn sich in den nächsten Jahren erst noch die Spreu vom Weizen trennen muss und es sich zeigen wird, welche Unternehmen auf dem Markt Bestand haben, so haben sie (fast) alle eine Gemeinsamkeit. Die Idee. Startup-Unternehmen bedienen sich meist eines kreativen Grundkonzeptes.  So auch das Projekt "Sweet Garden". In Anlehnung an das Übernachtungsmodell "Airbnb" können hier Gärten von anderen Privatnutzern zeitweise angemietet werden. Die Preise legt der Vermieter fest. Aktuell schaut sich das junge Unternehmen im Raum Stuttgart nach neuen Partner bzw. Gärten um, aber auch ganz Deutschland behält man im Blick. Die Idee, sich einen Garten tageweise zu mieten ist durchaus ein interessanter Gedanke. Glaubt man den aktuellen Zahlen aus der Kleingarten-Szene, so liegt das Durchschnittsalter bei 60 Jahren. Der bislang anhaltende negative Trend erfährt jedoch seit 2003 eine deutliche Wende. Schätzungsweise 45 % der Kleingärten in der BRD gingen von 2003 bis 2008 an Familien und an Personen unter 45 Jahren.

Ein Kleingarten bspw. hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten in seiner Bedeutung stark gewandelt.  Diente er früher noch eindeutig dem Anbau von Lebensmitteln, so reicht es den Besitzern heute oft völlig aus, wenn man seinen Grill und ein paar Stühle unterbringen kann.  Ein interessantes Projekt ist "Sweet Garden" aber auf jeden Fall und hat hoffentlich einen langen Atem, denn die beste Ernte ist immer doch die eigene.
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